Der „Stern”: Untergang mit Ansage

Von | 26. Januar 2021

“… Wenn ein Stern verglüht, sprühen die Funken. Strahlend zeigt der Himmelskörper noch einmal, welche Kraft in ihm steckt. Ist er aber bereits erloschen, fallen bloß noch Trümmer zu Boden, so wie jetzt eben beim Niedergang des „Stern“. Zuerst hinter vorgehaltener Hand und dann nur in einem kurzen Beitrag der Süddeutschen kam ans Licht, dass das Hamburger Wochenmagazin seine Wirtschafts- und Politikredaktion in Hamburg auflöst, das Hauptstadtbüro in Berlin dichtmacht. Einige Kollegen sollen in den Räumen der ebenfalls zu Gruner+Jahr gehörenden Wirtschaftszeitschrift „Capital“ Unterschlupf finden.

Na und, mag man jetzt sagen, ist doch vernünftig, spart Kosten, Heizung, Strom, Miete, wenn alles aus einer Hand kommt. Außerdem, was spielt es schon für eine Rolle, wie und wo ein Käseblatt von wem zusammengeschustert wird.

Nur ist der „Stern“ eben kein Käseblatt, sondern ein Journal mit großer Geschichte, zurückreichend bis 1948. Im Juli dieses Jahres, dem Gründungsmonat der Bunderepublik, erhielt Henri Nannen (1913-1996), die Lizenz für sein Blatt aus den Händen der britischen Militärregierung. mehr hier

4 Gedanken zu „Der „Stern”: Untergang mit Ansage

  1. GeBa

    Langsam aber sicher werden alle Illustrierten und auch alle Paper Zeitungen verschwinden, denn ich kenne zwar noch Leute die ein Paper Zeitungs Abo haben aber wer liest eine Illustrierte? Die typischen Frauenzeitschriften haben zum Glück ausgedient, die in den diversen Wartezimmern bei Ärzten aufliegen, nimmt in Corona Zeiten hoffentlich niemand zur Hand, außerdem hat jeder sein Smartphon mit und beschäftigt sich damit. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzen Mal eine Illustrierte gekauft hätte….
    Der Nachteil dass das vom Markt verschwindet ist, dass man bald auch online Zeitungen nur mehr mit Abo lesen kann, viele sind ja schon umgestiegen. Eine rühmliche Ausnahme bildet noch die WZ, Krone und Heute sind auch frei, auch zum Kommentieren, bei Österreich.at braucht man einen Faxenbook Accout um kommentieren zu können, somit fällt es aus der Konkurrenz, Standard ist nicht meines, Presse und einige andere nach links gerutscht und somit uninteressant.
    Blogs ersetzen oft die Zeitungen und über die diversen Kanäle bei Telegram ist man auch sehr schnell über die News informiert.
    Alles dreht sich, alles bewegt sich – wir müssen mit ob wir wollen oder nicht, Stillstand wird bestraft.

  2. Wolfgang Niedereder

    Untergang mit Ansage oder Deutschland und die Nibelungensage.
    Der Eindruck , dass diese Sage den Wesenszug der Deutschen Nation= Begeisterung für den Untergang geprägt hat , verstärkt sich täglich. Die Nibelungen, zumindest Hagen , wussten ganz genau, dass sie aus dem Hunnenland nicht mehr zurückkehren werden, der Ausgang der Geschichte ist bekannt und hat uns schon in der Schule etwas ratlos zurückgelassen. Aktuell wiederholt sich diese Geschichte in Hinsicht auf Corona, Energiewende, political correctness etc. Jeder halbwegs klar denkende Wissenschaftler (z.B. Prof. Werner Sinn) weiß, das geht sich nicht aus. Also munter drauf los, der Niedergang – eine Art von deutscher Erlösung – schimmert schon am Horizont.

  3. sokrates9

    Wenn die intellektuelle Kritikfähigkeit einer Zeitung gegen Null geht und man Regierungspropaganda schreibt, wird die Sternschnuppe verblassen und untergehen!

  4. Falke

    Stern war unter Henri Nannen ein interessantes, informatives und auch humorvolles Magazin. In den letzten Jahren ist daraus ein fades linkes bis grünes Regierungspropagandablatt geworden. So etwas braucht (und vor allem: kauft) niemand. Der “Spiegel” geht übrigens den gleichen Weg (wobei man zugeben muss, dass er immer schon links war, aber zumindest regierungskritisch) und wird sich von der “Relotius-Watschen” wohl kaum mehr erholen.

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