Der Kampf um die Hegemonie

(WERNER REICHL) Ob man die Zeitung aufschlägt, den Fernseher andreht oder auf sein Smartphone schaut, Österreich scheint kurz vor der Machtübernahme der Nazis stehen. Rechtsextreme hinter jedem Busch und jeder Ecke. Die größten Probleme, die Österreich derzeit zu haben scheint, sind Identitäre und die Besucher eines Skinhead-Konzerts irgendwo in der steirischen Provinz.
Angesichts der bevorstehenden EU-Wahl und des desaströsen Zustandes der linken Opposition wird derzeit  die Nazi-Karte exzessiv gespielt. Der Kampf gegen rechts ist der letzte Joker und die einzige verbleibende Existenzberechtigung einer intellektuell ausgebrannten und aus der Zeit gefallenen Linken, die für die meisten rezenten Probleme verantwortlich ist. Jetzt schreit man so laut es geht: Haltet den Dieb! Weil man nach wie vor über die nötige Medienmacht verfügt, schaffen es die Linken, der ganzen Republik diesen Diskurs aufzuzwingen, die Regierung und vor allem die FPÖ vor sich herzutreiben. Im ganzen Land ist eine regelrechte Hysterie ausgebrochen.

Die Absichten dahinter sind leicht zu durchschauen. Ziel der politmedialen Hetzkampagne sind nicht Martin Sellner, die Identitären oder ein paar Skinheads, sondern die FPÖ, die Regierung und von vor allem ihr meistgehasstes Mitglied, Herbert Kickl. Der eloquente Innenminister hat bisher alle linken Attacken schadlos überstanden, versucht sich – im Gegensatz zu vieler seiner Regierungskollegen – nicht den Linken anzubiedern und ihrem medialen und politischen Druck nachzugeben, wie etwa der Justizminister. Kickl zieht seine Politik durch und treibt damit seine politischen Gegner zur Weißglut. Zumal sie bei einem Großteil der Bevölkerung gut ankommt. Nach vielen missglückten Versuchen und Anläufen, von Personalfragen im Innenministerium, dem BVT, den Polizeipferden, internen Mails zum Umgang mit Medien und seinen Aussagen von der konzentrierten Unterbringung, über die Ausreisezentren bis zum Recht, das der Politik zu folgen habe, soll es jetzt über die Banden des Neuseeland-Attentats, der Identitären und eines Kongresses in Oberösterreich klappen.

Mittels Kontaktschuld und inhaltlicher Überschneidungen basteln Medien und Politiker rechtsextreme Netzwerke, die auf den unbedarften Bürger möglichst bedrohlich wirken sollen. Die linken Medien haben eine weltumspannende Verschwörung rechtsextremer Kräfte herbeiphantasiert. Das Perfide an dieser linken Verschwörungstheorie, es reicht, sich ein YouTube-Video anzusehen, eine Veranstaltung zu besuchen, ja sogar inhaltliche Übereinstimmungen, schon ist man selbst Teil dieser weltweiten Verschwörung, ohne davon auch nur etwas zu ahnen. So entsteht ein Netzwerk des Bösen von Neuseeland bis Unterstinkenbrunn.

Weil der Christchurch-Attentäter ein Jahr vor seiner Tat unter anderem an die Identitären in Österreich Geld gespendet und Herbert Kickl eine Rede auf einer Veranstaltung gehalten hat, auf der auch Identitäre anwesend waren, sind der Attentäter, Kickl, die Identitären und damit alle, die die FPÖ gewählt und ähnliche Ansichten haben, Teil dieses Netzwerks. Dieser verqueren linken Logik folgend, bezeichnete der ehemalige Revolutionäre Marxist Peter Pilz Kickl als “Innenminister der Rechtsextremen, Identitären und Neonazis”. Den nächsten logischen Schritt setzte der EU-Spitzenkandidat der SPÖ, Andreas Schieder. Er schlägt ein „europaweites Verbotsgesetz gegen rechtsextreme Parteien“ vor. Selbstredend bestimmt die Linke exklusiv was und wer rechts bzw. rechtsextrem ist. Demokratie nach linkem Gusto.

