Der Sparer-Verhöhnungs-Tag

Von | 30. Oktober 2017

“Der Weltspartag soll das Ideal der Sparsamkeit hochhalten. Mit Blick auf die aktuelle Konjunkturdynamik, die Zinsentwicklung und auf die Performance der Börsen ist das ziemlich anachronistisch….” (hier)

7 Gedanken zu „Der Sparer-Verhöhnungs-Tag

  1. astuga

    “Wer vor zehn Jahren die Aktien des US-amerikanischen Dow Jones Index eingekauft hat, der hat damit seither rund 70 Prozent Gewinn erzielt. Aus 10.000 Euro wären somit etwa 17.000 Euro geworden. Ähnlich profitabel wäre ein Investment in den deutschen Aktienindex Dax gewesen. Der Dax ist seither von rund 8.000 Punkten auf aktuell etwa 13.000 Punkte gestiegen, was einem Plus von 62 Prozent gleichkommt…”

    Ja, eh.
    Wenn man sich ansieht, was einem Vater Staat abzieht und was die Gebühren der Banken kosten, sieht es allerdings schon weniger glänzend aus.
    Und die Bankberater wollen einem ohnehin nur ihre eigenen Produkte andrehen.

  2. Rennziege

    30. Oktober 2017 – 14:13 — astuga
    Sie haben im vollen Umfang recht. Aber Germanen und Austriaken lieben ihre Sparbücheln, die dank Nullzinsen und Inflation alljährlich um drei Prozent an Wert verlieren. Die Empfehlungen der Bankberater sind, wie Sie ebenfalls anmerken, für’n Hugo.
    Mit den Börsen muss man sich halt beschäftigen, wobei Hausverstand wichtiger ist als alle Ratschläge von Gurus und Analysten, die allesamt ihr eigenes Süppchen für Naivlinge kochen. Aber à la longue sind die Weltbörsen weitaus profitabler, sofern man die Gefahren künftiger Crashes (siehe Marc Faber, gestern hier) in die Strategie einbezieht. Stopp- und Loss-Marken zu setzen ist ein simples Rezept.

  3. Johannes

    Für Kinder die ihre Sparkasse leeren würde ich den Gold-Welttag proklamieren, scheint mir die sicherste Methode um sauer Erspartes für spätere Zeiten zu konservieren.

  4. Fragolin

    Man kann es ganz einfach feiern: Das Sparschwein der Kinder zur Bank bringen und dort auf deren Sparkarte buchen lassen, Verhackertbrot und Sturm kassieren, mit den Kindern das Maximum an Geschenken abgreifen und ihnen dann daheim erklären, dass man ihnen gerade gezeigt hat, wie man innerhalb eines Tages Rendite in Naturalien abgreifen kann. Am nächsten Tag zur Bank gehen, die Karte wieder bis auf das Minimum von 7 Euro entleeren und mit dem Bargeld Spielzeug kaufen. So haben sie Spielzeug und Bankgeschenke, wo sie sonst nur Bankgeschenke und jählich weniger Geld hätten…

  5. Rennziege

    30. Oktober 2017 – 23:11 — Fragolin
    Verhackertbrot? Sturm? Vermutlich seit dem Paläozoikum des Bankenwesens ausgestorben.
    Ich erinnere mich an Kindertage in österreichischen Raiffeisenkassen. Da gab’s einen Teddybären geschenkt, eine Biene Sumsi und einen Satz Buntstifte oder Tafelkreide, eventuell noch ein Taferl Schokolade.
    Heute, wie ich von befreundeten Müttern in der geliebten Heimat höre, kriegen die Gschrappen einen Kuli im Wert von 5 ct und eine brav abgelesene Aufforderung des seidenkrawattierten Filialleiters, stets brav das Sparschweinderl zu füttern. Das geringe, einstmals riesige Publikum gähnt, abgesehen von Gemeinderäten, die Raika-Anteile besitzen. Die Kinder wollen einfach nixxx wie weg.
    Das Maximum an Geschenken besteht heutzutage im kurzen Fluchtweg zum Ausgang des “Instituts” (eine schnöselige Worthülle, mit der Banken sich vergeblich zu schmücken versuchen).
    Die Banken und die Banker spinnen sowieso. Wir haben noch ein kleines Konto in Deutschland, von wo Überweisungen in EU-Länder ein bisschen einfacher sind als aus Kanada. Jedes Wochenende ruft eine freundliche Bankentante an: “Wollen Sie nicht endlich zu Internet-Banking wechseln?”
    Worauf ich antworte: “Anno 2016 haben deutsche Banken 890 Mio. Eulen für Hackings der Online-Ports ihrer Kunden geschluckt, nur um Tausende von Mitarbeitern einzusparen. Wollen Sie, dass ich mit einem “ja” auch Ihren Arbeitsplatz vernichte?”
    Worauf die Dame meistens sagt: “Danke. Aus dieser Perspektive habe ich das noch nicht gesehen.”

  6. Lisa

    @Fragolin. Sehr gut. Danke. So lernen Kinder mit Geld umgehen, nicht mit dem ohne Gegenleistung zu füllenden Sparschweinchen, obwohl dessen klimpernder Bauch auch einen sinnliche-haptischen Bezug herstellt.Learning by doing. Mit der Abschaffung des Bargeldes stirbt dann auch dieses Relikt. (Banker beruhigen ängstliche Sparer, das dauere ncoh zehn doer fünfzehn Jahre , also so lange dürfen sie ncoh unkontrolliert sparen…)

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