Desintegration als Chance für Europa?

Von | 30. Januar 2017

“Die politische Zentralisierung kann aber auch ein Hindernis für die wirtschaftliche Integration sein. Hans-Herman Hoppe argumentiert, dass es – je größer der Staat ist – umso weniger Anreize für eine Liberalisierung gibt. Kleine Staaten – umgeben von zahlreichen Rivalen – fühlen einen starken Druck, mit den Nachbarstaaten im Wettbewerb um Steuerzahler und Investoren zu stehen. Wegen ihrer Größe ist es relativ einfach und billig, ihrer Regierungsgewalt zu entkommen und ins Ausland zu ziehen. Wenn eine ähnliche Kultur in den Nachbarstaaten herrscht – wenn die Sprache und die Religion ähnlich sind, wie es in vielen Gebieten Europas der Fall ist – scheinen die Perspektiven der Emigration noch verführerischer. Daher ist es wahrscheinlich, dass Regierungen, die hohe Steuern und belastende Vorschriften auferlegen, als Konsequenz unter Entvölkerung leiden und ihre Einkommensquellen verlieren. Unter solchen Umständen liegt es im eigenen Interesse der Regierungen, mäßig zu besteuern und zu regulieren. Je kleiner die Staaten sind, desto weniger Ressourcen sind innerhalb ihrer Grenzen zu finden, so dass solche Staaten gut in das System des internationalen Handels und der internationalen Arbeitsteilung integriert werden müssen. Die Mikrostaaten werden dann aus der Not heraus die Zoll- und Freihandelsbeschränkungen aufgeben…” (Mises.de)

3 Gedanken zu „Desintegration als Chance für Europa?

  1. Selbstdenker

    Europa ist durch zahlreiche Spannungslinien durchzogen. Jedes Ansinnen diesen Kontinent kristallin zu strukturieren, wird an inneren und äußeren Kräften scheitern.

    Ein desintegriertes Europa würde ich mit einem amorphen Gebilde vergleichen, das auf innere und äussere Spannungen flexibel reagieren und die Spannungen verteilen kann ohne zu zerbrechen.

  2. Christian Peter

    ‘Die Mikrostaaten werden dann aus der Not heraus die Zoll- und Freihandelsbeschränkungen aufgeben’

    Wie gut das funktioniert, sehen wir am EU – Binnenmarkt. Halb Europa steht 24 Jahre nach Aufgabe der Freihandelsbeschränkungen durch die EU – Mitgliedsstaaten vor dem wirtschaftlichen Ruin.

  3. CE___

    Umso mehr ich sehe wohin dieser Moloch EU mutiert, desto mehr hänge ich den Ideen eines Hoppe an, von dem ich schon früher einmal las.

    Ob mal alle Kleinstaaten so schlau wären Zoll- und Freihandelsbeschränkungen aufzugeben lasse ich mal dahingestellt.

    Aber es gäbe ja dann genug Alternativen für einen Ortswechsel.

    @CP

    Immer wieder zu lustig zu sehen wie ihr Beissreflex auf Reizworte wie Konzernbesteuerung und Freihandel anschlägt.

    Der Freihandel oder freie Kapitalverkehr innerhalb der EU (=EU-Binnenmarkt) hat mit den Problemen überhaupt nichts zu tun.

    Schuld sind schon die 1., PIGS durch Unterlassungssünden (eigene Wirtschaft nicht “fit gemacht” für den Euro trotz geschenkter Niedrigstzinsen nach dem Euro-Start und anstelle dessen die mit Schulden aufgenommen Gelder “verfressen und versoffen”) und 2., Deutschlands, Ö, NL, FIN,, indem sie die PIGS, aber zumindest GR, nicht anno 2010 schon hinausgeworfen haben.

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