Der rätselhafte Lauf des Exportgiganten Deutschland

“Die deutschen Arbeitskosten steigen seit Jahren schneller als in anderen Ländern. Eigentlich müsste das den Exportboom abwürgen, das Gegenteil ist der Fall. Doch Ökonomen fürchten ein böses Erwachen.” Warum hier

10 comments

  1. John

    Der Lauf ist nicht mehr so rätselhaft, wenn man sich die Target 2 Salden der EZB anschaut.

  2. Herbert Manninger

    Und es wird noch toller, wenn die kürzlich Dazugekommenen ihr Fachwissen einbringen.

  3. Falke

    @Herbert Manninger
    Ganz richtig; ich vermute, dass Mercedes-Chef Zetsche – aus seiner unbändigen Freude über die neuen Fachkräfte zu schließen – seine Autos jetzt großteils von afghanischen Ingenieuren planen und montieren lässt. Oder täusche ich mich vielleicht? Wir in Österreich, wie auch Schweden, sind aber ähnlich gut unterwegs. Leider muss man da auch gewisse Nachteile in Kauf nehmen, wie es etwa gerade eben in Schweden passiert ist. Das sind aber bedauerliche Einzelfälle, die den positiven Gesamteffekt natürlich nicht beeinträchtigen können. Vor allem darf man die Neubürger jetzt keineswegs unter Generalverdacht stellen; wichtig ist jetzt nur der Kampf gegen Rechts.

  4. Christian Peter

    Was soll dabei ein Rätsel sein ? Durch den schwachen Euro verkaufen deutsche Unternehmen ihre Produkte weit unter Wert, was die große Nachfrage nach diesen Produkten erklärt. Dauerhaften Nutzen bringt der deutsche Exporterfolg jedoch keinen, da ein Großteil der Exporte verschenkt wird. Zerbricht die Eurozone, was nur mehr eine Frage der Zeit sein dürfte, haftet Deutschland mit etwa 1 Billion Euro aus dem Target-System und ist mit einem Schlag Pleite.

  5. Christian Peter

    @John

    Das kann man wohl sagen, sollte der Euro wegen Misserfolgs irgendwann aufgelöst werden müssen (was nur eine Frage der Zeit sein dürfte), dann ist Deurschland über Nacht pleite. Auch der Ausstieg einzelner Länder aus dem Währungsverbund würde enorme Kosten für den deutschen Steuerzahler bedeuten.

  6. mariuslupus

    Na ja, wer auf dem Tiger reitet:
    There was a young lady of Niger
    who smiled as she rode on the tiger
    they returned from the ride
    with the lady inside
    and the smile on the face of the tiger

  7. Johannes

    Nationalismus und Protektionismus sind natürliche Feinde einer übermächtigen Wirtschaftsmacht die die Wirtschaft des eigenen Landes zu ersticken droht.
    Gerade Deutschland muß verstärkt aus Deutschland auslagern und zwar nicht nach China sondern in die osteuropäischen Wachstumsmärkte. Wir lassen doch in Wirklichkeit die großen Potenziale Europas brach liegen dabei wäre dort eine win-win Situation. Es ist eine sträfliche Dummheit um die Türkei und Ukraine zu buhlen wenn Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien wie dritte Welt Länder darben müssen und es ist weit und breit kein Konzept zu erkennen wie es dort besser werden könnte. (Polen und Ungarn beginnen gerade auch durch deutsche Investitionen interessante Perspektiven zu entwickeln.

    Wie gefährlich diese dumme EU Außenpolitik ist zeigt sich an Bosnien das von den Saudis und Serbien das von den Russen umworben wird. Wenn hier nicht bald mehr Engagement der EU sichtbar wird gewinnen diese Mächte großen Einfluß und sitzen dann im Herzen Europas.

  8. raindancer

    @Johannes
    das denk ich mir schon lange …wie wahr
    Die Türkei ist schon verloren …die wird nie wieder westlich….
    Aber Serbien und Bosnien könnte noch wirklich europäisch werden.
    Meiner Einschätzung nach wenns nach der Religionsaufteilung geht ..wird Bosnien verloren sein…
    Wohingegen Mazedonien überraschen europäisch war …..

  9. Leitwolf22

    Die Welt ist voller Wunder und Rätsel – wenn man nichts versteht!

    Der fatale Irrglaube Exportüberschüsse kämen daher, dass man gar nicht so viel konsumieren könne wie man produziert, haltet sich anscheinend hartneckig. Wenn man der Logik weiter folgt, dann dürfte in Deutschland ein derartiger Reichtum herrschen, dass es nicht nur niemanden an irgendwas mangelt, sondern man auch gar keine (ausländischen) Luxusgüter mehr bennenen könne, die man allenfalls noch anschaffen möchte. Felix Germania!

    Schnitt, Klappe, Realität, Szene 1: Saldenmechanisch gehen Leistungsbilanzüberschüsse zwangsläufig mit Abflüssen an Kapital einher, gleichgültig ob man diese korrekt als (Kapitalbilanz-) Defizite, oder recht kreativ (aber heute politisch präferiert) als Überschüsse bezeichnet. Fakt ist: das im Inland angesparte Geld wird in Summe im Ausland investiert. Das ist übrigens nicht nur aktuell so, sondern war schon in den Zeiten da Deutschland als “der kranke Mann” bezeichnet wurde so. Es handelt sich also um einen “Erfolgsfaktor”, der offenbar völlig unabhängig vom Erfolg ist.

    Während investitionstechnisch in Deutschland also nach wie vor finsterste Nacht herrscht, was nachhaltiges Wachstum (nach wie vor) verunmöglicht, erfreut sich die Konjunktur einer Geldpolitik die maßgeschneidert für das daniederliegende Südeuropa ist, in D aber (und nicht nur da) zu klassischer Blasenbildung führt. Dadurch wird zwar angenehmer Weise die Arbeitslosigkeit ein wenig gedrückt, vor allem aber gehen die Immobilienpreise durchs Dach, und damit (seltsamer Weise) auch die Mieten.

    Und so nimmt das Drama seinen Lauf. Denn während Wohnen für einfache Leute immer weniger leistbar wird, freuen sich Immobilienbesitzer über Gewinne aus dem Nichts. Doch wenn die Party erst mal zu Ende ist, dann werden abermals Investoren und Banken vor einem Scherbenhaufen stehen.

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