Der Glyphosat-Glaubenskrieg

Von | 2. Dezember 2017

” (C.O.) Die Massenhysterie um ein simples Unkrautvertilgungsmittel hat wenig mit Chemie zu tun, aber viel mit unserer kollektiven Befindlichkeit….” (hier)

10 Gedanken zu „Der Glyphosat-Glaubenskrieg

  1. Christian Peter

    ‘Vermutlich kocht hier wieder einmal jene Technologie- und Fortschritt- Skepsis hoch, die gerade für Menschen des deutschen Sprachraumes so typisch ist.’

    Von ‘Fortschritt’ kann im Zusammenhang mit Glyphosat keine Rede sein, ‘fortschrittlich’ können nur Technologien bzw. sonstige Errungenschaften angesehen werden, die keinen Schaden anrichten. Genauso wenig ist die Grüne Gentechnik ein ‘Fortschritt’, da diese mehr Schaden als einen Nutzen für die Menschheit darstellt.

  2. Johannes

    Christian Peter:
    Haben sie einen PKW?
    Würden Sie freiwillig eine Stunde bei laufenden Motor ihres PKW in geschlossener Garage verbringen?
    Nicht? Dann nehme ich an sie wissen über die gesundheitsschädlichen oder doch eher tödlichen Eigenschaften ihres Autos bescheid. Sachgemäß ausgebrachte Pflanzenschutzmittel haben nicht den Hauch dieser tödlichen Eigenschaften.

  3. Christian Peter

    @Johannes

    Geistreicher Vergleich, wer ein Glas des Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat trinkt wird vermutlich auch nicht überleben.

  4. Johannes

    @Christian Peter:
    Ich würde auch nicht einen Teller voll mit Asphalt essen, kein Motoröl trinken, auch Kühlflüssigkeit obwohl nicht tödlich ist nicht empfehlenswert, ebenso Bremsflüssigkeit, wie steht es mit der Scheibenwaschanlage füllen sie pures Wasser ein oder mischen sie speziell jetzt im Winter Frostschutz bei? Der gelangt dann in die Umwelt. Fahren sie auf Straßen die mit Salz gestreut wurden?
    Kennen sie die Menge an Gummiabrieb aller Pkw in Österreich und wissen sie das dieser Gummi von der Fahrbahn in die Landschaft wandert?
    Wissen sie das wir unser Land nicht mit schonenden Pflanzenschutz sondern mit einer in Europa einzigartigen Zubetonierung zerstören?
    Sumsi stirbt nicht am Glyphosat sondern an der Versiegelung des Bodens.
    Eines noch nebenbei, wissen sie wie viele wirklich bedenkliche Stoffe allein durch unsere Ausscheidungen in die Natur gelangen, und damit meine ich Abbauprodukte der Pharmaindustrie.

  5. Falke

    @Christian Peter
    Wenn Sie ein Glas Pril trinken, werden Sie wohl auch bald ins Gras beißen; und trotzdem spült man damit Essgeschirr. Ebenso Glyphosat: konzentriert getrunken ist es sicher schädlich. Tierversuche haben aber gezeigt, dass wenn Glyphosat in Nahrungsmittel gelangt (was überhaupt nur sehr selten geschieht), die maximal mögliche Menge etwa 100x niedriger ist als diejenige, wo erst eine gewisse (und auch noch nicht sichere) Gefahr einer Schädigung oder gar Krebs besteht. Alles, was Sie täglich essen, ist x-mal stärker mit allen möglichen Schadstoffen belastet als mit Glyophosat. Der Blogautor hat schon recht: es wird (von rot-grüner Seite) eine durch nichts zu rechtfertigende Hysterie aufgebaut. Vielleicht glauben diese Parteien, damit ihren rasanten Wählerschwund aufhalten zu können.