Würde man dieselben Maßstäbe und Methoden auf linker Seite anwenden, hätte man in der Sekunde ein gewaltiges, weltumspannendes Netzwerk, in dem sich der gemeine SPÖ-Gemeinderat ebenso wie Nicolas Maduro, Jean „ohne Gewalt geht es nicht“ Ziegler, Julia Herr, die Antifa, Grüne, Pilze bis hin zu den Islamisten wiederfinden würden. Neben den Attacken auf Kickl, die FPÖ und der Sprengung der türkisblauen Koalition geht es vor allem darum, alle Meinungen rechts der Mitte zu diskreditieren und zu kriminalisieren, ja, die gesamte Rechte zu delegitimieren.

Wer die unkontrollierte Einwanderung aus der Dritten Welt , die Gender-Ideologie oder den politischen Islam kritisiert, wird sofort in die rechte bzw. rechtsextreme Ecke gestellt. Mit dieser Strategie lassen sich nicht nur normale Bürger, sondern auch Politiker einschüchtern, wie das viele FPÖ-Politiker mit ihren aktuellen Distanzierungen und argumentativen Verrenkungen gerade vorführen. Erst wenn alle rechten Parteien, Vereine und Meinungen verboten und nur noch linke erlaubt und legal sind, ist unsere Demokratie gerettet.  Es geht nicht um Demokratie, sondern um Hegemonie.

Die Regierung kann oder will diesem Diskurs, dieser unheilvollen Entwicklung Richtung Totalitarismus nichts entgegensetzen, sie spielt mit. Zu verlockend sind Posten, Macht, Geld, Ansehen und das Bedürfnis, von Medien, Künstlern und Promis geliebt zu werden. Dass die Razzia gegen ein rechtsextremes Netzwerk gerade jetzt durchgeführt wurde, ist selbstredend kein Zufall, wie die Mainstreammedien richtigerwiese vermuten. Die Botschaft: Seht, wir tun etwas gegen die Rechten. Das Problem, das sowohl die Linke als auch die FPÖ haben, die heimischen Rechtsextremen und Netzwerke sind nicht annähernd so bedrohlich und gefährlich, wie sie von den Medien erhofft und dargestellt werden.
Die Identitären haben weniger Mitglieder als ein durchschnittlicher Kleintierzüchterverein, deren wichtigste Vertreter wurden zudem vor einigen Monaten von allen relevanten Vorwürfen freigesprochen. Gerichtlicher Freispruch hin oder her, sie bleiben – im Gegensatz zu den Tierschützern, die nach ihrem Freispruch von den Medien zu Märtyrern erklärt wurden – verdächtig, bleiben rechtsextrem und eine Bedrohung für unser Land. Das wird nicht einmal begründet oder belegt, dass sie das sind, wird einfach behauptet.

Rechte gelten seit kurzem als vogelfrei, das zeigt auch, dass ein Polizeiprotokoll aus Sellners Jugendtagen plötzlich in allen Medien auftaucht und kein Medium sich dafür interessiert, wie das geschehen konnte. Das Amtsgeheimnis gilt offenbar nicht mehr für alle Bürger.
Auch die nun groß präsentierte Razzia ist ein eher hilf- bis erfolgloser Versuch, die linke Reichshälfte zu beruhigen und die rechtsextreme Szene bedrohlicher darzustellen, als sie offenbar ist. Auf der Pressekonferenz wurden unter anderem Fotos von einem Messer und einem Samurai-Schwert präsentiert. So ein Schwert gibt es in jedem China-Shop um ein paar Euros zu kaufen. Man hätte auch den Kindergarten „Rosa Teddybär“ oder die Seniorenresidenz „Herbstsonne“ ausheben können, um solche Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Mit irgendwas muss man sein Brot auch dort schneiden. Auch ein Poster, das Ku-Klux-Klan Mitglieder zeigt, wurde stolz präsentiert. Das veranlasste Armin Wolf in der ZiB2 nachzufragen, ob die Verdächtigen denn Kontakt zum Ku-Klux-Klan hätten.

Nein, es geht nicht darum, die rechtsextreme Szene oder Rechtsextremismus zu verharmlosen, aber was nach der Razzia bei Besuchern eines Skinhead-Konzertes der Öffentlichkeit präsentiert wurde, waren viel Rost, Messer und ein paar Poster. Eine große Bedrohung unserer Sicherheit, Demokratie und Freiheit stellt man sich etwas spektakulärer vor. Und es ist sicherheits- und demokratiepolitisch bedenklich, wenn einerseits aus politischen und strategischen Gründen die rechte Gefahr ins Karikaturhafte aufgeblasen wird, und gleichzeitig linke Medien bei Linksextremismus, Islamismus, islamischen Hasspredigern und organsierter Clan-Kriminalität ein oder gerne auch zwei Augen zudrücken. Dass IS-Terroristen und Islamisten von der rotgrünen Stadt Wien mit Mindestsicherung finanziert wurden, regt interessanterweise die meisten Medien nicht sonderlich auf. Davon will niemand etwas wissen. Mit den Linksextremisten sympathisiert man und vor Islamisten hat man Angst. Deshalb wird die Jagd auf alles was rechter als Sebastian Kurz ist weitergehen, bis die verhasste Koalition endlich gesprengt ist und linke Hegemonie und Harmonie in Österreich wieder lückenlos hergestellt sind. Dann ist wieder alles gut.

6 comments

  1. Gerhi09

    Wenn die linke Hegemonie wiederhergestellt ist, dann geht es endgültig unserem Ende entgegen. Es wird so enden wie immer im Sozialismus: in der gleichmäßigen Verteilung des Elends!

  2. Der Realist

    Hauptberufliche “Vergangenheitsbewältiger” unter linken “Qualitätsjournalisten”, Vertreter der linken Kulturszene und sonstige heroische Kämpfer gegen Rechts, sehen ja schon seit Jahren hinter jedem Baum, hinter jeder Ecke einen Nazi, das “Niemals wieder” ist zu ihrem Schlachtruf geworden. Trotz der ständigen Warnungen vor der Machtübernahme der “Nazis”, sitzen diese jetzt sogar in der Regierung, und auch europaweit sind die bösen Rechten im Vormarsch. Wie tief der Frust bei Obgenannten ob dieser Koalition sitzt, kann man täglich beobachten. Bisherige Kampfmaßnahmen haben keine Wirkung gezeigt, jetzt müssen neue Geschütze aufgefahren werden, und mit Hilfe willfähriger Medien wird eben aus allen Rohren geschossen, meist sind es allerdings eh Rohrkrepierer.
    Warum sich auch der Bundeskanzler gar so auf die Identitären eingeschossen hat, ist für viele nicht ganz nachvollziehbar, zumal es nicht die Art von Kurz ist, derartige Überreaktion zu zeigen. Völlig ohne Not hat er die Auflösung und ein Verbot der Identitären in Betracht gezogen. Dass es diesbezüglich rechtlicher Voraussetzungen bedarf, ist dem Kanzler garantiert klar. Und warum man in einer Demokratie eine Immobilie nicht an unbescholtene Bürger vermieten darf, bedarf auch noch einer Diskussion, werden doch viele Gebäude in Wien, meist in guter Lage, von diplomatischen Vertretern genutzt, deren Heimatstaaten wohl eher nicht zu den Demokratien gehören.
    Und wie sich jetzt einige Freiheitliche drehen und winden, ist bestimmt auch kein Zeichen von Charakterfestigkeit.
    Man kann zu dem Häuflein Identitären stehen wie man will, aber es sollte noch immer die Vernunft walten, und auch der Rechtsstaat muss stets gewahrt bleiben. Auch die Spende des Schützen von Christchurch an die Identitären soll von mir aus überprüft werden, aber eine diesbezügliche Mitverantwortung zu konstruieren, ist echt schon krank, genauso wie das ständige Nazigeplärre.
    Die Obermoralisten haben sich auch dem Kampf gegen Hass im Netz verschrieben, aber gerade die selbsternannten Qualitätsmedien sind eine wahre Fundgrube von Hass, Beleidigungen und Abscheu gegenüber Andersdenkenden, und welch geistiger Schleim da täglich von sogenannten “Starkolumnisten” abgesondert wird, muss auch eine Krankheit als Ursache haben.

