Das Wort zum Wochenstart

Es waren immer die Konservativen, die dem Sozialismus Zugeständnisse gemacht haben und ihm zuvorkamen. Als Befürworter des ‘Wegs der Mitte’ ohne eigenes Ziel, waren die Konservativen von dem Glauben geleitet, dass die Wahrheit zwischen den Extremen liegen muss – mit dem Ergebnis, dass sie ihre Position verschoben, so oft sich an einem der Flügel eine extreme Bewegung zeigte. (Friedrich von Hayek)

11 comments

  1. Selbstdenker

    Nachdem für “Konservative” die Wahrheit immer in der Mitte liegt, sind Verhandlungen mit ihnen denkbar einfach: 200% fordern um 100% zu erreichen.

    Eine rhetorische Frage: was passiert, wenn der Klügere immer nach gibt?

  2. rubens

    Die Konservativen sind die Büttel der Sozialisten. Scheinbarer Vorteile wegen tun die alles.

  3. Selbstdenker

    Erwähnenswert erscheint mir aber noch ein weiterer Umstand:

    Strukturell befinden sich Selbstmord-Libertäre in einer Koalition mit den Sozialisten. Im permanenten Glauben an den nahenden Untergang samt anschließender Wiederauferstehung leisten sie ihren berechenbaren Beitrag zur Demontage liberaler und konservativer Strukturen.

    Die Ergebnisse sind fatal: anstatt die Sozialisten vor sich her zu treiben, wie einst Regan und Thatcher dies getan haben, lassen sich hierzulande die Konservativen von rot-grün mit struktureller Unterstützung der Selbstmord-Libertären vor sich hertreiben.

    Das anschaulichste Beispiel in nächster Nähe liefert Deutschland:

    Der Selbstzerfleischungstrip der Selbstmord-Libertären hat dazu geführt, dass die FDP aus den Bundestag geflogen ist und die CDU nun mit der SPD koaliert. Zunächst scheiterten zwei Parteien (FDP und AfD) mit 4,9% ganz knapp an der 5%-Hürde, so dass ein Wählerpotential von geschätzten 15 bis 20% überhaupt keine politische Heimat mehr vorfand.

    Aus reinem Pragmatismus wählen nun viele die AfD, da sie der FDP einen Widereinzug in den Bundestag nicht zutrauen und weil sie die CDU unter Merkel nicht unterstützen wollen (was ich gut verstehen kann). Die CDU schließt widerum kategorisch eine Koalition mit der AfD aus, womit sie dem linken Lager de facto das Agendasetting überlässt.

    Vorweg möchte ich mich gleich entschuldigen, wenn dies für manche “offensive” oder “disrespectful” klingen mag … aber eine gehörige Portion Dummheit gehört schon dazu, wenn man sich selbst so ins Abseits katapultiert.

    PS: ich glaube weder an die Apokalypse noch an die Wiederauferstehung

  4. gms

    Selbstdenker,

    “Die Ergebnisse sind fatal: anstatt die Sozialisten vor sich her zu treiben, wie einst Regan und Thatcher dies getan haben, lassen sich hierzulande die Konservativen von rot-grün mit struktureller Unterstützung der Selbstmord-Libertären vor sich hertreiben.”

    Apropos Selbstmord-Libertäre: “Wenn mal schon der [..] in der Wiener Zeitung einen vernünftigen Artikel für Erbschafts- und Vermögenssteuern schreibt, darf konstatiert werden: dieses ideologische Battle haben wir gewonnen. Check!” — Robert Misik auf Facebook [1]

    [1] facebook.com/rmisik/posts/10152461711539084

  5. Selbstdenker

    @gms: der Artikel ist vom 25.05.2014 und gewonnen / verloren ist gar nichts. Oder ist Ihnen etwa schon ein (rechtskräftiger) Bescheid ins Haus geflattert?

    Das Problem ist, dass die Konservativen gleich auf halben Weg entgegenkommen und die Selbstmord-Libertären gleich die Nerven wegschmeissen. Beide Reaktionen sind aus Sicht der Sozis absolut berechenbar.

    Die Schwarzen sollten sich mal etwas abschauen von Margaret Thatcher während dem Bergarbeiterstreik 1984 / 1985. Wären dort damals die gleichen Hosenscheißer an der Macht gewesen wie bei uns heute, wäre das Vereinigte Königreich wirtschaftlich inzwischen auf dem Niveau von Griechenland.

    Das was Robert Misik an eigenständigen Denken und klaren Verstand fehlt, ersetzt er mit einen ideologisch vorgekauten Einheitsbrei. Unglücklicherweise verhält sich die Realität fast immer anders als seine daherfabulierte Welt.

  6. gms

    Selbstdenker,

    “der Artikel ist vom 25.05.2014 und gewonnen / verloren ist gar nichts. Oder ist Ihnen etwa schon ein (rechtskräftiger) Bescheid ins Haus geflattert?”

    Weder taugt das Thema zur Aufhängung an mir als Individuum, noch schrieb Misik irgendwas von wegen “einfahrene Ernte”. Auf Erbschaftssteuern hat sich die austiakische Dressurelite bereits verständigt, und eben diese ist, auch und insbesondere aufgrund fehlender zugrundeliegender Wertschöpfung, definitiv eine Vermögenssteuer. Eins zu eins gebunden an die Erbschaftssteuer ist die Schenkungssteuer, sei es nun aus Analogiegründen oder zum naheliegenden Schließen einer Umgehungsmöglichkeit der Erbschaftssteuer. Geschenk = Einkommen? Willkommen im knallroten Hasenloch, gegen das Alices Wunderland ein Hort des Rationalen war.

    “Das was Robert Misik an eigenständigen Denken und klaren Verstand fehlt, ersetzt er mit einen ideologisch vorgekauten Einheitsbrei.”

    Über die Verkorkstheit der Linken und deren Penetranz, sowie die Unfähigkeit der Konservativen im Umgang damit können wir uns rasch einigen. Weit schmerzhafter aber, nachdem Sie selbst Selbstmord-Libertäre thematisierten, sind die Querschläger jener, von denen man bei Tageslicht annehmen sollte, sie verfügten über ausreichend Verstand und Kenntnis basaler Prinzipien, um sich dem roten Brainwashing erfolgreich zu widersetzen.

    Wenn das nach Selbstdeklaration personifizierte Sprachrohr des Neoliberalismus’ vom “leistungslosen Einkommen” fabuliert und aus diesem Oxymoron hernach explizit die Legitimität einer Besteuerung destilliert, so haben die Roten diese ideologische Schlacht definitiv gewonnen, zumal sie ein idiotisches Mem salonfähig machen konnten.

    Die deutsche Sprache und das damit einhergehende Denken unterscheidet berechtigt zwischen Einkommen, Geschenk und Erbe. Ebenso, wie es kein leistungskonformes Geschenk oder Erbe gibt, existiert auch kein leistungsloses Einkommen. (Wer Gegenteiliges behauptet, könnte nicht minder jede nach einem Gewitter randvoll gefüllte Regentonne zum Ziel steuerlicher Begehrlichkeiten erklären und selbige hernach genauso absurd in die gesamtwirtschafliche Volksrechnung integrieren, wo sich nunmal jede Art von Einkünften niederschlagen. Mit dem Besteuern privat erzeugten und verbrauchten Solarstroms wurde die Tür ins Beliebige ja schon geöffnet.)

    Ergänzend ist der Begriff “Geschenk” ausreichend korrekt sogar von der Finanz definiert, aufdaß jeder Betreffende im Zuge einer entsprechenden Erklärung anerkennt: “Schenkungen [] sind Zuwendungen, die unentgeltlich und freigebig erfolgen, zu einer Bereicherung des Erwerbers führen, [und] mit Bereicherungswillen erfolgen. Keine Schenkung liegt vor, wenn die Zuwendung in Erfüllung einer Rechtspflicht oder aufgrund von moralischen, sittlichen oder Anstandspflichten erfolgt.” [1]

    [1] formulare.bmf.gv.at/service/formulare/inter-Steuern/pdfs/9999/Schenk1.pdf

  7. menschmaschine

    Ich finde, Konservative gibt es praktisch nicht mehr. Also im politischen Leben jedenfalls nicht, die ÖVP ist nur mehr ein Kasperlverein.
    Privat treiben sich hier und da noch einige herum, aber selten. Und sie haben nichts zu sagen. Selbst im kleinen Kreis traut sich kaum noch einer, zu seiner konservativen Einstellung zu stehen. Wenn er sie überhaupt noch hat. In Pfarren oder zB. bei Podiumsdiskussionen wird von Leuten, die man für konservativ halten würde, immer öfter linxgrünes Zeug geredet. Brave Kirchengeher, früher eine Art konservative Elitetruppe, freuen sich heute, dass der Papst der letzte echte Linke ist.

    Nein, Hayek könnte beruhigt sein, konservativ ist in Österreich ausgestorben.

  8. FDominicus

    @Selbstdenker. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich über Ihren Humor lachen soll oder nicht. Die AfD als Libertär bezeichnen oder gar die FDP – wie kann man darauf kommen?

    Es gibt in D nur eine kaum gewählte liberale/libertäre Partei. Die Deutschen wollen nicht Freiheit sondern “Sicherheit” und wenn dabei die Freiheit den Bach heruntergeht scherrt das genau 99,99 % der Deutschen nicht. Bis Sie auf einmal an irgendeinem Morgen in der “Obhut” des Gewaltenmonopols aufwachen.

    Den Selbstmord machen die Nicht-libertären, das ist aber ein langsamer schleichender Tod so mit immer mal wieder neuen Giftcocktails mit der Hauptzutat Sozialismus.

  9. Selbstdenker

    @FDominicus:
    Lachen Sie ruhig.

    Ich lache zwischenzeitlich auch über die Leute, die auf den totalen Crash, die Weltrevolution und die Wiederauferstehung warten – egal eb es sich nun um Kommunisten, Gaianer oder selbstmordgefährdete Libertäre handelt.

    Die Welt dreht sich – ob mit oder ohne diese Gruppen – weiter. Im Falle Deutschlands nun halt in die linke Richtung.

    Ich lerne gerne dazu: ich wusste gar nicht, dass es sich bei den von der FDP vertretenen Positionen (Steuersenkungen, Nein zur Vorratsdatenspeicherung, etc.) um “sozialistische” Forderungen handelt.

    Die AfD weist gewisse Ähnlichkeiten zur FPÖ in der frühen Haider-Ära auf: damals gab es einen liberalen und einen nationalen Flügel. Wobei sich – dank intensiver Selbstzerfleischung der liberalen Kräfte – der nationale Flügel durchsetzte.

  10. H.Trickler

    Auch bei den Linken insgesamt ist eine Bewegung zur Mitte festzustellen. Die waschechten kommunistischen Parteien (Leninisten et. al) sind an einer Hand abzuzählen.

  11. waldsee

    die konservativen heißen in ö:
    taufscheinsozialisten.(bei ortner gelesen)
    wie hilft man sich gegen einen alles verzehrenden staat?
    es geht nur übers geld.die bürger halten sich um einen prozentsatz ihres lohnes XY
    eine verwaltung.die höhe der prozente verhindert direkt und wirkungsvoll die peinigung der einwohner.
    zu simpel? ja sicher ,aber eine andere möglichkeit sehe ich weit und breit nicht.haben sie eine?

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .