Der Schuldenkollaps rückt unaufhaltsam näher

“Nicht nur in Griechenland und den anderen südlichen Ländern der Eurozone, sondern auch in Deutschland, Japan und den USA bewegt sich die Staatsverschuldung unaufhaltsam auf den Kollaps zu. Aus eigenem Antrieb werden die Regierungen die Verschuldung nicht vermindern. Sobald sich wegen einer temporär guten Konjunktur die Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen etwas schließt, treten sofort neue Ausgabenpläne in Aktion. Während langfristig die Tendenz zu immer mehr Ausgaben anhält, erodieren die Einnahmen. Die Regierungen betreiben, so lange es eben geht, eine Politik der Schuldenfinanzierung. Es geht gar nicht um die Frage, ob mehr oder weniger Staatsausgaben. Faktum ist, dass fast alle Regierungen so lange wie möglich so viel wie möglich ausgeben. Sie tun dies so lange und in dem Ausmaß wie sie eben ihre Defizite finanzieren können. Die Staatsausgaben wachsen, während das Steueraufkommen erodiert. Mit der Ausweitung dieser Diskrepanz steigt der staatliche Finanzierungsbedarf, und der Schuldenkollaps rückt unaufhaltsam näher….” (hier)

12 comments

  1. Fragolin

    Und damit keiner merkt, bei wem die Schuld wirklich liegt, werden Konflikte provoziert und das Land mit Problemfällen geschwemmt, an denen sich, wenn’s dann krachend implodiert, der Volkszorn abarbeiten kann…

  2. Reini

    … die Regierung vernichtet mit der finanziellen Scheinwelt und dem Übersozialen die Zukunft unseres Landes, und darauf sind einige noch stolz, und dann gibt’s wieder die große Jammerei weil leider das Hirn nicht vorher eingeschaltet wurde. Kenne keinen der auf Schulden Geld “verschenkt” außer der Vaterstaat – äh – Mutterstaat!
    … im Blut des Menschen liegt die Selbstvernichtung!

  3. PeterT

    Was man halt von Japan lernen kann, ist, daß dieses ‘Schrecken ohne Ende’ noch lange so weitergehen kann.
    Japan ist schon 15-20 Jahre länger in der Stagnation (je nachdem, ob man die Japanische Krise von 1986 mit 2001 oder mit 2008 vergleicht), haben inzwischen 250% Staatsverschuldung, und sind noch immer nicht kollabiert.
    Venedigs Niedergang hat 300 Jahre gedauert (1500-1800), und noch kurz bevor’s endgültig vorbei war, haben sie fröhlich Karneval gemacht…..
    Eine entscheidende Frage wird sein, ob, wenn Japan dann kollabiert, sie den Rest mit in den Abgrund reißen, oder ob es dann noch einmal gelingt, eine ‘Ansteckungsgefahr’ zu vermeiden.
    Falls die führenden Köpfe der Zentralbanken keine Vollidioten sind (und ich glaube sie sind Vieles, aber keine Vollidioten), dann sollten die Krisenpläne für diesen Fall schon in einer gut verschlossenen Schublade liegen.

  4. sokrates9

    Man kann auch von Griechenland lernen: 95% der Hilfsgelder gingen an die Banken, 5% kamen bei der Bevölkerung an? Jetzt ruiniert man Griechenland systematisch seit 10 Jahren, kein Wachstum, Schulsystem kollabiert, Links/Rechtsextreme sind an der Regierung, die Bevölkerung protestiert, wieder Einschnitte in Milliardenhöhe, trotzdem keine “Revolution” in Sicht., es wird weitergewurschtelt….

  5. PeterT

    von Griechenland kann man sicher lernen – daß Schuldenpolitik eben NICHT funktioniert, und daß das Erwachen danach sehr schmerzhaft wird.
    Die Alternative in Griechenland wäre die Staatspleite gewesen (mit oder ohne Ausscheiden aus dem Euro), und das wäre langfristig vielleicht sogar besser gewesen, aber angenehmer für die Griechen wäre es auch nicht gewesen.

  6. sokrates9

    PeterT@ Das Leben auf der Intensivstation wird nur künstlich verlängert..

  7. Fragolin

    Wenn die Gläubiger regieren, dürfen Schuldner niemals in Insolvenz gehen.

  8. FDominicus

    @PeterT. Und Sie meinen diese Staatspleite würde nicht kommen?
    Was genau hat sich für Griechenland bei den Schulden verbessert?
    Es läuft so wie ich es mir dachte:
    https://www.q-software-solutions.de/blog/2015/06/2573/

    Es ist für alle EU-Politiker derzeit “angenehmer” als die Alternativen. Nur schert sich die Wirklichkeit – glücklichersweise – nicht um derartige Befindlichkeiten. Griechenland hat alleine seit 2010 schon wieder 70 – 80 Mrd mehr an Schulden. Also Schulden mit mehr Schulden bezahlt.

  9. PeterT

    eigentlich geht’s in diesem Thread um den globalen Schuldenkollaps und nicht um Griechenland.
    Griechenland ist ein Nebenschauplatz.

  10. A.Felsberger

    Alles hängt vom akkumulierten Leistungsbilanzsaldo eines Landes ab. Für das Land x gilt:

    (1) Netto-Forderungen der Haushalte = Netto-Verbindlichkeiten der Unternehmen + Netto-Verbindlichkeiten des Staates + Netto-Verbindlichkeiten des Auslands, wobei

    (2) Die Netto-Verbindlichkeiten des Auslands dem akkumulierten Leistungsbilanzsaldo des Landes x entsprechen.

    Daraus folgt unmittelbar: Dass ein Leistungsbilanz-Überschußland, wie z.B. BRD, kaum in Konklurs gehen kann, während ein Leistungsbilanz-Defizitland, wie z.B. GRE, von den Leistungsbilanz-Überschußländern jederzeit in den Konkurs geschickt werden kann. Den Schaden haben freilich dann die Letzteren.

  11. PeterT

    kein Land kann ein anderes in Konkurs schicken, solange sich der Schuldner am freien Markt finanzieren kann – und das sollte ja wohl der Normalfall sein.
    Wenn das nicht der Fall ist (wie in Griechenland), und gleichzeitig das Land seine Altschulden nicht bedienen kann, dann ist es natürlich vom Wohlwollen seiner Gläubiger abhängig.

  12. Herr Karl jun.

    @Felsberger
    Ihr Gedankenmodell setzt dreierlei voraus: 1. eine ungeschränkte Fungibilität/Liquididät bzw. eine jederzeitige und effiziente Aufrechenbarkeit von Forderungen und Verbindlichkeiten 2. Solididät bzw. “Krisenfestigkeit” von Forderungen bzw. Verbindlichkeiten und 3. Transparenz bei Forderungsbeständen und Verbindlichkeiten. Erfahrungsgemäß ist dies alles kaum oder nicht der Fall. Deshalb werden Staatspleiten im Regelfall durch relative “harmlose” externe Faktoren ausgelöst; unter solchen Bedingungen führt selbst ein gehauchter Flügelschlag recht leicht zu beträchtliche Verzerrungen in den Forderungs-Verbindlichkeiten – Relationen und so zu einem nachfolgenden “großen Krach”.

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