Deutsche am Rande des Nervenzusammenbruches

Von | 19. Dezember 2014

“….Deutschlands Medien und Politiker stehen dem Phänomen «Pegida» ratlos gegenüber. Rassisten oder Neonazis sind die meisten, die da demonstrieren, nicht. Doch sie pflegen ein wirres, von der Realität weitgehend abgekoppeltes Weltbild….” (hier)

74 Gedanken zu „Deutsche am Rande des Nervenzusammenbruches

  1. Fragolin

    Die Angst der Politik vor dem Druck der Straße erwacht.

    Kann man den wütenden Aufschrei der Bürger, die von Lug und Trug die Nase voll haben und das Recht auf Selbstbestimmung im eigenen Land einfordern, nicht mehr als rassistisches Gegröle tumber Nazis diffamieren (wie es der Herr Özdemir mit empörtem Augenklappern versucht), greift man eben in die nächste Diskreditierungskiste: Es sind einfach Verwirrte, geistig Überforderte, latent Geisteskranke, die da hilf- und ziellos durch die Straßen taumeln und wirres Zeug faseln.
    Ein Randwitz ist, dass ein tagesschau-Sprecher mit heruntergezogenen Mundwinkeln rapportiert, an den Demos nehmen neben den übliche Rassisten, Nazis und dem vorgeschrieben immer im gleichen Atemzug zu nennenden AfD auch vermehrt Hooligans aus der Fußballszene an diesen Demos teilnehmen. Nicht nur erstaunlich, dass die Hools, eigentlich definiert durch ihre sinnlose brutale Aggressivität, vollkommen passiv an der Seite armer verwirrter Kleinbürger dahintrotten, ganz ohne Schlagring- und Ketteneinsatz, der doch sonst ihre Identität ausmacht, nein, man klammert auch konsequent aus, dass viele reale Hooligans (besonders die berühmten Hamburger) aus der linksextrem-anarchistischen Szene kommen. Natürlich, linksextreme Gewaltausbrüche sind ja nur Folklore, die wollen ja nur spielen…

    Was macht diese Angst vor der Straße aus? Nun ja, der Westen hat den Mob in der Ukraine gerade zur legitimen Staatsmacht erhoben. Ein paar Tausend Leute vor dem Regierungssitz, die gegen das bestehende Regime demonstrieren und Wasserwerfern trotzend ausharren, ob durchsetzt von Nationalisten oder nicht, reicht als Begründung, um eine demokratisch gewählte Regierung aus dem Amt zu jagen und die Anführer des Aufruhrs mit der Staatslenkung zu betrauen; noch vor demokratischer Legitimation berechtigt, langfristige Verträge mit dem Ausland zu unterzeichnen und militärische Maßnahmen im Inland durchzuführen. Wie soll man reagieren, wenn plötzlich (wieder) hunderttausende Deutsche auf die Straße gehen, in Berlin den Reichstag umstellen, sich auch von Wasserwerfern und Knüppeln nicht mehr verjagen lassen? Was, wenn die medial gefeierten Helden von Stuttgart 21 plötzlich verhundertfacht in Berlin aufmarschieren und rufen: “Wir sind das Volk! Es reicht!”?

    Die Angst der Politik vor dem Druck der Straße erwacht. Denn wer den Druck der Straße überall auf der Welt als legitimes Mittel zum Aushebeln des existierenden Staatswesens betrachtet bekommt Probleme, wenn sich dieser Druck plötzlich gegen ihn selbst richtet.

    Ich wünsche den Veranstaltern aus der Ferne möglichst bald Hunderttausend Teilnehmer. Wie die Medien das dann noch kleinreden und allgemeiner Verwirrung zuschreiben wollen dürfte interessant werden. Ebenso wie die Frage, ab welcher Teilnehmerzahl der Staat offene Repression bis hin zur Gewalt einsetzen wird, um die Flut verzweifelt zu stoppen.

  2. sokrates9

    Ein Musterbeispiel der Manipulation, der Bericht Dienstag im ORF. Man hat sich ein paar schrähge Typen herausgesucht, die dann natürlich die gewünschten Antworten geben. Trotz verzweifelter Suche wurde keiner gefunden, der wie ein echter Nazi aussah! Daher schnell ein Gericht von der Gegendemonstration, wo alle “Guten” waren, die Multikuti, die “Bereicherung” und Hilfe für alle Verfolgten der Welt als das höchste Ziel darstellten!

  3. Erich

    Unlängst hat politplatschquatsch einen alten Artikel der DDR gepostet, in dem nach dem genau gleichen Schema wie jetzt die Teilnehmer der Montagsdemos verunglimpft, beschimpft und an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Jetzt werden die Menschen mit ihren Zukunftssorgen noch als dumm und dämlich hingestellt, weil laut Statistik ja ohnehin nur 0,nix Prozent Moslems in Dresden usw. leben – da kann doch keine Gefahr ausgehen? Spezielle DeMaiziere sprach diese Lüge ganz klar aus und Merkel denkt laut über eine Einschränkung der Demonstrationsfreiheit nach. “Leider” wirken die Nazikeule und all der linksgesiffte Schleim nicht mehr.

    Vielleicht sollten wir die Organisatoren von “www.offensivegegenrechts.net” exportieren, die mit diesem Pegida-Gesindel kurzen Prozess machen würden. Dieser linke Terrorverein ruft ja bereits im Internet dazu auf, dem Akademikerball 2015 den Todesstoß zu versetzen, die Feindschaft auf die Straße zu tragen, den Hass auf Teile der Gesellschaft, die sie nicht tolerieren, zeigen und daher den Ball mit allen Mitteln verhindern.
    Es ist natürlich ganz einfach, in Wien Ballbesucher zu terrorisieren, Scheiben einzuschlagen und Polizisten zu verletzen (und dann als Aggressoren beschimpfen; danke, liebe Grüninnen für eure Mithilfe) als zB in Pakistan den Mord an 140 Kindern zu verhindern oder zumindest dagegen auf die Straße zu gehen. Der neue Faschist ist LINKS.

  4. Selbstdenker

    Ich kann das grundsätzliche Unbehagen weiter Teile der Bevölkerung Deutschlands verstehen.

    Dieses Unbehagen betrifft einen Vorgang der noch relativ abstrakter Natur ist und sich schwer auf ein Schlagwort oder einen eingängigen Slogan reduzieren lässt. Meiner Meinung nach hat es mit einem Versagen staatlicher bzw. öffentlicher Institutionen, gehäuften konkreten Erlebnissen auf individueller Ebene und einem unerträglichen Ausmaß an Unehrlichkeit – teilweise sogar offener Verachtung – die seitens der offiziellen Stellen den Betroffenen zugemutet wird, zu tun.

    Dass die PEGIDA-Proteste ihren Ursprung ausgerechnet in den neuen Bundesländern Deutschlands ihren Ursprung haben, führe ich darauf zurück, dass dort breite Bevölkerungsteile über die Jahrzehnte der DDR-Diktatur ein Gespür darfür entwickelt haben, wenn sie von der Obrigkeit gerade massiv belogen werden.

    Sehen Sie an, wie man die vergangenen Wochen mit den Demonstranten umgegangen ist: zuerst der Vorwurf, dass es sich um “Rassisten”, “Rechtsextreme”, “Nazis im Nadelstreif” udgl. handeln würde, bei denen halt ein paar “Spießbürger” mitmarschieren würden. Das ging diesmal mächtig in die Hose.

    Jetzt werden andere Strategien angewendet: “die Leute sollen sich aufpassen bei wem sie mitmarschieren” … “einer der Veranstalter hat eine kriminelle Vergangenheit” … “die Leute sind verwirrt” … “man müsse sie abholen” … “und ihnen die Integration erklären” … “sie haben eine pathologische Angst” … “und überhaupt nimmt die Zahl der Demonstranten schon wieder ab”.

    Es ist verblüffend wie drehbuchartig seitens der Politik und der Medien reagiert wird; es gibt dabei wirklich keine Überraschungen mehr:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_kleines_lexikon_ueber_den_umgang_mit_abweichenden_meinungen

    Meiner bescheidenen Meinung nach haben die Proteste nur zum Teil mit einer Islamisierung zu tun (dieser Vorgang gestaltet sich in seiner konkreten Ausprägung und Intensität je nach Ort und sozialer Schicht sehr unterschiedlich).

    Dass es mächtig gährt, hat die Politik schon längst erkannt. Die Politik gesteht sich aber keine Fehler ein, sondern versucht sich ihrer Verantwortung zu entledigen und Sündenböcke zu definieren bzw. zu benennen: “die Neoliberalen”, “die Banker”, “die Ostküste”, “die Bilderberger”, “die Reichen”, “die Rechten”, “die Agrargemeinschaften” (ein Tiroler Unikum, dass man Gemeinschaftseigentümern von Liegenschaften, die sich auf über 1.500m Seehöhe befinden, die Schuld an hohen Grundstückspreisen in den Ballungsräumen im Talboden gibt), “die Männer”, “die Deutschen” (in Österreich), “die Österreicher” (in Bayern gelten sie als die Mautpreller jener Maut, die es noch nicht gibt), “die Raucher”, “die Ausländer”, “die Autofahrer”, “die Fleischesser”, etc.

    Wie beim Zauberlehring hat sich dieses Prinzip der Verallgemeinerung nun verselbständigt: “die Politik”, “die Medien”, “die Richter”, “die Wissenschaft”, “die Kirche”, “die Beamten”, etc.

    Politik und Medien täten gut daran von ihrem hohen Roß abzusteigen, sich einer ehrlichen Diskussion zu stellen und einen Großteil der Macht wieder an die Menschen abzugeben. Das Vertrauen ist bereits auf breiter Basis verspielt und man sollte zumindest den Schaden begrenzen.

    Alles andere fähre grob-fahrlässig, denn nun reißt selbst den in den letzten Jahrzehnten relativ geduldigen Deutschen allmählich der Geduldsfaden.

  5. Hephaistos

    Der Schreiber des Artikels hat überhaupt nicht verstanden, was zehntausende Menschen unterschiedlichster politischer Herkunft gemeinsam auf die Strasse treibt. Es ist der Ärger über die zwei-Klassengesellschaft, nämlich der Politiker, die abgehoben, sich nur mehr mit ihrem parlamentarischen Kleinkrieg beschäftigen und nicht mehr dem Sourverän, dem Volk dienen. Die zweite Gruppe ist die Journailie, die Gefälligkeitsberichte für die Politiker und Parteien, an deren Geldtopf sie hängen, schreibt. Der Versuch, die Organisatoren oder Teilnehmer zu verunglimpfen, bringt immer mehr erboste Menschen auf die Straße. Sie fürchten sich nicht mehr, denn sie stehen, wie damals die Ostdeutschen, mit dem Rücken an der Wand. Wer oder was soll den heute noch Furcht erzeugen? Diese kasperlhaften Politdarsteller, die paar Polizisten, die gegen das Volk vorgehen sollen? Lächerlich. zehn oder zwanzig kann die Polizei verpfügeln, tausende, da wird es schon schwierig, zehntausende, das geht gar nicht mehr. Und wenn 100.000+ mal auf der Straße sind, dann ist es Zeit, die Koffer zu packen und den eigenen A… zu retten. Polizei als Beschützer der Politiker sind dann auch in der Minderzahl, im Unrecht und dann möchte ich doch mal sehen, was die paar Polizisten gegen das Volk ausrichten kann. Wir haben aus der Geschichte gelernt. Die Bevölkerung hat die Regierung und Machthaber der DDR gestürzt. Das wird in Mitteleuropa in jedem Staat auch passieren und den Unnützlingen in der EU Verwaltung auch. Es wird spannend. 2015 wird ein starkes Jahr und darauf freu ich mich! Frohe Weihnachten und Prosit Neujahr, Damen und Herren Politikdarsteller und anhängende Unnützlinge der Administration, Parteien und Verwaltung.

  6. Thomas Holzer

    Und die deutsche “Integrationsbeauftragte” behauptet, die Montagsspaziergänger unter dem PEGIDA-Banner schüren Hass……

    Bin ich froh, daß die Kämpfer für den “wahren Glauben” keinen Hass schüren 😉 sondern vielmehr zum friedlichen Miteinander auf der ganzen Welt einen -wenn nicht den! wesentlichen- Beitrag beisteuern 😉

  7. Fragolin

    @Thomas Holzer

    Bitte keinen Sarkasmus, immerhin ist die Religion des Friedens wirklich der beste Garant für den Frieden – jeder, der anders denkt, wird geschächtet, und Ruhe ist auf dem Dampfer.
    Auch Friedhofsruhe ist Ruhe.

