Der Krieg der Türkei gegen christliche Missionare

Am Tag nach der Entlassung des amerikanischen Pastors Andrew Brunson aus dem türkischen Gefängnis wurde ein weiterer Christ, der seit fast zwei Jahrzehnten im Land lebt, von den türkischen Behörden festgenommen und man sagte ihm, dass er zwei Wochen Zeit habe, das Land zu verlassen – ohne seine Frau und drei Kinder. Der amerikanisch-kanadische Evangelist David Byle erlitt im Laufe der Jahre nicht nur mehrere Verhaftungen und Verhöre, sondern war auch dreimal zur Deportation verurteilt worden. Jedes Mal wurde er durch Gerichtsurteile gerettet. Diesmal konnte er jedoch die Vertreibung nicht verhindern und verließ das Land nach zwei Tagen in einer Haftanstalt. weiter hier

8 comments

  1. GeBa

    Sind es Missionare oder Geistliche die für die dortige christliche Gemeinde tätig sind?
    Missionare waren noch nie und nirgends beliebt, mit Recht.

  2. astuga

    Dazu muss man wissen, dass es in der Türkei heute nur noch 0,3 % Christen gibt.
    Vor rund hundert Jahren waren es ca 30 % (Armenier, diverse Orthodoxe und syrisch-aramäische Christen).

    Teils gingen natürlich Gebiete der Türkei verloren.
    Aber großteils wurden die Christen ermordet, vertrieben oder mussten zwangskonvertieren – wie etwa die sog. pontischen Griechen.
    Das letzte antichristliche Pogrom fand afaik in den 1950ern statt (wenn man Nordzypern nicht berücksichtigt).
    Zu Morden an konvertierten Muslimen und Priestern, Pastoren etc. kommt es vereinzelt immer wieder mal.
    …0,3 % Christen reichen damit Erdogan öffentlich vor einer drohenden Christianisierung warnt!

    In einigen westeuropäischen Ländern nähern wir uns bereits (offiziellen!) muslimischen Bevölkerungsanteilen von 10-20 %.
    Lokal kann das deutlich mehr sein, in innerstädtischen Brennpunkten um die 60 %.
    Und dabei handelt es sich, anders als bei den Christen in der Türkei, um keine autochthone Bevölkerung die schon lange vor uns hier war.

  3. astuga

    @GeBa
    Überwiegend sind es Missionare christlicher Gruppen aus den USA.
    Ist aber eigentlich egal, theoretisch gilt ja auch in der Türkei Religionsfreiheit.
    Wenn mich ein Zeuge Jehovas, Evangelikaler oder Muslim auf der Straße anspricht und ich interessiere mich dafür, dann geht das auch niemanden etwas an.

    Das Problem ist, in der Türkei bewegt man sich als westlicher Christ im rechtsfreien Raum und am Rande der Illegalität.
    Einen offiziellen Status haben nur die griechisch Orthodoxen.
    Und selbst denen sind beispielsweise die Priesterweihe und der Neubau von Kirchen verboten, oft auch die Restaurierung.
    Katholiken und Protestanten sind mehr oder weniger geduldet (etwa als deutsche Senioren die dort einen Alterswohnsitz haben und auch mal in Privaträumen einen Gottesdienst abhalten wollen).
    Jeder andere ist von der politischen Stimmungslage in der Türkei abhängig.

  4. Otto mosk

    christliche missionare haben in der Türkei nichts verloren.
    genauso haben mohammedanische missionare bei uns nichts verloren! die turkei setzt bloss den hausverstand ein, welcher bei uns abhanden gekommen ist.

  5. Falke

    Immerhin ist Istanbul auch weiterhin der Sitz des obersten Metropoliten der christlich-orthodoxen Kirche.

  6. astuga

    @Otto mosk
    Genau, wir sollten dann also folgerichtig auch muslimische Missionare ermorden?
    Wohl eher nicht.

    Der andere Unterschied: die Türkei war und ist christliches Kernland.
    Da sind die Vorfahren der heutigen Türken noch als Anhänger des Shamanismus an der chinesischen Grenze herumgeritten.
    Westeuropa war aber nie islamisch.

  7. astuga

    @Cora
    Damit Europa direkt an Syrien und den Iran grenzt? 😉
    Lieber nicht!
    Es reicht wenn sie außerhalb der EU bleiben, die Migration aus der Türkei gestoppt wird und wir alle Abkommen aufkündigen die Personen aus der Türkei Sonderrechte zusprechen.

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