Der syrische Suppenkasper

Von | 4. Dezember 2015

“…..Wollen wir gar nicht lange hinterfragen, ob das inszeniert ist: Ein syrischer Flüchtling kocht Obdachlosen in Berlin warmes Essen und bezahlt die Zutaten von seinen monatlich 350 Euro Asylgeld. Ein ZDF TV Team ist rasch zur Stelle und berichtet darüber, und 12.000 Facebookmitglieder liken es. Mission erfüllt.Gut, es ist die dunkle Jahreszeit, verlorene Geldbörsen sind nicht mehr so leicht zu finden, ebenso wenig die Fundbüros, und laufende Kameras und Lokalreporter haben ja auch noch anderes zu tun. Da kommt ein Suppenkoch gerade recht, um mal wieder eine Anekdote unter die Leute zu bringen….” (hier)

12 Gedanken zu „Der syrische Suppenkasper

  1. Thomas Holzer

    So ich Kinder hätte, wäre diese die neue gute Nacht Geschichte 😉

  2. Herbert Manninger

    Der Suppen kochende Schutzsuchende als Imagekorrektur. Wie verzweifelt muss die Suche nach moderaten Exemplaren sein….

  3. Ursula Vybiral

    Ich glaube schon lange nicht mehr, was ich lese. Kein Vertrauen in die Medien mehr. Bin sozusagen eine agnostische Leserin/Beobachterin geworden. Es kann sein – muss aber nicht sein.

  4. Rado

    Erinnert auch ein klein wenig an die hierzulande vielbejubelte Aktion nach dem islamistischen Terroranschlag in Australien #I’ll ride with you. Ein australisches Mäderl hatte damals aufgerufen, es ihr gleichzutun und die kopftuchtragenden Islaminnen zu begleiten, damit sich die nicht vor den bösen Blicken der Ungläubigen fürchten müssten. Wie sich später herausgestellt hat, war die Geschichte dazu erstunken und erlogen.

  5. Fragolin

    “…und es fällt auf, dass nicht wenige Skeptiker auf ihre Vergangenheit als DDR Bürger hinweisen und sich mit Propaganda daher ganz gut auskennen. Auch nach 25 Jahren Befreiung glaubt der Ossi immer noch nicht wirklich alles, es sei denn, er ist heute in der 1. Reihe des Staates tätig.”
    Deshalb wächst Pegida auch besonders in Sachsen und Thüringen.
    Der Riss zwischen Ost und West bricht wieder auf. Die im Westen sind nur zu präpotent und dämlich, es zu begreifen.
    Mutti war in ihrer Jugend FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda. Das gibt im Westen neimandem zu denken, denn dort weiß keiner, was das bedeutet. Dummheit schützt nicht nur nicht vor Schaden, sie zieht ihn geradezu magisch an.

  6. Lisa

    @Thomas Holzer: ich hab mir das letzthin auch mal angetan, in all die Gesichter bei pro- und kontra-Demos im Internet anzusehen. Erhellend! Mehr als tausend Worte. Was für Ankommende vielleicht erzieherisch wirken könnte, ist die Tatsache, dass das Bild “Deutschland” nicht nur Mercedes, Villen, Luxus und Supermärkte zeigt, sondern auch die Ausgegrenzten, die Verlierer in der eigenen Gesellschaft. (Wobei “Obdachlosigkeit” meist mit Alkohol- und anderen Drogenproblemen verbunden ist, welch Letzteres sich dann einige Zuwanderer zunutze machen…)

  7. aneagle

    Beruhigend, dass LOGO TIVI im ZDF weiterleben darf. Diesmal halt für Erwachsene als Weihnachts-,( pfui! Weihnacht darf man ja politisch korrekt nicht mehr sagen) – Winter-märchen.

    Nur weiter so, das macht aus Pegida eine Volksbewegung. Wenn es der deutsche Körper denn verlangt…?.

  8. Christian Peter

    Man sollte nicht vergessen : Flüchtlinge aus fernen Ländern aufzunehmen ist höchst unmoralisch, denn es kommt etwa 30 x teurer, Flüchtlinge umzusiedeln als den Menschen in sicheren Nachbarländern Hilfe zukommen zu lassen. Warum also sollte man Flüchtlinge aufnehmen, wenn man mit den eingesetzten Mitteln 29 x so vielen Menschen helfen könnte ?

  9. Hanna

    Na, dann müsste man aber auch die bösen Einzelfälle aufarbeiten dürfen – wenn “Schutzsuchend” aggressiv sind, Mitmenschen schlagen, mit dem Umbringen bedrohen, vorzugsweise mit “Rübe ab”, oder etwa nicht? Das sind dann immer Einzelfälle, die überhaupt aber absolut rein gar nicht sinnbildlich für eine Mehrheit sind. Der Suppensyrer steht natürlich für “die Syrer”, die alle am liebsten helfen würden. Seine Landsleute, die in ihren Nike-Schuhen und Lederjacken mit iphone, mit Tafeln dastehen auf denen sowas steht wie “Seit fünf Tagen kein Essen”, sollten sich bei ihm anstellen. Gerade, da ich dies schreibe, wüten draußen im 15. Bezirk irgendwelche ausländischen Jugendlichen, und es hat gerade superlaut gekracht (wie ein Knallkörper in einer Tonne). So geht’s bei uns zu. Aber nicht schon immer, oh nein, nicht schon immer. Ob’s hilft, dass das ehemalige Lokal “Futterboden” jetzt “Jerusalem” heißt, weiß ich nicht. Ich weiß nur: Noch vor ein paar Jahren wäre der Name exotisch und interessant gewesen. Jetzt ist er bedenklich. Paranoia beseite, aber ins “Futterboden” wäre ich essen gegangen, ins “Jerusalem” bringen mich keine zehn Esel, äh, Pferde, äh Ochsen. Ach was.

  10. Hanna

    @Christian Peter: Ganz genau. Aber Sie wissen eh, dass Sie gerade eine intellektuelle Herausforderung präsentiert haben, die (und ich argwöhne jetzt sehr böse, weil ich genau zwischen zwei Berufsschulen wohne) 80 % der jungen ÖsterreicherInnen nicht meistern würden.

  11. gms

    Ursula Vybiral,

    “Kein Vertrauen in die Medien mehr. Bin sozusagen eine agnostische Leserin/Beobachterin geworden. Es kann sein – muss aber nicht sein.”

    Daß die Sache stinkt, kann man sich mit wenigen Klicks selbst zusammenreimen. Medial erstmalig aufgegriffen wurde die Sache ausgerechnet vom britischen “Telegraph” am 24. November [1]. Offenbar kamen deutschprachigen Medien die in Englisch gehaltenen Texte am Suppenstand spanisch vor, weshalb sie die Sache kollektiv erst am 25sten aufnahmen.

    Hinreichend für eine getürkte Story ist das nicht, sondern vielmehr die eklatant widersprüchlichen Angaben. 2007 als Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien findet sich allerorts, doch je nach Quelle floh er einmal vor Assad, ein andermal vor dem IS. Laut allen englischsprachigen Medien, aber auch laut dpa (zitiert von Focus oder der Süddeutschen): “Assali ist nach eigenen Angaben bereits vor einigen Jahren vor dem Assad-Regime in Syrien geflohen.”
    Fragt man Alex Assali selbst, respektive Tabea Büttner, hat der IS Assali sogar drei Monate lange gefangen gehalten, bis er fliehen konnte [4]. Sein langer Aufenthalt in Tripolis (Lybien), wo er auch arbeitete, ist dabei kein Thema.

    Bleibt noch der Blick auf die sich im Besitz deutscher Medien befindliche dpa, doch dort findet sich unter dem richtigen(!) Link der falsche Beitrag [2]. Erst über den Cache wird der ursprüngliche Text sichtbar [3], der explizit das Assad-Regime als Fluchtgrund nennt. Daß Inhalte verändert werden oder ganz verschwinden, ist weder neu noch überraschend.

    Vertieft man sich weiter in die Sache, u.a. mit Blick auf die englischen Texte am Suppenstand, kommt man zu einem “Christian Syrian project”, wobei wiederum eine andere Stelle vermerkt, Assali hätte die Hilfe seines Pastors gehabt. Daß Assali ein redlicher Mensch ist, mag man ihm im Zweifel zuschreiben, das Agieren der Medien jedoch ist einmal mehr inferior bis evident verlogen.

    [1] telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/germany/12014475/Syrian-refugee-pays-back-German-kindness-with-food-for-the-homeless.html
    [2] dpa-international.com/news/international/syrian-feeding-berlins-homeless-wants-to-give-something-back-a-47491778.html
    [3] tinyurl.com/nww35jj
    [4] zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2615602/Fluechtling-kocht-fuer-Obdachlose#/beitrag/video/2615602/Fluechtling-kocht-fuer-Obdachlose

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.