Das Wort zum Wochenstart

Von | 10. Oktober 2016

… Liberalismus ist also unvereinbar mit unbeschränkter Demokratie, genauso wie mit jeder anderen unbeschränkten Macht … Obwohl also die konsequente Anwendung liberaler Prinzipien zur Demokratie führt, wird die Demokratie den Liberalismus nur dann und nur solange bewahren, wie die Mehrheit ihre Macht nicht dazu mißbraucht, ihren Anhängern besondere Vorteile zu verschaffen, die nicht allen Bürgern gleichermaßen geboten werden können. (Friedrich August von Hayek)

Ein Gedanke zu „Das Wort zum Wochenstart

  1. astuga

    Wobei ich so frei bin, Hayek etwas zu widersprechen.
    Entscheidend hierbei ist ja, wie man Demokratie definiert, und was man als funktionierende oder defekte Demokratie betrachtet (Unschärfe gehört zur Existenz, und so wird auch Demokratie wohl immer zwischen beiden Polen hin und her changieren).

    So wie ich Demokratie verstehe, geht es weniger um Wahlen, freie Medien, Rechtsstaat oder gar die Existenz politischer Parteien (darum schon mal gar nicht).
    Das Wesen der Demokratie besteht eigentlich in der weitreichenden Machtbeschränkung (sowohl der Regierenden wie aller Machteliten), um möglichst Vielen, ein Maximum an Freiheit zu ermöglichen.

    All das oben genannte ist zwar wertvoll, aber in Wahrheit lediglich Mittel zum Zweck.
    Oder anders gesagt: ein demokratischer Wahlvorgang ist auch kein Selbstzweck, was durch die Wahl ermöglicht wird ist das eigentlich Wesentliche und Bedeutsame.
    In Ritualen und Formalismen zu erstarren ist deshalb eine große Gefahr für jede Demokratie.
    Je nach Begriffsdefinition könnte man Liberalismus und Demokratie jedenfalls auch als Synonyme betrachten.

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