2 Gedanken zu „Das Wort zum Wochenstart

  1. menschmaschine

    Was hätte dieser linke Heilige dazu gesagt, dass es heute unter seines Brüdern im Geiste wieder en vogue wird, nicht bei Juden zu kaufen äh hoppla, ich meine natürlich “den Kriegstreiberstaat Israel zu boykottieren”?

  2. Franziska Malatesta

    Das Streben der ganzen Frankfurter Schule bestand darin, den Kommunismus, der von der Räterregimes der unmittelbaren Nachkriegsjahre nicht auf Dauer hatte etabliert werden können, doch noch zu verwirklichen, und zwar indem man ein neues revolutionäres Subjekt erkor: die Arbeiterschaft hatte sich in Ungarn, in München, in Berlin etc. als unzuverlässig erwiesen und galt für Adorno et al. daher als anfällig für den “Faschismus”, oder für kleinbürgerliche Bequemlichkeit oder was auch immer. Man suchte ab der Marxistischen Arbeitswoche 1923 nach einem neuen revolutionären Subjekt und setzte auf die heute sattsam bekannten Opfergruppen, die auch für die aktuelle Diktatur der politischen Korrektheit instrumentalisiert werden.
    T.W.Adorno ist einer der Säulenheiligen der Linken, dem ich die Sorge vor einem neuen Faschismus nicht ganz abnehme.
    Glaubwürdiger und eleganter wurde derselbe Gedanke 100 Jahr vor Adorno von Alexis de Tocqueville formuliert:

    “Ich bin der Ansicht, die Art der Unterdrückung, die den demokratischen Völkern droht, wird mit nichts, was ihr in der Welt voraufging, zu vergleichen sein; … die alten Begriffe Despotismus und Tyrannei passen nicht.
    Es scheint als werde der Despotismus, sollte er bei den heutigen demokratischen Nationen sein Lager aufschlagen, andere Züge tragen: er dürfte ausgedehnter und milder sein und die Menschen erniedrigen, ohne sie zu quälen.

    Über diesen Bürgern erhebt sich eine gewaltige Vormundschaftsgewalt, die es allein übernimmt, ihr Behagen sicherzustellen und über ihr Schicksal zu wachen. Sie ist absolut, ins einzelne gehend, pünktlich, vorausschauend und milde. Sie würde der väterlichen Gewalt gleichen, hätte sie – wie diese – die Vorbereitung auf das Mannesalter zum Ziel; sie sucht aber, im Gegegenteil, die Menschen unwiderruflich in der Kindheit festzuhalten; sie freut sich, wenn es den Bürgern gut geht, vorausgesetzt, dass diese auschließlich an ihr Wohlergehen denken. Sie arbeitet gern für ihr Glück; aber sie will allein daran arbeiten und allein darüber entscheiden; sie sorgt für ihre Sicherheit, sieht und sichert ihren Bedarf, erleichtert ihre Vergnügungen, führt ihre wichtigsten Geschäfte, leitet ihre gewerblichen Unternehmungen, regelt ihre Erbfolge und teilt ihren Nachlass; könnte sie ihnen nicht vollends die Sorge, zu denken, abnehmen und die Mühe, zu leben?

    “Ich sehe eine unübersehbare Menge ähnlicher und gleicher Menschen, die sich rastlos um sich selbst drehen, um sich kleine und gewöhnliche Freuden zu verschaffen, die ihr Herz ausfüllen. … Über diesen Bürgern erhebt sich eine gewaltige Vormundschaftsgewalt, die es allein übernimmt, ihr Behagen sicherzustellen und über ihr Schicksal zu wachen. Sie ist absolut, ins einzelne gehend, pünktlich, vorausschauend und milde. Sie würde der väterlichen Gewalt gleichen, hätte sie – wie diese – die Vorbereitung der Menschen auf das Mannesalter zum Ziel; sie sucht aber, im Gegenteil, die Menschen unwiderruflich in der Kindheit festzuhalten…

    Auf diese Weise macht sie den Gebrauch des freien Willens immer überflüssiger und seltener, beschränkt die Willensbetätigung auf ein immer kleineres Feld und entwöhnt jeden Bürger allmählich der freien Selbstbestimmung. Auf all das hat die Gleichheit die Menschen vorbereitet: hat sie bereit gemacht, es zu erdulden, ja es häufig sogar für eine Wohltat zu halten.

    So breitet der Souverän, nachdem er jeden Einzelnen der Reihe nach in seine gewaltigen Hände genommen und nach Belieben umgestaltet hat, seine Arme über die Gesellschaft als Ganzes; er bedeckt ihre Oberfläche mit einem Netz kleiner, verwickelter, enger und einheitlicher Regeln…; er bricht den Willen nicht, sondern er schwächt, beugt und leitet ihn; er zwingt selten zum Handeln, steht vielmehr ständig dem Handeln im Wege; er zerstört nicht, er hindert die Entstehung; er tyrannisiert nicht, er belästigt, bedrängt, entkräftet, schwächt, verdummt und bringt jede Nation schließlich dahin, daß sie nur noch eine Herde furchtsamer und geschäftiger Tiere ist, deren Hirte die Regierung.

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/11629-alexis-de-tocqueville-der-totalitaere-wohlfahrtsstaat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.