Der ORF und die Kürze der Geschichte

(GEORG VETTER) Der Moderator der ersten ZIB1-Sendung nach der Inauguration Donald Trumps leitete den Bericht mit den Worten „In der kurzen, nur etwas mehr als 200jährigen Geschichte der USA“ ein. Nun wissen wir spätestens seit Einstein um die Relativität der Zeit und können daher durchaus der Meinung sein, dass die etwas mehr als 200 Jahre Geschichte der USA einfach „kurz“ seien.

Wenn das staatliche Fernsehen ein derartiges Zeitverständnis an den Tag legt, liegt es nahe einen Vergleich mit der Dauer der eigenen Geschichte zu wagen. Zwar wird unser Haus der Geschichte erst im November 2018 zum 100jährigen Jubiläum der Gründung der ersten Republik eröffnet, doch wissen wir schon heute, dass sich diese Institution mit der Geschichte Österreichs (erste) ab Mitte des 19. Jahrhundert mit besonderem Schwerpunkt ab 1918 bis zur Gegenwart beschäftigen wird. Ursprünglich sollte das Haus der Geschichte lediglich die beiden Republiken beleuchten, doch erwies es sich als ratsam, auch den Weg zur ersten Republik abzubilden. Kritiker hätten daher lieber von einem Haus der Republik gesprochen, noch kritischere Geister wegen der ideologischen Ausrichtung von einem Haus der Sozialdemokratie.

Wenn also das offizielle Österreich die eigene Geschichte auf knapp 100, höchstens aber 167 Jahre beschränkt, klingen die etwas mehr als 200 Jahre der Geschichte der USA plötzlich nicht mehr so kurz.

Man kann allerdings auch der Meinung sein, dass zur Geschichte Österreichs auch die Geschichte der Habsburger und auch die Geschichte der Babenberger gehören – womit wir auf über 1000 Jahre kämen und die 200 Jahre der USA wiederum kurz erscheinen würden. Sollte man im ORF auch dieser Ansicht sein (und wollte man nicht nur eine abschätzige Bemerkung über die USA in den Raum stellen) sei der Sender herzlich eingeladen, das Bewusstsein über die Tiefe unserer Geschichte zukünftig unabhängig vom neuen Haus zu fördern.

11 comments

  1. Thomas Holzer

    “………sei der Sender herzlich eingeladen, das Bewusstsein über die Tiefe unserer Geschichte zukünftig unabhängig vom neuen Haus zu fördern.”

    Das wäre dann denn doch wohl etwas zu viel verlangt 😉

  2. Astrid Weinreich Südtirol

    Der Bericht über die Amtseinführung mit dieser blonden Dame war mehr als peinlich und es wäre kein Wunder- wenn die Menschen den ORF überhaupt nicht mehr einschalten würden. Man kann wirklich nur von Inzucht sprechen.
    Gegenfrage- haben sie in Österreich keine neutralen Journalisten mehr- besser keine normalen udn ehrhaften Fernsehansagerinnen wie es zum Beispiel Ursula war??

  3. Fragolin

    Also bitte, hat da jemand die knapp tausend Jahre zwischen 1938 und 1945 vergessen? Dagegen kommt weltweit kaum jemand an!

  4. Thomas Holzer

    @Astrid Weinreich Südtirol
    Sie meinen hoffentlich wohl nicht eine Frau Stenzel?!
    Die hat sich leider sehr, allzu sehr verbogen (im Laufe ihrer “Tätigkeiten”)

  5. Thomas Holzer

    @Fragolin
    „Der Hitler hatte schon recht mit den 1000 Jahren. 12 Jahre er an der Macht, 988 Jahre Bewältigung“

    Merkel und Konsorten versuchen gerade, die ersten paar Jahre zu bewältigen (siehe “Griechenland-Rettung”, “Flüchtlingskrise”, “Deutschlands Freiheit/Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt” etc., etc. etc.)

  6. waldsee

    @fragolin 1000-12= 988 jahre dauert das 12 jährige reich noch. da können wir noch allerlei wahrheiten empfangen.wie das so war und so….vom heldenhaften kampf gegen die nazis 1933 und besonders ab 2010 . es wird in bälde sicher auch von al husseiniseite (nicht barak hussein o.) beleuchtet sein.

  7. mariuslupus

    Eine Linke, durch Sozialistion im bidungsfernen Millieu, ORF, bedingte Unfähigket in historischen Kategorien zu denken.
    Die Gründung der USA, damals, paar britische Provinzen, steht auf den Schultern der europäischen Aufklärung. Die Verfassung und die Abkehr von der Monarchie, ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen, sondern Menschen die sich Freiheit, aber auch einen freien Handel, gewünscht haben, diese Idee hatten und sie auch in die Tat umsetzten.

  8. Luke Lametta

    freut euch auf die nächste Generation, ich würd Wetten dahingehend abschließen, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis der ORF e.g. meiner lieben Freundin Hanna Herbistihase Herbst nen Vertrag gibt. Jung, telegen, Twitterstar, verhabert mit ganz Linkswien – und weltanschaulich links von Karl Öllinger daheim.

  9. Nietzsche

    Die ORF-Berichterstattung habe ich mir nur eine Minute gegeben. Die diensthabende Tusse hat dreingeschaut, als ob ihr Galle zu trinken gegeben hätte. LOL. Hab ich ihr gegönnt.

  10. Nimbus59

    Sonst wird vom ORF jeder Blödsinn sls Livestream ins Internet übertragen. Die Angelobung Donald Trump’s jedoch nicht!

    Ich darf mich daher an dieser Stelle beim ARD bedanken, was ausserdem hinsichtlich der untergriffigen Kommentare im ORF ohnehin die bessere Wahl gewesen ist.

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