  3. Sven Lagler

    Habe gestern die Live Übertragung von auf OE24 mitverfolgt. Interessiert sich jetzt der Staatsschutz für jeden der dies per Internet verfolgt ? Die objektive Berichterstattung kam mir eher kommentiert vor. Hatte auch den Eindruck, dass die Moderatoren nicht ganz glücklich mit dem unspektakulären Verlauf waren. Die konkrete ausgehende Gefahr, die von diesen paar Aktivisten unserem Land droht, habe ich, auch trotz der Omas gegen rechts, dennoch noch immer nicht verstanden. Wenn die Aktivisten von der anderen Seite, die Toleranten für Offenheit und gegen Diskriminierung „Hausbesuche“ ankündigen, das Recht auf freie Meinungsäußerung dieser Gruppe nicht zugestehen wollen, sie den Zutritt zu bestimmten Berufen verschließen wollen… ist dies offensichtlich nichts Bedenkliches sondern gelebte Demokratie.

  4. sokrates9

    Was perfekt gelungen ist, ist die FPÖ zu desavouieren! Die Rückgradlosigkeit von Strache, wie schnell er zu Pudel von Kurz wurde ist traurig! Zuerst wurde erklärt dass freie FPÖ – Bürger machen können was sie wollen,privatrechtliche Mietverträge nicht gekündigt werden können, dann fällt man innerhalb eines Tages um, und ebenso dass es keine inhaltliche Verbindung zu den Identitären gibt! Die sind ganz grauslich rechts, mit die will man nicht auf ein Bier gehen ! Armselig! dass solche Beteuerungen bei vielen ideologischen Übereinstimmungen einfach lächerlich sind und selbst den dümmsten Bürger demonstriert wird, wie sich die FPÖ da verbiegt wird alles für ein paar Brosamen in Kauf genommen! Ähnlich mit Landbauer! Distanzierung, dann rechtliche Überprüfung , dann Freispruch – trotzdem ist er politisch tot! Faktenüberprüfung ist nicht angesagt, es genügt wenn Österreich Sellner einen Schweinenazi nennen darf. alle liegen flach! Sämtliche Rechtsverstöße der Medien, Publizierung von Spenderlisten – uninteressant – kein Thema! Die FPÖ hat somit genauso wenig Rückgrad wie Rot und Schwarz! Wie das bei den freiheitlichen Wählern ankommt, in deren Verbindungen noch immer Begriffe wie EHRE hochgehalten werden , wird man sehen! Bin überzeugt wenn Sellner wählbar wäre sind 40% der FPÖ Wähler dort! Die FPÖ wäre wieder jahrelang weg von der Futterschüssel – mit Papamonat wird man kaum Wahl gewinnen!

  5. Falke

    Ergänzend sei noch hinzugefügt, dass auch die Kirche in das linke Hassgeheul mit einstimmt, wie das Kardinal Schönborn gerade heute in der Pressestunde vorgeführt hat.

  6. aneagle

    Kurz und Blümel weichen zur Mitte. Mit der aktuellen Gesetzgebung erledigen Sie die Arbeit der nicht mehr existenten Linken in Österreich. Strache fällt in bester gewohnter FPÖ-Manier um und weicht in den von der ÖVP freigemachten Platz knapp rechts der Mitte aus. Er will den Herrn Söllner auf keinen Fall kennen. Fazit: rechts der Mitte beginnt ein akzeptabel großes Feld zu entstehen, das auf Bestellung wartet. Wollen sich die ehemals Konservativen samt den Freiheitlichen tatsächlich mit Mitte-links zusammendrängen, um einer AfÖ in Österreich den Platz rechts der Mitte zu überlassen? Wo gibt es die Wählerschicht, die so etwas für die Altparteien rechtfertigt? Bei AMS? In den Flüchtlingsheimen? Wahlalter 12Jahre?

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