“Der Westen hat Syrien aufgegeben und Putin überlassen”

Von | 7. Februar 2016

“Wenn zeitgleich, während diese (Syrien-) Gespräche laufen, die größte russische Luftoffensive seit der offenen Intervention der Russen stattfindet, Horst Seehofer Putin die Hände schüttelt und Steinmeier in Teheran ist, dann signalisiert man eindeutig: Man hat Syrien nicht nur aufgegeben, sondern an Russland und den Iran delegiert. Es ist mir unerklärlich, aber offensichtlich gibt es die Hoffnung, dass, wenn Assad, Iran, die Hisbollah und Russland Syrien in irgendeiner Weise kontrollieren, es dort zu Ruhe und Stabilität kommt und dann weniger Menschen fliehen. Was vollkommen verrückt ist, weil diese Kampagne in Syrien ein systematisches Vorgehen ist, das auf die demografische Veränderung der syrischen Bevölkerung abzielt. Jeder geflohene Sunnit ist aus der Sicht Assads und seiner Unterstützer ein positives Ergebnis Er destabilisiert die Türkei, er destabilisiert Europa und er minimiert die Anzahl an Sunniten in Syrien. Nur ein kleiner Teil der Sunniten wird jemals wieder bereit sein, unter Assad zu leben, nach den Massakern und allem sonst, was dieses Regime da angestellt hat…..” (weiter hier)

3 Gedanken zu „“Der Westen hat Syrien aufgegeben und Putin überlassen”

  1. Mona Rieboldt

    Die Waffenlieferungen der Obama-Regierung an islamistische Rebellen hat den Krieg in Syrien stets verlängert. Was wirft man Assad eigentlich vor, den Kampf gegen Islamisten? Die Obama-Regierung und ihr Schosshund EU wollten Assad unbedingt erlegen. Das Gleiche wurde in Libyen gemacht, die USA lieferten Waffen an Rebellen, bombten Gaddafi weg, das Gleiche im Irak, Saddam wurde weg gebombt. Und heute? Libyen ein failed state, Irak wurde zur IS, dabei viele Offiziere von Saddam. In Afghanistan wurde gar nichts erreicht, die Taliban sind wieder stärker als zuvor.

    Vielleicht sollte der Westen einmal seine Finger aus diesen Ländern raus lassen. Oder wollen sie jeden Diktator weg bomben, den es irgendwo gibt? Übrigens die USA nehmen nur eine geringe Zahl Füchtlinge aus Syrien auf, das Problem wurde nach Europa geschoben.

  2. gms

    Die üblichen Verdächtigen, mit deren Ambitionen auf nahöstliche Regimechanges mittels von außen mit Viagra induzierten Frühlingsgefühlen, wurden von Russland in Syrien eiskalt überrascht, nachdem es sich militärisch schon in der Ostukraine einbringt und damit eigentlich geopolitisch ausgelastet sein sollte.
    Jetzt liebäugeln die Falken zwecks Korrektur des Lapsus’ mit Bodentruppen dort, erhöhen explizit für Syrien (und nebenbei auch das Baltikum) das Budget des DoD’s und schicken ihre Pressttituerten zum medialen flächendeckenden Bombardement schon mal vor. Same procedure as every year!

    Die Frage, welches Kraut man für solch immer wiederkehrenden Putin-dies-, Putin-jenes-Schlagzeilen hier im Blog rauchen müsse, erübrigt sich, denn es kommt definitiv nicht aus Israel, sondern von dort, wo auch die nunmehrige FDP ihre Halluzinogene bezieht, nachdem sie ebenso von Abweichlern gesäubert wurde, wie die CDU.

  3. mariuslupus

    Gegenfrage, was hat der Westen überhaupt in Syrie verloren ? Der sog. Westen, für uns die EU, hat genügend eigene Probleme. Die ganze alte Geschichjte der Einmischung des Westens im Nahen, und Mittleren Osten, hat nur zu Reihe von Probleme geführt, vorhandene Probleme noch eskaliert. Geschichtlich ist nicht klar definierbar ab wann dieses Schlamassel schon geht. Seit Lawrence of Araby, oder Mossadegh, oder Ghadhafy ? Westen möchte Demokratie exportieren und verbreitet nur Chaos. Sollte man Obama fragen warum er meinte Assad beseitigen zu müssen, wird er keine logische Antwort geben können. Genau wie Bush Jun. meinte Saddam liquidieren zu müssen. Putin ist mindestens klar und eindeutig, stützt das vorhandene Regime. Nach dem Sturz der sogenannten Diktatoren im Nahen Osten, ist immer nur etwas schlimmeres gekommen. Die einzige Möglichkeit ist der dort ansässigen Bevölkerung ihre Bräuche zu lassen, sich nicht einmischen, containment. Wozu die Einmischung führt ist anhand der Migrantentreks sichtbar.

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