Der Blogbetreiber hier, ein Satanist!

Von | 13. Dezember 2020

(CHRISTIAN ORTNER) Unter dem Titel „Den Vater der iranischen A-Bombe zu töten war richtig und legitim“ habe ich am Freitag in der „Presse“ argumentiert: Dass die Europäische Union den Anschlag auf den wichtigsten Mann des Atomprogramms der Mullahs „kriminell“ nennt, ist realpolitischer Unsinn. Das sehen viele meiner Leser anders, wenn auch mit Teils nicht rasend überzeugenden Argumenten. Hier eine kleine Auswahl.

„Christian Ortner findest es richtig und legitim, „jemanden wie Mohsen Fakhrizadeh (den sogenannten Vater des iranischen Atomprogrammes) ins Jenseits zu befördern“. „Die Presse“ belegt mit der Veröffentlichung einer solchen Haltung, dass sie an der Verrohung der Sitten und einer Verrohung des Journalismus teilnimmt. …. Christian Ortners Texte in der „Presse“ stehen hingegen für Häme und Menschenverachtung. Hat das die „Presse“ notwendig? (Heidi K., 1030 Wien)

Wer gibt Ihnen das Recht, die Aussage Josep Borells, daß die Ermordung
von Mosen Fakhrizadeh eine kriminelle Tat ist, und dem Grundsatz der
Achtung der Menschenrechte widerspricht, für den die EU steht, mit Fug
und Recht anzuzweifeln? Wer sind Sie, der sich das Recht nimmt,
herausnimmt, Borells Aussage anzuzweifeln? Von wegen Israel auslöschen,
würde Israel nicht genau so gerne den Iran auslöschen, und zwar nicht
nur um der Verteidigung willen? Vier iranische Atomwissenschafter, und jetzt der fünfte wurden bereits
ins Jenseits befördert, wie Sie sich auszudrücken belieben. Was wäre
wohl, wenn fünf Israelis, von Netanjahu abwärts, ermordet würden?
Würden Sie in diesem Fall die Aussage von Borell auch mit Fug und Recht
bezweifeln, Herr Ortner? Sie sind halt auch nur ein
Mainstreamschwimmer, nicht wahr?“ (Franz V., St.Veit/Gölsen)

In einem Land,das Stolz auf sein jüdisch/christliches Erbe,und in einer Zeitung,die sich selbst als qualitätsvoll bezeichnet,sollte,bei aller Meinungsfreiheit,ein Journalist,die Ermordung eines Menschen,nicht befürworten.!!!DU SOLLST NICHT TÖTEN !!!sagt die Bibel Herr Ortner.Ohne Einschränckung!“ (Michel V.,1030 Wien)

Mt Entsetzen und einer gewissen Fassungslosigkeit habe ich Herrn Ortners
Aufruf zur Selbstjustiz und Mord in „meiner“ Presse lesen müssen.
Ich weiss, dass im „Quergeschrieben“ auchkontroversielle Meinungen zur
Geltung kommen sollen – aber dieser Artikel geht eindeutig zu weit !
Mord darf nie ein legitimes Mittel sein – und wer das verherrlicht stellt sich
ganz entschieden gegen die Werte des Humanismus, dem wir uns doch
sonst so verpflichtet fühlen.
So viel Zensur steht einem verantwortungsbewussten Chefredakteur wohl
noch zu, dass er solche Hetz-Artikel von seiner Zeitung fernhält.“ (Hans O., Wien)

Und, zum Abschluß mein Favorit:

„In diesem Kommentar manifestiert sich das Weltbild eines manichäischen electi und unverbesserlichen Machiavellisten. Diese Form des Satanismus geistert offenbar noch immer in den Köpfen herum“ (Wolfgang F., Wien)

 

 

15 Gedanken zu „Der Blogbetreiber hier, ein Satanist!

  1. dna1

    Sehr geehrter Hr. Ortner,
    So brillant manche ihrer Artikel manchmal sind, müssen auch sie damit leben, dass sie hin und wieder mit einem ebensolchen ziemlich ins Klo greifen.
    Die Todesstrafe darf bei uns nicht einmal ein Richter verhängen, und schon gar nicht irgendein Geheimdienst, sollten sie eigentlich wissen.

