“Der deutsche Steuerzahler haftet für 273 nicht gebaute A380-Riesen”

Die “Welt” berichtet, wie staatliche Industriepolitik ziemlich ins Auge gehen kann: “Airbus erhielt Staatsdarlehen für die Entwicklung des A380. Ein Finanzbericht zeigt nun, dass es noch 290 Exemplare bräuchte, um die Kredite zurückzuführen. Tatsächlich gebaut werden jedoch nur noch 17 Riesenflieger.” mehr hier

4 comments

  1. Cora

    Socialism works. Sozialismus, die große Geldvernichtungsmaschine, war wieder mal am Werk. Aus reiner Großmannssucht wollten die Europäer die Amerikaner übertreffen, noch größer sollte der Flieger sein als der Jumbo. Zuerst die Concorde, nun die A-380, lauter sozialistische Missgeburten. Die Boeing 747 der US-Kapitalisten fliegt dafür wie eh und je. Ein Ende ist zwar absehbar, aber nach 50 Jahren Flugbetrieb darf man schon mal am Ende eines Produktionszyklus stehen.
    Sozialismus kann zwar den Untertanen in Form von Steuern Geld abpressen, er kann aber nicht erzwingen, dass ihnen irgendjemand diese Luftschlösser abkauft. Schade nur, dass unter der staatlich verordneten Gigantomanie auch die Privatindustrie leidet, auch in Österreich. FACC hatte Teile für den A-380 geliefert. Verständlicherweise liefern europäische Flugzeugteile-Zulieferer an das größte europäische Flugzeug-Unternehmen. Aber das ändert sich ja. Bei FACC liegt der Fokus zunehmend auf China. Aber, Moment mal, das ist ja ein kommunistisches Land! Vom Regen in die Traufe?

  2. Leitwolf

    Der A380 war von Anfang an ein dummes Flugzeug. Zu kurz, zu schwer, unausbalanciert mit zu wenig Frachtraum, dafür mit zu großen und klobigen Tragflächen. Der Grund dafür lag darin, dass man aufgrund der zwei Passagierdecks das Hauptdeck nach unten verschob, womit der Platz im Unterdeck knapp wurde. Um da auch noch bei den kürzeren Versionen zu recht zu kommen, hat man auf einen zentralen Treibstofftank verzichtet und stattdessen die Tragflächen vergrößert, damit sie den gesamten Treibstoff aufnehmen können.

    Das Ergebnis sind zusätzliches Gewicht und aerodynamisch suboptimale Tragflächen. Selbst ein vollbesetzter A380 ist so im Betrieb teuerer als die kleinere Konkurrenz, was für einen Superjumbo fatal ist. Der sollte über seine Skalenerträge glänzen und sich so auf starken Routen durchsetzen können.

    Airbus hätte den A380 auf 80-85 Meter strecken, einen zentralen Treibstofftank einbauen der rund 1/3 des Sprits aufnimmt, und dafür die Tragflächen verschlanken müssen, nebst einem Triebwerksupdate. Das wären 20-30% mehr Passagiere bei gleichem Spritverbrauch, somit ein Flugzeug das sich sehr wohl verkaufen würde und etwa von Emirates mehrfach angefordert wurde. Aber ja..

  3. astuga

    @Cora
    FACC (übrigens ebenso wie der einzige heimische Flugzeughersteller Diamond Aircraft) ist ohnehin bereits ein chin. Unternehmen.

  4. Johannes

    Verrückte Welt dort wo man erfolgreich war, wirtschaftlich unangefochten Weltmeister, im Autobau nämlich, geht man freiwillig, aus Umweltschutzgründen wohlgemerkt, heraus.
    Dort wo man sich absolut übernommen hat, wo man scheinbar nicht so erfolgreich ist und wo enorme Abgas und somit Schadstoffmengen entstehen die einen ökologischen Bigfoot-Abdruck hinterlassen wollte man voll in die Produktion einsteigen, im Bau von Fluggiganten.
    Jetzt wird man bald weder das eine noch das andere produzieren, schöne Aussichten und eine Haftung mehr am Hals. Ich bin wirklich neugierig wann in Deutschland das große Erwachen kommen wird.

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