Der Freihandel und die Angst vor dem Hormonschnitzel

“….Das größte Freihandelsprojekt, das die Welt je gesehen hat, wird maßgeblich von Organisationen beeinflusst, die in der Praxis das genaue Gegenteil von Freihandel leben: den amerikanischen und europäischen Agrarlobbys…” (hier)

5 comments

  1. aaaaaaa

    Die Hormonschnitzel sind schon lange in der EU erlaubt. In der EU dürfen keine Hormone gegeben werden, aber US-Schnitzel dürfen theoretisch schon heute importiert werden (macht nur keiner, weil es wirtschaftlich gar keinen Sinn macht).

    Die EU wollte in den 90ern den Import verbieten, hat aber den Streit verloren, weil sie keinen qualitativen Unterschied zwischen Hormonfleisch und konventionellem Fleisch nachweisen konnte.

    Das einzige, was das neue Abkommen ändert, sind Zölle usw. Die bestehenden Verbote bleiben bestehen, weil sie durch wissenschaftliche Nachweise von Gefahr legitimiert sind. Das Geschwätz über Genmais und Hormonfleisch ist Propaganda aus der Ökolobby, denn jene Produkte waren nie verboten. Das steht in einer Reihe steht mit der Kampagne gegen Golden Rice. In der EU gibt es Anbauverbote für GMOs, die (noch) nicht zugelassen wurden. Import, Handel und Konsum sind was ganz anderes als Anbau und waren nicht verboten.

    Mehr hier:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Beef_hormone_controversy

  2. Christian Peter

    Das Freihandelsabkommen wird der Wirtschaft nichts bringen. Einzig multinationale Konzerne und Finanz-Investoren (die keine Steuern bezahlen) werden davon profitieren, weil diesen ermöglicht wird, nationale Bestimmungen (Arbeitsrecht, etc.) zu unterlaufen, während die mittelständische Wirtschaft, welche für 80 % des Steueraufkommens sorgt, wegen zunehmender Wettbewerbsverzerrung (hohe – Steuern, Umweltauflagen, arbeitsrechtliche Bestimmungen, etc.) schwer geschädigt würde.

    Außerdem wird dieses Abkommen ohne parlamentarische Beteiligung (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) verhandelt und transnationalen Konzernen die Möglichkeit eingeräumt, Staaten auf Schadenersatz zu klagen (Investitionsschutz), wobei dubiose Schiedsgerichte (meist von der Industrielobby unterwandert) statt ordentliche Gerichte diese Streitigkeiten regeln sollen :
    ein schwerer Angriff auf die Demokratie.

  3. aaaaaaa

    @Christian Peter:

    Volle Zustimmung. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Staat es den Mittelständlern so schwer macht, nicht dass die Konzerne es zu einfach hätten.

  4. Christian Peter

    @aaaa

    Stimmt nicht. Es wäre überhaupt kein Problem, auch multinationale Konzernen zu besteuern. Pläne gibt es dafür längst in der Schublade, auf deren Umsetzung wartet man jedoch vergeblich.

  5. aaaaaaa

    @Christian Peter

    Firmen zu besteuern macht überhaupt gar keinen Sinn. Man sollte lieber die Einkommen der Eigentümer besteuern.

    Unternehmenssteuern gehen immer zu Lasten der Investoren, Mitarbeiter und Kunden. Das ist eine intransparente Doppelbesteuerung.

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