Der Abschied vom “Wohlstand für alle”

Von | 23. Juli 2021

(JOSEF STARGL) Ein in diesem Land weit verbreiteter marktwirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Analphabetismus sowie eine von den Institutionen der Bewußtseinsbildungsindustrie und von zahlreichen Politikern propagierte „soziale und ökologische Gerechtigkeit“ fördern das Nichterkennen der Folgen des monetären, des supranationalen und des staatlichen Interventionismus. Eine partialinteressenorientierte Zwangsumverteilungspolitik bewirkt Freiheits- und Wohlstandsverluste.

Die politische Durchsetzung von Partikularinteressen ist stets mit einer Günstlingswirtschaft und mit einer Einschränkung von Freiheitsrechten für den einzelnen Bürger verbunden.

Supranationale und nationale interventionistische Politik dienen Sonderinteressen. Eine geplante Geldentwertung, eine Ausschaltung des Marktzinses, eine Schulden-, Haftungs- und Transferunion und ein überschuldeter Versorgungsstaat fördern nicht den „Wohlstand für alle“, sondern ein „Leben auf Kosten von anderen und der Zukunft (anderer)“.

Die Interventionskaskaden-Politik mehrt die Macht der Europäischen Zentralbank, der Institutionen der Europäischen Union und des Staates. Die Politiker und die Günstlinge, die sich dieser Macht bedienen, verschleiern und verschweigen das Scheitern des Interventionismus und ihre Lernresistenz.
Die Etatisten rufen im Namen der Gerechtigkeit und der Solidarität nach noch mehr Zwangsumverteilungen, nach noch mehr Steuern und Abgaben, Förderungen und Schulden.
Eine Fehlleitung und eine Verschwendung von Ressourcen, Ineffizienz, Kapitalabbau, Kapitalaufzehrung sowie eine Förderung von Zombiestaaten und von Zombieunternehmen stören sie nicht.

Die Anmaßung von Wissen, der Konstruktivismus und die Planungseuphorie der Interventionisten erleben eine Blütezeit.
Eine partikularinteressenorientierte Politik löst nicht die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Bürger, sondern sie schafft Probleme.

Enteignungen, Eingriffe in Eigentumsrechte und Beschränkungen von Eigentumsrechten sowie Regulierungen und Verbote, die dem Bürger mitteilen, was er nicht tun darf, führen (im Namen kollektivistischer Ideologien) in einen Bevormundungs- und Fürsorgestaat mit Geldverschwendung sowie mit Verlusten von Freiheit und von Wohlstand.

Die zunehmende Aushöhlung (von wichtigen Prinzipien) der Marktwirtschaft in einem „real existierenden Interventionskaskadensystem“ fördert sowohl den marktwirtschaftlichen Analphabetismus als auch den Glauben, dass wir noch immer in einer rechtsstaatlichen und wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft leben.

Es gibt immer mehr Antikapitalisten, die die Marktwirtschaft für die durch den Interventionismus verursachten Probleme verantwortlich machen.

Die Ursachen und die Auswirkungen des Interventionismus werden von zahlreichen Bürgern nicht mehr erkannt. Der „Interventionskaskaden-Analphabetismus“ nimmt zu.

Die (Geld-)Politiker und die Profiteure einer Günstlingswirtschaft haben offensichtlich kein Interesse an einer geld- und wirtschaftspolitischen Aufklärung in den staatlichen Bildungsinstitutionen und in den Medien.

6 Gedanken zu „Der Abschied vom “Wohlstand für alle”

  1. Sokrates9

    War es nicht Ziel der EU Wohlstand für alle zu schaffen und Europa bis in das Jahr 2020 zum wohlhabenden und wissenschaftlich erfolgreichsten Kontinent zu gestalten?..Dann kamen die Frauen.. Von Merkel bis van der Leyen…

  2. Lemi

    Besonders kritisch zu betrachten ist in dieser Entwicklung die führende Rolle der EZB. Eigentlich sollte sie ein Mittel der Politik sein und nicht selbst welche machen. Tatsächlich glaube ich, dass die Gesellschaft durch die rasante Veränderung in den sozialen Medien und den Mainstream-Medien total überfordert ist und nicht mehr zwischen Fakten- und Gesinnungsjournalismus unterscheiden kann. Nur so ist es möglich, den Menschen für sie schädliche und für unsere Demokratie höchst gefährliche Entwicklungen als notwendig zu verkaufen.

  3. Selbstdenker

    Ich schätze Ihre Analysen und die der anderen Austrians sehr.

    Was ich allerdings hochproblematisch finde, ist der Fatalismus den Sie verbreiten.

    Viele Dinge treten nur dann ein, wenn man sich nicht wehrt und dem Alternativlosigkeitsnarrativ auf dem Leim geht. Das ist aber exakt das, was die Propaganda jener, die uns zum Feind erklärt haben, bewirken soll.

  4. Johannes

    Es läuft einfach im Moment sehr gut für die Propagandisten einer sehr links orientierten Gesellschaft.
    Auf Ö1 vergeht kein Tag an dem der Kapitalismus nicht für alles Leid dieser Welt verantwortlich gemacht wird. Gleichzeitig werden immer unverhohlener die segensreichen Möglichkeiten welche durch Kollektivierungen erzielt werden könnten gepriesen.

    Das Vehikel Klimawandel ist der Panzer der die private Wirtschaft niederzuwalzen imstande ist.
    Die ineinandergreifenden Aktivitäten, Klimaschutzmaßnahmen mit Einschränkungen der Wirtschaft voranzutreiben nehmen Fahrt auf,.
    Das Narrativ des Klimaschutzes wird mehr und mehr zur alternativlosen Vorgabe welche ohne Widerspruch von der Wirtschaft umgesetzt werden soll.
    Noch sieht die Wirtschaft eine Chance durch aktives Mitgehen dieser Geistesströmung wirtschaftlich zu reüssieren.

    Ich vermute hier wird es irgendwann ein böses Erwachen geben, wenn sich der Mainstream nicht mehr besänftigen läßt, werden sich viele wundern warum ihnen als Betrieb über Nacht das Licht abgedreht wird und der gute Staat ihre Aufgaben übernimmt.

    Hieß es früher” Eigentum ist Diebstahl” wird der neue linke Schlachtruf “Eigentum ist Klimazerstörung” sein.

  5. Selbstdenker

    @Johannes:
    Kollektivierung führt immer zur Tragödie der Almende; aktuell gut zu beobachten beim Euro.

    Eine Ideologie, die auf der Prämisse aufbaut, dass alles im Überfluss vorhanden wäre und man es nur zu verteilen brächte, scheitert zwangsläufig an den endlichen Ressourcen bzw. der Realität.

    Almende wurden und werden immer massiv übernutzt. Der Umweltschutz ist so ziemlich das Letzte, das mit den Sozialismus kompatibel ist.

  6. Johannes

    Selbstdenker: Mag sein das es nicht kompatibel ist, spielt aber im Moment keine Rolle, wenn man damit die freie Wirtschaft alias “Kapitalismus” vernichten kann.

    Was danach kommt muss ja noch nicht verraten werden.

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