  8. A.Felsberger

    Schon merkwürdig, wenn sich Liberale, die sonst das “Volk” wegen seiner Dummheit schelten (Stichwort: Wahlverhalten), sich auf einmal auf der Seite des Volkes wähnen. Ihr seid es nicht! Wer in Dresden demonstriert, empfindet national und hat mit Liberalismus nichts am Hut! Belege dafür gibt`s zu Hauf: Eine starke pro-russische Stimmung, eine Abneigung gegen die USA und die Nato, deutsches Empfinden, deutsche Interessen und vieles mehr. Mich macht es nachdenklich, wenn Liberale auf einen Zug aufspringen, der ganz offensichtlich aus einem anderen Eck ins Rollen kommt. Glaubt Ihr im Ernst, dass Ihr mit Eurer pro-jüdischen Gesinnung, die ich hier immer wieder lesen darf, dort Freunde findet? Nur weil die Bewegung anti-muslimisch ist, heisst das noch lange nicht, dass sie von der Gegenseite auch nur das Geringste hält. Deutscher Nationalismus hat nie einem anderen Volk Respekt bekundet, ausser: dem russischen. Und wo ist Eure anti-nationalsozialistische Gesinnung auf einmal hin? Glaubt ihr nicht, dass unter den Demonstranten viele sich befinden, die dem Führer etwas abgewinnen könnten? Ich für meinen Teil habe nichts gegen diese Bewegung, auch wenn ich mich niemals daran beteiligen würde. Auch ich empfinde, dass sich Vieles zum Guten ändern muss in diesem Europa. Aber so naiv, dass ich glauben könnte, dass dies keine Nationalen sind, bin ich wirklich nicht. Ihr reiht euch genau unter denen ein, die schon mehrmals bewiesen haben, dass sie Sozialismus, Judentum, Amerikanismus und Liberalismus gleichermassen als Feind verstehen! Just my two cents!

  9. A.Felsberger

    Auch ich mag die Reaktion des “Establishments” nicht: Jeder, der diese Leute als Nationalsozialisten bezeichnet, verharmlost den Nationalsozialismus! Macht ìhn zu einer kuschelweichen Bewegung von Kleinbürgern, wo er doch in Wahrheit blanker Terror war. Nichts rechtfertigt den Vergleich mit dem Nationalsozialismus, und schon gar nicht ein paar fahnenschwenkende Demonstranten. Relativierung geht von denen aus, die den Vergleich überstrapazieren, und nicht von jenen, die den Nationalsozialismus schon längst vergessen haben. Das “Establisment” ist tatsächlich in Panik, weil es seine Segnungen, die es über die Menscheit ergiesst, kritisiert sieht. Es schlägt mit Phrasen zurück, weil ihm seine Linie sakrosankt ist. Es steht unter Sachzwängen, die der Bürger einfach nicht zur Kenntnis nehmen will. Stichwort: Überalterung der Bevölkerung, Sicherung der Pensionssysteme, Öffnung und Integrierung des Marktes, Ausgleich von Finanzierungssalden infolge von Handelsbilanzungleichgewichten. All dies wird von den Bürgern beiseite gewischt, ohne auch nur eine Antwort auf diese Probleme zu haben. Das Establishment reagiert mit Verbitterung und Unverständnis: Wie ist es möglich, dass niemand uns versteht, wo wir doch das einzig Mögliche tun? Wer aufschreit und dagegegen protestiert, soll Lösungsvorschläge bringen! Aber bitte keine Kindheitsträume, nach dem Motto: wir schaffen den Staat ab.-)

  10. Thomas Holzer

    Was waren Hitler, Eichmann, Honecker, Jaruselski, Mao, Haider um nur einige zu nennen, was sind Faymann, Renzi, Berlusconi, Mitterlehner, Merkl et al. anderes als Kleinbürger?!

  11. Fragolin

    @A.Felsberger
    Sie kennen das Innenleben aller Liberalen, wissen über die Gesinnung aller Bürger Bescheid und können jeden dem Volk zuordnen oder ihm diese Zugehörigkeit absprechen?
    Erich Mielke, du lebst noch?!

  12. A.Felsberger

    Herr Fragolin, es ist ja nicht so, dass hier keine Meinungen kundgegeben werden. Oder trauen sie mir nicht zu, dass ich die lesen kann? Ich mache mir ein Bild aus den vorhandenen Meinungen. Was ist daran verwerflich? Das reicht für Sie, mich als Erich Mielke zu diffamieren. Bei allem Respekt: Ich glaube, Sie sind nicht ganz dicht im Kopf!

  13. A.Felsberger

    Ja, Herr Holzer, Sie haben recht: Es waren Kleinbürger. Ich sehe das auch so.

  14. cppacer

    @Fragolin: Mir scheint eher der Özdemir ist hier geistig überfordert.

  15. Selbstdenker

    @A.Felsberger
    Weil sich ein paar Nationale dazustellen, heisst dies noch lange nicht, dass die ganze Bewegung national wäre. Ich für meinen Teil erlaube mir den Luxus einer eigenen Meinung, die punktuell durchaus mit dem von den Demonstranten artikulierten Unbehagen übereinstimmen mag.

    Ihre Gleichung sieht aber offenbar so aus:

    Ein paar Nationale stellen sich zu den Demonstranten => Ihre Schlussfolgerung: “es handelt sich um eine nationale Bewegung”

    Mehrere Diskussionsteilnehmer auf Ortner Online zeigen Verständnis für die Demonstranten => Ihre Schlussfolgerung: “alle Liberalen haben die gleiche Ansicht zu diesem Thema”

    Nachdem “alle Liberalen die gleiche (zustimmenden) Ansichten zu den Demonstrationen haben” und “alle Demonstranten national sind”, wollen Sie uns damit offenbar unterschwellig zu verstehen geben, dass wir alle verkappte “Nationalisten” wären…

    Und wie sie die Entscheider hinstellen: arme getriebene Wesen, für die niemand Mitfgefühl empfindet…

    Ich behaupte, dass es so gut wie immer Alternativen gibt. Und sollte es tatsächlich keine geben, so benötigen wir dann auch keine “Entscheider” um eine durch einen Sachzwang vorgegebene “Enscheidung” zu treffen.

    Was wollen Sie mit diesen unredlichen und untergriffigen Diskussionsstil erreichen?

  16. Herbert Manninger

    @A.Felsberger
    Kleinbürger? Alles unter 170? Oder was?

  17. menschmaschine

    @ Manninger

    Kleinbürger halt.
    Die Trottel, die dieses kaputte System widerwillig und in letzter Konsequenz gewaltsam gezwungen finanzieren, damit sich jene als Großbürger fühlen dürfen, die sich mit beiden Händen am Gemeinwesen bedienen.
    Apropos Pegida: http://www.wetterwechsel.com/
    Hier wird auch auf die nicht unwichtige und üble Rolle der deutschen Medien eingegangen.

  18. Dorfbewohner

    @ Selbstdenker

    Klar gedacht, klar gesagt!
    Danke dafür!

    Allerdings sollten Sie auf Ihre abschließende Frage keine erhellende Antwort erwarten.
    Die hat der Schreiber doch schon mit seinen Darstellungen und vor allem mit den von ihm ausgeführten Schlussfolgerungen gegeben.

  19. Thomas Holzer

    Nach Herrn Felsbergers Logik wäre ich ein gestandener Sozialist oder würde mich zumindest vor deren Karren zerren lassen, weil ich, ebenso wie die Sozialisten in diesem Lande, die Abgaben auf Arbeit als zu hoch erachte……. 😉

  20. Selbstdenker

    Die Reframing-Spielchen sind ja auch hierzulande sehr beliebt; z.B. bei der Steuerreform:

    OECD: die Steuern auf Erwerbseinkommen sind in Österreich zu hoch

    ÖGB/AK/SPÖ: die Lohnsteuern bei Geringverdiener müssen gesenkt werden; jene die keine Steuern zahlen, sollen eine Negativsteuer erhalten…

    ÖGB/AK/SPÖ: …diese “Steuersenkung” sollte mit einer Steuererhöhung für “Besserverdiener”, einer Vermögenssteuer und einer Erbschaftsteuer finanziert werden.

    ÖVP: wir erhöhen die Einkommenssteuer für Besserverdiener nicht, wir streichen nur “Ausnahmen” wie die HBG (Powerpoint-Sprache der ÖVP, steht für Höchstbeitragsgrundlage)

    ÖVP: wir sind gegen Vermögenssteuern … äh Vermögenssubstanzsteuern … äh klassische Vermögenssteuern

    ÖVP: wir haben aber kein Problem mit der Erhöhung der Grundsteuer

    Fazit:
    – Es werden jene “entlastet”, die jetzt schon kaum bis gar nichts zahlen
    – Jene, die die – laut OECD – die weit überhöhte LSt bzw. ESt zahlen werden noch mehr belastet
    – Die exzessive Abgabenlast sowie “wohlerworbene Rechte” und Politikerprivillegien bleiben unangetastet

    So sieht also die “Steuersenkung” aus: Umschichten und zusätzliche (gut versteckte) Belastungen, damit der oppulente Staatsapperat weiterhin vor echten Reformen verschont bleibt.

    Da soll noch einer sagen, dass nur die Amis, die Briten und die Deutschen NLP-Meister wären.

  21. Ähm

    Herr Felsberger!

    Sie scheinen es nicht lassen zu können, sich täglich zu blamieren und sich dabei auch noch so gut zu fühlen, dass Sie meinen, andere von oben herab belehren zu können.Sie sind wie ein arroganter Pubertierender, der keine Ahnung hat, aber dennoch ständig meint, im Recht zu sein.

    Zur Klarstellung:

    1) Nationalismus ist per se weder eine fremdenfeindliche Einstellung, noch eine gegen andere Staaten gerichtete. Wikipedia, das wohl was nichtlinke Meinung betrifft als völlig unbefleckt gelten dürfte, meint dazu:

    Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben.

    Dies und nichts anderes will ein Nationalist, als der ich mich gerne bezeichnen lasse. Wer einem Nationalisten Sonstiges unterstellt, hat a) keine Ahnung und/oder b) verfolgt eine Diffamierungsstrategie. Bei einem präpotenten Menschen wie Ihnen trifft wohl beides zu.

    Zu Ihrem Endlossermon, wie sich denn Liberale widersprechen:

    Nationalismus ist kein Gegensatz zum Liberalismus. Alleine diese Unterstellung lässt tief in Unbildung blicken. Denn Liberalismus behandelt die Beziehung Staat- Bürger und nicht Staat-Ausländer.
    Wollte man dem Liberalismus tatsächlich eine Position gegenüber Fremden andichten, so muss man zwangsläufig zum Ergebnis kommen, dass Liberalismus einer Einwanderungspolitik geradezu feindlich gegenübersteht.
    Dies kann man zweifach begründen.
    Erstens gilt für den Liberalen die Freiheit des Einzelnen und somit sein Eigentum als oberstes Gebot. In einem Staatsgebiet gibt es aber fast ausschließlich Grundstücke, die im Eigentum von Staatsbürgern stehen. Entweder direkt, oder aber mittelbar weil der Staat Eigentümer ist. Jegliche Einwanderung wäre somit ein ungefragtes Betreten von Grundstücken der Staatsbürger.

    Zweitens unterstützen Liberale das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Ein Volk kann aber nur einen eigenen Staat gründen, wenn es andere von dessen Gebiet ausschließt: wenn Katalonien unabhängig wird, dann schließen die Katalonen die anderen Spanier von ihren Steuermitteln aus.
    Eine Massenzuwanderung kann nur jemand befürworten, den es einen Dreck kümmert, welche Nachbarn seine Bürger bekommen, bishin zu Bildungen von Parallelgesellschaften, die alleine schon des Wortes parallel wegen ein Indiz dafür sind, dass hier die staatliche Werteordnung nicht mehr, oder nur nebenbei gilt.

  22. Thomas Holzer

    Bei Parallelgesellschaften erlaube ich mir, zu widersprechen.
    Parallelgesellschaften hat es schon immer gegeben und wird es immer geben; egal ob zu Zeiten der Ägypter, der Römer, im Mittelalter, der Neu- oder unserer Zeit.
    Alleine “unsere” Politikerdarsteller bundes- und landesweit bilden eine der vielen Parallelgesellschaften in diesem Lande.

  23. Ähm

    @ Holzer

    Ja Politiker bilden eine Parallelgesellschaft. Sind Sie also der Meinung, dass dies so bleiben soll? Und von einem Sein kann man nicht auf ein Sollen schließen.
    Sehen Sie sich als Beispiel Japan an. Eine vollkommen homogene Gesellschaft. Kriminalität? Fremdwort! Hilfsbereitschaft? Pflicht! Und trotz, bzw. wer den Menschen versteht gerade wegen, der rigiden Einwanderungspolitik sind die Japaner eines der gastfreundlichsten Völker der Erde. Betonung auf Gast! Die Japaner haben auch überhaupt kein Problem damit, Elemente anderer Kulturen zu übernehmen und zu adaptieren. Aber sie suchen sich immer noch selbst aus, was sie übernehmen!

    Sobald sich in einem Staat Parallelgesellschaften bilden, ist das der erste Riss im Staatsgebilde. Warum? Weil man mit diesen Gesellschaften automatisch umgehen muss und wie man das macht, spaltet die Nation. Wer seinen Bürgern irgendetwas aufzwingt, auch Menschen, der sät Zwietracht.

  24. Thomas Holzer

    Auch in Japan gibt es Parallelgesellschaften; für mich ist der Begriff “Parallelgesellschaft” ein Synonym für Verschiedenheit inner z.B. einer Nation; der springende Punkt, in welchem Sie absolut recht haben, ist der Zwang;
    z.B.: eine jüdische Gemeinde, welche ebenfalls eine Parallelgesellschaft repräsentiert, zwingt niemandem etwas auf, sondern lebt ihre Religion, ihre Tradition in ihrer Gemeinschaft, hält sich an die Gesetze ihres Glaubens als auch an die des Staates, in welchem diese Gemeinschaft lebt, wohnt; bei einer -leider nicht zu geringen Anzahl an Muslimen- darf man natürlich seine Zweifel haben.
    Grundsätzlich erlaube ich mir aber festzuhalten: Es ist immer der einzelne! Mensch, der handelt, welcher jedoch leider in der Gruppe zum “Tier” mutiert; wobei ich auch festhalten möchte, daß sich Tiere in ihrer Gruppe in vielen Fällen wesentlich “sozialer” verhalten als Menschen.

  25. Ähm

    @ Holzer

    Dann erlauben Sie doch die Frage, was Sie davon halten, wenn, theoretisch, die ganze Steiermark in Hand von Juden wäre. Würden Sie dann noch immer sagen, dass die Steiermark ein Teil Österreichs ist? Und wenn ja, mit welchem Recht dürfte man dann den Juden verbieten, per Volksabstimmung einen zweiten Staat Israel zu bilden? Mit keinem Recht könnte man das und dann wäre die Steiermark offiziell kein Teil Österreichs mehr.

    Und wenn Sie eine Grenze ziehen: wie viele Menschen dürfen in dieser Parallelgesellschaft leben, bis Sie sagen:”Jetzt ist es genug, ihr dürft nicht mehr mehr werden!”?

  26. Thomas Holzer

    Ich hab es generell nicht so mit Grenzen 🙂
    Nichts ist statisch, alles bewegt sich, seit Beginn des Menschseins, der Menschheit.
    Mir ist, in concretu, kein Jude, kein Sikh, kein Buddhist und auch kein Christ bekannt, welcher mich zwingt!, nach seinen Glaubensregeln zu leben. Glauben Sie wirklich, z.B. Juden würden den Verzehr von nicht koscheren Speisen verbieten, so sie die Mehrheit in einem Land bilden?
    Israel ist doch der beste Gegenbeweis!

  27. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Treffend formuliert. Vielen Dank!

    Dazu möchte ich ergänzen: die Problematik ist ja nicht das “Parallele” an sich, sondern die Art und Weise wie “Parallelwelten” zueinander, zur Verfassung und zum Individuum stehen.

    Beruht es auf Freiheit oder Zwang? Ist es Symphatie oder zumindest Koexistenz?

  28. Thomas Holzer

    “Beruht es auf Freiheit oder Zwang? Ist es Symphatie oder zumindest Koexistenz?”

    Genau! dies ist die alles und allein entscheidende Frage; Freiheit oder Zwang, und sonst gar nichts. Es bedarf auch keiner Sympathie, sondern “nur” des Willens, den Anderen, das Anderssein zu tolerieren!
    Ich werde nie! z.B. einen Homosexuellen akzeptieren, aber immer tolerieren! Nachdem aber in unseren Zeiten die Bedeutung von Worten verdreht wurde und wird, begebe ich mich mit meiner Aussage (wahrscheinlich) auf kriminelles Terrain.
    Das ist das Resultat des Fluches der bösen Tat; einmal “Antidiskriminierungsgesetz”………….und es wird kein Ende geben…………..

  29. A.Felsberger

    Dass Nationalismus und Liberalismus historisch Hand in Hand auftraten, steht ausser Frage. Die Deutsche Revolution 1848/49 war eine bürgerlich-liberale Revolution. Nur hat man damals schon die Bruchstellen gemerkt zwischen Bürgertum und Arbeiter, und in weiterer Folge innerhalb des Bürgertums selbst. Ein Teil gebärdete sich liberal, ein anderer national, der dann im weiteren Fortgang der Geschichte sich auch mit den Fürsten zu arrangieren wusste. Unter Bismarck, als die nationale Einheit errungen war, galten die Liberalen bereits als entmachtet. Von nun an war es ein Schimpfwort ein “alter 48er” zu sein. Es dominierten nationale, kaisertreue Kräfte und die Sozialisten wurden verboten. Damals war es auch üblich die Liberalen als Sozialisten-Freunde zu diffamieren. Was ich damit sagen will: Der Nationalismus war immer die dominante Kraft und an seiner Frage haben sich Liberale wie Sozialisten immer wieder gespalten. Man musste zum Kaiser und zum Reich stehen, ob man es wollte oder nicht. Deshalb halte ich wenig davon, den Liberalismus auf eine Stufe mit dem Nationalismus zu stellen. Im Deutschen herrscht eher eine Hierarchie: hier der Nationalismus, an dem sich jeder Liberale und Sozialist zu messen hatte. Und man soll sich nur keine Illusionen machen: Die Deutschen Nationalen behandeln die Sozialisten (und Liberalen) seit jehr als Vaterlandsverräter. Man traut ihnen nicht, man hält sie einer übernationalen Idee verpflichtet. Nichts mehr wollte ich sagen.

  30. Ähm

    @ Selbstdenker, Holzer

    Ich denke, es kann bei aller Sympathie niemals Koexistenz zweier Gesellschaften in einem Staat geben. Ein Staat besteht nunmal aus einer Gesellschaft, diese Gesellschaft macht diesen Staat aus.
    Eine Parallelgesellschaft wird immer danach trachten, ihre Werte zu leben. Werte zu leben ist aber kein inhaltsleerer Vorgang:
    Nehmen wir eine chinesische Parallelgesellschaft an. Diese wird stets danach trachten, Hunde essen zu dürfen (sagen wir, dies ist nicht verboten), ihr Neujahrfest an ihrem Tag zu feiern. Sie wird unsere Feiertage nicht einhalten, sondern ihre eigenen Feiertage leben und somit zum Beispiel an Heiligabend ein bisschen in der Wohnung herumwerkeln, was natürlich laut ist. Sie wird ihre Kinder dazu anhalten, ständig zu lernen und immer mit der Masse zu gehen, sie wird nichts von Aufklärung halten, usw.
    Zusammengefasst, sie wird mit unserer Kultur nichts anfangen, sondern ihre eigene verteidigen. Was passiert aber mit dieser chinesischen Parallelgesellschaft? Menschen werden nicht weniger, sie werden mehr. Und je mehr Menschen in dieser Parallelgesellschaft leben, desto mehr Wohnraum brauchen diese Menschen.

    Es tut mir sehr leid, aber Sie beide scheinen komplett zu vergessen, dass die Muslime, vor allem die Türken, schon lange in diesem Land sind. Die meisten Türken sind in der dritten oder gar vierten Generation hier. Und seien wir doch offen und ehrlich, wir stoßen uns in Österreich und Deutschland nicht so sehr an der Gewaltbereitschaft der Türken, vielmehr stören uns die vielen kleinen,alltäglichen Dinge, Dinge, die eine Gesellschaft nun einmal ausmachen: es stört, dass sie untereinander in einer fremden Sprache sprechen und dies meist auch nicht gerade leise; es stört, dass sie recht wenig von Rücksicht halten, wenn es um Lautstärke, Geruchsbelästigung und dergleichen geht; es stört, dass sie sich anders anziehen; es stört, dass sie zum Teil recht aggressiv sind; es stört, dass ihre Kinder überhaupt keinen Respekt vor Frauen haben; es stört, dass sie unreinlich sind; es stört, dass sie die türkische Flagge schwenkend, hupend und laut ihre Musik hörend auf den Straßen unterwegs sind; die Liste ließe sich beliebig fortsetzen und kein einziger Punkt ist ein Straftatbestand, auch kein zivilrechtlicher.

    Pointierter formuliert: eine Parallelgesellschaft ist in etwa so, als würden sie ein Stück eines fremden Staates in das eigene Staatsgebiet transferieren. Auf diese Idee würde niemand kommen und trotzdem ist es genau das, was bei der Bildung einer Parallelgesellschaft passiert.

  31. Ähm

    @ Felsberger

    Eingedenk der Tatsache dass es in Österreich oder Deutschland niemals eine genuin liberale Bewegung gab, ist Ihre These tollkühn. Die Revolution 1848 hatte viele Gründe. Mit Liberalismus hatte diese aber nur zum Teil zu tun. Lediglich die Abwehrrechte gegen den Staat entsprechen liberalen Vorstellungen.
    Es mag sein, dass sich Sozialisten immer wieder gerne “im Namen des Staates” gegen Liberale gewehrt haben, dies hat aber wiederum nichts mit Nationalismus zu tun. Begriffe wurden schon immer fehlinterpretiert, entfremdet und missbraucht und das geschieht mit dem Begriff Nationalismus ständig.
    Ein Liberaler kann niemals Vaterlandsverräter sein, weil der Liberale fordert, dass sein Vaterland ihn beschützt und nicht ihn erpresst, beraubt, etc.
    Damals sagte man bei Liberalen halt gerne Vaterlandsverräter, weil dies das stärkste Schimpfwort war; heute bezeichnet man sie gerne als “Rechte”, “Kapitalisten”, “Erzkonservative” usw. eben alles, was dem Bürger negativ aufstößt.

  32. Selbstdenker

    @A.Felsberger
    Vielen Dank für dieses Posting. Ich stimme Ihnen zwar nur teilweise zu, kann aber Ihre Gedanken nun nachvollziehen.

  33. Ähm

    Ich denke, meinen Gedankengang kann man anhand einer Schulklasse sehr gut nachvollziehen. Bekommt eine Schulklasse einen Ungarn und einen Türken, so werden sich beide recht rasch in die Klasse integrieren. Das ist natürlich, denn man will Teil einer Gemeinschaft sein, einer Polis.
    Kommen aber fünf Türken in eine Klasse, so werden diese sich mit Sicherheit nicht integrieren. Sie werden nur unter sich sein, sie werden den Kontakt mit anderen meiden und die Klasse wird keine Klasse mehr sein, weil ein Teil von ihr, nämlich die fünf, ganz andere Meinungen vertritt, ganz andere Werte hat, das Leben völlig anders sieht und völlig anders gestalten will. Man sieht hier recht schön, dass die fünf Türken keine Zwangsgewalt ausüben müssen; sie und der Rest der Klasse werden sich nie verstehen.

  34. A.Felsberger

    >Und wie sie die Entscheider hinstellen: arme getriebene Wesen, für die niemand Mitfgefühl empfindet< Ich bin weit davon entfernt den Regierenden einen bösen Willen zu unterstellen. Dafür halte ich sie für vel zu unbedeutend. Kanzler kommen und gehen, Minister wechseln im Jahrestakt, und was ändert sich? Glaubt man im Ernst, dass zum Beispiel der Prozess der europäischen Integration an Personen gebunden ist? Ich kann mich noch gut an die Panikmache erinnern als Rot/Grün unter Schröder in Deutschland an die Macht kam. Die Börsen brachen ein, mit Lafontaine erwartete man eine sozialistische Wende, sogar an der aussenpolitischen Verlässlichkeit Deutschlands wurde gezweifelt. Und was ist dann passiert? Lafontaine wurde abserviert und das restliche Kabinett hat sich über den Sozialstaat hergemacht in einer Art und Weise wie es Kohl niemals gewagt hätte. Höhepunkt war die unrühmliche Beteiligung am Kosovokrieg ohne UN-Mandat, getragen von den grünen Pazifisten. Wer will mir hier etwas von Bedeutung von Personen erzählen? Jede Zeit hat ihr Eigenleben und nur die interessiert mich. Die handelnden Personen, die kommen und gehen, ihr Gestaltungsspielraum wird überschätzt. Das heisst ja noch lange nicht, dass ziviles Engagement verboten ist. Es ist jeder eingeladen die Zeit, in der er lebt, mitzugestalten. Nur ob`s in die Richtung geht, die er erhofft, wage ich zu bezweifeln.

  35. Selbstdenker

    Ich glaube, dass die meisten PEGIDA-Demonstranten pragmatisch und kaum ideologieaffin sind. Es geht ihnen primär um das Verhältnis zwischen Staat und Medien auf der einen Seite und den Bürgern auf der anderen Seite.

    Und dass dieses Verhältnis seit einigen Jahren massiv gestört ist, bezweifeln nur wenige.

    Glaubt die Politik tatsächlich, dass sie um so viel mehr weiss als die Bürger?

    Glaubt die Politik, dass sie ihre Macht aufrechterhalten kann, wenn sie immer mehr Themen an sich reisst? Oder kann es sein, dass das genaue Gegenteil eintritt?

    Glauben die Medienmacher wirklich, dass ihnen noch wer traut, wenn man die Bürger in vielen Fällen nachweislich und regelmäßig belügt?

    Glauben Politik und Medien allen ernstes, dass es ein konstruktives Miteinander / einen konstruktiven Dialog geben kann, in dem man einer Seite einen Maulkorb verpasst und sie regelmässig beschimpft?

    Obige Fragen müssen wir an dieser Stelle nicht mehr weiter ausführen, da die meisten, die noch fähig sind eigene Schlussfolgerungen zu ziehen, die Antworten bereits kennen.

  36. Selbstdenker

    @Ähm
    Und wie ist es, wenn fünf Schwedinnen oder fünf Italiener in die Klasse dazukommen. Werden die sich aufgrund ihrer Gruppengröße auch nicht integrieren?

    Ich meine, alleine auf die Mehrheitsverhältnisse kann man dies nicht reduzieren; da kommen schon kulturelle Komponenten dazu; Bsp: welche Werte teilt die “autochtone Gruppe” mit der “nicht-autochtonen” Gruppe?

  37. Selbstdenker

    @A.Felsberger
    Das sehe ich anders. Selbstverständlich haben Entscheidungsträger einen Spielraum.

    Beispiel U.K.: dieses Land durchlebte in den 1970iger Jahren einen beispielslosen Verfallsprozess. Margareth Thatcher hätte es unter den Beifall der Gewerkschaft so wie François_Hollande and die Wand fahren und die Schuld den Deutschen in die Schuhe schieben könnten.

    Sie hat die Probleme allerdings ehrlich benannt und einen eisernen Reformprozess durchgezogen; auch wenn ihr das mache Linksextremisten, die anlässlich ihrer Bestattung Jubelparties veranstalteten, übel genommen haben.

    Selbstverständlich kann man Entscheidungen treffen und für die Resultate gerade stehen.

    Man muss sich aber seiner Rolle, das was man damit anrichten kann und dem persönlichen Risiko klar sein.

  38. Thomas Holzer

    Ich merke an:
    Im “Geiste” mancher Menschen gibt es Parallelgesellschaften in einem “Nationalstaat” anscheinend hauptsächlich zwischen verschiedenen Religionen;
    daß jedoch Sozialisten, Libertäre, Etatisten, Arbeiter, Großbürger-, Kleinbürgertum (mit entsprechenden/nicht entsprechenden Überschneidungen), Nationalisten und Internationalisten etc. alle in Parallelgesellschaften leben, wird anscheinend wissentlich und willentlich negiert.

  39. A.Felsberger

    >Damals sagte man bei Liberalen halt gerne Vaterlandsverräter, weil dies das stärkste Schimpfwort war; heute bezeichnet man sie gerne als “Rechte”, “Kapitalisten”, “Erzkonservative” usw. eben alles, was dem Bürger negativ aufstößt.> Ich käme nie auf die Idee einen Liberalen als “rechts” oder “konservativ” zu bezeichnen. Diese Prädikate sind seit je den Nationalen vorbehalten, wenn man von dem “Phänomen” Nationalsozialismus absieht, wo sich Nationale (und Sozialisten) nicht reaktionär, sondern revolutionär gebärdeten. Der Liberalismus ist auf das Engste mit den bürgerlichen Grundrechten und der Demokratie verknüpft, somit: eine politische Bewegung. Ich halte sehr wenig von jenen Liberalen, die sich ihrer eigenen Tradition kaum bewusst sind und sich marktwirtschaftlich geben und nicht verstehen, dass dieser Zweig eine Nebenfahrbahn der Geschichte ist. Provokant gesagt: Der Liberalismus, der ureigenst Emanzipation des Bürgertums war, ist seit geraumer Zeit zu einer Markttheorie verkommen. Kein Revolutionär der 48er-Jahre könnte diese Transformationen vom Politischen ins Ökonomische nachvollziehen, geschweige denn: gutheissen.

  40. Thomas Holzer

    “Selbstverständlich kann man Entscheidungen treffen und für die Resultate gerade stehen.”

    Verzeihung, falsch!
    Staatsmänner treffen! Entscheidungen und stehen für deren Resultate gerade!