  6. Geheimrat

    Argentinien:
    Dort haben sich in manchen Regionen die Krebserkrankungen in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht groß angelegte Studien. Vielmehr sind die Bauern und ihre Kinder selbst Teil eines riesigen Feldversuches geworden. Das “WELTjournal” berichtet laut ORF von Tabakbauern, deren Kinder mit Missbildungen zur Welt kommen, von Anwälten, die gegen große Konzerne aufbegehren, und von Ärzten, die nicht mehr schweigen wollen und auf die Gefahren des
    Unkrautvernichters hinweisen.sowie Fehlbildungen bei Neugeborenen vervierfacht. Trotz dieser Zahlen und Prognosen fehlen noch immer
    http://www.kleinezeitung.at/kultur/medien/5329179/Heute-im-TV_Weltjournal_Wie-Glyphosat-in-Argentinien-wuetet-und

    https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/hintergruende/article171049321/Die-Glyphosat-Rebellion-in-Argentinien.html

  7. Christian Peter

    @Falke

    Glyphosat ist nicht harmlos, sonst würde es diese Diskussionen nicht geben. In Frankreich wird Glyphosat übrigens bis 2023 verboten und auch in Kärnten wird es ein Verbot von Glyphosat geben.

  8. Christian Weiss

    Oh ja. Argentinien. Immer wieder gern gebracht.
    Vertragen demnach die Argentinier Glyphosat schlechter als wir Europäer? Auf unseren Äckern ist es nämlich schon 50 Jahre im Einsatz.
    Der grosse Vorteil dabei: Weil es ein Enzym im Stoffwechsel von Pflanzen blockiert, das in tierischen Organismen gar nicht vorkommt, ist es für Mensch und Tier vergleichsweise gut verträglich. Die Alternativen sind von deutlich höherer Toxizität, insbesondere die Mittel, welche die “Bio”-Bauern verwenden dürfen.

    Unsachgemässe Anwendung führt übrigens bei vielen Mitteln zu Gefährdung. Wenn ich Filmbeiträge sehe, wo argentinische Farmer alte Glyphosat-Kanister als Wasserbehälter weiter verwenden, dann frage ich mich schon, wie blöd man in der Anwendung von Industrieprodukten sein darf, ohne als selber Schuld zu gelten.

  9. Christian Weiss

    “Genauso wenig ist die Grüne Gentechnik ein ‚Fortschritt‘, da diese mehr Schaden als einen Nutzen für die Menschheit darstellt.”

    Wer so etwas behauptet, beweist damit nur, dass er nicht den Hauch einer Ahnung hat, was grüne Gentechnik ist.
    Bei der Gentechnik werden Gene gezielt ins Erbgut eingepflanzt, statt auf dem klassischen Weg des Versuchs und Hoffnung durch Kreuzung hineingebracht.
    Jedem, der nur halbwegs bei Verstand ist, muss klar sein, dass eine Baumethode, bei der man gezielt Bausteine an den gewünschten Platz bringt, unendlich mal präziser, sicherer und erfolgsorientierter ist, als wenn man Bauklötze zusammenschmeisst, in der Hoffnung, es komme dann dabei ein schöner grosser Turm raus.

    Wie bescheuert die Gentech-Abneigung ist, zeigt das Beispiel der Schweizer Agrarforschungsanstalt Agroscope. Dort haben sie auf gentechnischem Weg das Resistenz-Gen gegen Feuerbrand in einen Tafelapfel eingebaut. Das Resistenzgen kam aus einem Wildapfel. Tatsächlich wollten sogenannte “Umweltschutzverbände”, in Tat und Wahrheit ideologisch verblendete Spendeneintreibekonzerne, darauf pochen, dass die Forschungsanstalt das Gen auf konventionellem Weg einkreuzt. Man hätte so Jahrzehnte lang gekreuzt und die ganzen ungewünschten Eigenschaften des Wildapfels wie scheusslicher Geschmack, geringer Ertrag mit hinein gezüchtet und dann versucht, irgendwie wieder einen geniessbaren Apfel hinzukriegen, der aber gegen Feuerbrand resistent ist.
    Inzwischen wird in starken Feuerbrand-Jahren weiterhin das Antibiotikum Streptomycin versprüht oder alternativ ganze Obstkulturen gefällt und verbrannt.

    Gentechnik zu verbieten ist etwa so intelligent wie präzisere und genauere Werkzeuge zu verbieten. Wer behauptet, präzise Werkzeuge seien unsicherer und schädlicher als unpräzise Werkzeuge, den würden wir ohne weiteres in eine Zwangsjacke stecken.

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