Der gesunde Menschenverstand steht auf verlorenem Posten

Wir leben heute in einer geistlosen Konjunktion von Relativismus und Universalismus. Der Relativismus behauptet, dass alle Kulturen gleich viel wert sind. Und der Universalismus präsentiert sich als ein unpolitischer Humanitarismus, für den es nur noch Menschen gibt – ohne weitere Bestimmung. / mehr

12 comments

  1. Selbstdenker

    Was den – nicht mehr ganz so neuen – Befund anlangt, gebe ich Norbert Bolz recht. Langsam wäre es aber interessant über Abwehr- bzw. Lösungsansätze zu diskutieren, denn über die Postmoderne schleicht sich der Totalitarismus schneller in unseren Lebensalltag ein, als es sich selbst die grössten Pessimisten unter uns vorzustellen vermögen.

    Ich behaupte, dass ein Zusammenleben mit Menschen, die nicht einmal die fundamentalsten Grundannahmen teilen auf demselben Gebiet bzw. innerhalb der gleichen Institutionen unmöglich ist. Dies betrifft sowohl die Anhänger vom postmodernen Krebsgechwür, das den Westen von innen heraus schwächt, als auch die Anhänger der Vor-Vormoderne, die damit nun eine Chance bekommen, auf die sie seit Jahrhunderten warten.

    Dazu ein paar (unsortierte) Gedanken meinserseits:
    1) Man muss eine Möglichkeit entwickeln den Freund vom Feind unterschieden zu können
    2) Es muss Vertrauen zwischen denen hergestellt werden, die weder der Postmoderne noch der Vor-Vormoderne anhängen
    3) Segregation von den Anhängern der Postmoderne und der Vor-Vormoderne
    4) Identifizieren und korrigieren all jener Stellen an denen unser Wertesystem, unsere Sprache und unser Rechtssystem korrumpiert wurde
    5) Kompletter Neuaufbau der betroffenen Institutionen

    Auf ein gutes Ende zu hoffen oder sich dem Fatalismus zu ergeben ist hingegen keine Option. Genau darauf baut nämlich die Strategie jener auf, die uns an die Gurgel gehen wollen.

  2. GeBa

    Das wird schwer sein, die Jungen wachsen mit dem allem auf, werden in Schulden schon diesbezüglich indoktriniert, für sie ist das “normal”. Und was sollen “normale” Bürger älteren Semesters dagegen machen können? Ich hae nur mehr ein Motto: Ich bin froh, nicht einen Tag jünger zu sein.

  3. Mourawetz

    Was soll man dagegen tun? Einfach die mal machen lassen, werden schon auf die Schnauze fallen, und sich selber aus der Schusslinie halten. Bei der um sich greifender Entwicklung zur Idiotie, zunehmend im Eiltempo, ist das die einzige Möglichkeit.

  4. sokrates9

    Habe mich heute durch umfangreichen Pressespiegel durchgearbeitet! Bei immer mehr Kommentaren und Artikel hat man den Eindruck dass der von neuen Mittelschulabsolventen geschrieben wurden, die weder Logik noch Hausverstand mehr verfügen! (Kommentar unseres Hausherrn zu Harmann) Es geht rapid zurück in das intellektuelle Mittelalter! Aussitzen wie Mourawetz vorschlägt wird nicht gehen!

  5. Selbstdenker

    @sokrates9:
    “Es geht rapid zurück in das intellektuelle Mittelalter! Aussitzen wie Mourawetz vorschlägt wird nicht gehen!”

    Man kann das in etwa so “aussitzen” wie ein Passagier vom Germanwings-Flug 9525.

  6. sokrates9

    Eine Ursache im Absacken des Niveaus besteht auch darin dass immer weniger Hochschulprofessoren sich trauen Frauen gleich den Männern zu prüfen! Schnell kommt der Vorwurf ein Professor sei ” Sexistisch!”. Schon mal so etwas von einem männlichen Prüfling gehört?? – Ich nicht!

  7. Falke

    @sokrates9
    Das ist ja genau das Absurde der Genderisten und Feministen (die weibliche Form erspare ich mir): Einerseits behaupten sie, alle Menschen und Geschlechter seien gleich, Unterschiede seien nur sozial (oder so ähnlich) bedingt bzw. künstlich erzeugt, andererseits verlangen sie andere Standards, Qulifikationen, Quoten usw. für Frauen als für Männer.

  8. Josi

    Zitiere: “So verlangt jeder Wahn heute Respekt.” Mein Kommentar – aber genau! Was hindert uns daran, uns laut schreiend und beschuldigend zu gebährden, wenn jemand unsere Werte beleidigt, unsere Idole, unsere Überzeugungen? Immer heißt es “die Menschen müssen dies und das … blabla … politische Korrektheit”?! Das stimmt doch hinten und vorne nicht: All das richtet sich ausschließlich an zivilisierte pazifistische Menschen, mit humanitären Ideologien! Oder wenden sich die #metoo-lerinnen und die “Humanisten” etwa auch an die Moslems und heulen denen die Ohren voll, wie Gleichberechtigung geht? Natürlich nicht! Es geht nur um die Menschen, die eben pazifistisch und aufgeklärt und nicht fanatisch verblendet und verdummt sind. Den anderen kommt man eh nicht bei … die berührt man nicht, spricht man nicht an. Wir müssen immer “respektieren”, und zwar diejenigen, die aber genau das mit Füßen treten, was wir unter Androhung aller möglicher Strafen und Sanktionen aber zu leben haben … damit die IgnorantInnen uns ungehindert beleidigen und ausbeuten können. So nicht! Wir müssen halt doch anfangen, bei jeder kleinen Beleidigung unserer Rechte aus Selbstausdruck und Identität laut zu heulen und Klage zu erheben. Ich wette, dass sich dann sehr schnell auch ein Geschäft der Rechtsanwälte auf unserer Seite ergibt, wenn’s nur genügend Aufschreie gäbe. Das wäre die Lösung. Wenn jemand, der eine Ideologie vertritt, die öffentliche Steinigung wegen Missachtung fanatischer Verhaltensregeln, als kleines feines Beispiel, richtig findet, menschlich und rechtlich, unantastbar ist in seinem “Glauben”, dann sind aber auch jene unantastbar, die ihn deswegen nicht in ihrer Nähe haben wollen. Oder etwa nicht?

  9. kluftinger

    @ Josi
    Das ist ja das Problem. Man wirft mit Begriffen um sich ohne die Begriffsgeschichte und deren Auswirkungen zu kennen oder zu verstehen.

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