Der Ammenstaat macht uns zu Skalven der Fürsorge

“…Politiker lieben Objekte der Fürsorge. An ihnen können sie ihre Unentbehrlichkeit beweisen. Doch ein Staat, der alle “an die Hand nimmt”, hat eine Schattenseite: Er nimmt unsere Freiheit. (Von Cora Stephan, “Welt“) Must read!

9 comments

  1. Wolf

    Empfehlung an Ortner: man kann mit “Strg C” bzw. “Strg V” einen Text (in diesem Fall den Titel) einfach kopieren und einfügen; dadurch vermeidet man so interessante aber doch letzlich lächerliche Worte wie “Skalven”.

  2. Der Unternehmer

    Ich muss Frau Stephan energisch widersprechen. Das Gewaltmonopol beim Staat ist für mich keine segensreiche Errungenschaft. Es geht auch in erster Linie nicht darum, uns vor privater Willkür zu schützen, sondern vor staatlicher.

    Der Staat ist der kardiale Gegner der Freiheit. Und der moderne Wohlfahrtsstaat ist auch kein Segen. Dieses Modell ist gescheitert, es lebt nur noch bis zum Ende des Fiat-Money Geldes . Dann kommt die Quittung..

  3. Reinhard

    Der Staat ist der Versuch einer Organisation der starken Gemeinschaft, die es braucht, um die Freiheit des Einzelnen zu schützen. In seiner ursprünglichen Idee soll der demokratische Staat praktisch von unten nach oben funktionieren – aber in einem System von untertänigen Nehmer- und Krämerseelen führt die bereitwillige Delegation jeder Form von persönlicher Verantwortung dazu, dass der Staat als Organisationsform von Schimmel und Fäulnis durchwuchert wird, bis er zu einem Gebilde pervertiert, das sich vor dem Einzelnen schützt und dafür dessen Freiheit beschneidet, also genau das Gegenteil dessen, was eigentlich sein Daseinszweck wäre.
    Das Verteilen von Almosen ist genau jene gutmenschliche Geste, aus der präpotente Selbstdarsteller und Selbstbediener das Recht ableiten, sich selbst die Taschen zu füllen – tun sie doch sooo viel Gutes für den undankbaren Rotzpöbel, dürfen für sie ja auch ein paar Krumen abfallen. Und das schaukelt sich auf, bis die Almosenempfänger in endgültiger Unfähigkeit zur Selbstorganisation ihres Daseins und damit totaler Abhängigkeit von den Brosamen der sich als Mächtige verstehenden (eigentlichen) Volksdiener verkommen.
    Es ist wie mit einem Lord, der sich aus lauter Dekadenz und Faulheit um nichts mehr scheren will und eines Tages feststellt, dass eigentlich sein Butler die Speis ausräumt und er nur die Reste serviert bekommt. Und inzwischen sind unsere kleinen Lords so weit, dass sie beim gnädigen Butler um Almosen betteln kommen weil sie gar nicht mehr begreifen, dass eigentlich sie die Herren sind und der vermeintlich mächtige Politiker nur ihr Diener ist. Sie haben es einfach vergessen und wollen es auch gar nicht wissen.
    Dieser Fisch stinkt vom Schwanz.

  4. DailyMirror

    Und der Neoliberalismus macht uns zu Sklaven bzw. Skalven der Märkte. So what?

  5. gms

    Reinhard :
    In seiner ursprünglichen Idee soll der demokratische Staat praktisch von unten nach oben funktionieren ..

    Ursprünglich(!) war der demokratisch organisierte Staat vielmehr ein Stadtstaat und daher kleinräumig. Zugleich war, neben sonstigen Mechanismens zur Exzessvermeidung, die Teilhabe am demokratischen Quorum mit Auflagen verbunden und somit begrenzt.

    Mit dieser ursprünglichen Ausgestaltung der Idee von Demokratie begegnete man erfolgreich dem systemimmanenten Widerspruch der heutigen Demokratie, wonach ein Mensch, der sich selbst beherrschen kann, keines Herrschers bedarf, in der Umkehrung der eines Herrschers Bedürfende selbst zum Führen nicht in der Lage ist.

    Tyrannen waren die ersten vom breiten Volk gewählten Herrscher. Was sie für ihren Machterhalt tun und lassen mußten und wohin das führte, unterscheidet sich wenig von der heutigen Tyrannei der Parteien. Daß heute ausgerechnet die machtgeilsten und auf anmaßende und illegitime Eingriffe in das Leben der Bürger abzielende Parteien zugleich am inbrünstigsten das Demokratismus-Lied singen, ist kein Zufall, sondern logische Konsequenz einer nachhaltig verbogenen und dabei pervertierten Idee. Hier wiederholt sich Geschichte, doch tut sie dies keineswegs als Farce.

  6. gms

    DailyMirror :
    Und der Neoliberalismus macht uns zu Sklaven bzw. Skalven der Märkte.

    Wer geistiges Nasenbohren für eine tiefschürfende Erfahrung hält, erkennt auch im Wetter einen widerwärtigen Sklavenhalter, von der unbarmherzigen Geißel physiologischer Zwänge ganz zu schweigen.

    “Am Ende sind wir alle tot.” — Warum also seinen Verstand verwenden, wenn man sich auch selbst die Kugel geben kann?

  7. Der Unternehmer

    @gms
    Absolut zutreffend Ihre Aussage. Leider.
    In der Massendemokratie ist der Tyrannenmord aus der Mode gekommen. Er würde auch nichts Positives mehr bewirken.

  8. Der Unternehmer

    @DailyMirror
    Wenn Sie auch nur einen Funken Sachverstand hätten, würden Sie erkennen, dass in den westlichen Demokratien die Märkte weitestgehend abgeschafft wurden.

    Wir leben heute von Marktwirtschaft oder Kapitalismus Lichtjahre entfernt.

  9. Passant

    @gms

    Sehr vornehm, und doch treffend und deutlich, bringen Sie das Dilemma der Demokratie auf den Punkt: Die Entwicklung, und zugleich Entfernung von der Idee, hin zur hohlen Phrase!

    Und weil weiterhin unablässig als Demokratie gepriesen wird, was längst Tyrannei geworden ist, ist das bittere Ende unabwendbar. Die jüngsten Volksbefragungen, die man uns als Mittel demokratischer Entscheidungsfindung darzustellen versucht, illustrieren dies und die Reaktionen hierauf noch mehr.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .