Der ORF und die frechen Judenlümmel

“….Österreich 2016: “Drei Palästinenser nach Angriffen im Westjordanland getötet”, schreibt orf.at in einer Schlagzeile. Und weiter: “Israelische Soldaten haben drei Palästinenser im Westjordanland erschossen.” Allgemeine Empörung über die bösen israelischen Soldaten. Nur wer jetzt noch weiterliest, erfährt: “Zwei der Männer (nämlich der Palästinenser, Anm.) hätten mit Handfeuerwaffen zuvor das Feuer auf Zivilisten und Soldaten eröffnet, teilte das Militär heute mit.” Schlagzeilen können lügen. Sie können Täter zu Opfern machen. Eine wahrheitsgemäße Schlagzeile hätte gelautet: “Terroristen bei Mordanschlag getötet”. Aber das hätte nicht in ein Weltbild gepasst, in dem die frechen Judenlümmel, Pardon: die Israelis stets die Bösen und die Palästinenser stets die Guten sind…..” (weiter hier)

11 comments

  1. Rado

    Na die Salzburger Nachrichten habens gerade nötig, mit dem Finger auf den ORF zu zeigen!

  2. Kluftinger

    @ Rado
    Der Artikel von Herrn Koller ist journalistische Qualitätsarbeit. Und wie in allen Zeitungen gibt es halt auch Beiträge die nicht auf Zustimmung stossen – das muss man aushalten oder man kann sich via Leserbrief wehren!

  3. Fragolin

    @Rado
    Naja, manche dürften langsam aufwachen und sich aus dem Netzwerk ihres Opportunismus herausheddern. Ich sehe das durchaus positiv.
    Die Frage bleibt aber, ob auch dahinter nicht ein Kalkül steckt. Man bietet dem Volk “kritische Stimmen”, einen Hoffnungsschimmer, und arbeitet hintenherum weiter wie gehabt.
    In der Politik läuft es momentan genau nach jenem Schema. Da bleibt natürlich an den Medien auch ein Verdacht kleben; immerhin haben sich die Redaktionsstuben in letzter Zeit zu sehr darauf spezialisiert, ihren Fördergeldverteilern die Handflächen zu lecken und brav zu apportieren, egal welcher Mist geworfen wurde.
    Aber einen Funken Optimismus können wir uns leisten und beobachten, ob es sich um einen realen Sinneswandel handelt oder schon morgen wieder die wahren Ansichten zwischen den Zeilen hervorquellen.
    Oder jemand in Frühpension geht…

  4. waldsee

    wann wird der nachrichten -aufsager als teil
    der sendung mohamed preisen? muß ich mich dann niederwerfen? wie läßt sich linkes parteiprogramm und koran sinnreich verbinden?dauert es noch lange?
    danke für antworten.

  5. Fragolin

    @Rado
    Ich weiß, deshalb habe ich mir nach mehreren Anläufen mit gutem Willen irgendwann die SN auch nicht mehr angetan und konsequent aus meinen Pressefavoriten getilgt.
    Aber man kann es auch positiv sehen: Nur in einem linksextrem ausgerichteten Blatt kann man Worte wie “Judenlümmel” überhaupt vergleichend durch die Feder fließen lassen, ohne dass die Phalanx der Berufsempörten und Daueraufschreier in Schnappatmung verfällt und im Furor der Herzlichkeit Scheiben einschlägt oder Karrieren vernichtet. Man stelle sich dieses Wort in einer FPÖ-Aussendung vor oder einen solchen Artikel aus der Feder eines bekennenden AfD-Sympathisanten. Also genießen wir dieses weitere Beispiel der ungleichen Behandlung durch unsere Gleichheitsfanatiker und den ungerechten Umgang mit Autoren durch unsere Gerechtigkeitsfanatiker – ich liebe es, wenn sie sich täglich selbst widersprechen, unsere Meister der Inkongruenz. Man kann sie gar nicht so bloßstellen, wie sie das mit sich selbst tun. 😉

  6. Erich

    Als ständiger Leser der SN – ich gebe zu, oft mit etwas Ärgern verbunden – merke ich doch, dass sich die Blattlinie langsam in Richtung objektiv wandelt. Karl Koller und auch andere Redakteure schreiben immer wieder Artikel in die Richtung wie der gepostete. Auch Chefredakteur Perterer hat schon einen Leitartikel geschrieben, für den er noch vor einem halben Jahr als menschenverachtender Hasser von den linken Idioten beschimpft worden wäre. Allerdings übernehmen die SN viel zu viele Nachrichten von APA und DPA ohne jede Bearbeitung. So wurde unlängst behauptet, der amerikanische Präsident werde in Direktwahl gewählt und es gäbe da nur 2 Kandidaten.

