Der fröhliche Ruhestand der Frau Schmied

Von | 5. Oktober 2013

(ANDREAS UNTERBERGER) So sehr kann doch nicht einmal eine abgeschossene Ministerin ihrer Partei schaden wollen. Hat diese doch schon mit dem Linzer Skandal um die Versorgung des Finanzstadtrates Mayr genug am Hals, nachdem der zuvor hunderte Millionen Steuergeld vertan hatte. Seit der Ankündigung des (nicht sehr freiwilligen) Rücktritts von Claudia Schmied kursiert der ganz konkrete und bisher nicht dementierte Hinweis: Sie bekomme als ehemaliges Vorstandsmitglied der Kommunalkredit künftig eine Pension von über 21.000 Euro. Pro Monat. Wenn das wahr ist, wäre das ein absoluter Hohn für die Österreicher durch die glücklose Ministerin.

Ist doch die Kommunalkredit in den Ruin geführt worden. Was den Steuerzahlern milliardenschweren Lasten aufgebürdet hat. Eine Reihe von Strafverfahren läuft deswegen auch nach wie vor. Wobei freilich einzig jenes gegen Schmied seltsamerweise eingestellt worden ist (Was aber bei den Zuständen in der Wiener Staatsanwaltschaft niemanden wirklich wundert).

Ein bisschen zu wenig wäre es, würde Schmied in der Stunde der Wahrheit nur sagen, dass der Betrag nicht stimmt. Vielleicht sind es ja ein paar Hunderter mehr oder weniger. Es wäre eigentlich nur akzeptabel, wenn sie auf jeden Euro aus einem Zusammenhang mit der Kommunalkredit verzichtet. (TB)

11 Gedanken zu „Der fröhliche Ruhestand der Frau Schmied

  1. Reinhard

    Ach ja, unsere Sozen.
    Sie wettern gegen jene Managertypen, die erst eine Firma gegen die Wand fahren und die Gesellschaft mit Arbeitslosen und Steuergeldverschwendung belasten und dann fette Abfertigungen und Pensionen beziehen. Sie wettern gegen jene, die erst Milliardenschäden anrichten und sich dann mit ihren eigenen wohlerworbenen Rechten auf die Sonnenterrasse zurückziehen. Sie wettern gegen “die Banken”, in deren Büros und Hinterzimmern eine von der Realität abgehobene Kaste gezüchtet und sozialisiert und zu braven Abhängigen der Droge Fiatgeld erzogen wird. Sie wettern gegen jene “Reichen”, die weit über dem Medianeinkommen kassieren und sich Millionenvermögen aufbauen. Sie tun so, als wäre das Volk so dämlich oder so blind wie ein Greis, dass keiner mitbekommt, dass sie diese Gestalten in ihren eigenen Reihen bis in die oberste Fettschicht aufrühren. Und dann, als Krönung, wundern sie sich über das Aussterben der Wähler.
    Zu erwarten, dass irgendeine dieser dubiosen Gestalten auf irgend etwas “verzichtet”, was zuzugestehen sie selbst in aktiven Zeiten mitbeschlossen hat, wäre Träumerei.

  2. Zaungast

    “Ach ja, unsere Sozen….”

    Die stärkste politische Kraft in unserem schönen Land mit der stärksten Unterstützung und dem stärksten Rückhalt in der Bevölkerung.

  3. Reinhard

    @Zaungast
    Sagen wir mal, 80% der Bevölkerung ist wahlberechtigt. Davon gehen 74% wählen. Davon wählen 27% Rot. Macht 16%. Das reicht in einer sogenannten “Demokratie” als “Rückhalt”, um sich aufzuführen, als würde einem der Laden gehören…

  4. Zaungast

    @Reinhard

    Ich verstehe Ihren Einwand nicht. Mandate der letzten NR-Wahl:

    SPÖ … 52
    ÖVP … 47
    FPÖ … 40
    Grün … 24

    Das sind zusammen 89% der zu vergebenden Mandate. Die Bevölkerung hat das so gewählt und gewollt. Ob hingegangen oder nicht, ob gültig oder ungültig – es wurde so gewählt. Es gab genügend Parteien zur Auswahl. Und z. B. die Gruppe der Nichtwähler hätte eine eigene “Nichtwählerpartei” aufstellen können. Hat sie aber nicht. Immerhin haben es 2 “neue” Kleingruppierungen über die 4%-Hürde geschafft. Das ist doch schon sehr bemerkenswert – für österr. Verhältnisse. Beinahe schon eine kleine Revolution.

  5. Zaungast

    P.S.:

    6.3 Mill Wahlberechtigte.

    Ca. 2,3 Mill Pensionisten.
    Ca. 0,6 Mill öffentlich Bedienstete.
    Ca. 0,3 Mill AMS-Klientel.
    Ca. 0,17 Mill Mindestsicherungsbezieher.

    2,3 + 0,6 + 0.3 + 0,17 = ca. 3,4 Mill Wahlberechtigte (plus Familienangehörige usw.), mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten lebt von Steuergeldern/Transferleistungen.

    Noch irgendwelche Fragen zum Rückhalt der Sozen in der Bevölkerung?

  6. Reinhard

    @Zaungast
    Was ist daran unverständlich? Die SPÖ ist zwar stärkste politische Kraft (das bestreite ich ja nicht), aber nicht, weil eine Mehrheit der Bevölkerung hinter ihr steht und “Rückendeckung” gibt, sondern weil es in unserer Wahlarithmetik ausreicht, von jedem fünften gewählt zu werden, um den Kanzler zu stellen. Sollen sie regieren, das können wir nicht verhindern, aber sollen sie sich nicht so aufführen, als wäre das der Auftrag aller Wähler und nicht das Ergebnis einer Rechnung, deren Formel solches zulässt. Den 20% Wahlberechtigten, die Rot gewählt haben, stehen nämlich 80% gegenüber, die das nicht getan haben. Von 80% abgelehnt zu werden hilft in unserem kruden Berechnungssystem zwar nicht weiter, sollte dem “Sieger” aber ein wenig zu denken geben.

  7. Weninger

    @Reinahrd
    Jo mei, wenn Sie so rechnen, dann hat die Merkel mit gerade einmal einem guten Viertel aller Wahlberechtigten in Deutschland auch nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt.

  8. Reinhard

    @Weninger
    Stimmt. Ist doch faul, so ein System, oder?

  9. Weninger

    @Reinhard
    Absolut, es ist darauf abgestimmt, die etablierten Mächte möglichst lang an der Macht zu halten. Selbst wenn man diese Parteien wirklich abwählen könnten, sitzen dessen Paladine in Bürokratie und Verwaltung, gerade in Ö wo immer noch strikt nach Parteibuch besetzt wird. Daran wird aber nichts was ändern, es sei denn das Volk steht auf …

  10. Tiefengrabner

    Naiv, online aus der Steiermark betrachtet, les ich das sonst nirgends. wird es deswegen nicht dementiert, weil so weit weg von der Realität? ab wann würd sie das kriegen. Eine Chefin von mir, LABg. war perplex, weil Ihr Anspruch erst mit 65 schlagend wurde. hat Differenz vom öffentlich geförderten Verein verlangt und gekriegt. wurde öfter als ministrabel genannt. Bei “Grundsicherung von 850 Euro hab ich neben Pflegetätigkeit Zeit mich mit so etwas zu beschäftigen. Juristin, 55,

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