Der neue Antikapitalismus

“…. Die Verfechter des Kapitalismus müssen herausfinden, wie sie das System integrativer gestalten können, um wieder die Unterstützung der Öffentlichkeit zu erhalten. mehr hier

12 comments

  1. Selbstdenker

    Aus Zeitgründen nur zwei Punkte, die mir ad hoc einfallen:

    1. Dezentralisierung:

    Die Stärke vom Kapitalismus liegt darin mehrere Auswahlmöglichkeiten anzubieten und über das klar zurechenbare Residuum von Transaktionen Anreize zu schaffen um aus einer Kombinatorik mehrerer (idealerweise unendlicher) Lösungsmöglichkeiten die für die beteiligten Transaktionspartner besten Kombinationen auszuwählen.

    Durch die Globalisierung wurde dieses System gehackt. Wer in seinen Heimatort nur mehr bei Mc Donalds “essen” kann, vom einem bedingungslosen Grundeinkommen lebt, weil die Jobs nach China ausgelagert wurden, wo man die von entwickelten Technologien klaut, wird die Vorteile dieses Systems nicht erkennen können.

    Die Antwort kann nur in einer Dezentralisierung mit der Widerherstellung klar zurechenbarer Verantwortungen, die sich im Eigentum ausdrücken, liegen.

    2. Sinnfrage

    Man hat in den letzten drei Jahrzehnten den Linken die Gesamterzählung überlassen. Damit sind sie nun in der Lage ein ohne Not entstandenes philosophische Vakuum zu füllen, indem sie ironischerweise diese Marktlücke erkennen.

    Dieser Punkt wiegt umso schwerer, wenn er auf ein gesellschaftliches Umfeld partieller Geschichtsvergessenheit trifft. Die Schreckensherrschaft des Kommunismus und die philosophischen Konzepte, die das möglich gemacht haben, wird nirgendwo unterrichtet.

    Und noch was: China ist kein kapitalistisches Land.

  2. Eugen Richter

    @ Selbstdenker. Meine volle Zustimmung. Und wie Austrians wissen, ist das Zentralbankgeld der Sozialismus des Geldes. Das ist kein echter Kapitalismus. Was aber immerhin etwas freie Märkte bewirken können zeigte sich nicht nur in D nach 1948, als die sozialistische Preisbindung von 1936 aufgehoben wurde. In der DDR wurde diese erst nach 1989 aufgehoben.
    Marxismus ist der Islamismus europäischer Intellektueller (= unproduktiver, untalentierte Schwätzer, die ohne staatliche Alimentierung verhungern müssten).

  3. Kluftinger

    @ Selbstdenker
    zu 2. Sinnfrage .
    Ihre Diagnose ist richtig. Nur sollte man den Zeitraum auf mindestens 4 Jahrzehnte ausdehnen.
    Der Nachhall der 68er wurde von den konservativ/christlichen Politiker (ÖVP etc..) nicht wahrgenommen oder als vergänglich eingestuft .
    Das ist auch erklärbar im Zusammenhang mit einem weiteren Phänomen:
    Früher war die Welt einfacher. Wir waren die Guten, jenseits des Eisernen Vorhanges die Bösen.
    Da brauchte man keine konkreten Inhalte. Und als die Mauer /Vorhang weg war, suchte man nach einer Eigendefinition – und fand sie nicht. (bis heute).
    In dieses Vakuum ist die linke Internationale vorgestossen. (Dass die christlichen Kirchen dabei auch total versagt haben, ist ein weiteres Kapitel der Geschichtsvergessenheit).
    Jetzt kommt noch dazu, dass man den Grundsatz der “wehrhaften Demokratie” aufgeweicht bzw. aufgegeben hat.
    usw. usw….

  4. Gscheithaufen

    Kapitalismus ist das Betriebssystem jedweder Ökonomie – sei sie staatswitschaftlich oder individuell organisiert. Die Weltanschauung ist sozusagen die Anwendersoftware (app).
    Einzig die Achtung des Individuums und seiner Rechte wie zB Eigentum ist Garant für sinnvollen, effizienten und effektiven Mitteleinsatz. Alles andere ist Betrug an der Würde des Menschen.

  5. astuga

    Was mir am Artikel missfällt ist die unkritische Selbstidentifikation mit “dem” Kapitalismus.

    Wo doch bekannt sein sollte, dass viele Missstände die man dem Kapitalismus in die Schuhe schiebt auf politische Eingriffe (pointiert gesagt: Planwirtschaft) und Missbrauch von Machtpositionen zurückzuführen sind.
    Beides das Gegenteil von Wirtschaftsliberalismus oder freien Märkten.
    So macht man es dem Gegner natürlich einfach.

  6. Falke

    Die linksgrünen Klimahysteriker habe es geschickt verstanden, die vorgebliche “Klimaerwärmung” als Folge des Kapitalismus darzustellen, was ein Großteil des “dumpfen Mobs” auch durchaus glaubt. Wenn es nicht auch mich selbst betreffen würde – ich würde es ihnen vergönnen, einmal so richtig im Sozialismus zu leben.

  7. astuga

    @Falke – Nicht nur der dumpfe Mob, wie man am Artikel sieht auch dieser Harold James.

    Und erst jetzt gesehen, sein Artikel wurde im Rahmen von Soros Project Syndicate veröffentlicht.
    Der Hinweis findet sich ganz unten.

  8. sokrates9

    Würde nicht die gesamte Presse bedingungslos dem Klima / CO2 Schmäh nachlaufen könnte man seriöse Diskussionen Führen!

  9. Johannes

    Den “Kapitalismus“ als Reinform gibt es nicht. Alles was wir leben auf dieser Welt ist eine Mischform mit mehr oder weniger starken Akzenten. Freies Unternehmertum und erfolgreiche Firmen in der Produktionsbranche als Kapitalismus zu bezeichnen halte ich für den größten Unfug.

    Ich denke Hedge-Fonds Unternehmen, beispielsweise wie die des Herrn Soros kommen dem Begriff von Kapitalismus schon näher. Aber auch dort gilt, nicht alles was auf Gewinnsteigerung aus ist, ist automatisch auch verdammenswert.
    Gerade jetzt und hier, in Österreich, erleben wir erstaunliches. Vor 12 1/2 Jahren wurde die Bewag von Cerberus übernommen, nun ziehen sich die Amerikaner ganz zurück. Die Bank wurde nicht filetiert sie ist noch immer eigenständig und nun mehrheitlich im Aktienstreubesitz.

    Es gab in der Geschichte nur einmal eine Wirtschaftsform in der es keinen, absolut keinen Kapitalismus gab und das waren die Zeiten des Sowjetkommunismus und des Mao-Kommunismus.
    Alle Nostalgiker welche diesen Zeiten in wehmütiger Erinnerung nachhängen ist eines gemeinsam, sie haben nie in diesen Zeiten in diesen Ländern gelebt.
    Unsere Neo-Marxisten sind alle samt und sonders Phantasten ala Karl May.

    Was wir aber sehen können ist, dass sie großen Einfluss haben und sogar bürgerliche ehemaligen Großparteien welche zB. in Deutschland über Jahrzehnte die industrielle Großmacht repräsentierten schämen sich heute und wollen nichts sehnlicher als die merkelsche Deindustrialisierung.

    In Deutschland, denke ich persönlich, ist der positive Kapitalismus welcher durch die Bedürfnisse der Menschen gesteuert wird außer Kraft gesetzt worden.
    Es herrscht in gewissen Bereichen zB. der Energiewirtschaft und Autoindustrie eine Planwirtschaft die sich dadurch auszeichnet das sie eine reine Verordnungswirtschaft ist und daher zum Scheitern verurteilt sein wird.

    Bei Audi sind die ersten Zeichen gerade heute an die Wand gemalt worden (Abbau von 9 000 Stellen) . Wir werden uns an solche Meldungen in Zeiten der Planwirtschaft gewöhnen müssen.

  10. CE___

    Sorry, aber so ein Artikel der viele zusammengewürfelte Symptome beschreibt ohne aber die Ursache zu benennen ist komplett wertlos.

    Ich meine die Ursache aller dieser Symptome ist schlicht ein mittlerweile komplett aus dem Ruder gelaufenes und pervertiertes Fiat-Geldsystem potenziert mit Teilreserve obendrauf verursacht durch Noten- bzw. Zentralbanken als Ausgangspunkt, vereinfacht gesager purer Geldsozialismus.

    Der “Kapitalismus” und die “Globalisierung” tragen keine einzige Schuld an den heutigen Problemen.

    Beide sind auch nicht Schuld an ZIRP und NIRP in den heutigen Zinsmärkten.

    Genauso wenig an der Deindustrialisierung der USA und auch Europas oder irgendeiner vermeintlich fehlenden “integrativen” Kraft des Kapitalismus.

    Dies nicht zu benennen, auch auf seiten der Marktwirtschaftler, weil leider viel zu viele schwarze Schafe “unter uns sind” die hoffen noch ein wenig weiter vom Geldsozialismus profitieren zu können (aufgeblasene Vermögenswerte allgemein, pump-and-dump von Unicorns auf den durch Notenbankpolitik mit Giralgeld gefluteten Finanzmärkten, die nächste Firmenübernahme oder Aktienrückkauf noch mehr geleveraged stemmen zu können, etc.) ist eine Todsünde.

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