Deflation? Welche Deflation bitte?

Von | 23. Januar 2014

(A. UNTERBERGER) Deflation droht, also ein Sinken aller Preise. Daher müssen die Zinsen leider gleich Null bleiben, trommeln nationale und europäische Zentralbanker.
Dabei beträgt in Österreich die offizielle Inflationsrate trotz Rückgangs noch immer zwei Prozent. Und die gefühlte (vor allem Lebensmittel und Energie) ist noch viel größer. Jetzt hat die österreichische Nationalbank eine überhaupt unglaubliche Zahl von amtswegen zugeben müssen: Von 2007 bis Mitte 2013 sind die Immobilienpreise um nicht weniger als 39 Prozent gestiegen, in Wien sogar um 80. In Worten: Achtzig. Aber all das bereitet der Nationalbank dennoch „keine Sorge“, wie sie sagt. Na super. Den Menschen, die eine Wohnung suchen, bereitet das nämlich sehr wohl große Sorge. Dennoch denkt die EZB nicht daran, den Sparern wieder Zinsen zu zahlen. Es ist auch klar warum: Höhere Zinsen müssten vor allem die völlig überschuldeten Staaten zahlen, die dann endgültig kollabieren würden. Daher halten die Parteigenossen der Regierungspolitiker in den Zentralbanken einfach weiterhin die Euro-Druckmaschinen in Gang. Tag und Nacht. Zum Nulltarif (für die ausgabensüchtigen Staaten). Als Raubzug (auf die Sparer, die sich nicht an Stelle des Sparbuchs ein Grundstück gekauft haben). (TB)

9 Gedanken zu „Deflation? Welche Deflation bitte?

  1. waldsee

    bald nach einführung des euro
    hörte ich ,wie 2 hausfrauen
    feststellten:
    “früher war um einen tausender das
    einkaufswagerl voll,heute, bei einem
    hunderter nicht.”

  2. Thomas Holzer

    “Als Raubzug (auf die Sparer, die sich nicht an Stelle des Sparbuchs ein Grundstück gekauft haben).”

    Dieses “Grundstück” ist -wenn man die unermessliche Gier der Politik nach immer mehr Geld bedenkt- schon lange keine sichere Geldanlage mehr. Sind doch Immobilien, wie schon das Wort “sagt”, unbeweglich; die beste Voraussetzung für den hemmungslosen Zugriff darauf durch die Schergen des Leviathan!

  3. Christian Peter

    ‘die Parteigenossen der Regierungspolitiker in den Zentralbanken’

    die Politik hat in der EZB (und in der FED) nicht viel zu melden, tatsächlich bestimmt die Finanzindustrie vielmehr die Politik. Die Geldschwemme der Zentralbanken dient der Versorgung der Banken, nicht der Staatsfinanzierung, das weiß doch jedes Kind.

    Der brutalste Raubzug aller Zeiten : Wie Banken Sparer und Steuerzahler enteignen.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/15/der-brutalste-raubzug-aller-zeiten-wie-die-banken-den-crash-planen/

  4. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    “Die Geldschwemme der Zentralbanken dient der Versorgung der Banken, nicht der Staatsfinanzierung”

    Wenn dem so ist, dann stellt sich mir die Frage, warum
    a.) der An- und Verkauf von Staatsanleihen durch Banken nicht der Finanztransaktionssteuer unterworfen sein wird
    b.) Banken den Ankauf von Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegen müssen, im Gegensatz zur Vergabe von Krediten an alle anderen Kunden.

  5. Christian Peter

    @thomas holzer

    die Politik möchte dadurch einen (kleinen) Teil des Geldes in Staatsanleihen lenken. Der größte Teil landet jedoch in anderen, für Banken wesentlich lukrativeren Anlagen als Staatsanleihen. Außerdem profitieren Banken auch von Staatsanleihen erheblich, weil im Falle einer Staatspleite der Steuerzahler einspringt : Banken schöpfen den Profit ab, das Risiko trägt jedoch der Steuerzahler.

  6. Christian Peter

    @thomas holzer

    die Geldschwemme der EZB (und aller anderen Zentralbanken) mästet Banken und enteignet die Steuerzahler, weil letztere dadurch Sicherheiten bieten, die der Markt längst nicht mehr bietet.

  7. Paul H. Ertl

    “Außerdem profitieren Banken auch von Staatsanleihen erheblich”. Stimmt, Herr Peter, und deswegen schlägt Herr Holzer ja richtigerweise vor, daß Banken für von ihnen gehaltene Staatsanleihen genau wie für jeden anderen Kredit eine gewisse Eigenkapitalvorsorge treffen sollten. Das will aber die Politik nicht: Die völlig überschuldeten Staaten möchten gerne noch mehr Schulden zu niedrigen Zinssätzen machen. Da die EZB sie (eigentlich) nicht finanzieren darf, dürfen die Banken sich billigst Geld bei der EZB besorgen und es ohne jedes Eigenkapital in “sichere” Anleihen der Verschwender stecken. Die Differenz zwischen den Zinssätzen des EZB-Geldes und denen der Anleihen behalten die Banken. Die Eigenkapitalrendite, die diese Geschäfte abwerfen, kann man gar nicht berechnen: Dividieren Sie mal den Gewinn durch das Eigenkapital, das dafür aufgewendet wird …….. Die Zuhälter (Staaten) halten sich einen Schwarm Huren (Banken), der ihm für ein bestimmtes Honorar dabei hilft, das Zentralbankfinanzierungsverbot auf offener Bühne zu umgehen. Die Folgen – hofft man – sind erst nach der jeweils nächsten Wahl zu sehen; und dann kann man ja immer noch versuchen, die Schuld dafür ja den Huren zuschustern, das macht jeder erfolgreiche Lude so, besonders dann, wenn die nach sozialen Wohltaten süchtigen Freier genau das hören wollen.

  8. Andreas73

    @ Paul H. Ertl:
    endlich ein Vergleich den wirklich jeder versteht!

  9. Christian Peter

    @Paul H. Ertl

    Staatsverschuldungen sind nicht das eigentliche Problem, sondern die maroden Banken : Die Hauptprofiteure der EZB – Geldschwemme sind nicht Staaten, sondern die Finanzindustrie.

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