Der Bankrott des Schengenpaktes

“…….Stattdessen will Österreichs Verteidigungsminister jetzt Truppen zur Sicherung der mazedonischen Südgrenze ausleihen. Ein Land der EU hilft einem Staat außerhalb der EU, sich gegen ein anderes EU-Land zu sichern. Deutlicher lässt sich der Bankrott des Schengenpaktes nicht illustrieren…..” (hier)

11 comments

  1. Fragolin

    Was bei aller EU-Greinerei immer gekonnt ausgeblendet wird: Wenn die einfallenden Menschenmassen den Schengenraum Griechenland durchquert haben, verlassen sie ihn wieder, denn weder Albanien noch Mazedonien noch Bulgarien haben etwas mit Schengen zu tun, Albanien und Mazedonien nicht einmal etwas mit der EU.
    Der einzige Mensch, der das erkannt und die einzig logischen Schlüsse daraus gezogen hat war Orban, der die EU- und Schengen-Außengrenze aktiv sichert und seine Soldaten aggressive und teils recht brutale Angriffe gegen die Schengengrenze abwehren lässt.
    Österreich geht sogar äußerst bedacht vor, wenn es alle Länder des Balkan in die Abriegelung des Balkan-Triathlon-Parcours einbindet anstatt sich einfach mit Ungarn und Slowenien auf ein Packel zu hauen und die Schengengrenze südwärts einzubetonieren und allem südlich davon den Stinkefinger zu zeigen.
    Das Poltern und Toben der hellenischen Ultralinken und Ultrarechten, die mehrmals die Chance zur gemeinsamen Lösung als Einmischung brüsk abgelehnt haben, kann uns egal sein. Was will der kleine pelopponesische Klabautermann denn drohen? Dass er endlich seinen Verpflichtungen nachkommt? Oder will er uns unser verhasstes geld zurückzahlen? Es ist, man muss es so sagen, inzwischen irrelevant, was Athen will. Die haben sich selbst aus dem Rennen gekickt.
    Ich hätte nie geglaubt, einmal zu der Einschätzung zu kommen, dass die österreichische Regierung, auch wenn ich ihre Schritte noch immer für viel zu weichgespült und zahnlos halte, zumindest zaghaft einen Weg von so etwas wie Vernunft einschlägt. Man könnte vermuten, der Taxler hätte nicht mehr viel zu melden und selbst das Grummeln aus dem Klo der Hofburg nimmt keiner mehr für voll….

  2. Reini

    … “keine Rechte mehr für Anrainer über Massenquartiere in Wien!!” … das sind aber schöne Nachrichten, Wien hat sich im Okt. 2015 “richtig” entschieden! 😉 …

  3. Falke

    So ganz scheint der Autor des Artikels die österreichischen Verhältnisse, und vor allem die Einstellung der Bürger nicht zu kennen. Die Aussage: “Völlig zu Recht sind die Österreicher stolz darauf, dass bei ihnen nicht die Ideologie, sondern der pragmatische “Hausverstand” regiert” ist ja wohl mehr als gewagt.

  4. Thomas Holzer

    @Reini
    Und im heutigen Mittagsjournal wurde berichtet, daß die Wiener Bauordnung für den Bau von Flüchtlingsunterkünften “entbürokratisiert” wird; damit das tumbe autochthone Volk diese Änderung nicht in die “falsche” Kehle bekommt, wird um Begriffe wie Not, Katastrophe erweitert.

    Ein Schelm, wer Böses denkt

  5. gms

    Der Bankrott des Packtes ist sinnbildhaft für den Bankrott des ganzen Systems. Lächerlich ist die Vorstellung, 17, 21 oder 28 Länder könnten in Fragen der Währung, der Reisefreiheit oder allgemeine Spielregeln aufstellen, die sich abseits von Schönwetterperioden bewähren.

    Vollends überdreht wird dies durch die jetzt den Briten zur Vermeidung eines Austritts offerierte ‘Notbremse’ bei Sozialleistungen. Wenn nämlich die Not evident ist, ist zugleich das Falsche und Unerwünschte bereits real geworden. Wollte man dem vernünftig begegnen, bedürfte es eines Regelwerks, das bereits negativen Trends wirksam Einhalt gebietet.

    Was beim Kometeneinschlag zu tun ist, darauf mag man sich als Staatengemeinschaft im Voraus vielleicht einigen, solches jedoch, was eine spezifische Fehlentwicklung ist und wie einer solchen am Ort des Geschehens zweckdienlich zu begegenen ist, läßt sich niemals in einem One-size-fits-all-Kodex für ein Territorium mit fünfhundert Millionen Einwohnern verdrahten.

