Der ORF und das Bargeld-Verbot

Von | 21. Dezember 2015

(WERNER REICHEL) Schon seit langem ist der EU das Bargeld ein Dorn im Auge. Auch wenn man die Pläne zur Abschaffung von Banknoten und Münzen derzeit noch offiziell dementiert. Schließlich ist die EU dank der katastrophalen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik ohnehin extrem unpopulär. Da ist es besser, den Ball vorerst flachzuhalten. In einigen Staaten, wie etwa in Italien oder Frankreich, gibt es aber bereits Bargeld-Einschränkungen und Obergrenzen. Und weil diese Maßnahmen in der Bevölkerung so unbeliebt sind, geht man bei deren Umsetzung nur schrittweise vor. Zu dieser bewährten Salamitaktik gehört es, dass in einem ersten Schritt diverse „unabhängige“ – sprich mit Steuergeld finanzierte – Experten entsprechende Botschaften lancieren, die linken Mainstreammedien greifen diese dankbar auf und mehr oder weniger behutsam wird versucht, die öffentliche Meinung in die gewünschte Richtung zu lenken.
Als Staatssender darf der ORF da natürlich nicht fehlen. Auf orf.at ist zu lesen: „Zunehmend stellt sich aber die Frage, in welcher Form Menschen ihre Finanztransaktionen künftig tätigen sollen. Stimmen werden laut, dass Münzen und Scheine nicht mehr zeitgemäß und angesichts technischer Möglichkeiten gar ein Anachronismus seien.“
Ah, „Stimmen“. Konkreter wird der ORF nicht. Irgendwelche Stimmen eben. Und warum sind diese nicht näher bezeichneten Stimmen für eine Bargeldabschaffung? Damit wir es bequemer und mehr Freizeit haben: „Durch das Hantieren mit Wechselgeld gehe an Supermarktassen zudem wertvolle Zeit verloren.“
Ein weiterer Grund, warum uns das das Bargeld weggenommen werden soll, ist laut diesen Stimmen bzw. Experten, die Sicherheit. Schließlich könne man ja Geldscheine fälschen. Also eine rundum sinnvolle Maßnahme zu unserem Wohle.
Worum es beim Bargeldverbot tatsächlich geht, erwähnt der ORF mit keinem einzigen Wort. EU und EZB sind mit ihrer Politik des Gelddruckens erwartungsgemäß gescheitert. Der ökonomische Voodoo-Zauber hat sich als das entpuppt, was er ist, als sozialistischer Hokus Pokus. Das viele neue Geld will und will nicht in der realen Wirtschaft ankommen. Weil ein Paradigmenwechsel oder das Eingestehen des Versagens für die Geldsozialisten in Frankfurt und Brüssel undenkbar ist, geht man weiter in Richtung totale Unfreiheit, da die Bürger zunehmend das Vertrauen in das System des ungedeckten Geldes verlieren. Ihnen sollen nun alle Möglichkeiten genommen werden, aus diesem System zu fliehen. Man kann die Europäer nur dann einfach und bequem mit Geldentwertung und Negativzinsen um ihr Erspartes bringen bzw. sie zu fleißigen Konsumenten umerziehen, wenn man ihnen alle Fluchtwege versperrt. Das Bargeldverbot ist der wichtigste, aber nicht der einzige Schritt in diese Richtung. Jede Wette, demnächst werden im ORF und anderen Mainstreammedien erste „Experten“ andenken und fordern, den Handel und den Besitz von Gold massiv einzuschränken. Goldverbote hat es in der Geschichte immer wieder gegeben, etwa in den 1930er Jahren in den USA oder im Dritten Reich.
„Geld ist geprägte Freiheit“, hat der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski geschrieben. Genau darum geht es. Mit einem Bargeldverbot kann der Bürger umfassend überwacht und ganz einfach diszipliniert werden. Nichts würde dem Staat mehr verborgen bleiben und er kann quasi auf Kopfdruck die soziale Existenz von Dissidenten vernichten und ihre Beweguzngsfreiheit massiv einschränken. Mit der Abschaffung des Bargeldes wird auch unsere Freiheit abgeschafft. Aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass wir an der Supermarktkasse nicht mehr so lange anstehen müssen. (hier)

10 Gedanken zu „Der ORF und das Bargeld-Verbot

  1. Der leiwaunde Johnny

    Hatte diesen Beitrag auf orf.at ebenfalls gelesen und genau dieselben Gedanken wie Ihnen schossen mir durch den Kopf. Danke, dass Sie das Thema hier aufgreifen.

  2. Selbstdenker

    Die Problematik rund um die Bargeldabschaffung war mir lange nicht bewusst, so wie vielen die Problematik rund um die Abschaffung anderer elementarer Freiheitsrechte (Privatsphäre, freie Meinungsäußerung, Eigentumsrechte, etc.) zum Teil auch heute immer noch nicht bewusst ist.

    Kern der Sache ist der, dass ein bis dato allgemein geltendes unteilbares Freiheitsrecht zugunsten eines prekären Rechtsbesitzes umgewandelt wird.

    Wer als Individuum oder durch Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (Zuordnung erfolgt meist willkürlich und durch Zwang) einmal in Ungnade gefallen ist, dem können diese prekären “Freiheitsgarantieen” jederzeit wieder entzogen werden. Und zwar anhand pauschaler Regelungen und ohne aufwändige Gerichtsprozesse und Verwaltungsverfahren.

    Ein zugegeben geringfügig überspitztes Beispiel: politisch ungewollte Meinung –> automatische Einstufung als “Rechter” (=Rechtsextremist =Nazi) –> Sperrung vom Girokonto durch einheitliche EU-Richtlinie gegen Rechtsextremismus (verpflichtender Bestandteil der allgem. Geschäftsbedingungen von Banken) –> Existenzvernichtung

    Der Schlüssel zur erfolgreichen Umwandlung von Freiheitsrechte in prekäre Freiheitsgarantieren liegt darin, dass eine breite Bevölkerungsmehrheit davon ausgeht selbst nie in die Verlegenheit zu kommen, dass einem diese Freiheitsgarantien widerrufen werden:

    Wer nichts zu verbergen hat, der wird auch nichts gegen die umfassende Speicherung und Auswertung seiner Finanztransaktionen, seiner Bewegungen im Internet und seiner Standortdaten einzuwenden haben, oder?

    Ich kann mir gut vorstellen, wie die Kleinbauern in Russland anlässlich der Kulaken-Enteignung (und deren anschließenden Erschiessung) gejubelt haben…
    …in etwa so, wie die Landarbeiter bei der anschließenden Enteignung der Kleinbauern gejubelt haben…
    ….bevor sie von linientreuen Bolschewiki in den Gulag gesteckt wurden.

    In Deutschland ist der Jubel betreffend der Beschlagnahmung von ungenutzen Grundflächen und leerstehenden Wohnungen sehr schnell verhallt…
    …seitdem die Leute sehen, dass die Enteignungs- und die Entmietungswelle immer näher kommt und immer kleinere Immobilien dazu herangezogen werden.

    Wenn einmal der Damm gebrochen ist, kann man – allen Beteuerungen zum Trotz – die Zeit von 10 rückwärts zählen bis man selbst dran kommt.

  3. Hanna

    Aber: Die EU weiß ja, dass viele Leute sich gegen das Bargeldverbot sträuben werden (weil: Enteignung). Also hat man schon vorgesorgt und eine “Alternative” entwickelt – “DICE”: http://www.edaqs.com/products/dice-cash-security-system/
    “Dynamic Intelligent Currency Encryption” steht für gechippte “Geldscheine”, die dem Besitzer gutgeschrieben werden, deren Weg dann immer kontrolliert und nachvollzogen werden kann, und – die von der Regierung auf Knopfdruck für ungültig erklärt werden können. So – der “Bargeld”-Ersatz ist eigentlich schlimmer als bloß nur “Plastik”.
    Das österreichisch-deutsche Technologieunternehmen EDAQS stattet also Banknoten mit einem hochverschlüsselten RFID-Funkchip aus, und mittels entsprechender Terminals, ob bei Banken oder in Geschäften, “liest” und registriert das “DICE” genannte Geldsystem die Banknote … In Handel und Logistik gehört die berührungslose Funktechnik ja längst zum Alltag, ebenso in Luftfahrt, Automobilindustrie oder Pharmaindustrie. Auf dem DICE-System beruhendes Geld gilt als Lösung der “Probleme”, die Bargeld angeblich mit sich bringt. Banknoten können also ferngesteuert entwertet und wieder ge-wertet werden, das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. (Warnung: Ist aber sehr, sehr bitter!)
    Good-bye Anonymität, und der “Besitzer” (f*** Gendering) hat genau gar keine Kontrolle mehr über sein Geld. “RFID” bedeutet ja “Radio Frequency Identification” und ist eine „Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen“. Ein RFID-System kann bei Objekten und Lebewesen angewandt werden und besteht aus einem Transponder, der sich am oder im Gegenstand bzw. Lebewesen befindet und einen kennzeichnenden Code enthält, sowie einem Lesegerät zum Auslesen dieser Kennung; RFID-Transponder können so klein wie ein Reiskorn sein und implantiert werden, etwa bei Haustieren oder Menschen, zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren mit Radiowellen. DICE-Banknoten tragen also ein “Identifikationsmodul” samt Kodierung, die von der “Cloud” gescannt bzw. gelesen wird und so automatisch registriert und verwaltet werden kann. Anders gesagt: Das DICE-Geldsystem hängt also wieder von Technologien ab, auf die Benutzer keinen Einfluss haben … Alternative zum “normalen” Bargeld?? Hahaha, nein das stinkt nach Bargeldverbot. Und Letzteres wird über Nacht kommen.

