Der Staat, die unnatürliche Todesursache Nr.1

“…….Rund 270 Millionen wurden allein in den zurückliegenden 100 Jahren von ihren eigenen Staaten, Regierungen und Politikern ermordet. Der Staat ist mit großem Abstand und unzweifelhaft die unnatürliche Todesursache Nummer 1. Ebenso ist er die Hauptursache für menschliches Leid, für Not und Elend, Diskriminierung, Krankheit und Tod, Zerstörung, Verfolgung, geistige und körperliche Folter, Vergewaltigung und Verstümmelung, Armut und Umweltverschmutzung…..” (hier)

21 comments

  1. Manfred Moschner

    Danke vielmals für diesen Artikel. Das ist einer der lautesten Schreie nach Freiheit seit langem.
    Allerdings: was will man erwarten von Völkern, in denen Feudalismus und Totalitarismus über Jahrhunderte gezüchtet wurden? In denen Obrigkeitsdenken und Duckmäusertum über Generationen implantiert und kultiviert wurden? In denen nicht Angepaßte entweder eliminiert oder – im besten Fall – vertrieben wurden?
    Die Lämmer wählen sich ihre Schlächter immer selber. Und das werden sie wohl noch lange weiter so halten, denn diese Obrigkeitsgläubigkeit ist in den Genen verankert. Und Gene ändern sich nicht so schnell.

  2. Avdm

    Würde sich daraus nicht ableiten lassen, dass mit einem Zuwachs an staatlicher Kontrolle auch die Opferzahlen steigen müssten? Tatsächlich ist aber die Zahl von gewalttätig Getöteten rückläufig. Und ( ich stütze mich hier auf Steven Pinker, ” Gewalt, eine neue Geschichte der Menschheit) sind z.b. die Mordraten in Stammesgesellschaften ( die man vielleicht als die real existierende Alternative zum “Staat” ansehen kann) weitaus höher, als in “zivilisierten” Staaten. Die Idee des “edlen Wilden” oder des “rational handelnden Menschen” ist möglicherweise weniger wahr als wir das gerne hätten. Was nicht heisst, das alles am Staat gut wäre – aber ( und auch hier können wir die Empirie bemühen) ich sehe keine Massenabwanderung von Menschen in eine staatenlose “Freiheit”- sondern eher das Gegenteil, eine Massenwanderung von Menschen aus nicht-mehr-staatlich-kontrollierten Regionen in die “funktionierenden” Staaten.

  3. Christian Peter

    Mit diesem Stumpfsinn lassen sich allenfalls Libertäre und Anarchisten füttern, deren lächerliche Gesellschaftsmodelle wie Science – Fiction nur auf dem Papier existieren. Selbstverständlich bring der Staat Frieden und Sicherheit. Man braucht nur die Zustände in schwachen bzw. zerfallenden Staaten beachten. Dort herrscht nackte Gewalt – von Freiheit keine Spur.

  4. Thomas Holzer

    CP als Verfechter von Freiheit. Wenigstens Selbstironie ist ihm nicht abzusprechen 😉

  5. Christian Peter

    ‘Verfechter der Freiheit’

    erfreulicherweise gibt es noch andere Interpretationen der Freiheit als die linker Chaoten.

  6. Manfred Moschner

    Interessant, wie schnell so mancher im Kategorisieren ist.
    Und im Polarisieren:
    Die kuschelige Wärme totalitären Allmachtsanspruchs gegen die brutale Kälte barbarischer Freiheit …

    Dazwischen gibt es Gottseidank auch noch Einiges:
    Freiheit in Würde zum Beispiel, ohne Gefahr für Leben und Eigentum, wenn man anderer Meinung ist als die gerade herrschende Ideologie …
    Oder ein anderes Beispiel: In entwickelten Demokratien sehen sich “Staatsdiener” tatsächlich als Diener der Staatsbürger – und nicht als legitimierte Schlächter (oder Abzocker)

  7. Thomas Holzer

    “erfreulicherweise gibt es noch andere Interpretationen der Freiheit als die linker Chaoten”

    Yes, indeed. Die Freiheit von CP alleine, allen anderen seine Vorstellung von Freiheit mittels Verboten zu oktroyieren.

