Der sichere Weg in den finalen Crash

“…Über längere Zeiträume durchgeführte Nullzinspolitik macht Vorsorge unmöglich und erleichtert auf der anderen Seite Schuldenaufnahmen. Deutsche Kommunen beispielsweise treten derzeit exzessiv als Kreditwerber auf. Kurzum: Die Ursachen der Krise – staatliche und private Überschuldung sowie strukturelle Schieflagen – werden mit noch mehr Kreditschöpfung bekämpft, die es Staaten ermöglicht, Strukturreformen noch länger aufzuschieben.Das ist der sichere Weg in den finalen Crash….” (hier)

10 comments

  1. Gerald Steinbach

    Sicher weiß man dies, aber ohne diese Zinspolitik wird man den Club Med nicht im Euro halten können, und Griechenland schafft es nicht einmal bei dieser Zinspolitik sich im freien Markt Geld zu beschaffen, abgesehen von Treasury Bills die sehr kurzfristig sind
    Also wird das weitergeführt bis zum sankt Nimmerleinstag, man gewinnt Zeit…

  2. Johannes

    Was ich nie verstanden habe wie kann man zb. ital. Lire und deutsche DM in eine Währung packen und beide haben den selben Vorteil. Meine bildliche Vorstellung war in diesem Fall immer die von kommunizierenden Gefäßen, wobei die DM naturgemäß runter und die Lire rauf gehen mußte wenn die Gleichheit des Euro in beiden Ländern gelten sollte. Ich bin kein Fachmann daher weiß ich nicht wie das gelungen ist, aber ich bin alt genug um zu wissen das in der EU viel getrickst wird und Probleme nicht offen und realistisch behandelt werden. Da war und ist viel Wunschdenken vor der sachlichen Analyse die Regel. So wie in der Migrationsproblematik herrscht Verweigerung der Sachlichkeit, stattdessen wird reflexartig jede kritische Argumentation als de facto Zerstörungsversuch an der Gemeinschaft an den Pranger gestellt. Ich bin der Meinung die EU wollte etwas konstruieren was nicht konstruierbar ist, die unterschiedlichen Völker und Mentalitäten brauchen viel mehr Zeit für dieses Zusammenwachsen, sie sind viel zu schnell aus ihrer eigenverantwortlichen Eigenstaatlichkeit entlassen worden und die EU ist unfähig diesen Verlust der eigenen Verantwortung für das eigene Volk eines jeden Staates das als gutes Regulativ der Staatsverschuldung diente zu ersetzen. Im Gegenteil die EU arbeitet mit Hochdruck daran in diesem System an kommunizierenden Gefäßen soviel abzulassen das bald alle den Stand des niedrigsten ursprünglichen Landes erreichen werden.

  3. Gerald Steinbach

    Johannes@ Der Euro ist unter diesen Voraussetzungen bzw war bei Einführung eine Missgeburt , die in den letzten Jahren ans Tageslicht gekommen ist, gut zu vergleichen mit den jetzigen Migranten/Flüchtlingsströme,
    Griechenland und div. andere von Club Med müssen daueralimentiert werden, genau so die Migranten aus den Afrikanischen/Arabischen Raum und das zu Kosten der Steuerzahler
    Hilfe ja und das auf Zeit, eine Daueralimentierung nein,

  4. Falke

    Es wird immer klarer, was sich schon seit Jahren abgezeichnet hat und was Ökonomen eigentlich von Anfang an gewusst haben müssten: In einer EU mit sehr unterschiedlichen Wirtschaften und entsprechenden Entwicklungen, ist eine gemeinsame Währung ein Unding, das unweigerlich zum großen Crash führen muss.

  5. sokrates9

    Johannes@ Früher wurde an den Hochschulen gelehrt dass Produktivitätsunterschiede mit einer gemeinsamen Währung nur ausgeglichen werden können wenn man den unproduktiven Ländern Milliarden schenkt. Zum Zeitpunkt des EU – Beitritts haben das über Nacht Volkswirtschaftsprofessoren kollektiv vergessen! 500 haben ganz heimlich im Stillem Kämmerlein die Faust in der Hosentasche geballt, aber das war es schon!°

  6. Goetz

    Es kommt mir vor, als hätte man versucht, die Errichtung des Hauses EU mit dem Bau des Daches zu beginnen. Der Euro ist eine Währung ohne Fundament und kann die Unterschiede der Volkswirtschaften nicht ausgleichen. Draghis Geldschwemme wird zu einem gewaltigen Crash führen.

  7. gms

    Goetz,

    > Der Euro ist eine Währung ohne Fundament ..

    Richtig, bloß trifft das auf alle weltweiten Fiatwährungen zu. Einem alten Kalauer nach hatten die Phönizier das Geld erfunden, aber davon leider zuwenig. Zeigt man Kindern ein Goldstück, eine Münze und eine aktuelle Banknote und fragt sie, welches von den drei Dingen Geld sei, verweist die absolute Minderheit auf den Schein; dasselbe zeitigt bei Erwachsenen ein gegenteiliges Resultat, das umso stärker ausfällt, je höher der formale Bildungsabschluß ist. Sogenannte Ökonomen, sprich jene, die erfolgreich an den ideologischen Gatekeepern der Geisteswissenschaften vorbeigelangten, stellen bei diesem Experiment sogar wortreich mit einer behaupteten Steuerungsfunktion die Geldeigenschaft des Handfesten in Abrede.

