Der Vormarsch der Zweiklassen-Medizin

(ANDREAS UNTERBERGER) Österreich steuert auf einen veritablen Ärztemangel zu – obwohl wir überdurchschnittlich viele Ärzte haben. Dieses Paradoxon ist entstanden, weil das Problem immer nur aus sozialpolitischer, nie aus ökonomischer Perspektive angegangen worden ist. Aber in Wahrheit lässt es sich nur so lösen.

Denn die Ärzte suchen für ihre Berufsentscheidung die optimale Work-Life-Balance, also die beste berufliche und private Lebensqualität. Das lässt sie immer stärker den Weg eines “Wahlarztes” wählen, also eines Arztes, der sowohl seine Tarife wie auch seine Arbeitszeit wie auch die Menge der Patienten selbst bestimmt. Solange sie auf diesem Weg auch ausreichend verdienen (und insbesondere der immer größer werdende Anteil weiblicher Ärzte begnügt sich auf der Suche nach Teilzeitjobs mit deutlich geringerem Einkommen), wird ein immer größerer Anteil der Ärzte diesen Weg gehen. mehr hier

4 comments

  1. Seerose

    Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Selbsthalte bei den GKKs bereits existieren und darüber hinausgehende GKK-Selbsthalte nur wieder von denen bezahlte werden, die sowieso das ganze System finanzieren, diejenigen die bisher jetzt nichts ins System einbezahlen, werden von den Selbsthalten ausgenommen sein. Bei den Beamtenkassen, den Eisenbahner etc. ist das anders, die haben nur Versicherte die Beiträge bezahlen, seien sie aktiv oder in Pension. Nur die GKKs haben das nicht und ich finde es nicht gerecht, wenn von den GKK-Versicherten, die sowieso das ganze System finanzieren weitere Selbstbehalte verlangt werden.
    Und ich kenne den Unterschied zwischen den Beamtenkassen, den Eisenbahnern und den Gebietskrankenkassen genau, weil in meiner Familie alle Versicherungen vorkommen. Die Menschen, die GKK-Beiträge bezahlen sind die Trottel im österreichischen System. Mögen die Beamten Selbstbehalte haben, den Selbstbehalt würde jeder GKK-Versicherte gerne bezahlen, wenn er dafür die Leistung erhält die ein Wiener Beamter oder Eisenbahner erhält.

  2. Triumph Cruiser

    @Seerose:

    … wenn die Beamten-Versicherung soooo gut ist, wie von Ihnen beschrieben, dann frage ich mich ernsthaft, warum ich einige hundert Euro p/m an Krankenzusatzversicherung für meine Familie ausgebe (dafür gelingt es mir kaum etwas zur Seite zu legen – die Gesundheit meiner Familie und deren Versorgung ist mir sehr wichtig);

    Fakt ist, dass es mittlerweile eine 3-Klassen- Medizin in diesem Land gibt …

  3. Johannes

    Ein wichtiger Grund warum wir zuwenig Ärzte haben ist nach meiner Meinung der paradoxe Zustand das viele deutsche Studenten in Österreich ausgebildet werden müssen.
    Es hat dazu geführt das jetzt “Aufnahmetests“ für das Medizinstudium durchgeführt werden müssen und ein gewisser Anteil der Studenten eben nur kommt um dem Numerus clausus im eigenen Land zu entgehen.

    Es könnte daher auch sein das so mancher junge Mensch der vom Land kommt und gerne dort als Arzt arbeiten würde keine Studienstelle bekommt. Studienplätze sind nach wie vor begrenzt in Österreich, wenn uns die EU zwingt EU Bürger auszubilden darf es einen nicht wundern wenn im entlegenen Bergdorf kein Arzt mehr anzutreffen ist, außer vielleicht der Bergdoktor bei Dreharbeiten.

  4. Eugen Richter

    Und diejenigen, die richtig gut sind gehen aus der EU raus. Wenn die Behandlungen möglichst wenig kosten dürfen, bekommt man nur das, was mam bereit ist bezahlen zu wollen. Selbst schuld, wenn man meint schlauer als die Kräfte des Marktes zu sein.

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