  8. Karl Markt

    Wieviele Menschenleben hat der Sozialstaat schon gerettet?
    Die von einem privaten, wettbewerbsorientierten Kapitalistenspital sterbend auf der Straße liegengelassen worden wären, weil der Privateigentümer des Spitals sich nicht an ihnen bereichern kann?

  9. ricbor

    Ich schätze mal, dass dieser bescheuerte Anarchist in der von ihm favorisierten Gesellschaftsform keine fünf Minuten überleben wird.

  10. nometa

    Für derartig geballte Differenziertheit (ähem…) – Hut ab! Ortner verlinkt auch schon jeden peinlichen Dreck, wenn er ideologisch passt…

  11. Christian Peter

    Nach libertärer bzw. anarchistischer Lesart müsste es sich bei schwachen Staaten, in denen der Staat kaum Steuern eintreibt (Steuerquote 10 – 15 %), keine entwickelte Bürokratie existiert, Recht und Gesetze kaum eine Rolle spielen und sich die Regierenden nicht um das Privatleben der Bürger kümmern um besonders prosperierende Gegenden handeln : Kongo, Sudan, Yemen, Chad, Zimbabwe, Nigeria, Äthiopien, Burundi, Liberia, Bangladesch, Gambia, Kamerun, Uganda (u.a.). Wie erklären es sich unsere liberalen Anarchisten, dass es sich dabei um die ärmsten Länder der Erde handelt ?

  12. FDominicus

    @Christian Peter
    Das ist sehr einfach dort bedienen sich die Ausbeuter noch direkter als bei uns. Und offensichtlich sind die meisten auch dort unbewaffnet.

  13. Wafthrudnir

    Auch wenn der Autor hier sehr zu Recht unterstreicht, wie gefährlich Regierungen sein können, und wie schwach ihre Rechtfertigung ist, so begeht er doch jenen logischen Fehler, den man auch als Paradise Fallacy kennt: Er klagt an, daß Regierungen 270 Millionen Menschen getötet hätten, unterstellt aber unausgesprochen, daß es ohne sie Null, oder jedenfalls sehr viel weniger gewesen wären. Der Vergleich mit Naturvölkern (laut S. Pinker bis zu 30% Todesfälle durch Gewalt) und gescheiterten Staaten ohne Regierung legt jedoch nahe, daß es ohne Regierungen möglicherweise nicht weniger, sondern sehr viel mehr wären.
    Was die Kritik an der mangelnden ethischen Rechtfertigung von Regierungshandeln betrifft, so ist sie formal-logisch absolut zutreffend. Doch leider gibt es kein Naturgesetz, daß ein friedliches Zusammenleben aller Menschen auf Basis einer logisch konsistenten Ethik möglich sein muß. Vielleicht ist das gänzlich unmöglich, vielleicht kann Friede nur durch konstante Missachtung der wohlbegründeten Rechte einiger, oder mancher Rechte aller erzielt werden.
    Trotzdem ist die Hauptstoßrichtung des Artikels mehr als nur einen Gedanken wert. Wenn der Staat Frieden nur unter ständiger Rechtsverletzung schaffen kann, so ist er ein Übel, wenn auch ein notwendiges. Er ist daher mit ständigem Misstrauen zu betrachten, und darf keinesfalls zum Gegenstand unkritischer Verehrung werden.

  14. Christian Peter

    @FDominicus

    ‘dort bedienen sich die Ausbeuter noch direkter als bei uns’

    bei wem denn ? es gibt kaum Steuern, die Wirtschaft wird kaum reguliert, es existiert keine nennenswerte Bürokratie, es gibt keinen Sozialstaat – nach libertärem Verständnis müsste es sich bei diesen Ländern um das Paradies auf Erden handeln.

  15. Thomas Holzer

    bestechende Logik: je höher die Steuerlast/Quote, desto höher der Wohlstand.
    Wenn dem so ist, dann sollte man eigentlich eine 100% Steuerquote einführen; die Untertanen bekommen dann halt -wenn überhaupt- ein Taschengeld überweisen; und CP bestimmt die Höhe desselben 🙂

  16. Christian Peter

    @t.holzer

    ihre Postings sind unter jeder Kritik, habe daher längst aufgehört, darauf zu reagieren – auch durch ihr unentwegtes Setzen von Smilys werden die Kommentare weder geistreicher noch witziger.

    Die Behauptung, ‘je höher die Steuerlast, desto höher der Wohlstand’ stammt nicht von mir, diese saugten Sie sich aus den Fingern. Klar ist hingegen : In politischen Systemen schwacher und zerfallender Staaten (ganz zu schweigen von libertären Science – Fiction – Modellen ohne staatliche Zentralgewalt) gibt es so gut wie keinen Wohlstand mehr.

  17. Christian Weiss

    Zwei Extreme stehen sich gegenüber:
    1. Wenn die Handlungsmaxime für staatliches Handeln immer die Sicherheit wäre, dann würde zweifellos am Ende ein Zustand völliger Unfreiheit herrschen, der nicht mal die Sicherheit gewährleisten könnte (weil die Menschen in der Lethargie der staatlich garantierten Sicherheit jedes Gefahrenempfinden verlieren würden und jede noch so einfache Handlung gefährlich würde).
    2. Wenn man als radikale Alternative aber jede gesetzgeberische Tätigkeit ausschliessen würde, weil sie der Freiheit entgegen steht, und daher z.B. auch einen regelfreien Strassenverkehr propagieren würde, dann wäre das Resultat eben keine Freiheit. Die Menschen würden sich angesichts der verkehrstechnischen Anarchie nicht mehr auf die Strasse trauen und die Mobilität, ein nicht unwichtiger Teil persönlicher Freiheit, wäre aus purer Angst eingeschränkt.

    Wie findet man schliesslich die Goldene Mitte zwischen den Extremen: Es ist situationsabhängig. Und ich glaube, das will uns der Artikel oben auch sagen: Das Pendel hat in den vergangenen Jahrzehnten in Richtung Staatsgläubigkeit ausgeschlagen. Die Menschen glauben mehr als auch schon, dass der Staat elementare Probleme lösen könne. Insbesondere freies, wirtschaftliches Handeln führt in der Vorstellung von inzwischen der Mehrheit der Europäer zu Bösem: “Ausbeutung”, “Armut”, “Umweltzerstörung” sind nur so einige Schlagwörter, die dem bösen Kapitalismus zugeschrieben werden. Die Faktenlage sagt etwas ganz anderes: Der Kapitalismus hat die Lebensbedingungen derer, die in ihm leben ökonomisch, sozial, kulturell und ökologisch verbessert. Dank dem Streben nach ökonomischer Entwicklung machte auch die Technologie ungeahnte Fortschritte und sorgte dafür, dass wir heute bessere Luft atmen, sauberers Wasser trinken und nahrhafteres Essen verspeisen als unsere Grosseltern.
    Die jeder Erkenntnis widersprechende Staatsgläubigkeit muss mit einer gewissen Radikalität und einem “Zweckmisstrauen” gegen staatliche Institutionen und Interventionen bekämpft werden.

  18. Thomas Holzer

    Jersey, Guernsey, British Virgins, Monaco, Luxembourg, Singapore, New Zealand, Dubai, VAE……..alles Staaten mit Steuerlasten jenseits der 40%, ohne entwickelte Bürokratie, Recht und Gesetze spielen kaum eine Rolle und “die Regierenden kümmern sich nicht um das Privatleben der Bürger” (dies ist aber auch das Einzige, was erfreulicher Weise zutrifft; zumindest kümmern sie sich wesentlich weniger darum als bei uns).
    Wahrlich zerfallende Staaten, wahrlich überhaupt nicht prosperierend

  19. Christian Peter

    t.holzer

    googeln Sie den Begriff ‘schwacher Staat’, damit Sie wissen, worüber wir sprechen. Bei den von Ihnen aufgezählten Staaten handelt es sich allesamt um ‘starke Staaten’ mit einem charakteristischen staatlichen Gewaltmonopol innerhalb des jeweiligen Staatsgebietes und einem entwickelten Rechtssystem und Bürokratie (Jersey, Guernsey, British Virgins, Monaco, Luxemburg, Neuseeland), mitunter sogar um autoritäre Regime (Dubai, VAE, Singapore).

  20. FDominicus

    @C.P. Ein Staat der mein jeden kleinsten Lebensbereich regulieren zu müssen/dürfen/sollen IST ein schwacher Staat. Ein starker Staat mischt sich nicht überall ein. Er zeigt mit seinen Eingriffen nur eins, die Menschen werden für Kinder gehalten denen man NUR mit Strafen “beikommen” kann. Armselig ist dafür sicherlich ein viel zu schwacher Ausdruck.

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