Der liberale Charme der Kleinheit

“…..In weltanschaulichen und wirtschaftsphilosophischen Debatten geht es oft um den Gegensatz von Marktwirtschaft und Planwirtschaft. Dieser Gegensatz ist irreführend. Meine Studenten an der Universität Zürich erhoben regelmässig den Einwand, in unserem Wirtschaftssystem, das bei grosszügiger Interpretation als Marktwirtschaft gelten kann, werde doch auch geplant. Sie hatten völlig recht. Natürlich wird in einer Marktwirtschaft permanent und überall geplant. Studenten planen neuerdings schon früh ihre Karriere, private Haushalte planen ihre Ferien und ihre Einnahmen und Ausgaben, Unternehmen planen ihre Produktion, ihren Absatz, die Entwicklung neuer Produkte und die Eroberung vielversprechender Märkte. mehr hier

5 comments

  1. sokrates9

    Planungen in der Marktwirtschaft werden sofort dem “Markt” unterworfen der dann entscheidet ob ein Genderwissenschaftler mehr Geld verdient wie ein Arzt oder Techniker. Planwirtschaft legt nicht marktkonforme Preise auf Grund einer ideologischen Bewertung fest!

  2. Cora

    “Gegensatz von Marktwirtschaft und Planwirtschaft. Dieser Gegensatz ist irreführend. Meine Studenten an der Universität Zürich erhoben regelmässig den Einwand, in unserem Wirtschaftssystem, das bei grosszügiger Interpretation als Marktwirtschaft gelten kann, werde doch auch geplant.”

    Dieser Einwand zeigt, auf welchem Niveau heutzutage auf der Universität diskutiert wird. Auf Kindergartenniveau. Was soll da bitte herauskommen, wenn Stud * Innen nicht einmal ansatzweise kapieren, um was es geht.

  3. sokrates9

    Cora@Was soll da bitte herauskommen. Es kommt heraus dass europäische UNIs mit ihrem Kindergartenniveau auf internationaler Ebene nicht mehr vorkommen.
    Dank dieses Basiswissens kann dann Dr.Ursula von der Leyen mit beachtlichen akademischen Background (Archäologin, Volkswirtschaft, School of Economics and Political Science, Humanmedizin, Master of public health) dann den Polen erklären dass sie aus der Kohle aussteigen müssen, Primärenergieträger Kohle, Gas, Atomkraft Tabu seien, Wasserkraft auch nicht geht, aber Solar und Wind werden reichen und die hunderttausenden Bergarbeiter werden in Flüchtlingsbetreuer?? umgeschult. Das Erklärt sie ohnbe rot zu werden und die Medien sind begeistert.

  4. astuga

    Gott, was für ein dummes Argument – “In der Marktwirtschaft wird auch geplant!”
    Erstmal wird ja eben id Regel bereits zu viel geplant, was Liberale laufend kritisieren (fundierte Kritikpunkte am Wirtschaftsliberalismus wären ganz andere), schon hier geht also das Argument fehl.
    Und dann macht es wohl einen Unterschied, welchen Gesichtspunkten eine Planung unterliegt.
    Man kann die Lösung von Zielkonflikten vorraus planen, etwa welche Produtionsmenge sich bei einer Produktionsstraße rechnet (meist nämlich gar nicht das absolute Maximum).
    Man kann eine Strategie planen, wie man gegenüber Konkurrenz am Markt besteht – etwa durch Innovation.
    Man kann Produktionsstandorte planen, eine Diversifizierung, etc. pp.
    Man wird dabei immer unter dem Gesichtspunkt der Effizienz in einem volatilen Markt vorgehen – jedenfalls als erfolgreicher Unternehmer.

    Man wird sich aber nicht der Illusion hingeben, Produkte am Bedarf (also am Markt und den Konsumenten) vorbei produzieren zu können, oder in mangelhafter Qualität (etwa weil die ebenfalls planwirtschaftlich arbeitenden Zulieferer Probleme haben: Kosten und Menge an verfügbaren Rohstoffen, Erntemengen etc.).

    Ziel sind also im Idealfall anvisierte umfassende Effizienz, Innovation und Flexibilität.
    Nichts davon zeichnet eine Planwirtschaft aus, denn sie geht von statischen, zwingend idealen Vorbedingungen aus, die noch dazu alle vollkommen zufrieden stellen.

    Außerdem, wer plant denn dann?
    Natürlich Politiker, Interessensverbände und “Manager” die von oben gesteuert werden, und wie erfolgreich so etwas auf Dauer funktioniert konnten wir auch in Österreich an vielen, zu vielen Beispielen sehen.

  5. astuga

    Nachtrag: Ja, mir gehen mitunter die 10 Sorten Emmentaler im Supermarkt auch auf den Geist.
    Ist aber immer noch besser als nur zwei Sorten Käse kaufen zu können, oder gar keinen wenn in den Planungen etwas nicht gepasst hat.
    So wie es in jeder Planwirtschaft noch der Fall war.

    Ein Smartphone hätte in einer Planwirtschaft übrigens auch niemand erfunden, werte Studenten!
    Weil niemand das Risiko getragen, oder Rohstoffe umgeleitet hätte.

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