Der Antisemitimus amerikanischer Unis

Von | 13. April 2016

“……In der Regel sind es die Hochschullehrerinnen und –lehrer, die die „Boycott, Divestment and Sanctions“-Kampagne (BDS) gegen Israel tragen. So rufen Lehrkräfte in ihren Seminaren Studentinnen und Studenten dazu auf, die BDS-Aktionen zu unterstützen, berichtete Cary Nelson, der frühere Präsident der American Association of University Professors. Studenten erhielten Extra-Punkte, wenn sie sich anti-israelisch engagierten, Karrieren seien an entsprechende Aktivitäten gebunden, Kritik am BDS werde unterbunden. „Sie haben aus ihren Seminaren Propaganda-Maschinen gemacht“, so Nelson. Diesen Befund untermauert die in Santa Cruz lehrende Dozentin Tammi Rossman-Benjamin mit ihrer Untersuchung von 100 Hochschulen in den USA. Man habe in 65 dieser Hochschulen antisemitische Äußerungen, in 54 BDS-Aktivitäten und in 41 gezielte Belästigungen von jüdischen Studentinnen und Studenten festgestellt. Die Untersuchung habe klar erwiesen, dass da, wo BDS-Gruppen oder andere antizionistischen Gruppen aktiv seien, auch die Feindseligkeit gegenüber jüdischen Studentinnen und Studenten zugenommen habe. Man sieht also, dass die BDS-Kampagne nicht so sehr die Zionisten in Israel, sondern besonders die Juden in der Diaspora trifft. (weiter hier)

12 Gedanken zu „Der Antisemitimus amerikanischer Unis

  1. Selbstdenker

    Endlich finden die Vorgänge an den US-Unis größere Beachtung. Wir sollten darauf gefasst sein, dass über die bestehende Infrastruktur des US-Imperiums (insbesondere die Medien) ein toxisches Wertesystem, das sich in einer Victimhood Culture manifestiert, nach Europa schwappt.

    Im folgenden Video wird dieser stattfindende kulturelle Wandel sehr treffend analysiert:
    https://www.youtube.com/watch?v=10B9Fc8BmR0

    In diesem Kastensystem der Victimhood Culture stehen Palästinenser ganz oben, gefolgt von Moslems im Allgemeinen, Frauen, Homo- bzw. Transsexuellen und schlussendlich ganz unten weiße, heterosexuelle Männer. Die Ergebnisse von “akademischen” Auseinandersetzungen und anschließenden Kampagnen sind sehr vorhersehbar:
    Palästinenser gegen Israelis –> Palästinenser
    Ausländische Taharrush-Gamer gegen einheimische Frauen –> ausländische Taharrush-Gamer
    Linker Böhmermann gegen islamistischen Erdogan –> islamistischer Erdogan
    etc.

    Eine Schlüsselrolle haben hier die überwiegend weit linkslastigen Lehrkräfte an den US-Unis inne: sie lenken Ehrgeiz, Wissensdurst und Angst vor dem Scheitern (viele Familien verschulden sich massiv um ihren Sprösslingen eine – wie sie meinen – gute Ausbildung zu ermöglichen) zu ihren ideologischen Zwecken um. Sie kommen als gutgläubige Freshmen und gehen als zynische Social Justice Warriors.

    Wenn Laura Rudas, als Politik”wissenschaft”lerin (Diplomarbeit: “Soziale Selektion im österreichischen Schulsystem”), ehemalige SPÖ-Bundesgeschäftsführerin und SPÖ-Bildungssprecherin ein Jahr nach Stanford geht, wird im obigen Kontext ein Schuh daraus.

    Wetten, dass sie bald als Generalimporteurin von ideologischen Sondermüll aus den akademischen Versuchslaboren der USA auftritt?

  2. Falke

    Der ganze Artikel p.c. streng gegendert. Immer “Studenten und Studentinnen”, “Lehrer und Lehrerinnen” usw. Aber plötzlich: “Denn eines wolle der Antizionist ganz und gar nicht” – der Antizionist! Eine “Antizionistin” gibt es ja nicht, genausowenig wie Verbrecherin, Diebin, Mörderin usw. Damit führen die “GenderistInnen” sich selbst ad absurdum, offenbar ohne es zu merken – oder vielleicht steckt doch eine gewisse Absicht der Links-Grün-Feministinnen dahinter?

