Der ORF und die irre hohen Steuern in der Schweiz

(C.O.) Ausführlich berichtet heute das Ö1-Morgenjournal über die Vermögenssteuern in vielen Schweizer Kantonen. Diese greift dort ab einem Nettobesitz von 300.000 – 500.000 Euro. Penibel wird vom ORF erklärt, dass auch Familienschmuck, das Pferd der Frau Tochter und andere Preziosen nicht verschont werden – echt gruselig, das. Der Eindruck ist beim halbwegs politisch Interessierten klar: Dagegen sind ja die einschlägigen Pläne der SPÖ mit einem Freibetrag von einer Million geradezu human. Leider nicht erwähnt wurde in dem Beitrag freilich, dass in der Schweiz die Einkommensteuern und die Mehrwersteuer dramatisch niedriger sind. Nicht berichtet wurde, dass die Schweizer deshalb auch mit der Vermögenssteuer in Summe signifikant weniger an den Staat abliefern als die Österreicher. Aber dafür war halt keine Zeit in dem Beitrag. (orf-watch)

 

19 comments

  1. Gerhard Huemer

    Ein bisserl ehrlicher wäre die Debate, wenn man die zurecht kritisierte hohe Gesamtsteuerbelastung und die berechtigte Kritik an einer fehlenden Vermögensteuer auseinander halten würde. Es gibt gute Gründe (als Vermögensbesitzer) gegen eine Vermögensteuer zu sein, aber dies mit der ohnehin hohen Lohn und Einkommensteuer zu begründen, grenzt an Heuchelei.

  2. Herr Karl jun.

    Zum Thema Meinungsmanipulation durch den ORF: In den gestrigen Nachrichten in Ö3 um 17.00 wird von der Verhaftung von Venedigs Bürgermeister Georgio Orsoni wegen Korruption berichtet – auffallender Weise ohne Nennung “seiner” Partei. Erraten: Orsoni ist Sozialdemokrat.

  3. Pingback: Der ORF und die irre hohen Steuern in der Schweiz | FreieWelt.net
  4. Marianne

    Da bin ich aber froh, daß der Rotfunk dank des sicheren Einkommens durch Zwangsgebühren (sollte besser Steuer genannt werden) so ausgewogen und objektiv informieren kann. Nicht auszudenken wie tendenziös und einseitig ein ausschließlich durch Werbeeinnahmen finanzierter Sender berichten würde. Wir können wirklich glücklich sein, daß wir im Ösiland leben dürfen. Mehr als eine Million (un)beliebter Zuwanderer bestätigen unseren Glücksgefühl.

  5. Christian Peter

    @Christian Ortner

    ‘die Schweizer liefern mit Vermögenssteuern weniger an den Fiskus ab, als Österreicher’

    das stimmt nicht, die Schweiz ist eine Steuerhölle. Als Normalverdiener und Mittelständler zahlt man in der Schweiz höhere Steuern, als in Österreich. Nur wenn man der Pauschalbesteuerung unterliegt, fährt man in der Schweiz besser. Korrekt gerechnet, sind die Abgabenquoten in Österreich (43,2 %) und der Schweiz (42,6 %) etwa gleich hoch.

    Fiskalquote der Schweiz : Der Schein trügt.

    http://www.economiesuisse.ch/de/PDF%20Download%20Files/dp02_fiskalquote_20110221.pdf

  6. Marianne

    @Gerhard Huemer
    Für mich wäre ehrlich, wenn die gesamte Steuer-, Gebühren- und sonstige Belastung durch die “öffentliche Hand” betrachtet würde. Offenbar will sich niemand das antun auszurechnen. Das Ergebnis wäre vermutlich derart niederschmetternd (zumindest für Nettozahler ab einer relevanten Progression), daß wir lieber über Teilsteuern endlos diskutieren anstatt die gewohnheitsmäßige Verschleuderung des auf vielfältigste Weise enteigenten Einkommens endlich lautstark zu thematisieren.

  7. Gerhard Huemer

    @Marianne
    Volle Zustimmung – Sepp Pröll hat’s sogar versucht (Transferkonten), aber die SPÖ und die Landeshauptleute haben ihn ins Leere laufen lassen.

  8. Thomas Holzer

    Noch “besser” war aber die hier gar nicht erwähnte Anmoderation im Morgenjournal; sinngemäß: würde das Vermögen, welches die 82.000 Reichen in Österreich besitzen (zusammengerafft haben), sinnvoll eingesetzt werden, wäre der Staat seine Schulden ein für alle Mal los.
    Ein angedeuteter Aufruf zur Enteignung liegt nicht weit davon entfernt.

  9. menschmaschine

    ich bin überrascht, wie viele der poster hier das propagandaradio ö1, spielwiese altlinker 68er, hören. ist das ein fall von massemasochismus?

  10. Thomas Holzer

    @menschmaschine
    Man muß ja wissen, was der Feind zu unternehmen gedenkt! 😉

  11. herbert manninger

    Das Bemühen,wenigstens den Schein von Objektivität zu wahren – das war einmal, wenn überhaupt.
    Ungeniert und brutal wird da manipuliert.
    Klar, ist doch die ÖsterreichischeVersagerPartei( vormals Volkspartei) im Lager der Linken, ängstlich darauf bedacht, nicht als rechts und was weiß ich bezichtigt zu werden.