  4. Fragolin

    Gegen das, was unsere Obertanen gerne umsetzen möchten, wirkt der “gläserne Bürger” wie ein Klumpen Teer.
    Nicht denken, liebe Eloy, schön facebooken und twittern und gamen und televisionieren und träumen und schlafen – die Morlocks holen eh nur die Bösen bei nacht, und solange ihr lieb und brav und antidiskriminierend und konsensorientiert und gendergespült und mähh, mähh, määäääh….

  5. Selbstdenker

    @Fragolin
    Und warum? Weil einerseits viele, die derartige Dinge kommen sehen, sich mit hysterischer Übertreibung selbst unglaubwürdig machen und anderseits viele glauben, dass es eh nur die (jeweils) anderen betrifft (die Raucher, die Gesetzlosen, die Sexisten, die Rassisten, die Reichen, etc.)

    Es sollte sich jeder die Frage stellen, wie man bestimmte Regeln sehen würde, wenn sie einem persönlich betreffen würden.

    Beispiel: Wie würde man es sehen, wenn die Einschränkung der Meinungsfreiheit nicht sogenannte “Rechte” betreffen würde, sondern wenn einem selbst jemand unrichtigerweise vorwirft ein “Rechter” zu sein?

    Diejenigen, die den Leuten die Freiheiten wegnehmen wollen, machen sich den Glauben vieler zunutze, die meinen, dass sie das Gift, dass sie in Umlauf bringen, nicht eines Tages selbst trinken müssen.

  6. Fragolin

    @Selbstdenker
    Die meisten Regeln treffen einen früher oder später selbst, aber die meisten begreifen das nicht, solange sie nicht selbst gefangen werden. Siehe das erstaunte Schweigen derjenigen, die “Antidiskriminierung” und “Kampf gegen hetze” bejubelt haben und jetzt feststellen müssen, dass das eben nicht gegen Salafisten sondern deren Kritiker eingesetzt wird. Jeder, der diese Gefahr an die Wand malte, wurde als “hysterischer Spinner” abgetan, bis es plötzlich dazu kommt, dass sich keiner mehr den Mund aufzumachen traut…

  7. Luke Lametta

    Meanwhile in Nakamotoland: Bitcoin bei 430 USD. Draghicoin hält bei 2015er Verlusten von etwa -8%… (Euro Currency Index)

  8. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Ich muss selbstkritisch eingestehen, dass ich bis vor nicht allzu langer Zeit auch der Meinung war, dass man extrem rechten wie extrem linken Schreihälsen einen Maulkorb verpassen sollte. Inzwischen sehe ich das anders und ich muss unter anderem Thomas Holzer (von ihm habe ich hier leider schon längere Zeit nichts mehr gelesen) zugestehen, dass er bestimmte Entwicklungen sehr treffend prognostiziert hat.

    Gesetze gegen “Hate Speech” sowie Antidiskriminierungsgesetze sind nicht das was deren Verfechter öffentlich vorgeben. Auffällig ist, dass die Tatbestände sehr pauschal und schwammig angedeutet werden während die geschützten Gruppen äußerst präzise definiert und aufgelistet werden.

    Es handelt sich nicht bloß um vielleicht gut gemeinte aber wirkungslose und lästige Nebengesetze, sondern um eine Art Einführungsverordnung in den Linksstaat. Ein paar unscheinbare Bestimmungen reichen aus um eine Schubumkehr eines ganzen Landes in ein sich abzeichnendes totales Desaster zu bewirken.

    Siehe auch:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/diese_migrationspolitik_bricht_das_recht

    Bestimmte Grundmuster sind mir schon seit längerer Zeit aufgefallen und man spürt auch aus welchen geographischen und ideologischen Himmelsrichtungen dieser faulige Hauch strömt. Man hat lange Zeit diese zum Teil neu wirkenden Erscheinungen und ihre Ziele nicht benennen können. Die Ideologie die dahinter steckt heißt Neoprogressivismus.

    Teil 1:
    https://www.youtube.com/watch?v=hFnd6IS0DrY

    Teil 2:
    https://www.youtube.com/watch?v=30rReG5sdyM

    Teil 3:

  9. Bernhard Mann

    Ich finde es traurig, dass jedem mündigen Bürger das Recht auf Bargeldzahlung genommen werden soll.
    Der einzelne Mensch soll offenbar entmündigt werden und somit immer besser durchschaubar.
    Spannend wäre auch folgende Frage: Muss dann jedes Kind seine Schuljause auch mit Karte zahlen?
    Wie kommt ein 6-Jähriges Kind an eine Bankomat- oder Kreditkarte???
    Dieser Vorschlag ist nicht reslistisch umsetzbar.

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