Der Zug der linken Lemminge

(MARCUS FRANZ) Die Weltanschauung der Linken wird geprägt vom Streben nach Gleichheit, Laizismus, Frauenrechten, Genderismus, dem Wunsch nach völliger Freigabe der Abtreibung und der weltweiten Legitimierung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Im Weiteren wollen die linksideologischen Vor-und Nachdenker im Sinne der traditionellen Sozialistischen Internationale die Öffnung aller Grenzen. Letztlich haben sie die Auflösung der Nationen zum Ziel, die Nationalstaatlichkeit ist aus ihrer Sicht ein Übel.

Das alles ist nicht neu und daher nicht weiter erstaunlich – man hat eben seine politischen Überzeugungen und es gibt solche und solche. Umso erstaunlicher ist aber das Faktum, dass gerade die Linke (und hier vor allem die deutschsprachige) in der gegenwärtigen Migrationskrise einer breiten und kontraproduktiven Unterwanderung unseres liberalen europäischen Kulturraumes massiv Vorschub leistet: Die von der Linken akklamierte ungehinderte Migration aus einer weltanschaulich ganz anders aufgebauten kulturellen Sphäre wird nämlich die hier genannten linken Ziele erodieren und deren Erreichung langfristig sogar verunmöglichen.

Demografische Berechnungen gehen davon aus, dass aufgrund der explodierten Zuwanderung in 5 Jahren ca. 50% der jungen Männer zwischen 20 und 35 in Deutschland Muslime sein werden*. Allein angesichts dieser wenigen Zahlen kann man schon unschwer erkennen, dass wir mitten in einem kulturellen Transformationsprozess von wirklich historischem Ausmaß stecken: Wenn die männlichen jungen Erwachsenen eines Landes zur Hälfte einen relativ einheitlichen kulturellen Migrationshintergrund haben, wird das dieses Land nachhaltig verändern.

Wir wissen: Praktisch in der gesamten islamischen Welt sind gesellschaftspolitische Anliegen wie Gleichheit von Frau und Mann, Stärkung der Frauenrechte oder “Gay Marriage” keine öffentlich diskutierbaren Themen. In den muslimischen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas und Vorderasiens sind manche dieser Positionen sogar schwer verpönt und vielerorts mit extrem harten Strafen belegt. Wer in einer solchen Sozietät groß geworden ist, besitzt also bestimmte kulturelle Prägungen, die er mit der Ankunft im Westen nicht so einfach abstreifen kann wie einen alten Pullover.

Wenn es nun das Ziel der linken Ideologie ist, einerseits alle Grenzen zu öffnen und die Migration aus diesen sehr differenten Kulturräumen zu forcieren, andererseits aber die linken Ideale in der Gesellschaft in allen Bereichen zu stärken – wie kann man es dann logisch begründen, dass man als Linker die Völkerwanderung mit allerlei Apologien versieht und die bei uns migrationsbedingt immer größer und stärker werdenden Subkulturen und Parallelgesellschaften in Kauf nimmt? Wo doch deren Werte zu den linken Idealen in krassem Widerspruch stehen? Rational ist das eben nicht erklärbar. Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum und mit welchem Motiv man sich als Linker in einen derartigen argumentativen Notstand begibt.

Wir alle wissen, dass das humanitäre Argument längst nicht mehr greift. Deswegen haben viele Leute, welche die “Willkommenskultur” vor einigen Monaten noch aus idealistischen und altruistischen Gründen propagierten, ihre damaligen Haltungen schon ziemlich relativiert und sehr oft bereits aufgegeben. Manche haben sogar die Seiten gewechselt.

Trotzdem gibt es noch immer öffentliche Debatten, in denen sich politisch oder medial einflußreiche Linke als die Schutzmacht der aktuellen Migrationsbewegung gerieren und alle Probleme, die diese mit sich bringt, um jeden Preis schönreden. Wir beobachten vielerorts sogar einen linken Furor gegen die konservativen und patriotischen Kreise, deren Befürchtungen hinsichtlich der negativen Folgen der Völkerwanderung längst bestätigt wurden – einfach, weil sie bereits Realität geworden sind.

Wieso können (wollen?) intelligente linskorientierte Menschen nicht das bedrohliche Ausmaß der aktuellen Migration und deren gravierende Folgen für Kultur und Staat erkennen? Und was hindert sie intellektuell, die reale Gefährdung ihrer eigenen Ideale zu thematisieren? Anders formuliert: Warum laufen so viele Linke wie Lemminge sehenden Auges in ihren eigenen weltanschaulichen Untergang?

* http://www.theeuropean.de/adorjan-f-kovacs/10622-einwanderung-oder-zuflucht

9 comments

  1. Thomas Holzer

    Für Linke gibt es den von Dr. Franz aufgezeigten Widerspruch nicht!
    Linke sind ja von ihrer Gesellschaftsklempnerei überzeugt. Sie sehen die Neubürger als formbare und natürlich mit Zwang zu formende Masse, aus welcher der neue, sozialistische Mensch entstehen wird.
    Gerade im Faktum, daß (fast) alle Neubürger aus rückständigen und zerrütteten Kulturen stammen, liegt der Reiz für die Linke, ihre Umerziehung auf ein Neues umzusetzen zu versuchen.
    Jeder Mensch, egal aus welcher Kultur, egal welcher Religion anhängend, ist in den Augen der Linken ein umzuerziehendes Nichts.
    Daß die Geschichte zahllose Beispiele kennt, die das kolossale Scheitern dieser Ideologie aufzeigen, ficht Linke nicht an, behaupten sie doch weiterhin -meistens unwidersprochen- daß die Methoden die Falschen waren. Außerdem, um mit der Realität nicht konfrontiert zu werden, plädieren die Linken ja vehement dafür, Geschichtsunterricht und -wenn möglich- Geschichte per se abzuschaffen

  2. Fragolin

    Herr Franz, Sie haben ja so Recht! Aber wissen Sie, was mich irritiert? Warum die schwarzen mit den roten und grünen Lemmingen Hand in Hand ihr eigenes Volk über die Klippen treiben?
    Ihr Parteikollege ist ja gestern auch wieder die Antwort schuldig geblieben, aber was tut die ÖVP jetzt? Immerhin trägt sie als Koalitionspartner die Linie der Regierung mit und gefällt sich in Quotendiskussionen und Gelabere über sinnfreie “Werteschulungen”.
    Ich weiß, Sie wissen, wir alle wissen: eine “Obergrenze” wird juristisch nicht halten, denn seltsamerweise wird plötzlich wieder der Rechtsstaat entdeckt, der auf ein anderes Instrument, nämlich die effektive Sicherung seiner grenze, rechtswidrig und großmütig verzichtet.
    Also: Was TUN gegen diese Völkerwanderung, gegen diese sich zur Invasion ausweitende Zerstörung unserer Heimat? ÖVP wählen ist ja anscheinend kein Lösungsansatz. Oder steht diese Partei plötzlich für konkrete Aktionen im Sinne des eigenen Volkes? Wenn ja würde sie die Koalition mit den Dampfplauderern und linken Lemmingen aufkündigen und nach der Wahl – rechnerisch weit mehr als nur möglich – mit Blau zusammengehen.
    Nicht gerade das, was man sich unter einer Wunschregierung vorstellt, aber wenigstens etwas, was den zug der Lemminge stoppen könnte.
    Also, ziehen Sie, die Schwarzen, weiter mit den Linken Richtung Klippe, oder tut sich was??

  3. sokrates9

    ..Wieso intelligente linksorientierte Menschen . ist das nicht ein klassisches Oxymoron?..

  4. elfenzauberin

    “Politisch links” und “intellektuell” schließen einander aus.

    Es gilt der alte Spruch:
    Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz.
    Wer mit 40 immer noch Sozialist ist, hat kein Hirn.

  5. Selbstdenker

    @Marcus Franz:
    “Die von der Linken akklamierte ungehinderte Migration aus einer weltanschaulich ganz anders aufgebauten kulturellen Sphäre wird nämlich die hier genannten linken Ziele erodieren und deren Erreichung langfristig sogar verunmöglichen.”

    Nicht so “pessimistisch”. In Schweden erhalten muslimische Migranten nun den langersehnten Werte-Unterricht:

    http://www.rfsu.se/Bildbank/Dokument/Metod-Handledning/L%C3%A4ttare%20svenska/lektionsunderlag2015web.pdf

    Nachdem die Migranten über die Werte ihrer neuen Heimat so umfassend augeklärt wurden, kann einer erfolgreichen Integration sowie einer Umsetzung linker Utopien nichts mehr im Wege stehen 😉

  6. gms

    “Wieso können (wollen?) intelligente linskorientierte Menschen nicht das bedrohliche Ausmaß der aktuellen Migration und deren gravierende Folgen für Kultur und Staat erkennen?”

    Was haben Franz Vranitzky und Rudolf Scholten gemeinsam, das sie etwa von Victor Klima und Gerhard Schröder unterscheidet? Warum war es ausgerechnet Vranitzky, der in der SPÖ den damaligen parteiinternen Widerstand gegen den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft brach?
    Wie erklärt sich der eigentümliche Sinneswandel der SPÖ zur Wehrpflicht, die man zuvor noch als unabdingbar erachtete? Weshalb gelang Merkel mit zu Guttenberg als Minister in Deutschland der Schwenk zum Berufsheer? Welche Figuren stehen hinter der Wandlung der deutschen Grünen von einer pazifistischen Ökobewegung hin zu einer Nato-affinen, antirussischen Scharfmacherpartei?

    “Letztlich haben sie die Auflösung der Nationen zum Ziel”

    Besagte ‘sie’ finden sich beim Council on Foreign Affairs und deren lokalen Abkömmlingen, den Bilderbergern, im Aspen-Institut, der Atlantikbrücke und wie sie sonst heißen und alle mit entsprechendem Einfuß aus Geld, Medien und Verbindungen dasselbe Ziel verfolgen — der Machtverschiebung zu subranationale Entitäten.

    Redliche Linke wissen das. Es ist daher auch keine Frage von Intelligenz, sondern eine des Hinschauen- und Aufzeigenwollens, stets unter der latenten Gefahr, damit öffentlich einer paranoiden Aluhutfraktion zugerechnet zu werden. Ob wir es nun tatsächlich mit einem konzertierten Zusammenspiel aus Plutokratie und Sozialismus zu tun haben oder nicht, ist unerheblich, und dennoch erklärt ausgerechnet diese Annahme die Entwicklungen trefflich und insich absolut widerspruchsfrei.
    Es gibt eine entsprechende für jedemann einsehbare langfristige Agenda zum Wandel der Gesellschaften. Und obwohl diese Pläne sukzessive Realität werden, wollen dennoch viele nicht mal versuchsweise annehmen, daß dies auch beabsichtigt erfolgt. Das ist naiv oder zumindest einem Mangel an Mut zuschreibar.

  7. gms

    Wie mehrfach bereits ausgeführt: Wer schon vorab wissen will, welche der vielen möglichen Abzweigungen die Politik demnächst beschreiten wird, liest am besten zeitnah bei den Quellen der tatsächlichen Machthaber nach [1].

    Ist Angela Merkel gefährdet? Hat sie einen Herausforderer? Was will uns das CFR mitteilen, wenn es aktuell schreibt: “Angela Merkel has gone without a challenger—until now”?
    Die Auflösung siehe [2]. Etwas hat es schon mit Flüchtlingen zu tun, denn ‘Renzi’s [des Herausforderers, Anm.] first measure will be the proposition to revise the European Union’s First Country of Entry rule for arriving refugees from the Middle East’. Komisch, exakt das Merkel ja auch schon angekündigt.

    Der Artikel beschäftigt sich mit Flüchtlingen, viel mehr aber mit einer zentralen Einlagensicherung für Banken, welche Italien und anderen vortrefflich ins Konzept paßte. Wie das zu geschehen hat, läßt uns das CFR wissen:
    ‘Here, Italy is helped by the fact that German popularity is waning, in part thanks to the unpopular austerity measures forced on Athens in return for EU financial bailouts. [..] If Partitio Democratico wants to forge an even wider consensus, it could overcome divisions with European socialist parties and mend fences with green parties and the broader anti-austerity left, particularly in other southern European countries’

    Das am Ende der Ausführungen genannte Ziel: “For the first time in years, Europe is experiencing an open opposition to German politics in the European Union. If Renzi and his allies are able to galvanize their ranks, the continent may finally have an alternative balance to power that is not vested in nationalist, far right, and anti-EU forces. Now, all Italy must do is take on the economic powerhouse of Europe.”

    Stellt das angesichts Schäubles eigenen Bestrebungen für eine EU-Bankenunion tatsächlich eine Allianz gegen Deutschland dar? Ja, nein, vielleicht. Es zeigt zumindest brühwarm, wie Plutokraten linke Kräfte instumentalisieren.

    [1] twitter.com/ForeignAffairs twitter.com/CFR_org
    [2] foreignaffairs.com/articles/germany/2016-01-22/going-south

  8. Josef

    An Selbstdenker: garstig, dieser Werte Untericht, ganz garstig. Ich denke, wenn ein Land wie Schweden sowas rausbringt, dann soll und kann die Scharia ruhig kommen..ist vielleicht eh die bessere Option (hoppala, hätte fast Lösung geschrieben). Sonst zum Artikel: ja, stimmt alles, die Linken holen sich die eigenen Henker ins Haus..aber..das wird noch eher in Kauf genommen, ihr Hass gegen National, Rechts, Kirche, Tradition, Vaterland etc. ist grösser als dass sie sich dagegen erheben würden. Ich denke..nein, ich bin überzeugt, sie wollen das, sehenden Auges wird das so orchestriert..

  9. Johannes

    Wenn es so kommt wie sie es oben beschrieben haben, mit all den Verbrechen an den Menschen wie wir es schon jetzt in div. islamischen Ländern sehen, dann sind unsere heutigen Politiker die Wegbereiter einer zukünftigen Katastrophe für die, sie wählenden ,Europäer. Es nützt nichts wenn ich immer wieder von positiven Einzelfällen bei Zuwanderer berichte wenn der politische Trend dennoch massiv (siehe Kindergärten in Wien) in eine falsche Richtung geht. Viel zu viele die den Islam zur Religion haben verachten und hassen alle anderen und ihre Lebensweise. Wenn das System kippt nützt es nichts das es auch tausende nette und freundliche Muslime gibt. Die, die den Ton angeben werden das Land beherrschen und terrorisieren.

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