Der Grüne Kandidat

Von | 9. März 2016

(JÜRGEN POCK) Es war einmal ein Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre. Als ehemaliges SPÖ-Mitglied trat dieser Hochschullehrer Anfang der 1990er Jahre für die Grünen an und zeichnete sich fortan für die Ideologie dieser inszenierten Ökobewegung verantwortlich. Er formte als späterer Bundessprecher und Klubobmann aus einer Ansammlung von desillusionierten 68ern, Ex-Maoisten, kleinmütigen Kommunisten und übergelaufenen Sozialdemokraten eine Partei, die seither im Schein ökologischer Traumbilder das politische Pult mit sozialistisch-marxistischen Schlachtrufen und politischer Korrektheit abnützt. Ihr Parteiprogramm stützt sich seit jeher auf vorgetäuschte Toleranz als unverzichtbares Element ihrer politischen Überlebenstaktik. Die grünen Moralapostel haben sich als Anti-Altparteienpartei positioniert, diffamieren die faule Futtertrogpolitik und versuchen, der Machtsucht zu widerstehen. Und sind dabei kläglich gescheitert.
Der Grünen-Guru Van der Bellen repräsentiert eine Partei, die im Angesicht möglicher Macht ihr von Moralisierung geprägtes Leitbild aus den Augen verliert und zur Handlangerfraktion für genau jene Parteien mutiert, die sie ohne Unterlass anprangert, um im Sinne ihres Geltungsdrangs ihren Einflussbereich zu erweitern und abzusichern. Schlichtweg verhalf Proporz auch dem profitorientierten Professor zu einer hoch dotierten, abstrusen Stelle als Uni-Beauftragter, die er dem rot-grünen Postenschacher in Wien zu verdanken hatte.
Aber Macht schürt Hunger auf noch mehr Macht. Und so verkündete Van der Bellen im Januar 2016 offiziell seine Präsidentschaftskandidatur. Mit dem Zusatz, dass er dezidiert als Parteiunabhängiger in das Rennen um die Hofburg gehen werde. Zweifellos. Um seine Erfolgschancen ein wenig zu erhöhen, löst er sich formell von den Grünen, welche mit ihren fahrlässigen Forderungen in Sachen Asylpolitik  verantwortungsloser agieren denn je. Faktisch fließt auch grünes Geld, sprich Steuergeld, in seine Kampagne, die zudem personell von der Gutmenschengefolgschaft getragen wird.
Die aktuell im Wahlkampf von Van der Bellen geäußerten Parolen beweisen einmal mehr, dass ein akademischer Titel nicht zwingend an vernünftige und bürgernahe Politik gekoppelt ist und noch viel weniger an Hausverstand. Die rechtswidrige Vision des Professors, den Nationalrat im Falle einer ihm unerwünschten Regierung im Alleingang auflösen zu wollen, entblößt ein demokratiefeindliches Denken, das anarchische Agitation an die Stelle der Argumentation setzt.
Weiters fabuliert der Präsidentschaftskandidat als Gastredner bei der Zukunftswerkstatt der Grünen im deutschen Bundestag von einer EU, die neu erfunden werden müsse. Nach seinem, also nach grünem Vorbild. Er träumt von den „Vereinigten Staaten von Europa“ und einer „europäischen Gemeinschaft mit offenen Grenzen“. Merkel, die Anstifterin zum Asylwahnsinn, gilt übrigens innerhalb der grünen Reihen als Einzige, die Europa zusammenhält. Der strikt realitätsverweigernde Horizont der Grünen ist verengt auf linkssozialistische Propaganda in Verbindung mit Multikulti-Phantasmen, losgelöst von realpolitischer Lösungskompetenz und getrieben vom Glauben an die eigene unfehlbare Moral.
Was sich dem Stimmvolk zeigt, ist eine geheuchelte Toleranz, die Intoleranz lebt. Van der Bellens politisches Märchen bietet einen ungefilterten Blick in die ureigene Gesinnung der Grünen: Auflösung der Nationalstaatlichkeit nach marxistischer Schablone samt Eingliederung in eine supranationale Umverteilungsorganisation, welche die freie Marktwirtschaft in Ketten legt. Na, dann: Gute Nacht.

26 Gedanken zu „Der Grüne Kandidat

  1. Herbert Manninger

    Der ,,Herr Professor “, Hoffnungsträger aller linksgrüner Demokratieverachter und naiver, Kronenzeitung im Abo habender Viecherlschützer.

  2. publisher

    Jürgen Pock:
    Perfekt formuliert! Genau so ist es.

  3. Rado

    Hatte mich vor einigen Jahren mal auf die Suche der wissenschaftlichen Spuren des Herrn vdB. gemacht, der ja den Professor bei jeder Gelegenheit heraushängen lässt. Besonders fündig bin ich nicht geworden, vermutlich auch deshalb, weil nicht in Wien studiert. Was hat der wirklich als Professor so auf dem Kasten, sprich in seiner Literaturliste?

  4. Goetz Goetz

    Höflich gesagt: “Ein einfaches, marxistisch geprägtes Gemüt”. Daher kann Van der Bellen nur dem Mainstream hinterher laufe.

  5. Herr Superg'scheit

    Und dennoch führt er unangefochten in jeder Meinungsumfrage. Es ist zum Weinen!

  6. Johannes

    Wenn jemand seine politische Zugehörigkeit plötzlich mit dem Hinweis ein unabhängiger Kandidat zu sein abstreift sagt das einiges aus. Noch dazu wenn man massiv von eben dieser Partei von der man sich ja aus wahltaktischen Gründen gelöst hat finanziell unterstützt wird. Es ist einfach die Hoffnung des Herrn V. mit dieser , meiner Meinung nach, plumpen Täuschung Stimmen von Menschen zu gewinnen die mit den Grünen nichts am Hut haben. Ich glaube da sollte man sich nichts vormachen wenn Herr V gewinnt so ist die gesamte Grünbewegung mit allen ihren unsäglichen Gestalten in der Hofburg angekommen. Zum Unterstützungskomitee kann ich für mich persönlich nur sagen wie vorgestrig ist das denn? Glauben sie wirklich ein reifer, selbstbewußter, sich seine Meinung aus politischen Fakten bildender Wähler braucht die Ratschläge von Personen die sich so wichtig vorkommen das sie glauben solche erteilen zu müssen. Einfach lächerlich, entspringt wohl dem Gedanken die Menschen wären noch immer hörigkeitsgläubig. Diese Komitees sind ein interessantes Phänomen der Eitelkeit und ich habe großes Vergnügen zu beobachten wer aller glaubt so wichtig zu sein.

  7. Pedare

    V. d. B. ist alleine schon wegen seiner völlig undemokratischen Aussage, die FPÖ – selbst im Falle einer Mehrheit – nicht als Regierungspartei angeloben zu wollen, unwählbar! Noch deutlicher hätte er seine antidemokratische Einstellung nicht darlegen können! Das Scheingetue um seine Parteiunabhängigkeit ist nur noch ein weiterer Grund, ihn abzulehnen. Wem in Österreich will er diesen “Schmarren” glaubhaft unterjubeln?

  8. Thomas Holzer

    @Pedare
    Noch peinlicher sein Anbiederungsversuch bei den verbliebenen “Bürgerlichen” durch seine “Heirat”

  9. Der Realist

    was mich beim Herrn Professor beunruhigt, ist sein dämliches Grinsen das vor jeder Antwort auf eine Frage kommt, wirkt irgendwie krank.
    Umfragen hin oder her, Tatsache ist, dass jede Partei einen Kandidaten hat, kaum anzunehmen, dass jetzt viele Sozialisten den Wauwau wählen, so harmlos kann der eigene Kandidat gar nicht sein, und die Schwarzen sind ja noch nie Sympathisanten dieser Scheinheiligen gewesen, aber vielleicht fischt er im Teich der Blauen.

  10. aneagle

    will man den unabhängigen grünen Kandidaten als Repräsentanten Österreichs verhindern, scheint die größte Chance seinen sozialistischen Mitbewerber, Herrn Hundstorfer auf das Podest zu heben. Entscheidung zwischen Pest und Cholera ?

  11. Reini

    @aneagle…
    Repräsent-“anten” Österreichs – Pest, Cholera,…… oder die Höchststrafe für die Gegenkandidaten – Lugner!!! 😉 …

  12. astuga

    Vielleicht lernt unsere Gesellschaft den aufrechten Gang und Realitätsbezug erst wieder zu schätzen wenn wir ganz unten sind.
    Wenn das System durch die Tätigkeit von Traumtänzern, Korrupten und Idioten komplett “abgesandelt” ist.
    Oder es wird zum Dauerzustand… noch funktionieren die potemkinschen Dörfer, noch kann man fleißig Staatsschulden machen.

  13. Christian Peter

    Aber ganz ehrlich : Eher würde ich Alexander Van der Bellen wählen als Altbonzen wie Andreas Kohl.

