Der Sozialismus degradiert jeden

Heute erinnert man sich nur selten daran, daß der Sozialismus in seinen Anfängen unverhüllt autoritär war. Die französischen Schriftsteller, die die Grundlage für den modernen Sozialismus schufen, waren sich darüber im klaren, daß ihre Ideen nur unter einem strengen diktatorischen Regime in die Praxis umgesetzt werden konnten. In ihren Augen war der Sozialismus ein Versuch, durch eine wohlüberlegte Reorganisation der Gesellschaft nach hierarchischen Grundsätzen und durch die Ausübung geistigen Zwanges „die Revolution zu beenden“.

Wenn es sich um die Freiheit handelte, so machten die Begründer des Sozialismus kein Hehl aus ihren Absichten. In der Freiheit sahen sie das Grundübel der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, und der erste moderne Planwirtschaftler, Saint-Simon, sagte sogar voraus, daß man diejenigen, die seinen projektierten Planwirtschaftsstellen den Gehorsam verweigerten, „wie Vieh behandeln“ würde. mehr hier

5 comments

  1. sokrates9

    Worin besteht der heutige Sozialismus? Nicht mehr in Diskussion über Gesellschaftsmodelle mit wissenschaftlichen Hintergrund!”Heute gibt es nur mehr Schmutzkübelkampagnen ohne irgendeinen Versuch mit anderen eine Diskussion zu führen! Emotion schlägt Ratio! Kein einziges Verfassungsgesetz mehr in Österreich, Umweltkampagnen mit Führern wir Greta , in USA wird Freispruch Trump in Russlandconnection nicht akzeptiert! Putin hat mehr als 200 Mio Amerikaner auf die Seite von Trump gebracht, ein echtes Werbegenie!

  2. Selbstdenker

    Wenn Worte ihre Bedeutung verlieren, verlieren Menschen ihre Freiheit.
    (Konfuzius)

    @sokrates9:
    Die sozialistischen Philosophenkönige von heute sind gleich autoritär (genauer: totalitär), wie die von früher. Auch ihre eifrigsten Gläubigen sind im Wesentlichen dieselben: organisierte Gesinnungsethiker, die sich als Vormund für die von ihnen definierten „Unterprivilegierten“ aufspielen um diese gegen vermeintlich „Überprivilegierte“ in Stellung zu bringen.

    Das ultimative Motiv ist häufig nicht Philanthropie, sondern der Wunsch Kontrolle über das Leben anderer zu gewinnen und insbesondere jene, die ihre Talente besser zur Entfaltung bringen können, zu vernichten.

    Dieser Menschenschlag kommt nicht aus armen Verhältnissen und hat auch kein Problem mit politischen Status-Eliten, die in einer völlig anderen Liga (=Klasse) spielen. Sie haben ein Problem damit, wenn sich der Nachbar mit Fleiß, Sparsamkeit und Vernunft ein besseres Haus / ein tolles Auto leisten und sich eine Familie aufbauen kann.

    Was sich über den zeitlichen Verlauf ändert, sind die äußere Symbolik, die Begriffe und die Raffinesse der eingesetzten Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele (z.B. Hinrichtung via Twitter statt Erschießungskommando).

    Die meisten Menschen wären schockiert und angeekelt, wenn sie in einer Glaskugel ihr Leben in einem sozialistischen System sehen könnten. Eine über kurzfristige Befindlichkeiten hinausgehende Zustimmung breiter Massen zum Sozialismus funktioniert nur über massive Propaganda – und da spielen korrumpierte Begriffe eine wesentliche Rolle.

    Beispiel „Gerechtigkeit“:

    Die meisten Menschen verstehen unter dem Begriff Gerechtigkeit Dinge wie Gleichheit vor dem Gesetz und Chancengleichheit, die es realistischer Weise nur in groben Kategorien geben kann, da nichts in der Welt absolut gleich ist.

    Sozialisten definieren Gerechtigkeit als soziale „Gerechtigkeit“ um, die – unabhängig von dem was ein einzelner Mensch gut oder schlecht macht – einzig und allein in der Ergebnisgleichheit der von ihnen definierten Gruppen als statistische Kategorien in Bezug auf die von ihnen definierten Metriken besteht.

    Es ist das absolute Gegenteil vom Gerechtigkeitsbegriff den die meisten Menschen haben. Die Sozialisten eigenen sich über diesen Weg aber einen allgemein positiv wahrgenommenen Begriff an. Wer wird denn gegen „Gerechtigkeit“ sein, auch wenn die zugrunde liegende Definition das genaue Gegenteil von der ursprünglichen Bedeutung meint?

    Beispiel „Freiheit“:

    Die Sozialisten deuten den klassisch-liberalen Freiheitsbegriff Freiheit von in den Rousseaueschen Freiheitsbegriff Freiheit zu um. Den Free lunch for everyone haben hier jene zu bezahlen, denen man damit das Recht auf die Früchte der eigenen Arbeit (also: Freiheit von … taxation without representation) nimmt.

    Eine ausgezeichnete Gegenüberstellung dieser Freiheitsbegriffe hat der Academic Agent im folgenden Video ausgearbeitet:

  3. fxs

    Um “Das Schwarzbuch des Kommunismus”, welches die Verbrechen von Regimes unter Sozialistischer Flagge behandelt, ist es ja etwas still geworden. Ich wollte das Werk nur in Erinnerung rufen.

  4. Kluftinger

    @ Selbstdenker
    Darf man Konfuzius ergänzen?
    ” Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte.
    Wenn das was gesagt wird nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht.
    Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste.
    Darum achte man darauf, dass die Worte stimmen.
    Das ist das Wichtigste von allen”
    Diese Gedanken schwimmen mit wenn die Begriffe “Freiheit” und “Gerechtigkeit” verwendet werden.

  5. Selbstdenker

    @Kluftinger:
    Vielen Dank, das beschreibt viele Entwicklungen unserer Zeit sehr treffend.

    Ich behaupte, dass diese zeitlos gültige Weisheit auch die Effekte der Inflation treffend beschreibt, da Geld, das seinen Bedeutungsinhalt in Bezug auf Wertigkeiten ökonmischer Optionen verliert, viel Ähnlichkeit mit sinnentleerten / sinnentstellten Wörtern hat.

    Man möge es mir verzeihen, wenn ich hier einen sehr weiten Bogen zu den Betrachtungen von Milton Friedman zum Thema Inflation schlage:

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