  2. Leo Dorner

    Ortners Artikel ist kein Hetzbeitrag, er ist das Gegenteil: ein Realitätsbeitrag. Grund: Israel befindet sich mit dem Iran nicht in einem „Friedenszustand“, auf den die innerhalb der EU geltenden „Menschenrechte“ zutreffen. Aber „Kriegszustand“ ist für die friedensverwöhnten Europäer ein Fremdwort geworden.

    Wie sich aber die „Menschenrechte“ dehnen und krümmen lassen, ist an den naiven Äußerungen Herrn Borrells und den hiesigen Postings der österreichischen Gutmenschen zu sehen: Warum sollte der Iran nicht Israel angreifen dürfen, es gibt doch ein (menschenrechtliches) Recht auf die große Bombe. Ach, Europa…
    LD

  3. kujo

    Es würde mich ja interessieren, ob manche Leserbriefschreiber auch so hyperventilierten, hätte man Hitler erfolgreich beseitigen können, oder Stalin oder Pol Pot, um nur einige zu nennen ? Wenn nein, zeigte das eine erschreckende Doppelmoral und die Zugehörigkeit zur Gutmenschinnensekte.

  4. Rado

    Das ist wieder das abstruse Verständnis von „Menschenrechten“ oder was immer manche Menschen hierzulande dafür halten.
    Frage mich, was eigentlich aus den wilden Racheschwüren des Irans nach der Ausschaltung Solimanis geworden ist. Bisher nämlich nichts, wenn man vom Abschuss eines eigenen Passagierjets mal absieht. Vermute, dass der Iran insgeheim nicht besonders traurig über den Verlust war.

  5. sokrates9

    Beziehe mich hier nicht auf Menschenrechte aber die Frage wo die Grenze ist um einen Menschen zu liquidieren ist nicht so einfach zu beantworten. Halte die Gefahr die Merkel für Europa darstellt für gefährlicher als der Wissenschaftler mit seiner Mickeymouseatombome jemals anstellen könnte.

  6. Cora

    Lieber leistet man dem Terrorismus Vorschub, der sich in der Zukunft einstellt, wenn die Bombe erst mal da ist, als heute auf die Atombombenbastler zu reagieren.

    So denken alle faulen Leute, denen ein geruhsames Jetzt wichtiger ist als eine sichere Zukunft. Dafür sind sie auch bereit, andere, die ihnen die Augen öffnen könnten, zu diffamieren und schrecken nicht vor alleruntergriffigsten Worten zurück. Irgendwann heißt es dann, nun ist es zu spät. Oder wie Merkel sagte, nu sind schon mal da…. Wieder einmal haben sie erfolgreich die Hände in den Schoß gelegt.

  7. Falke

    Man kann diese Aktion als Vorbeugung auf die Präsidentschaft von Biden sehen. Letzterer hat ja schon angekündigt, dass er den von Trump wegen Wirkungslosigkeit ausgesetzten „Anti-Atom-Vertrag“ mit dem Iran wieder einhalten will. Nun, da bleibt Israel (falls tatsächlich Israel dahintersteckt) nichts anderes übrig, als den Iran mit anderen Mitteln daran zu hindern, eine A-Bombe zu entwickeln (mit deren Hilfe der Iran ja ganz offiziell Israel vernichten will).

  8. Leo Dorner

    Erstens ist es noch nicht Realität, daß Biden den schändlichen Obama Atomvertrag wiederherstellen kann. Dazu müssen noch einige andere Appeaser (und daher Feinde Israels) zusammenwirken.
    Zweitens ist Israel schon seit einigen Jahren bemüht, mit kreativen Mitteln die Iranische A-Bombe zu verhindern.
    Ergo muß zwischen beiden Faktoren keine zwingende Kausalität bestehen.
    Allerdings hat Israel den schändlichen Obama-Rückzug von 2011 und andere Fehlentscheidungen nicht vergessen, wie vermutlich das träumende und ahnungslose Europa weithin. Folglich stößt ein Obama 2.0 auf geringe Sympathie und Erwartungen.
    LD

