Der ,,Sozialismus des 21. Jahrhundert“ ist pleite

“….In den letzten Wochen häufen sich die Negativschlagzeilen über die Situation in Venezuela: Hyperinflation, Lebensmittelknappheit, wirtschaftliche Depression, Mangel an medizinischer Grundversorgung, Rationierung des Stroms und steigende Kriminalität liefern viel Grund zur Sorge. Der ,,Sozialismus des 21. Jahrhundert“, so der Slogan des chavistischen Wirtschaftsprogramms, sagte einst dem Kapitalismus ambitioniert den Kampf an. Nun scheint er aber genauso zu enden, wie sein Vorläufer im 20. Jahrhundert, nämlich in einer verheerenden Katastrophe, deren Ausmaß nur noch nicht bekannt ist. Und das, obwohl Venezuela über die weltweit größten Ölreserven verfügt.

Apologeten des venezolanischen Regimes versuchen zwar für die derzeitige Misere den niedrigen Ölpreis verantwortlich zu zeichnen, doch das ist zu billig. Natürlich wirkt sich ein niedriger Ölpreis für das Land mit den weltweit größten Ölreserven nachteilig aus. Aber es gibt viele andere Länder, die ebenfalls stark vom Export von Öl oder anderen Rohstoffen abhängig sind, und die nicht solche Probleme haben.

In Venezuela wurde in der Vergangenheit, besonders auch unter den Staatspräsidenten Hugo Chavez und seinem Nachfolger Nicolás Maduro, der Rechtsstaat zunehmend untergraben, Privateigentum konfisziert, Kernindustrien verstaatlicht, Vermögen massiv umverteilt und die Preise staatlich reguliert. Auf diese Weise sind nahezu sämtliche Wirtschaftssektoren zerstört worden. Während Schätzungen zufolge im Jahre 1998 Öl 77% der venezolanischen Exporte ausmachte, stieg der Anteil im Jahre 2013 auf 96%. (weiter hier)

23 comments

  1. Thomas Holzer

    Aber für eine Frau Herr noch immer ein nachahmenswertes Modell! Auch für den Herrn Kern?!

  2. sokrates9

    Interessanterweise wird in den österreichischen Qualitätsmedien ganz selten darauf hingewiesen, dass in Venezuela, aber auch in Brasilien sozialistische Regierungen am (Zerstörungs-_) Werk sind…

  3. Falke

    @sokrates9
    Na weil bei uns (und auch in anderen europäischen Staaten, wie Griechenland, Italien, Frankreich …) sozialistische Regierungen mit ähnlichen Ideen und Zielen am Werk sind. Ganz auf dem Niveau von Venezuela sind diese Staaten zwar noch nicht, weil wesentlich mehr Substanz (zum Zerstören) da ist, aber sie sind – insbesondere auch mit Hilfe von Millionen zu alimentierender Eindringlinge – auf “gutem” Weg dorthin.

  4. Gerald Steinbach

    Der Herr Kern könnte ja seinen Freunden in Venezuela die Maschinensteuer empfehlen,
    Das Gute ist wenn man Pleite ist, das sich keine Schutzsuchenden in das Land verirren, auch wenn man “Open Borders ” macht und die Gutmenschen haben dort auch andere Probleme, wenn sie nicht schon ausgestorben sind

  5. cmh

    Was tut man mit Leuten, die nicht lernen wollen, obwohl sie es könnten und müssten?

  6. Thomas F.

    Und wieder hat es viele Jahre gedauert und enorm viel Lehrgeld gekostet, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.

  7. aneagle

    Glücklicherweise muß sich in punkto Staatsversagen die EUDSSR nicht vor dem vor dem Rest der Welt verstecken. Juncker nicht vor Boris Jelzin und Merkel nicht vor Hugo Chavez.

  8. waldsee

    am sozialist. wesen wird die welt genesen.
    nur,die leute gehen aus.
    aber es gibt abhilfe .gläubige ,fleißige,gebildete werden in die sozialindustrie,der erfolgreichste sektor,importiert.
    der beinahe religiöse moralanspruch ist befriedigt und die wirtschaft belebt.und
    alle sind glücklich,ihr kleinmütigen.

  9. Thomas Holzer

    Folgt man den Nachrichten des ORF, ist nicht der Sozialismus schuld am Niedergang in Venezuela, sondern es ist die “unsichtbare Hand” des bösen Marktes, die den Ölpreis auf Talfahrt geschickt hatte. Nur der Sozialismus konnte in Venezuela bis dato größere Verwerfungen verhindern 😉

  10. carl schurz

    Nicht nur der Sozialismus, sondern auch seine subtile Variante des Geldsozialismus (auch fälschlicherweise als Kapitalismus bezeichnet) durch die Zentralbanken. Um mit dieser Variante für einen gewissen Zeitraum Scheinerfolge in der Wirtschaft zu generieren bedarf es auch keiner Parteien oder freiheitlichen Demokratie. VR China ist hierfür eine Beispiel. Und wenn man bedenkt, dass z. B. der US-amerikanische Arbeiter heute kaum mehr Kaufkraft hatte als sein Kollege von vor 70-90 Jahren, dann dämmert es schon langsame, dass am Zentralbankgeld etwas faul sein muss. Aber noch sind wir hier nicht am Ende mit den Zentralbankmaßnahmen. Es stehen nach dem Negativzins noch aus: Helikoptergeld, Bargeldverbot und zum ende hin das bedingungslosen Grundeinkommen. Alle diese Maßnahmen werden in der Anfangszeit etwas bewirken, das nur scheinbar positiv ist. Aber im Laufe der Zeit werden die Umstände wieder schlechter und die nächste Maßnahmen werden ergriffen, welche zunehmend immer absurdere Züge annehmen. Je absurder diese Maßnahmen werden, desto näher befinden wir uns am totalen Zusammenbruch des Zentralbankwesens. Aber bis dahin wird noch einiges Wasser den Colorado hinunter fließen.

  11. Lisa

    Dieser angeblich sozial orientierte Partei könnte man schnell das geld- und machtgierige Handwerk legen, wenn nur noch diejenigen Bürger wählen dürften, die auch brav ihre Steuern bezahlen oder sich wenigstesn sozial (nicht sozialistisch!) für ihr Land einsetzen.

  12. Mona Rieboldt

    Man hat die amerikanischen Öl-Konzerne in Venezuela enteignet. Die haben gut da verdient und Venezuela hatte auch eine recht wohlhabende Mittelschicht. Nachdem die Amerikaner weg waren, hatte Venezuela weder das Geld noch das Knowhow, die Raffinerien weiter zu betreiben. Sie sind einfach verfallen, marode geworden, nicht mehr zu gebrauchen. Die Mittelschicht in Venezuela ist ebenfalls verarmt. Es gab Engpässe bei Klopapier, Seife und Zahnpasta. Heute mangelt es an Strom, eigentlich an allem. Rohstoffe fehlen den Firmen, so dass sie die Produktion einstellen mussten. Sie haben keine Devisen mehr, um etwas einzukaufen.

    Ja, so schön kann Sozialismus sein 😉

  13. Christian Weiss

    “Folgt man den Nachrichten des ORF, ist nicht der Sozialismus schuld am Niedergang in Venezuela, sondern es ist die „unsichtbare Hand“ des bösen Marktes, die den Ölpreis auf Talfahrt geschickt hatte.”

    Solcherlei Argumentation hat ja etwas bestechendes. Wenn bei mir zuhause das Dach rinnt, ist ja irgendwie auch der Regen schuld. Am Niedergang der DDR war auch der Westen schuld. Hätten sie im Westen auch auf planwirtschaftlicher Basis Trabis gebaut, hätte man die Mauer nicht zu bauen brauchen, weil keiner einen Grund gehabt hätte, abzuhauen.

    Dass der Ölpreis schuld am Niedergang Venezuelas gewesen sei, wird allerdings als Argument auch nicht auf alle Ewigkeit halten, denn dem eingefleischten Planwirtschaftler müsste bei allem Irrsinn doch noch klar sein, dass auch die Zentralplaner nicht so richtig funktioniert haben können, wenn das Land allein vom Ölverkauf abhängig ist, den man in sozialistisch Kreisen des 21. Jahrhunderts auch nicht so toll finden kann, glaubt man doch dort ans Perpetuum Mobile “Erneuerbare”. Irgendwann wird uns also wieder irgendein Sozi erklären, warum das in Venezuela eben auch nicht der richtige Sozialismus gewesen ist.

  14. astuga

    Venezuela wäre aber noch zu retten.
    Sie müssten dazu bloß das bedingungslose Grundeinkommen einführen…

  15. astuga

    @Christian Weiss
    Selbst wenn der Ölpreisverfall Schuld wäre.
    Das würde ja auch bloß zeigen, dass sozialistische Experimente nur solange funktionieren, wie man sich am kapitalistischen Weltmarkt refinanzieren kann.

    Wenn ich es recht überlege, sind sozialistische Experimente das gesellschaftspolitische Gegenstück zum Perpetuum mobile.
    Und die wahren Gläubigen dieser Konzepte lernen aus Fehlschlägen nie dazu.
    Im Zweifelsfall wird die Ursache für ihr Scheitern ausgelagert.

  16. mariuslupus

    Der Sozialismus hat einen langen Atem. Der real existierender Sozialismus ist nach aussen wandlungsfähig, aber verfolgt immer die gleiche marxistische Ideologie. Aus der DDR, ist unter der Führung von Merkel die, wieder vereinigte, Deutsche Sozialistische Republik, geworden. Jetzt hat Merkel genug Reserven. Es wird länger dauern bis Europa so weit abgewirtschaftet ist wie der Ostblock. Aber die Nachfolger des europäischen Sozialismus sind schon bereit. Das neue osmanische Reich in Europa ist nur eine Frage der Zeit.

  17. Rennziege

    6. Juni 2016 – 19:39 astuga
    “… sind sozialistische Experimente das gesellschaftspolitische Gegenstück zum Perpetuum mobile.”
    Kleiner, aber feiner Unterschied, wie Sie und wir wissen: Seit Leonardo da Vinci haben sich alle Säger, Schrauber und Funkenzupfer daran die Zähne ausgebissen und ihre letzten Haare eingebüßt.
    Warum glauben die Sozen immer noch, dass es ein perpetuum mobile gibt?
    (a) Weil sie weder Physik noch Mathematik noch Chemie gelernt haben;
    (c) weil sie das Schulwesen so sehr beschädigt haben, dass sie
    (c) dem tumben Stimmvieh weismachen können, der Sozialismus schaffe ein Schlaraffenland zu welchem
    (d) ausschließlich der Sozialismus den Schlüssel besitze.

    So einfach gewinnt man heutzutag’ alle möglichen Wahlen.
    Besonders in Österreich kommt diese Verlogenheit unverändert gut an — sosehr der real existierende Sozialismus weltweit gegen die Wand fährt. Wurde hier schon oft gesagt: Eine Gemse (ich lehne die oktroyierte “ä”-Schreibung beharrlich ab, da weder etymologisch noch historisch begründbar) weiß ohne langes Grübeln, dass sie umkehren muss, wenn sich vor ihr ein schroffer Abgrund auftut.
    Offenbar sind viele Viecher g’scheiter als Sozis und Kummerln. Aber der real existierende Österreicher glaubt letzteren, vertraut stur auf die Existenz der täglich verheißenen perpetua mobile — und dass die Gemsen das Gemeinwesen verraten, indem sie den Sturz in den Abgrund verweigern.

    Vor kurzem schrieb unser Hausherr, Österreich brauche einen Putsch. Wie wahr! Aber auch: wie illusorisch; denn dazu braucht’s Putschisten. Seit einem knorrigen Hofer (Vorname: Andreas, nicht Norbert) ward in heimischen Gefilden keiner mehr gesehen. Und selbst der wurde verraten und verkauft.

  18. Wanderer

    @Rennziege
    Volle Zustimmung zu den Punkten a-d, aber den Hofer Andre als Putschisten zu bezeichnen, finde ich arg. Freiheitskämpfer gefällt mir in dem Fall viel besser, obwohl ich nicht glaube, dass Habsburg mit der Freiheit viel am Hut hatte.
    Das Gä(e)msenproblem lässt sich übrigens etymologisch über die Gams bzw. das Gamswild lösen.

  19. Wanderer

    @Rennziege
    …wie es mit den von Ihnen als positives Beispiel angeführten Gemsen enden wird, hat Morgenstern im Gedicht “Im Jahr 19000” prophezeit: sie werden die Arbeitstiere für die große Masse der Ameisen sein.

  20. Rennziege

    6. Juni 2016 – 21:54 Wanderer
    Danke für Ihre freundlichen Repliken. Aber war der Sandwirt nicht auch ein Putschist wider Napoleon und die mit demsdelben damals verbündeten Bayern? Mag sein, dass meine historische Bildung diesbezüglich a wengerl mager ist, doch ich lass’ mich gern belehren, sofern es durch einen Wissenden erfolgt. Und der scheinen Sie ja zu sein. “Zu Mantua in Banden …”, etc. wird ja heutzutag’ in den Schulen nimmer unterrichtet.
    Herzliche Grüße! Jetzt werden die Steaks auf den Grill geschmissen.

  21. JR

    Venezuela zeigt: Sozialismus wirkt. Und er kann auch unser Migrations-Problem auf elegante Weise lösen, unser aller Kanzler Kern hat einen Plan: Österreich Mittels Turbosozialismus so sehr zugrunde zu richten, dass Einwanderer freiwillig einen großen Bogen um dieses Land machen. Die Frage ist, wird ihm das noch rechtzeitig gelingen? Wird er den Widerstand (höhö) der schwarzen Bourgeoisie so schnell überwinden? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

  22. PeterT

    “Was passiert, wenn man in der Sahara den Sozialismus einführt?
    10 Jahre lang fast nichts, und dann wird langsam der Sand knapp”
    (c) Franz Joef Strauss

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .