Das Wort zum Wochenstart

Die Neigung unserer Zeitgenossen, obrigkeitliche Verbote zu fordern, sobald ihnen etwas nicht gefällt, und die Bereitwilligkeit, sich solchen Verboten selbst dann zu unterwerfen, wenn sie mit ihrem Inhalt durchaus nicht einverstanden sind, zeigt, dass der Knechtsinn ihnen noch tief in den Knochen steckt. Es wird lange Jahre der Selbsterziehung bedürfen, bis aus dem Untertan der Bürger geworden sein wird. Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss es sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen. (Ludwig von Mises)

5 comments

  1. Thomas Holzer

    Wie recht er nur hat!
    Nur: Die Möglichkeit zur “Selbsterziehung” wird durch die bereitwillige und freiwillige Aufgabe der Freiheit immer mehr verunmöglicht.

  2. sokrates

    Es liegt anscheinend im Menschen, dass er sich gerne unterwirft! Aus wieviel Leuten besteht zB im Iran der gesamte Unterdrückungsapparat? Millionen von Iranerinnen / Iranern wollen “frei ” leben, ohne Tschador, Musik hören, usw! Wird von einigen Mullahs verboten, ein ganzes Volk unterwirft sich.W.

  3. Selbstdenker

    @sokrates:
    Es ist nicht eine Mehrheit, die sich die Unterdrückung wünscht, sondern eine Mehrheit die sich das gefallen lässt.

    Der Rest gleicht einem Pyramidenspiel: ein kleiner Teil profitiert tatsächlich, eine relative Minderheit erhofft sich Vorteile indem sie den Handlanger spielt und eine große Mehrheit erduldet diese Unterdrückung.

    Eine Ausnahmeerscheinung stellen da die Wohlstandsverwahrlosten aus dem selbstrelativierten Europa dar: die sehnen sich tatsächlich nach Unterdrückung.

  4. Wolf-Dieter Weber, Lüneburg

    Ich bin mir nicht ganz sicher ob es eine gute Idee ist, wenn jeder machen kann was er will. Selbst dann nicht, wenn er jemand anderem schadet.
    Die neue Initiative des Bundestages zum sog. Nudging ist ein interessanter und vielversprechender Ansatz, der die Bürgerinnen und Bürger zum Nachdenken anregt nachhaltiger, gesundheits- und umweltbewußter zu leben.
    Oder ein anderes Beispiel: Ohne Fahrradhelmpflicht gäbe es deutlich mehr schwere Unfälle und Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern.
    Ohne das Potsdamer Klimaforschungsinstitut und die Atomkatastrophe in Fukushima mit 17.000 Toten (!) hätten wir heute keine Energiewende und keinen nachhaltig reduzierten CO2-Ausstoß. Es ist zwar schade um diese Japaner, aber immerhin haben sie sich das selbst zuzuschreiben wegen ihren ganzen AKW’s (vor denen die Grünen seit Jahrzehnten (!!) warnen). Andererseits, man stelle sich vor, ein AKW würde hier, bei uns (!), hochgehen. Dann wären WIR betroffen und müßten Millionen an toten Bundesbürgerinnen und -bürger beklagen. So gesehen ist es zwar traurig für die Japaner, daß sie nicht auf uns gehört haben, aber es hat doch auch was Gutes für uns, daß Fukushima passiert ist. Denn das Umwelt- und Klimabewußtsein ist stark gestiegen!
    Manchmal muß man den Menschen etwas helfen, sie sozusagen anstupsen. Denn es ist so, nicht jeder kann das Wissen von den Expertinnen und Experten haben, die im Auftrag des Bundestages arbeiten.
    Ich wünschte, auch im Sinne der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, die an der Grenze zu Österreich leben (aber auch für die Österreicherinnen und Österreicher), daß die österreichische Regierung etwas über den Tellerrand schauen, d.h. zu uns, ihrem großen Nachbarn, schauen würde.
    Die Bundesrepublik hat eine nachahmenswerte Vorbildrolle eingenommen, es liegt nun an den anderen Europäerinnen und Europäern uns zu folgen.
    Auf eine bessere, nachhaltigere Zukunft! Auch für Sie in Ihrem schönen Land, für das ich mir allerdings, seien wir ehrlich, eine bessere Regierung wünschen würde. In diesem Sinne würde ich mir ein Nudging seitens der EU wünschen, in welchen die Staaten der EU (also die Bundesrepublik) den kleineren, eher unbedeutenden Staaten dazu gebracht werden (notfalls mit Sanktionen) vorteilhafte Regelungen einzuführen.

  5. de Voltaire

    @Wolf-Dieter Weber, Lüneburg:
    Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich auf die Einwürfe eines weiteren verhinderten Totalitaristen eingehen sollte. Ich tue es trotzdem:
    Es ist nicht die Aufgabe eines Staates, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen, sie dazu „anzustupsen“ oder sie sonst irgendwie zu bevormunden. Schon gar nicht mit falschen Fakten (um andere Worte dafür zu vermeiden). Wenn also Fahrradhelme für die Versicherung von Vorteil sind, dann darf sie dafür werben. Wenn Fahrradhelme für die Versicherung von Vorteil sind, dann darf sie mit den Prämien zwischen Helmträgern und Nichthelmträgern unterscheiden. Um Missverständnisse gleich zu vermeiden: Ich trage Radhelm und Schihelm, aber weil ich es für sinnvoll erachte und nicht weil mir das jemand vorschreibt. Denn ich trage ja die Konsequenzen.
    Zu den angesprochenen falschen Fakten: In Fukushima gibt es keinen einzigen Toten aufgrund radioaktiver Strahlung. In Japan hat sich 2011 das schwerste Erdbeben ereignet, seit es in Japan Messaufzeichnungen gibt. Dieses hat einen Tsunami ausgelöst, der viel höher war als die maximal erwarteten und der gigantische Zerstörungen verursacht hat. Dieser Tsunami hat ihre 17.000 Menschen erschlagen, ertränkt, etc., aber er hat keine verstrahlt. Eine Atomkatastrophe mit Toten hat es keine gegeben. Aber ich nehme an, das wissen Sie selber.
    Natürlich ist es nicht gut, wenn jeder auf Kosten anderer machen kann, was er will. Aber auf eigene Kosten muss er machen dürfen, was er will. Auch wenn es anderen nicht recht ist. Und schon gar nicht dürfen andere auf seine Kosten machen, was sie wollen. – auch nicht wenn es „demokratisch legitimiert“ ist.
    Ich würde mir einen Staat wünschen, der Möchtegerndiktatoren und Feinde der Freiheit in die Schranken weist, von mir aus auch mit nudging, bevor die Staatsmacht zuschlägt. Leider ist hier weder Deutschland und schon gar nicht Österreich eine nachahmenswerte Vorreiterrolle eingenommen.

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