Der neue Iran: Bunt, tolerant, weltoffen

“…..Leider vergaß die charmante Moderatorin zu erwähnen, dass die Reformwilligkeit des wiedergewählten Präsidenten sich auch in einer Rekordzahl an Hinrichtungen niederschlägt, wobei auch Kinder und Jugendliche nicht verschont werden. Macht nichts, jede Reform hat ihren Preis. Bei uns hat die Energiewende zu steigenden Strompreisen geführt….” (Broder, hier)

7 comments

  1. stiller Mitleser

    Daß es angeblich keinen Antisemitismus gäbe und “nur” die Bahai (weil sie einen Propheten nach Mohammed kennen, der doch angeblich das letzte Wort in allen Dingen hat, das ist die große Häresie) mißliebig seien ist der linke Touristenmythos.
    Allerdings hat die persische Tradition so viele überaus gewinnende Züge: die schönen Moscheen, das Kunsthandwerk, die großartige Küche, die musikalische und literarische Tradition, die große Zahl an Uni-Absolventen, die gebildeten und trotz Chador sehr geschäftstüchtigen und – Nasenoperationen sind üblich wie in Beirut – sehr hübschen Frauen, die – auch unter einfachen Leuten – übliche Höflichkeit im Umgang (Perser vermeiden direkt konfrontatives Verhalten, das erleichtert auch das Leben in Großfamilien, man gibt nach, man einigt sich stillschweigend, evtl mit einem Magengeschwür)….. den Rest sieht man als Tourist (gern in einer OMV-Gruppe) gar nicht.

  2. aneagle

    Tolerant wie iranische Regierungen nun mal sind, hatten Juden im Iran ca. 72 Stunden Zeit in aller Gemütsruhe den Iran zu verlassen, ehe der exilierte Ajatollah Ruhollah Chomeini am 01.02.1979 wieder persischen Boden betrat. Die Ausreisewilligen wurden zur Ausreise zum Flughafen eskortiert. Es waren derart viele, dass der Teheraner Flughafen an den letzten beiden Jännertagen wegen Überfüllung für den öffentlichen Verkehr gesperrt wurde. Zwischen den abholenden EL-AL Maschinen war einfach kein Platz mehr zum Landen. Christliche Flugzeuge sah man keine, scheinbar hatten die christlichen Nationen keine. (und wohl auch kein Land, in welchen man ausreisewillige Christen hätte ansiedeln können). Die überlebenden Bahai´s wurden in Haifa (wo sonst?) angesiedelt und haben seit damals in einem prachtvollen Parkgelände den sicheren Weltsitz ihrer Religionsgemeinschaft. Was für ein Glück aber auch, dass große Teile der UNO kein double standard measurement kennen ! Bestes Beispiel: Packminister Gabriel auf Handelsreise im bunten Iran und ebenderselbe auf “diplomatischem” Exkurs im demokratischen Israel.

  3. waldsee

    Muß immerzu ,-wenn die unterschiedlichen Auswüchse der Unterwerfungsreligion geschildert werden,-der Holocaust und die Homosexualität zum Thema gemacht weden? Gibt es sonst keinen Einwand gegen muslim.Ansichten und Lebenswirklichkeiten? Hört das auch einmal auf und man wendet sich hauptsächlich gegenwärtigen Problemen zu. ( Ich habe Finkelstein noch nicht gelesen.)

  4. aneagle

    @ Waldsee
    es muss nicht und es wird nicht. Die meisten aktuellen Themen, die sich mit dem problematischen Islam befassen, handeln von der Geschlechterapartheid gegenüber Frauen, von der Gewaltaffinität und dem Terrorismus einer sogenannten Kultur, von der Vermischung von faschistischer Ideologie mit totalitärem Machtanspruch , von der Unvereinbarkeit des Islam mit der Demokratie, von der Intoleranz die sich selbst friedlich nennt, von der Scharia und ihrem rückwärts gewandtem Zwangsweltbild, von der Todesstrafe in muslimischen Länden, etc., etc
    Darüber hinaus ganz aktuell:
    auch Homosexuelle und Juden wollen ungefährdet leben können, dazu muss man Finkelstein nicht gelesen haben.

  5. astuga

    Sich darüber zu freuen, dass ein sog. Moderater gewählt wurde ist so sinnvoll wie wenn man sich gefreut hätte, dass einer von Hitlers oder Stalins hochrangigen Helfern “moderater” als diese gewesen wäre.

    Die Regierungsgewalt liegt ja ganz offiziell beim Wächterrat und Khameini, und nicht beim Präsidenten.
    Und auch das Militär und die Revolutionsgarden haben informell ein Wort mitzureden, kontrollieren sie doch auch weite Teile der Wirtschaft.

  6. waldsee

    @aneagle
    richtig,der Großteil der Menschen will leben,wenn er nicht gerade Moslem auf dem Weg ins Paradies ist.
    Das reflexartige Erinnertwerden an Geschehnisse der Vergangenheit ,an denen ich und alle, die unter 85 Lebensjahren sind keinen Anteil hatten ,stört mich und kann nur Teil irgendeiner Propaganda sein.Das gefällt mir gar nicht.Ihnen schon?

  7. Fragolin

    Was ist bunt am Iran? Benutzen die beim Steinigen inzwischen Legosteine? Oder dürfen Schwule an den Auslegern regenbogenfarbener Kräne baumeln? Oder ist es Frauen erlaubt, die grün-blau-blutroten Schwären der ehelichen Erziehung in der Öffentlichkeit zu präsentieren?
    Persien war bunt, bevor es muslimisch wurde. Es wird nicht bunt sein, solange es muslimisch ist.
    Dass man uns für dumm verkaufen will, dafür habe ich ja Verständnis, mich schockt nur immer wieder der Grad der Dummheit, der da erreicht werden soll.

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