Der Nationalbanker als Blüten-Experte

Als “Scheinblüte” bezeichnete OeNB-Chef Ewald Nowotny gestern Abend (bei einer Diskussion der NZZ.at) jenen Boom, der nach der Einführung des Euro und der damit verbundenen (zu) niedrigen Zinsen in Griechenland ausgebrochen war. Damit hat Nowotny recht, aber jetzt stellt sich natürlich die Fragen: wie ist dann bitte jenes Wirtschaftswachstum zu qualifizieren, dass die EZB mit (zu) niedrigen Zinsen in der Eurozone herbeiführen will? Kleiner Tip: die richtige Antwort beginnt mit “S”.

6 comments

  1. Klaus Woltron

    Beginnt mit A wie Akromeglie: Es wachsen nur die Vorsprünge. Im 3 fachen Wortsinn. Der Körper bleibt gleich oder schrumpft. Dann verröchelt er manchmal sogar.

  2. Klaus Woltron

    PS.: Im Übrigen gehts bei der kommenden Draghi´schen Schwindelaktionen nicht um das EU – Wirtschaftswachstum, sondern simpel darum, die Schulden der Südländer per Ankauf von Schrott gleichmäßig auf alle EU – Bürger zu verteilen. Diese Strategie ist mehr als durchsichtig, und würde jedem Finanzvorstand einer AG wegen schweren Betrugs zur Einknastung verhelfen. ich wollte meine alten Freund Ewald nicht mit so einer grauslichen Meldung coram publico in Verlegenheit bringen: Er wand sich sowie so schon wie ein Wurm vor den versammelten Hühnern. Privatim tat ichs aber schon. Beim Rot – Wein.

  3. sokrates9

    Klaus Woltron@Und was nun? Der Wurm wird brav wieder mitstimmen, wie es die Großen befehlen, denn wenn die EU was sagt (wie zB Hypo nicht in die Insolvenz zu schicken) da kann man als anständiger Sozialist doch nur gehorchen!

  4. rubens

    Ja, Herr Novotny! Wer war für die Einführung des alternativlosen Fehlkontrukts Euro? In Deutschland haben 155 Kollegen Ihrer Zunft gegen die Einführung geklagt. Vom Novotny hat man NICHTS gehört.

  5. Rennziege

    Wie sich die Diagnosen gleichen, nicht aber die Therapien! Siehe “Heute vor 150 Jahren” in “Die Presse”.
    http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4630124/Heute-vor-150-Jahren_Die-Unordnung-unserer-Staatsfinanzen?_vl_backlink=/home/index.do

    3 Kernsätze daraus: Das fortbestehende Defizit macht jede Hebung des Staatskredits unmöglich. Jede neue Anleihe drückt die älteren im Preise herab. Jede Rückzahlung einer alten Schuld durch Kreierung einer neuen bedingt eine vermehrte Belastung der Staatsfinanzen sowohl an der Kapitalsschuld wie an der jährlichen Zinszahlung.

    Die grauen Zellen und warnenden Stimmen waren anno 1865, in vergleichbarer Situation eines Vielvölkerstaates, entschieden wahrnehmbarer als heute in den EU-Medien, die alle schwärenden Wunden mit Appeasement-Heftpflastern zukleben, auch die Währungspolitik. (O.K., anderthalb Jahre darauf kam Königgrätz, das die Habsburger-Monarchie in ihren Grundfesten erschütterte; aber sie hat sich bald wieder derrappelt*, zumindest bis Ende des 19. Jahrhunderts — ohne kriminelle Taschenspielertricks. Das unterscheidet unsere k.u.k. Vorfahren deutlich von den Flickschustern und Rosstäuschern, die uns so ungeniert belügen wie die Kapitänsbrücke der “Titanic”, während das Schinakel “Friedensidee EU” längst gegen mehrere scharfkantige Eisberge gesteuert wurde — bewusst, mit weitaus besseren Informationen versorgt als weiland die “Titanic”-Crew.

    * In finanzieller Hinsicht; der wenige Jahre zuvor begonnene Bau des weltweit bewunderten Ringstraßen-Ensembles z.B. wurde ungesäumt fortgesetzt. Der Gag dabei war, dass diese Prachtstraße (die seither eine touristische “Umwegrentabilität” im inflationsbereinigt zweitausendfachen Gestehungspreis eingespielt hat) den Steuerzahler keinen einzigen Heller gekostet hat; reiche private Bauherren, darunter auch die Habsburger selbst, bezahlten grandiose Preise für relevante Grundstücke, auf denen sie oder die Monarchie ebenso sündteuer bauten.
    Auf militärischem Gebiet hat sich die Monarchie nie wieder derrappelt — leider, ansonsten wäre unseren Altvörderen vielleicht der Erste (und folglich ganz Europa auch der Zweite) Weltkrieg erspart geblieben. Königgrätz war die Watschen, die 1914 einen Conrad von Hötzendorf zum Generalstabschef machte: So gut wie alle wussten, dass dieser sowohl militärisch als auch privat übel beleumundete Versager die falsche Wahl war. (Schon in den ersten Schlachten opferte Hötzendorf ohne Sinn und Verstand, ohne strategisches oder auch nur taktisches Konzept, Hunderttausende, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen oder wenigstens degradiert zu werden.)
    Aber der Kaiser war halt schon 84 und hatte die Schnauze voll von allen Kriegen, also war’s ihm wurscht, ebenso wie die kriegshetzerischen Depeschen von Wilhelm II., den er ebenfalls nicht mochte. — Siehe auch Christopher Clark, “The Sleepwalkers”.

  6. Leitwolf

    Traurig daran ist, dass das Herumdoktern an der Konjunktur nicht im Geringsten geeignet ist die strukturellen Probleme zu lösen. An diesem Wettbewerb, also der Frage wie nachhaltiges Wachstum geschaffen werden, beteilgen sich unsere Wirtschaftseliten gar nicht mal. Ironischer Weise wird stattdessen unter dem Titel “Nachhaltigkeit” – im Sinne vermeintlicher Ökologie – die restliche Realwirtschaft auch noch vernichtet.

    Und wenn dann als Folge dieser Wirtschaftspolitik immer mehr Armut herrscht, und ein paar recht akkurate Praxisbeispiele wurden gestern in “pro & contra” genannt, dann gibts halt sehr viel Mitgefühl, ein paar leere Worte über soziale Gerechtigkeit und sehr viel Achselzucken. Es soll ja niemand eine Hoffnung auf Besserung haben…

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