Der Schmäh mit dem nachhaltigen Wachstum

“…..Die Umweltbewegung ist gescheitert. Wovor hat sie gewarnt, welche Entwicklung wollte sie vermeiden? Ob im Kampf gegen die Überfischung, gegen Klimawandel oder Artenschwund – ihre Ziele hat sie nicht erreicht. Natürlich gibt es viele kleine Erfolge, aber keine Trendwende. Was die grüne Bewegung geschafft hat, ist, dass jetzt alles das Siegel “nachhaltig” trägt: der dickste BMW, die Olympischen Spiele, neue Finanzprodukte. Ganz böse könnte man sagen: Die Umweltbewegung hat uns ein besseres Gewissen beschert, ein Alibi, ein Placebo….” (hier)

3 comments

  1. Quentin Quencher

    Hier wird der schon lange existierende Streit innerhalb der Grünen angesprochen: Postwachstum contra Grünes Wachstum. Beides ist Quatsch, aus vielerlei Gründen. Interessant, in diesem verlinkten Artikel, finde ich die Ausführungen Klingholz’ welche Möglichkeiten bestehen, die Menschen zu einer entsprechenden Lebensweise zu bewegen: „Aber für ein Umdenken braucht es Krisen und Katastrophen. Dann reagiert die Politik. “

    Dahinter steckt das Prinzip. Immer muss eine Katastrophe konstruiert werden, sei es beim Klimawandel, oder bei den Finanzen, um dadurch Furcht zu erzeugen. Hans Jonas nennt das in seiner „Öko-Bibel“ „Das Prinzip Verantwortung“ die Heuristik der Furcht. Das Angstmachen hat also Prinzip und nicht damit zu tun, ob diejenigen die diese Katastrophen verkünden auch tatsächlich daran glauben, denen geht es lediglich ums „Angstmachen”, weil ansonst keine Akzeptanz für Postwachstumsvorstellungen geschaffen werden können.

  2. Selbstdenker

    Alle Jahre wieder: die x-te Neuauflage von den “Grenzen des Wahstums”. Gähn!

    Die Visionen dieser älteren Herren sind so einschläfernd wie vermutlich auch ihr Sexleben. Sie dokumentieren im Wesentlichen die Grenzen ihrer intellektuellen Vorstellungskraft.

    Die Verbal-Narkotiseure, die ihren Werken stets das Präfix “Post-” verpassen, werden sich möglicherweise wundern, wenn Entwicklungen (Technik, Gesellschaft, Wirschaft, etc.) trotz ihrer Zurufe nicht halt machen.

    Vielleicht redet man in ein paar Jahren von der “Post-Post”-Ära?

    Ich glaube an derartige Langfristprognosen schon lange nicht mehr, da sich die realen Verhältnisse fast immer ganz anders entwickeln als uptopische Schwärmereien und apokalytische Warnungen selbsternannter Allesversteher.

    In diesem Sinne: bleiben Sie neugierig!

  3. Selbstdenker

    Vielen herzlichen Dank für die hochinteressanten Links.

    Quentin, you made my day!

    Ergänzen möchte ich, dass man den Suffizienz-Trojaner offenbar hauptsächlich in westlichen Gesellschaften (mit ohnehin schrumpfender Bevölkerung) implementieren möchte.

    Neue Erfindungen und Wachstum finden dann eben in anderen Ländern und Kulturkreisen – mit wahrscheinlich niedrigerer Affinität zu Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Umweltschutz – statt.

    Als ich vor zwei Jahren in China war, las ich dort in der Zeitung, dass man fast hundert neue Flughäfen in China plane. Wie gut, dass die Deutschen dann ihre Infrastruktur selbst zurückbauen und im Rahmen eines Öko-Morgenthauplanes als vergreistes Land mit Post-Demokratie und Suffizienz-Ökonomie den Weg für die uneingeschränkte Herrschaft durch andere frei machen.

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