    Auffallend, dass die weiblichen Journalisten (oder sagt man einfach nur “Journalistinnen”?) sehr stark nur auf Gefühle hören und daraus resultierend den üblichen Unsinn schreiben.

    Leider werden auch immer noch Fotos der in der FAZ so treffend als “Sozialfotografen” Genannten, die auch am Unglück verdienen, veröffentlicht, in denen wir – meiner Meinung nach gestellte Szenen – mit Kindern, Frauen, Familien und allem sehen, was uns zum Weinen und Spenden und Protestieren bringen soll.
    Bei den veröffentlichten Leserbriefen haben die kritischen Stimmen schon ein bisschen die Mehrheit. Die weinerlichen Gutmenschen, bei denen die Misericordia die Ratio völlig überdeckt und ihr Hirn blockiert, gibt es immer noch (wenn es nicht Briefe aus den War-rooms der Asylindustrie sind).

    Heute Dienstag allerdings wieder ein Artikel auf Seite 10, der uns suggeriert, dass die meisten “Schreckensmeldungen” erfunden sind und nur von Hassern kommen – natürlich von der APA übernommen. Es ist noch ein weiter Weg der SN weg von der Lügen- bzw. Lückenpresse (© Klonovsky)!

  7. Thomas Holzer

    @Rado
    Auch Journalisten dürfen klüger werden, zeugt immerhin von Lernfähigkeit 😉

  8. gms

    Thomas Holzer,

    “Auch Journalisten dürfen klüger werden, zeugt immerhin von Lernfähigkeit”

    Würde man hier darlegen, wonach das Establishment mit Meinungsumfragen permanent den Finger am Puls des Elektorats hat, replizierten Sie vermutlich, dies sei eine bekannte Binsenweisheit. Ergänzte man aber, es fände basierend auf diesen permanenten Umfragen auch eine Meinungs- und Stimmungslenkung statt, wiesen Sie das mutmaßlich als Paranoia zurück. [1] liegt thematisch in Reichweite und veranschaulicht zugleich, auf welcher Klaviatur der Obertan permanent spielt.

    Besagte Lernfähigkeit der Journalisten verkennt der durchschnittliche Medienkonsument tatsächlich, wenn nämlich gezielt Druck aus dem Kessel genommen wird, bloß um eben diesen wieder zu erhöhen, falls es zwecks Agendasetting darauf ankommt.

    Heribert Prantl, seines Zeichens oberster Druckerschwärzenmoralist der BRD, schrieb vor Jahren anknüpfend an die mediale Schlachtung Christian Wulffs einen legendären Mea-Culpa-Artikel, in dem er die Medienmeute offen und mit eben diesen Worten kritisierte. Offenkundig beschrieb damals ausgerechnet ein Insider die Lügenpresse und dessen konzertiertes Vorgehen.

    Hätte Prantl aber — und das ist der Witz — es mit seiner Einsicht erstgemeint, wäre es nicht ausgerechnet er selbst gewesen, der später als mediales Epizentrum der Flüchtlingsumarmer und Migrantenherbeischreiber erneut das Rudel anführt, exemplarisch auf [2] und wohlweislich mit den üblichen rhetorischen Kalibern ‘europäischer Werte’, Bejubelung zivilgesellschaftlicher Mithilfe, der deutschen Schuld nach Hitler und bombastischer Diskreditierung all jener als Egomanen und Heuchler, die das Schauspiel nüchterner betrachten.

    Journalisten weden klüger, Medienkonsumenten nicht. Dieselben, die an der Wahlurne das vorige schändliche Treiben der dann doch Gewählten immer und immer wieder vergessen, praktizieren idente Vergesslichkeit bei Medienleuten, ignorierend, wonach das Archiv heute nicht bloß Journalisten zugänglich ist.

    [1] carnegieeurope.eu/2016/02/24/will-eu-survive-refugee-crisis/iu25
    [2] sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-das-europa-der-heuchler-1.2636158

  9. gms

    Rado,

    “Ja, den Herrn Koller mit seiner Qualitätsarbeit! Genau das meine ich. Letzten Sommer hat er noch so geklungen. [fluechtlinge-als-chance]”

    So weit müßte man garnicht zurückgehen, schrieb er doch erst vor einem Monat noch von: ‘Parteien und Regierungen, die im Wettlauf mit ihrer Wählerschaft nach rechts rutschen.’ [1] Wer dabei nicht Kuhfladen vor Augen hat, kann kein Herz haben, schon garnicht links.

    Würde solch einem Schreibtischtäter die kognitive Dissonanz nicht zwischen seinen eigenen Beistrichen und Punkten hervorquellen wie das Ketchup eines Super-Big-Mac’s, der von einem ausgehungerten Teenager kraftvoll mit Händen und Kiefern malträtiert wird, könnte man dessen Text glatt mit einer gelungenen Parodie verwechseln, nach deren Finalisierung der stolze Autor seinem Teddybären am Schreibtisch ein launiges High-Five verpaßt.

    Ein bekannter und nicht mehr aktiver TV-Mann etwa hatte sich eingedenk unangenehmer Entwicklungen in seiner Branche vertraglich zusichern lassen, er würde hinkünftig bei Reportagen nur noch in der Totalen ins Bild gesetzt, was ihm erlaubte, wirksam körpersprachlich dem zu widersprechen, was er gezwungen war in die Kamera zu sagen. Vergleichbares nimmt man nun auch vermehrt bei Tintenstrolchen wahr, die sich genötigt sehen zur willfährigen Texterei, zugleich aber nicht umhin können, zwischen den Zeilen den Leser dabei flehentlich über die Zwangsjacke des Autors zu informieren.

    Apropos und expemplarisch zur Gleichschaltung: Ulf Porschardt und seines Zeichens stellvertretender Chefredakture der “Welt”, avisierte vor einigen Monaten wortreich seinern Kunden eine wiederentdeckte journalistische Ehrlichkeit; man habe verstanden, wonach die breite Leserschaft zunehmend und berechtigt sauer sei ob der Tonnen krass einseitig bedruckter Machwerke, die jeden Tag einheitlich aus allen Rohren wie saurer Regen auf sie niederprasseln.

    Und siehe da, wie ein warmer Sommerregen überschlug sich die “Welt” danach regelrecht mit Reportagen von Übergriffen der Noch-nicht-Deutschen auf Schon-länger-Bürger, und plötzlich hatte die zuvor sprachlose autochtone Masse, die für ihr Leid nirgends zuvor Gehör fand, ein Organ, dem sie blätternd und forenschreibend nachlaufen konnte. Alles paletti?

    Es zöge sich kein Spermafaden durch deutsche Redaktionsstuben, klopfte derselbe Poschardt nicht unlängst dem Zerrspiegel-Kolumnisten Fleichhauer anerkennend auf die Schulter [2], der wiederum die geschlossenen Reihen von “Zeit” und “Bild” beim Halten der Stange für Merkel thematisierte und dabei einbekannte: ‘Den deutschen Journalismus trifft keine Schuld. Meine Kollegen haben alles in ihrer Macht stehende unternommen, um die Menschen davon abzuhalten, AfD zu wählen.’ [3]

    Vorläufig enden läßt den ungustigen Faden Poschardts wiederum bei sich selbst, wenn er gestern mit Bezug auf Beatrix von Storch und deren Tweet (sinngem.) ‘nix hängt wieder einmal mit nix zusammen’, auf Gfrißbiachl festhält, nun werde ‘die Ernte der Hetze eingefahren’.

    Tja, liebe Lügenpresse, da beißen auch die Mäuse an den Schreibmaschinen erntetechnisch keinen Faden ab: Right is right and left is wrong.

    [1] salzburg.com/nachrichten/meinung/kolumne/kollers-klartext/sn/artikel/die-politik-wird-anders-185885/
    [2] twitter.com/ulfposh/status/710108348142768128?lang=de
    [3] spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahlen-2016-die-afd-und-der-trump-effekt-kolumne-a-1082379.html

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