  9. Leo Dorner

    Zu Cora
    Meines Wissens stammt der Kismetspruch (Nun sind sie einmal da…)nicht von Merkel, sondern vom Oberdenker der Alpenprawda (SZ): Prantl: „Ehre, wem Ehre gebührt.“
    Über diesen Rudeljournalisten sollen aber andere den Stab brechen.
    LD

  10. Johannes

    Ein ehemaliger Chef des Mossad hat dazu seine Meinung geäußert.
    Er meinte diese Aktion wäre viel zu spektakulär abgewickelt worden. Es wäre wie eine Show für Bestimmte Politiker inszieniert worden.
    Der Mossad hat über Jahrzehnte niemals in dieser „James Bond “ Manier gearbeitet.
    Allein das jetzt in den sozialen Gesellschaften heftig darüber diskutiert wird ist Gift für den israelischen Geheimdienst.

    Es war bis jetzt immer das Markenzeichen des Mossad das man ihn nicht greifen konnte, man hat immer so gearbeitet das keine eindeutige Beteiligung gefunden werden konnte.

    Wenn nun offen und klar erkennbar zugeordnet werden kann ist die Spirale der Gewalt bald außer Kontrolle.
    Durch solche offensichtliche Aktionen wird zwar das umittelbare Ziel erreicht aber um den Preis sich zukünftige Spielräume zu verbauen.

    Der Iran möchte die Atombombe und er baut weiter daran das ist klar. Wer diese Gefahr nicht sieht kann nicht ernsthaft glaubwürdig vermitteln das er für den Frieden sei. Der kann auch nicht garantieren das nicht viele hundert Millionen Menschen dafür einst mit dem Leben bezahlen werden.
    Das sollte man sich bei aller Kritik an diesen Geheimdienst Aktionen bewußt sein.

  11. Rado

    Einige Dinge darf man bei den beiden Angriffen mM. durchaus hinterfragen.
    Nach zehn Jahren oder noch länger tritt der Iran bei seiner Atombombe auf der Stelle wie es scheint.
    Vor Jahrzehnten gab es noch mehrere Attentate auf Atombombenwissenschaftler, die den Israelis zugeschrieben wurden. seither nicht mehr. Vielleicht war es Zeit für das Regime, den Projektleiter auszutauschen? Und da gleich am besten mit einem verwertbaren Propagandanutzen?
    Ist natürlich alles meiner Phantasie entsprungen.

  12. Leo Dorner

    Da wir Fernbeobachter auf Vermutungen angewiesen bleiben, fragt es sich dringlich, welchen Sinn unser „Hinterfragen“ haben könnte? Ich hinterfrage nun schon seit vielen Jahren das politische und kulturelle Geschehen, (Leo Dorner Homepage, vor allem Noetikon 2018, 2015 und davor) doch immer mit dem Vorbehalt: schon über den Montag nächster Woche weiß ich nicht mehr als jeder weltpolitisch Unwissende. Grund: die „Entscheider“ der Großen Politik befragen uns nicht.
    Ein Tipp: in Sachen Nahostlage ist es „allemal spannend“, entgegengesetzte Medien (Israel: Jerusalem Post u.a – Islamische Seite: press tv (Iranische Staatspropaganda), al Jazeera usf. zu befragen und miteinander zu vergleichen. Dann wird unsere „Phantasie“ in klügere Bahnen gelenkt. Mehr „geht nicht.“
    LD

  13. sokrates9

    Johannes:@…..Der Iran möchte die Atombombe und er baut weiter daran das ist klar. Wer diese Gefahr nicht sieht kann nicht ernsthaft glaubwürdig vermitteln das er für den Frieden sei. Der kann auch nicht garantieren das nicht viele hundert Millionen Menschen dafür einst mit dem Leben bezahlen werden…

    gilt das nicht auch für „Die Guten ATomBomben“ des Westens? – die bisher einzigartig – auch eingesetzt wurden??

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