Der Euro-Fehler

“……..Die Konstruktion des Euros ermöglicht es, die Last eines Staatsdefizits teilweise auf Ausländer zu überwälzen. Wenn der griechische Politiker Defizite fährt, um seine Wahlversprechen einzulösen, so können die von ihm ausgegebenen Staatsanleihen vom Bankensystem erworben und beim Eurosystem als Sicherheit für frische Kredite hinterlegt werden. Als Folge des Defizits steigen so die Geldmenge und tendenziell die Preise – und zwar nicht nur in Griechenland, sondern auch im Rest der Eurozone. In anderen Worten können die Kosten der griechischen Staatsausgaben teilweise auf die Einwohner anderer Euroländer überwälzt werden in Form eines Kaufkraftverlusts des Euros…..” (hier)

8 comments

  1. Herbert Manninger

    Und es war gut so!
    Jedenfalls sinnvoller, als sämtliche scheinheilige Holocaust-Betroffenheitsorgien der Gegenwart.

  2. H.Trickler

    Der im Zitat beschriebene Transfer soll nach neueren Aussagen der EZB nicht weiter stattfinden. Was solche Aussagen wert sind wird sich aber erst in der Zukunft zeigen.

    >”Eher früher als später könnte sich die Eurozone entscheiden müssen, welchen der drei Wege sie einschlagen möchte. Dank Griechenland wird die Entscheidung wohl früher zu treffen sein, als es sich die fortwährend Zeit kaufenden Politiker erhofft haben.”

    Das Durchwursteln dürfte Mitte Jahres zu einem abrupten Ende kommen, weil doch die Einsicht gewachsen ist, dass das Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen ist.

  3. Thomas Holzer

    “……..zumal Tsipras und Co. ihre Gehälter und Pensionen wohl lieber in Euro als in abgewerteten Drachmen kassieren wollen.”

    Der ist gut, der Satz 🙂 Trifft aber auf alle Griechen zu; nicht umsonst die hohe Zustimmung zum Euro, verbunden mit dem Unwillen, den Staat zu reformieren.

    Es wird natürlich zur Transferunion kommen, weil dies
    a.) alternativlos ist
    b.) sozial
    c.) gerecht
    weil
    d.) scheitert der Euro, scheitert Europa
    e.) das Friedensprojekt erhalten und ausgebaut werden muß. Es scharrt ja nicht nur die Ukraine schon in den Startlöchern

  4. sokrates

    Die Produktivitätsraten sind in allen Ländern verschieden! Dies ist eine Tatsache, die sich nie ändern wird! Ich komme schneller zu neuem Arbeits- Computer in Wien als auf der Insel Samos ! Verschiedene Produktivitäten konnten früher durch Währungsabwertungen gelöst werden, heute nur mehr durch Transferzahlungen – was natürlich den Ehrgeiz der betroffenen Länder selber produktiver zu werden nicht gerade fördert!ie

  5. Fragolin

    Der wirkliche Fehler im System steckt an einer anderen Stelle und ist an Komik nicht mehr zu überbieten: Ausgerechnet Politiker, die sich von Berufs wegen mit nichts anderem als Blenden, Lügen und Verschaukeln beschäftigen, haben das ganze Kunstprodukt auf die tönernen Füße der Versprechungen von – na? – genau! – anderen Politikern gestellt. Würden sich alle an die vereinbarten Regeln halten, wäre es nie so weit gekommen, aber es hat niemand, in Worten keiner, in Zahlen Null, sich auch nur eine Minute um die Verträge geschert, die sie vorher in Pomp und Glorie unterschrieben haben.
    Wenn Lügner Lügnern Versprechen geben, dann wird alles, was man auf diesem Versprechen aufbaut, in Lügen enden.

  6. Mourawetz

    Philip Bagus tippt auf eine Transferunion. Der Artikel wurde Ende März geschrieben, da waren die Reparationsforderungen Griechenlands an Deutschland noch nicht am Tisch. Diese sind ein weiteres Druckmittel auf Deutschland, um endlich den Weg für weitere Finanzhilfen frei zu machen, also weiter auf den Weg in die Transferunion. Forderungen, welche, von Tsiprias gerne beteuert, überhaupt nichts mit der erforderlichen Finanzhilfe zu tun haben, rein zufällig in genau der gleichen Höhe wie die benötigten Hilfsmaßnahmen. Hat also genausowenig miteinander zu tun wie der Islam mit dem Islamismus zu tun hat, bekanntlich nichts.

  7. sokrates

    Mourawetz@ bezüglich Transferzahlungen! Beim Einmarsch Hitlers in Österreich wurde sofort all unser Gold beschlagnahmt! vielleicht sollten wir das auch mal zurückfordern?

  8. Thomas Holzer

    Eine Beschlagnahmung hat aber rein gar nichts mit Transferzahlungen zu tun, sondern, wenn überhaupt, mit Reparationszahlungen.
    Außer, man erachtet Steuern als Beschlagnahmung 😉

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