    Wäre der erste weltweite Betrug inform der Abkoppelung zwischen Währungen und Werthaltigem nicht erfolgreich durchgegangen, erlebten wir heute keinen für jederman erkennbaren Raub, der bislang eher im Verborgenen wirkte. So wie der Staat die Fiktion darstellt, man würde als Individuum davon mehrheitlich profitieren, wähnte sich auch die Masse als vom Fiatmoney begünstigt.

    Heutige Währungen sind Löschpapier für den Charakter mit der Konsquenz einer mentalen Korrumpierung, die uns wider besseres Wissen im falschen System verharren läßt. Folgt man den Zitaten derjenigen Kreise, welche die Politik zur Etablierung der Zentralbanken motivierten (manche sagen: übertölpelten) und heute dort zugleich das Sagen haben, so wußte man um die damit einhergehenden Effekte. Politische Größen vor Wilson, wie etwa George Washington, warnten eindringlich vor Zentralbanken, verhinderten diese oder entfernten selbige, so Vorgänger deren Errichtung zuließen.

    Josef Urschitz im verlinkten Artikel: ‘Dass zinseszinsbasierte Schuldgeldsysteme wegen ihres systemimmanenten exponentiellen Wachstums von Schulden und den dem gegenüberstehenden Vermögen von Zeit zu Zeit resettet werden müssen, wusste schon der alte Moses, der deshalb im Alten Testament (5. Buch Mose) einen alle sieben Jahre durchzuführenden Schulden-Haircut samt Zinsverbot verfügte.’

    Das ist insofern falsch, alsdaß es damals kein Schuldgeldsystem gab. Was man damals als Geld verstand, war eingedenk des hierfür nötigen und vorhandenen Fundaments tatsächlich solches. Der intendierte zyklische Haircut diente vielmehr dem gesellschaftlichen Zusammenhalt als eine Art von Sozialsystem.

    Dann und nur dann, wenn man dem Irrtum aufsitzt, Geld sei etwas beliebig Vermehrbares, dessen Zinsen auf Verleih sich einzig wiederum demselben magischen Hexenkessel entnehmen ließen, der das initial Verborgte generierte, glaubt man auch an die Mär vom Josef-Pfennig auf der Bank von Judäa, der sich bis heute zu einem Vermögen jenseits aller Vorstellungskraft vermehrt haben müsste.
    Wird mit echtem, also per Definition durch Werthaltiges gedecktem Geld operiert, so können zwar im Schnitt höhere Zinsen gefordert werden, als alle Schuldner bereit sind zu erwirtschaften, doch diese Überhänge können durch die normative Kraft des Faktischen nicht erbracht werden. Das System pendelt sich zwangsweise beim natürlichen Zins ein. Angebot, Nachfrage und Einschätzungen darüber, was einen Wert darstellt und was nicht — auf lange Sicht kann daraus niemals etwas Falsches oder gar gesellschaftlich Zerstörerisches entstehen.

    Aktuelle Währungen wird es zerbröseln, die Frage ist vielleicht wann, aber nicht ob. Folgt man dem Hintergrundrauschen, soll darauf die ultimative Pervertierung folgen und Geld einzig jenes sein, von dem Zentralbanken behaupten, es sei solches. Zivilrechtliche Verbriefungen inform von Giralgeld, das heute als zumindest noch halbwegs marktnahes Instrument ein Gegengewicht zur aktuellen Basisgeldmenge darstellt, darf es dann nicht mehr geben. Damit wären die Gottspieler final am Ziel ihrer langen Anstrengungen angelangt — der ultimativen Ausschaltung des Markes im Herzen jeder Wirtschaft.

    Einmal mehr: Was jucken denjenigen Gesetze, der das Geld kontrolliert?

  8. Johannes

    @gms
    Wer sind die Gottspieler und was ist der Antrieb ihres inferioren Tuns?

  9. gms

    Johannes,

    > Wer sind die Gottspieler ..

    Die Leute hinter der Group of Thirty (group30.org)

    > .. und was ist der Antrieb ihres inferioren Tuns?

    Jener Effekt, der mit dem Tun einhergeht, und das ist nunmal die Aggregation von Macht und Wohlstand.

  10. Lisa

    @Johannes: Ihr Hinweis auf die viel zu schnelle Entlassug aus der Eigenverantwortung ist absolut richtig: im Unerschied zu den USA oder einem russischen oder chinesischen Block ist Europa viel zu ethnienreich als dass das je eine Einheit werden kann. Zwar gibt es auch in den USA , Russland und China ethnische Minderheiten, aber die werden kaum respektiert und alle müssen die Landessprache lernen. Nun gibt es aber keine europäische Landessprache, sondern Dutzende von Nationalsprachen – von den Dialekten ganz zu schweigen. Am besten löst man die EU in der heutigen Form auf und beschränkt sich auf Wirtschafts- und evtl. Militärbündnisse unter Einzelstaaten odersogarautonomen Regionen. Tirol und Vorarlberg gings ohne Wien recht gut… dito Norditalien ohne den Süden…

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