Das Wort zum Wochenstart

Lieber (der Not gehorchend) einen staatlich versumpften Kapitalismus mit seinem Geklüngel zwischen big government und big business als einen von den “Milleniums-Kollektivisten” der NGOs herbeigeknüppelten Weltsozialismus, dessen Gelingen nicht weniger bedeuten würde als ein Massensterben der Weltbevölkerung und einen Rückfall der (Rest-) Menschheit in die Steinzeit. (Roland Baader)

4 comments

  1. Lisa

    Weltsozialismus wird es nie geben, weil man nur in einem relativ begrenzente Kreis “sozial” handeln, d.h. den natürliche Egoismus zugunsten anderer zurückstellen kann und will. Es gibt keine “Verdammten dieser Erde” – wer soll die, bittschön, verdammen? – Stimmungrhetorik (so schön die Melodie auch ist…). Wenn es niemanden mehr gibt, dem man was wegnehmen kann, entsteht nicht eine zufriedene Weltgemeinschaft, sondern statt Neid auf die, die was haben, regiert die Angst vor denen, die auch nicht viel haben und einem das Bisschen noch wegnehmen könnten. Das einzige Land, wo Kommunismus zeitweilig zum Wohl der Bürger funktionierte, war Kuba. Lässt sich aber wohl nur auf einer Insel realisieren…

  2. Fragolin

    @Lisa
    Auch auf Kuba war das aber sehr kurz “zeitweilig”.
    Am Anfang funktioniert Sozialismus immer super: Man enteignet die Eigentümer, nimmt den Wohlhabenden ihren Besitz, plündert die von vorsorglichen Menschen gefüllten Kornspeicher und lebt davon in Saus und Braus. Doch wenn die revolutionäre Party vorbei ist, die Kornspeicher leer sind und die Leistungsförderer kaltgestellt (auf die eine oder andere Weise, erfahrungsgemäß meistens auf die andere Weise…), dann kommt der Kater: Hunger und Elend. Und es lässt sich nur eine begrenzte Zeit den hungernden Massen, die sich dann wie die “Verdammten dieser Erde” fühlen, vorgaukeln, das wäre nur die Folge des satanischen Wirkens konterrevolutionärer Klassenfeinde – irgendwann erkennt jeder (außer vielleicht Nordkoreaner), dass Sozialismus nichts anderes ist als eine große Räuberparty, ein Schlachtefest, an dessen Ende alles in Trümmern liegt und oft sehr viele einfache Menschen sich die Karotten aus der Regenwurmperspektive anschauen dürfen.
    Dann darf der “neoliberale menschenverachtende Turbokapitalismus” wieder alles aufbauen, bis der Esel satt ist und es ihn wieder auf das sozialistische Glatteis hinaustreibt. Manchmal glaube ich, Kapitalismus und Sozialismus ergänzen sich: der Kapitalismus baut auf, und der Sozialismus zertrümmert wieder. So bleibt unser auf Wohlstands- und Armutszyklen basierender Wirtschaftskreislauf am Leben. Wir haben nur dem Irrtum gehuldigt, diesmal eine längere Wohlstandsphase zu erleben oder diesen Teufelskreis gar zu durchbrechen.
    Das war wohl ein Irrtum.

  3. waldsee

    @lisa das mit kuba sehe ich anders.
    das kurzweilige funktionieren war ein gut funktionierendes blockwartesystem.jeder hat seinen nächsten bespitzelt.das erzeugte auch angst.

  4. Lisa

    @Fragolin: der ist gut: “Sozialismus und Kapitalismus ergänzen sich” Das muss ich mir jetzt mal etwas länger zu Gemüte führen.@wladsee: ich war selbst nie in Kuba, habe aber mit “geflüchteten” Kubanern berufs- und hobbyweise viel zu tun: klar woll(t)en sie erst mal materiell aufstocken, aber bald kam der Kater. Sooo ein Paradies ist der Westen dann doch nicht und vieles, was hier reglementiert ist, ist in Kuba frei (heimwehbedingte Deckerinnerung mal abgezogen). Zudem lassen sich Kubaner besser in den Arbeitsmarkt integrieren, als andere Süd- und Mittelamerikaner. Das mit der Angst und dem Bespitzeln ist ja mittlerweile auch hier so: ich wollte vorhin auf ein Posting etwas zu den Kurden schreiben – habs mir aber anders überlegt…

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