  3. Selbstdenker

    @Falke:
    Dann sehen Sie sich mal folgenden, abschreckenden Artikel an:
    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160409_OTS0008/atv-oesterreich-trend-van-der-bellens-vorsprung-schrumpft-regierungsparteien-mit-aussenseiterchancen

    “Die Quote der Unentschlossenen”, “BewerberInnenfeld”, “AnwärterInnen”, “WählerInnenschaft “, “das Amt des/der BundespräsidentIn”, “Ist es wichtig, dass diesmal kein Kandidat von SPÖ und ÖVP Bundespräsident wird?”

    Kaum etwas passiert aus Zufall und Schlamperei:
    Die EU versucht sich mit Europa gleichzusetzen.
    In der Anglosphäre versucht man gerade “feminism” mit “equality” gleichzusetzen, was eine völlige Lüge ist.
    Die versuchte Gleichsetzung von “Islamophobie” und “Rassismus” durch int. Organisationen
    etc.

  4. Nattl

    Der Treppenwitz der Geschichte ist, dass diverse jüdische Vorfeldorganisationen in der Vergangenheit genau diese linken Institutionen geschickt benutzt haben, wenn es um die eigenen Interessen ging. Dass sie jetzt selbst unter die Räder von eben demselben Werkl kommen, ist zwar traurig, kann aber einer gewissen Ironie nicht entbehren.

  5. Selbstdenker

    @Nattl:
    Welche Vorfeldorganisationen meinen Sie konkret?

  6. gms

    Laut Mena-Watch: ‘Putinismus und Verschwörungstheorie [..] Während es in 2010 noch hauptsächlich Nazis gewesen seien, die den Antisemitismus verbreiteten, habe sich bis 2015 der Anteil der nicht an Nazis gebundenen Verschwörungstheoretiker stark erhöht. Tarant führte dies auf den russisch-ukrainischen Krieg und den damit verbundenen Bedarf zurück, „Strippenzieher“ dieser ungewohnten Konfrontation zu „entlarven“.’

    Laut George Friedman, Stratfor: ‘Overthrow of Yanukovych Was ‘The Most Blatant Coup in History’.

    Zählt man eins und eins etwas freihändig zusammen, ist Friedman also ein antisemitischer Verschwörungstheoretiker. Vergleichbares könnte man auch Daniele Ganser nachsagen, der in einem unaufgeregten und humorvollen Vortrag [1] die Terroranschläge vom 11. September und dessen Folgen beleuchtet.

    [1] youtube.com/watch?v=VhqHf2FzhO4 (Die ersten drei Minuten, die Intro, kann man skippen.)

  7. Christian Weiss

    Glaubt eigentlich noch irgendeiner, der bei klarem Verstand ist, das dumme Geschwafel vom “Ich bin kein Antisemit, ich bin nur Israelkritiker”?
    Die BDS ist eine eindeutig antisemitische Hasstruppe, die leider mit ihren “Kauft nicht bei Juden”-Kampagnen tatsächlich an Einfluss gewonnen hat.

  8. gms

    Selbstdenker,

    “Welche Vorfeldorganisationen meinen Sie konkret?”

    Ich kann und will nicht für die Vorposterin antworten, – vielleicht ist Nachfolgendes erhellend: Seit jeher haben sich jüdische Organisationen in den USA erfolgreich und positiv für Bürgerrechte eingesetzt und dabei zugleich jenes propagiert, was als ‘Multikulturalismus’ in die Sprache einging.
    Dies geschah basierend auf der Annahme, in einer ethnisch homogenen Gesellschaft würden Juden vermehrt herausstechen und deshalb eher angefeindet werden, als in einem völkischen Schmelztiegel. Das für manche Leute befremdlich anmutetende rezente Verteidigen von Moslems nach Terroranschlägen folgte identem Muster, nachdem man das Herausbrechen einer Gruppe aus der Gesamtgesellschaft verhindern wollte. Gibt es erstmal eine Sündenbock, so wäre der Schritt zum nächsten ein kleiner.

    Überlagert wird obiger humanistische und ins mögliche Dilemma führende Aspekt, wonach man den potentiellen Feind im eigenen Haus stärkt, von verdammt befremdlichen Ambitionen, wie etwa von Barbara Lerner Spectre [1] mit ihrem Paideia-Institut in Schweden. Sie gibt unumwunden zu, Multikulturalismus sei der einzige Weg für Juden zur Erlangung einer Vormachtstellung.

    Anerkennt man Juden als im positiven Sinne smart [3], überrascht auch nicht, wonach sie in vielerlei relevanten Einrichten entscheidende Positionen einnehmen. Wer Juden als globale Strippenzieher bezeichnen will, wird hierfür jede Menge Material finden, zugleich aber muß er dabei ignorieren, daß sie auch in oppositionellen Lagern relevant vertreten sind.
    Exemplarisch hierfür etwa sind nationalsozialistischen Umtriebe in der Ukraine, die von Juden in Israel und jenen in der Diaspora völlig unterschiedlich beurteilt werden. Dieselbe Antagonie müßten Antisemiten konzedieren, wenn ausgerechnet ‘USRael’ (alternativ und ebenso despektierlich: ‘die Ostküste’) über die US-Administration Druck auf Israel betreffend dessen Siedlungspolitik ausübt.

    Spannt man den Bogen noch größer, waren jene ihre Dynastien begründendenden Fords und Rockefellers erkennbar nicht semitophil, selbst wenn sie mit den Rothschilds gemeinsam ihre wirtschaftlichen Interessen wahrnahmen und heute über deren Industrien, Bankhäuser und Stiftungen die Geopolitik entscheidend mitgestalten. Daß Henry Paulson in Abstimmung mit Goldman Sachs ausgerechnet Lehman Brothers über den Jordan schickte, paßt ebenfalls schwer ins Bild einer jüdischen Verschwörung, so man dabei nicht ein gar eigenartiges Muster unterstellt.

    [1] de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Lerner_Spectre
    [2] youtube.com/watch?v=MFE0qAiofMQ
    Barbara Lerner Spectre calls for destruction of Christian European ethnic societies
    [3] propertyandfreedom.org/2014/02/richard-lynn-why-are-the-jews-so-smart-pfs-2013/

  9. Falke

    @Selbstdenker
    Für einen normalen Menschen unlesbar. Da aber der Artikel so sorgsam durchgehend gegendert ist, muss man sich fragen, wieso am Anfang des 2. Absatzes steht: “… wobei die WÄHLER von Hundstorfer, Hofer und Kohl in ihrer Entscheidung gefestigter sind, als jene von Van der Bellen und Griss”. Da müssen aus irgendeinem nicht einsehbaren (aber zweifellos wohl bedachten!) Grund die “Wählerinnen” ausgelassen worden sein. Sollten etwa nur Männer in ihrer Entscheidung gefestigt sein? Oder aber werden diese fünf Kandidaten nur von Männern gewählt während alle Frauen den Lugner wählen? Man weiß es nicht, so wie auch vieles andere, was die “Genderer” so hinschmieren. Oder ist das vielleicht nur ein Beweis mehr, welchen Hohlraum letztere anstatt eines Hirns haben?

  10. aneagle

    Wer erkennt, dass der Karrierezug der Welterwärmung auskühlt und ihm keinen gemütlichen, gut dotierten Lehrstuhl mehr bieten wird, der sattelt mal schnell auf Genderismus um. Aber auch da wird es, (Ausnahme: Deutschland) angesichts des verzapften Unsinns schon langsam knapp. Also wendet sich die ehrgeizige Karrierehorde, über deren Forscherqualitäten und Charakter man keinen zweiten Gedanken verschwenden muss, einem neuen “Forschungshotspot” zu – der BDS- Bewegung.
    Das Schicksal von Klima- und Gender “Forschung” ist ihnen sicher, hoffentlich noch schneller als das der beiden vorgenannten “Wissenschaften”

  11. Selbstdenker

    @gms:
    Ich wühle mich durch die Links, die Sie – auch in älteren Kommentaren – gepostet haben. Bitte werten Sie es nicht als Desinteresse, wenn ich nicht sofort antworte. Aber selbst ein “Blitzscan” benötigt einige Zeit (Tragedy and Hope ist über 1.300 Seiten lang).

  12. gms

    Selbstdenker,

    > Bitte werten Sie es nicht als Desinteresse

    Danke für den Hinweis. Nachdem Sie selbst oftmals auf erhellende Videos verweisen, siehe [1] und dort insbesondere den Film über ‘The Insiders’ und was es dabei mit Kommunismus aufsich hat.
    Nicht minder ernüchternd sind die Analogien zwischen Gestern und Heute, aufgezeigt in ‘American Tyranny – Step by Step’

    [1] jbs.org/issues-pages/conspiracy

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