    Souveränität umfaßt nicht nur die Möglichkeit zum eigenständigen Handeln, sondern auch die alleinige und uneingeschränkte Berurteilung dessen, was ein Mißstand ist. Die Macht hat derjenige, der über den Ausnahmezustand entscheidet, bloß im aktuellen Korsett der tausendseitigen EU-Verträge und -verordnungen mit Exekutoren in Brüssel und Luxemburg haben wir keine Souveränität und Macht schon garnicht.

    ‘Geteilte Souveränitat’ — eines von vielen Oxymora in der Sprüchesammlung der Menschenverblöder zwecks Übersiedelung der Untertanen in die Knechtschaft. Nur hätten wir es nicht ausgeschlafenen Kräften zu tun, würden uns diese nicht als Heilmittel gegen das von ihnen verursachte Unheil heute versuchsweise die ‘abgegebene Souveränität’ aufs Aug drücken wollen unter der Flagge einer Kern-EU, mit dem Beisatz, wir sollten ‘Mut zu mehr Europa haben’.

    Mut zur potentiellen Selbstkastration läßt sich billig aufbringen, manifestiert im Eingehen von Verträgen, die man gezielt bricht, sobald es ernst wird. In einer solchen Gemeinschaft der Mutigen ist es bei günstiger Großwetterlage recht kuschelig, eine solche hatten wir schon, wie Regenzeiten verdeutlichten und eine solche könnten wir unverändert oder mit anderen Geschmackrichtungen weiterhin haben.

    ‘Geteilte Souveränität klappt nicht.’ Tell news! ‘Abgegebene Souveränität wird helfen, versprochen, großes Pfadfinderehrenwort, aber bitte, bitte habt nicht den Mut, euch eures eigenen Verstandes zu bedienen. Danke, euer oberster Verblöder.’

  6. Herr Karl jun.

    Das Schengen-Konzept wird wohl einmal als Fall einer “imperialen Überdehnung” gelten. Schon die Italiener taten sich sehr schwer den Schengen-Verpflichtungen wirklich nachzukommen. Doch erst Griechenland machte das schlampige und rasche “Durchwinken in den Norden” mit nonchalanter Absicht zur Regel, teils aus faktischem Unvermögen und struktureller Vernachlässigung des Grenzmanagements, teils aber auch aus purem erpresserischem geopolitisches Kalkül. Nur in Mitteleuropa ist es nicht aufgefallen, dass im Frühjahr und Sommer 2015 zumindest drei griechische Minister (Nikos Kotzias/Äusseres, Panos Kammenos/Verteidigung und Panagiotis Kouroumblis/Gesundheit, jetzt Inneres) in der griechischen Presse nicht müde wurden, regelmässig zu erwähnen, dass Griechenland als erstes Schengenland mit dem Flüchtlingsstrom über ein beträchtliches Drohpotential für ganz Europa verfüge und dies auch wirksam werden würde, sollte das bornierte Europa nicht auf die SYRIZA-Verhandlungslinie einschwenken. Mit dieser Sichtweise lehnte sich die Regierung bequem zurück, pflog einepseudo- humanitäre Rhetorik und ließ den Dingen (Flüchtlingsstrom) ihren Lauf. Und nun die Regierung Tsipras übernervös, da sich die vermeintliche Waffe “Flüchtlingsstrom” – Kotzias drohte mit “10 Millionen Immigranten und Tausenden von Dschihadisten” – als gefährlicher Rohrkrepierer zu entpuppen droht.

  7. Mourawetz

    Österreich begründet mit den Balkanstaaten das Balkanbündnis, später kommen Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen dazu. Deutschland sucht um Aufnahme an, wird aber abgelehnt, weil es ein zu großes Ungleichgewicht innerhalb des Ostmittebündnisses bilden würde. Um nicht isoliert zu bleiben, bildet Deutschland eine Union mit der Türkei und wird islamisch.

  8. Rennziege

    Zum ersten Mal seit gefühlten Jahrzehnten findet Österreich lobende Erwähnung in den Vereinigten Staaten:
    Angela Merkel, Time’s Person of the Year in 2015, is at risk of being dumped in 2016 if she does not halt the next wave of Middle Eastern refugees who will be arriving on Europe’s shores when the seas calm in the spring in the Aegean and the Mediterranean.
    If we believe the immigration issue Trump has seized upon is explosive here, look to Europe. In the Balkans and Central Europe, even in Austria, the barriers are going up and the border guards appearing.
    Mass migration from the Third World to the First World is not only radicalizing America. It could destroy the European Union. Anger over any more migrants entering the country is among the reasons British patriots now want out of the EU.

    http://buchanan.org/blog/the-donalds-odds-against-hillary-124874

    Der gute alte Patrick J. Buchanan, langjähriger Berater Nixons und Reagans, befasst sich in diesem Artikel vom 25.02. primär mit den Wahlchancen Trumps vs. Clinton oder Sanders — noch nicht wissend, dass heute Chris Christie ins Trump-Lager gewechselt ist, was “The Donald” noch besser dastehen lässt als eh schon.
    Lesenswert, auch weil Pat J. erklärt, wie amerikanische Wähler emotíonal und demographisch gestrickt sind. Wovon kein europäischer Journalist einen blassen Schimmer hat. Die beschränken sich auf tumbe Trump-Verteufelung, obwohl sie nach jeder Vorwahl vor Scham erröten müssten, wie deutlich all ihr Wunschdenken (das sie für Information halten) von einer gesundenden Realität widerlegt wird.

  9. Johannes

    Es soll bitte keine Euphorie aufkommen, Herr Minister Kurz hat hervorragende Arbeit geleistet, alle Balkanstaaten besucht und so wie es ausschaut mehr für die Völkerverständigung getan als die nun vollkommen baffen Brüsselianer. Wenn man bedenkt wie allein gelassen die Balkanstaaten noch im Herbst mit gegenseitigen Schuldzuweisungen in eine gefährliche Hassspirale zu gleiten drohten so ist das konzertierte Vorgehen mit Österreich ein wichtiger Schritt zur Deeskalation. Griechenland soll auch nicht allein gelassen werden aber diese stolzen(warum eigentlich bzw auf was?) Menschen machen es einem verdammt schwer zu helfen . Diese Leute müssen eines lernen sie haben nichts zu fordern sondern sollen gefälligst einmal ehrliche kooperieren. Es wird alles darauf ankommen das wir die Migrationsflut heuer beenden können, erst dann kann wieder über eine Vernünftige ,im Rahmen des Möglichen stattfindende Asylpolitk überhaupt erst diskutiert werden!!

  10. gms

    Fragolin,

    “Was bei aller EU-Greinerei immer gekonnt ausgeblendet wird: Wenn die einfallenden Menschenmassen den Schengenraum Griechenland durchquert haben, verlassen sie ihn wieder, denn weder Albanien noch Mazedonien noch Bulgarien haben etwas mit Schengen zu tun, Albanien und Mazedonien nicht einmal etwas mit der EU”

    Ich behaupte, dieses absurde Griechenland-Schengen-Narrativ wurde gezielt konstruiert und instrumentalisiert. Allein Dummheit oder Unkenntnis der Geographie kann nicht ausreichend sein, und als hätte es noch eines handfesten Indizes für’s Züchten dieses falschens Mems bedurft, kam ausgerechnet am 24.02. aus dem Epizentrum der Strippenzieher, dem CFR, folgende ‘Analyse’ [1] mit Verweis auf ein Propagandablatt.

    “It is the realisation of a worst-case scenario becoming reality for EU authorities, in which Greece would be in effect cut off from the Schengen area and left to cope with hundreds of thousands of stranded refugees, while still being itself in the middle of an economic and social crisis,” writes Eric Maurice for EU Observer.”

    Die Propagandisten spielen einander die Bälle zu und hinaus in die Welt [1], indem sie Artikel mit entsprechenden Botschaften verfassen und hernach kreuzweise aufeinander verweisen. Dabei ist dann, im Anlaßfall, die unterlassene Weiterreichung von Afghanen selbstmurmelnd eine dramatische Eskalation und das Ganze sowieso ein Debakel, bedingt durch ‘the fact that everyone in Europe only wants something for themselves prevents those who are truly in need from receiving proper help’.

    [1] cfr.org/about/newsletters/archive/newsletter/n3579
    [2] twitter.com/CFR_org

  11. gms

    Nachtrag: Der ‘EU Observer’ unter dem Labels eines ‘Beobachters’, was irgendwie seriös klingt und offensichtlich nichteuropäischen Medien als Quelle dient, behandelt so ziemlich alle Themen in erwartbarer Manier.

    Headlines exemplarisch: Why Europe should fight Nord Stream II; Poles must defend hard-won democracy; Cyprus asks to make Turkish an EU language; Time for EU to face responsibilities on Syria

    Und als Draufgabe von wegen Schengen: Would the euro really be in danger without Schengen? — Die zitierte Aussage Junckers dabei: There is an intimate link between Schengen and the euro. What is the point of having a single currency for the continent if you can’t travel freely across the continent?

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