  12. Christian Weiss

    5. Juni 2014 – 14:03 Christian Peter Steuerhölle Schweiz : (tatsächliche) Spitzensteuerbelastung bis zu 53 %, höher als in Österreich und Deutschland. – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=29104#comments

    Auch wenn ich Ihnen recht gebe, dass die Steuerbelastung in der Schweiz vor allem im übrigen Europa viel zu positiv dargestellt wird: Die von Ihnen verlinkte Kolumne von Reiner Eichenberger nennt Beispiele aus Hochsteuerkantonen.
    Man muss wissen, dass in der Schweiz aufgrund der Finanz- und Steuerautonomie der Kantone gewaltige Unterschiede bei der Abgabenlast bestehen. Es ist kein Problem, bei gleichem Einkommen in Gemeinde A doppelt bis dreimal so viele Steuern zu zahlen wie in Gemeinde B.
    Der grösste Teil der direkten Steuern auf Vermögen und Einkommen geht in der Schweiz zu Lasten der Kantons- und Gemeindesteuern. So vielfältig die Schweiz in ihren Landschaften ist, so ist sie es auch in Sachen Staatsverständnis: Die französisch sprechende Schweiz ist traditionell deutlich etatistischer als die Deutschschweiz. In der Romandie ist man davon überzeugt, dass es für die Gesellschaft gut ist, wenn der Bürger anständig geschröpft wird und der Staat viele gesellschaftliche Leistungen übernimmt. In der Deutschschweiz herrscht diesbezüglich eine andere Mentalität, weshalb die Deutschschweizer auch deutlich mehr ehrenamtliche Arbeit leisten. In den Kantonen Jura und Neuenburg werden deshalb gewaltige Steuern schon bei mittleren Einkommen fällig, während man in den Kantonen Schwyz, Zug und Nidwalden, die am stärksten der urschweizer Spirit der Eigenverantwortung vertreten, viel günstiger wegkommt. Verstärkt wird die ganze Angelegenheit natürlich noch dadurch, dass sich Topverdiener wegen der unterschiedlichen Steuerlast nicht bei den Kommunisten im Jura ansiedeln. Ein übriges tut der interkantonale Finanzausgleich, der dafür sorgt, dass die Steuerhöllen im Westen von den Steuerparadiesen in der Zentralschweiz profitieren, weil diese wegen des hohen Durchschnittseinkommens ihrer Einwohner in den Finanzausgleich einzahlen müssen, der dann im Westen ausgeschüttet wird. Statt diesen Finanzausgleich dazu zu nutzen, um den Kanton fiskalisch wettbewerbsfähiger zu machen, wird das Geld lieber für nice-to-have-Dinge rausgehauen.

  13. Christian Weiss

    Penibel wird vom ORF erklärt, dass auch Familienschmuck, das Pferd der Frau Tochter und andere Preziosen nicht verschont werden – echt gruselig, das. – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=29104&cpage=1#comment-33729

    Den will ich kennenlernen, der solcherlei Zoig in der Steuererklärung angibt.

    Im Kanton Zürich beträgt übrigens der Steuersatz auf ein Vermögen von 300’000 Franken 0.37 Promille, der dann jeweils einmal zu 100 % bei den Staatssteuern (für den Kanton) fällig wird und je nach Wohngemeinde zu 72 bis 124% bei den Gemeindesteuern fällig wird – im höchsten Falle also bei ca. 0,83 Promille liegt.

    Der Höchststeuersatz liegt bei 3 Promille, der ab dem 3,2 Millionsten Franken fällig wird. In einer Hochsteuergemeinde bezahlt man also für jenen Teil des Vermögens, der 3,2 Millionen überschreitet, einen Steuersatz von 6,72 Promille.
    Wohin deuten den die Pläne in Österreich.

  14. Rennziege

    Jeder Säufer (alias Hochsteuer-, Bonzen- und Verschuldungsstaat) versucht seine Sucht zu relativieren, indem er seinen zitternden Zeigefinger auf andere Schluckspechte zu richten, die in seinen Augen noch tiefer ins Glas schauen. Doch die trinken drei Achterl oder manchmal vier, und das war’s.
    Das ist der Unterschied zwischen Österreich und der Schweiz: Österreich säuft, die Schweiz nippt. Im ORF werden schon am Vormittag die Doppelliter durch die Redaktionskorridore gekarrt; in den Sendern der SF-DRS ist nur mittags in der Kantine beim Essen etwas Wein gestattet.
    Entsprechend entwickelt sich die Steuer- und Abgabenlast: Österreich hat eine finale Leberzirrhose, die Schweiz eine gesunde Wirtschaft, fröhliche Bürger und ein sich selbst tragendes Sozialwesen.

    Niemand möge mir erzählen, dass dies unseren gewählten und ungewählten Drohnen unbekannt ist.

  15. Rennziege

    Pardon: Nicht “zu richten” soll in Zeile 2 stehen, sondern “richtet”.

  16. Christian Peter

    @Christian Weiss

    Die Fiskalquote der Schweiz ist – trotz aller Unterschiede zwischen den Kantonen – gleich hoch wie in Österreich (siehe Link oben von economiesuisse). Der Mythos der Schweiz als Steuerparadies entspricht nicht den Tatsachen. Lediglich Ausländer, die in der Schweiz das Privileg der Pauschalbesteuerung genießen (wird es wegen der Diskriminierung der Schweizer Bevölkerung auch nicht mehr lange geben), können sich in der Schweiz Geld sparen.

  17. Dieter Raml

    @Christian Peter
    Sehr geehrter Herr Peter,
    haben Sie schon einmal in der Schweiz gelebt? Kann ich mir nicht vorstellen, sonst wüssten Sie, dass die Steuersituation, je nach Kanton zwar in unterschiedlichem Ausmaß, aber jedenfalls unvergleichlich günstiger ist, als in Österreich. Alleine schon der Unterschied zwischen der AHV und unseren Sozialsystemen ist himmelhoch! Also ich tausche sofort mit der Situation in der “Steuerhölle”

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .