Der „Herz-Jesu-Sozialismus“ der Strukturkonserativen

(JOSEF STARGL) Der türkise Lack ist noch nicht ganz ab, aber die neofeudale strukturkonservative Partei ist wieder sichtbar geworden. Die Realverfassungsmächtigen der Hinterbühne der Partei- und Verbändeoligarchie (des Kammerstaates) benötigen den Kanzlerkandidaten nun vor allem als Marionette der Fassadendemokratie für einen Wahlerfolg, um ihr Ziel, die Teilung der Macht mit der Funktionärsnomenklatura der rokokosozialistischen Partei (und der von dieser dominierten Verbänden), im Interesse ihrer Partialinteressen erreichen zu können.
Die Verhaberung der Hinterbühne mit zahlreichen Journalisten in den Medien (über „Personalpolitik“, Eigentümerstruktur und Hausbank) soll wieder einmal den Funktionärsstaat wiederbeleben helfen, um korporatistische, landesfürstliche und EU-zentralistische Interessen zu bedienen.
Der „Herz-Jesu-Sozialismus“ der Strukturkonserativen propagiert den Zwangsumverteilungs-Versorgungsstaat, den freien Personenverkehr in der Europäischen Union (samt Folgekosten) und eine Zwangsentwicklungshilfe für Migranten aus Drittstaaten, die auch von den mit ihnen in einer „Allianz der Gutmenschen“ kooperierenden Nichtregierungsorganisationen und Kirchen vertreten wird.
Der tiefe Staat der Strukturkonservativen (des parteienübergreifenden Realverfassungsmachtkartells!) und seine Kooperation mit sogenannten „zivilgesellschaftlichen Organisationen“ sowie seine Verhaberung mit zahlreichen Medien/Journalisten haben schon längere Zeit das Scheitern der „türkisen Reformkoalition“ und somit auch der „türkisen Reformbewegung“ betrieben.
Die Funktionärsnomenklatura vertraut nach wie vor der Arrangement- und Junktimierungskultur auf der Hinterbühne. Sie ignoriert den Glaubwürdigkeits- und Vertrauensverlust bei den Bürgern und die Tatsache, dass sich die neofeudale strukturkonservative Partei in Wirklichkeit genauso in einer Krise befindet wie der ersehnte Koalitionspartner, die neofeudale rokokosozialistische Partei.
Das Vertrauen in den „tiefen Staat der Strukturkonservativen“ schwindet, doch das oligarchische Kartell der Hinterbühne will weiterhin Regeln, Interventionen, Subventionen und Zwangsumverteilungen beschließen lassen, die seinen Sonderinteressen dienen.
Eine zentrale Frage bei diesen Nationalratswahlen lautet daher: Wie ist es möglich, den „tiefen Staat“ zu schwächen und einen Weg in Richtung mehr Freiheit und Eigenverantwortung zu unterstützen?
Wie können die Wähler verhindern, dass die „Meister der Intrige“ in der strukturkonservativen Partei belohnt werden?
Wollen die Bürger wieder eine strukturkonservative Partei stärken, die von „Giebelkreuzlern und ihren Vasallen“ gesteuert wird?

3 comments

  1. Selbstdenker

    @Josef Stargl:
    Beim Lesen ihrer wortgewaltigen Pamphlete beschäftigt mich immer häufiger die Frage, ob sie das wirklich selbst glauben oder ob es sich um ein gut getarntes Werk der linken Kommunikationsguerillia handelt.

    Ob man als blaues Spiegelbild einer marxistischen Karrikatur den berufsaktiven – also “rechtsgefährdeten” – Menschen damit einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln.

    PS: auf Ihre Beschreibung der “rechtsformneutralen” Besteuerung warte ich übrigens immer noch.

  2. Alfons Kuchlbacher

    Und was soll es bringen, den einen (linken) Kollektivismus durch den anderen (rechten) zu ersetzen?

  3. aneagle

    Rotlackierte Zentralisten oder schwarzlackierte Zentralisten- eine Geschmacksfrage. Bis vor den letzten Wahlen kein Problem, repräsentierten doch beide großen Koalitionäre jeweils ca. 9% der Wähler und die Grünen waren unter der Wahrnehmungsgrenze. Es gab in Österreich fühlbar ein echtes window of opportunity samt passendem Wählerwillen.Das haben eine unreife freiheitliche Partei und ein junger Parteiobmann mit Allmachtsallüren, aber wenig Hausmacht, gemeinsam ordentlich vergeigt.

    Heute hat Österreich wieder in seinen gewohnten Trott, in welchem die regionalen und nationalen zentralistischen Regierungen die Eigner des Landes samt ihrer Bevölkerungen sind, zurückgefunden. Das Fenster ist geschlossen, die Gelegenheit vorbei.

    Der wehrlose Stimmenbringer wird gleich einer Monstranz vorangetragen, seine Funktion als Hoffnungsträgers ist blasser geworden. Viele Wähler haben unterschätzt, wie gründlich sich die zentralistischen roten und schwarzen Altparteien, sowie mittlerweile auch die genauso kollektivistischen Neuzugänge in grün blau und pink, den tiefen Staat zu eigen machen und seine Strukturen für sich nützen. Wohin das führt zeigt die demokratische Wahl des Bundespräsidenten. Schade um das Land und seine noch vor kurzem fröhliche Aufbruchsstimmung.

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