  14. astuga

    Sind nicht ohnehin beides Altbonzen?
    Der eine eben bloß von einer Oppositionspartei.

  15. Christian Peter

    @astuga

    mehr oder weniger. Andreas Kohl gehört jedoch zu den Steinzeit – Bonzen. Kaum zu glauben, so etwas überhaupt aufzustellen.

  16. Falke

    @Fragolin
    Bei dieser profil-Umfrage muss wohl irgendwo ein Fehler unterlaufen sein (vielleicht war der Computer ein FPÖ-Anhänger ;-). So sehr mich das dort angeführte Ergenis auch freuen mag – realistisch ist es keinesfalls.

  17. Christian Peter

    @Falke

    wird man sehen. Norbert Hofer ist jedenfalls der mit Abstand beste Kandidat und könnte als BP das dringend erforderliche politische Gegengewicht zu einer drohenden Linksblockregierung ÖVP/SPÖ/Die Grünen bilden.

  18. gms

    Falke,

    “Bei dieser profil-Umfrage muss wohl irgendwo ein Fehler unterlaufen sein”

    Nicht zwingend. Die Methode, mit einem selbst genehmen Umfragen das eigene Lager in die Gänge zu bekommen, ist weder neu noch erfolglos. Wobei ich konzedieren muß, im Anlaßfall könne von den Zahlen auch eine demotivierende Wirkung ausgehen. Sei’s wie’s ist — das knallrote Profil wird schon wissen, was es tut.

  19. waldsee

    vd bellen war seinerzeit schon erfolgreich,hat er doch wesentlich mitgeholfen dem marxismus ein stück wald und wiese unterzuschieben.
    aber ,wen soll ich demnächst wählen?ich nehme den professionelsten und besten der kasperl,den” wirklichen” ,der auf der politbühne stehen wird . und das ist vd bellen gewiss nicht.
    wen meine ich?

  20. astuga

    @Falke
    Vor allem kann man dann nach einem knappen und eher peinlichen Wahlsieg immer noch behaupten – Gut ist es gegangen, nichts ist geschehen.

    Siehe Wien-Wahl.
    Zuerst wird die FPÖ bewusst hinauflizitiert, um dann das miese Abschneiden der SPÖ als Erfolg zu verkaufen.

  21. Erich

    VDB hat erst unlängst vor 400 Schülern in Salzburg neuerlich erklärt, dass er nicht jede(n) als Minister angeloben wird. Damit will er wohl die Wähler locken, dass sie – wie in Wien die SPÖ – lieber ihn wählen, um die Garantie zu haben, dass in der Regierung nur Linkslastigkeit vorherrscht. Leider denken viele Jugendliche über solche demokratiepolitisch bedenklichen Aussagen nicht nach bzw. sind schon in seinem Sinne ausgerichtet.

  22. Christian Peter

    Wie auch immer : Das Amt des Bundespräsidenten abzuschaffen bleibt die für den Steuerzahler einzig vertretbare Lösung. Wozu Abermillionen verschwenden für ein nutzloses Amt ?

  23. Christian Peter

    @astuga

    ‘Bonzen sind sowohl Van der Bellen als auch Kohl.’

    nicht ganz. Alexander Van der Bellen war immerhin 25 Jahre in der Forschung tätig bevor er in die Politik wechselte während sich Andreas Kohl als Berufspolitik praktisch sein ganzes Leben für fragwürdige Leistungen vom Steuerzahler durchfüttern ließ.

  24. Christian Peter

    @astuga

    Ebenso der Gewerkschafts – Capo Rudolf Hundstorfer : Keinen einzigen Arbeitstag seines Lebens in der Privatwirtschaft verbracht. Solche Parasiten sollten man mit nassen Fetzen verjagen.

  25. Franz Kurt Nimmervoll

    Ich habe gehört, kann die Aussage jedoch nicht nachvollziehen und kaum glauben, dass unter
    VdB. die Worte gefallen sind, weiß auch nicht ob er damals noch Kommunist war: “Hätte Maria abgetrieben, wäre uns viel erspart geblieben.” Auf alle Fälle war der, von dem diese Worte stammen, nicht bewußt, was er damit gesagt hat. Die einzige Antwort ist: “Herr vergib, den sie wissen nicht, was sie tun! bezw. sagen. Und doch hat er mehr Simmen erhalten als Norbert Hofer, der sich gegen Abtreibung als Recht ausgesprochen und für den Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod, und für Fakten können helfen.

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