    Der Konjunktiv gilt nur für mediokre Politikerdarsteller!

    Jeder “normale” Bürger hat Entscheidungen zu treffen und für diese Entscheidungen gerade zu stehen, im schlechtesten Fall vor Gericht!

  41. Ähm

    @ Selbstdenker

    Natürlich ist die Mentalität auch ein Faktor. Bei den Schweden und Italienern “reichen” fünf vielleicht nicht. Bei ähnlicher Mentalität könnte es durchaus sein, dass die fünf beschließen, dass es trotzdem besser wäre, in die Klasse zu wachsen. Der Vorgang wäre nicht so schwierig, weil sowieso das Gedankengut fast gleich ist. Aber auch bei Schweden halte ich es für ausgeschlossen, dass sie sich integrieren, sobald sie acht sind.

  42. Thomas Holzer

    Am wenigsten ist der “Liberalismus” mit Demokratie verknüpft!
    Aber es passt ins Bild, wenn man nur! die Geschichte bemüht; der Gedanke der Demokratie war nur ein “Vehikel”, um zu versuchen, libertäre Ideen gegen den feudalen “Staat” durchzusetzen

  43. Thomas Holzer

    @ähm
    Mit Verlaub, Schwachsinn, Ihren Thesen folgend würde es Wien, wie es sich zwischen z.B. 1800 und 1900 entwickelt hat, gar nicht geben.
    Dann würden alle wohl nur “ähm” heißen…….

  44. A.Felsberger

    Herr Selbstdenker. Mag sein, dass in England die Gewerkschaften nun tot sind. Und man kann dies als Errungenschaft der Regierung Thatcher feiern, wenngleich mir nicht ganz einleuchtend ist, was an der Demontage von Arbeitnehmerrechten ein Fortschritt sein sollte. Aber was hat man geerbt? Die gleichen Leute scharren sich heute um nationale Symbole und drücken die “Tories” an die Wand. Man wird sich vielleicht noch einmal die Gewerkschaften als Gegner zurückwünschen, wenn die um vieles radikaleren Nationalen das Land in das letzte Eck der Welt gerückt haben. Keine politische Strömung bekommt in ihrem Leben irgendetwas geschenkt, zu allen Zeiten zahlt sie einen Preis für die Gewalt, die sie anderen antut. Hundertmal leichter ist es einen Freund zu verlieren als einen Feind.

  45. Ähm

    ” Ich käme nie auf die Idee einen Liberalen als “rechts” oder “konservativ” zu bezeichnen.”

    Verzeihung, aber geht’s nicht ein bisschen weniger narzisstisch? Sie vielleicht nicht, die meisten Politiker schon.

    “Kein Revolutionär der 48er-Jahre könnte diese Transformationen vom Politischen ins Ökonomische nachvollziehen, geschweige denn: gutheissen.”

    Sehen Sie, deswegen war die 48 Bewegung auch keine genuin liberale. Im Gegensatz zu Ihnen versteht ein Liberaler nämlich, dass es die ökonomische Freiheit die politische bedingt. Nur wer frei vom Abgabenzwang ist, frei von staatlichen Regulierungen, kann auch politisch frei sein. Der Beweis ist die Gegenwart: sowohl im StGG 1867, als auch im B- VG, als auch in der EMRK und der Europäischen Grundrechtecharta sind zahlreiche politische Freiheiten verankert. “Sklaven” sind wir trotzdem alle geworden.
    Wer hingegen genug Geld hat und frei von allen Zwängen ein Unternehmen führen kann, der wird früher oder später auch seine politischen Rechte durchsetzen können.

    @ Holzer

    Verzeihung, aber das ist unsachlich. Kein Mensch leugnet, dass es in einer Gesellschaft zahlreiche Schichten und Gesinnungen gibt, sonst gäbe es ja niemals Bürgerkriege. Diese Schichten und Gesinnungen sind aber keine Parallelgesellschaften. Der Unterschied ist, dass eine homogene Gesellschaft ihre Auseinandersetzungen lösen kann, ohne dass die staatliche Integrität berührt wird (Beispiele sind die zahlreichen Revolutionen innerhalb der Staaten der Geschichte). Bei Parallelgesellschaften kommt es a la longue zur Spaltung des Territoriums (siehe nur Kosovo).

  46. Ähm

    @ Holzer
    “Mit Verlaub, Schwachsinn, Ihren Thesen folgend würde es Wien, wie es sich zwischen z.B. 1800 und 1900 entwickelt hat, gar nicht geben.”

    Können Sie Ihre Insultation auch begründen oder reicht es nur für hilfloses verbales Rülpsen?

  47. Ähm

    @ Holzer

    Mit Fortdauer jeder Debatte mit mir werden Sie aggressiver. Gehen Ihnen die Argumente aus, oder ist die Realität so schlimm für Sie?
    Sie argumentieren mit 1800-1900 obwohl Sie sich nicht ärger ins Knie schießen könnten. Schließlich wurde in diesem Jahrhundert der Grundstein dafür gelegt, was ich hier ostentativ zu beweisen versuche: dass ein Volk, das als Parallelgesellschaft begann, irgendwann einmal die Eigenstaatlichkeit anstrebt. Oder glauben Sie die Slawen waren in dieser Zahl schon immer auf den heutigen Gebieten Ex- Jugoslawiens?

  48. Thomas Holzer

    @ähm
    Mit Verlaub, Sie scheinen eine wie auch immer geartete “autochthone Bevölkerung ” zu bevorzugen; dies sei Ihnen unbenommen, inklusive der langfristig geistigen Verkümmerung.
    Mein Schreiben war kein Rülpsen, sondern einen Tatsachenfeststellung, weil der Zuzug nicht autochthoner Personen nach Wien evident war( man lese das Telephonbuch der Jahre ca. 1900-1960

  49. A.Felsberger

    Herr Holzer! Der Liberalismus hat eine politische Geschichte. Sie lässt sich von der französischen Revolution über die bürgerlichen Revolutionen bis in die Weimarer Republik nachweisen. Hitler war sein Henker, und zwar nicht nur durch seine Tat, sondern auch durch die Gegentaten, die er provozierte. Seit 1945 ist der Liberalismus tot, und wo immer er seitdem auftritt, in einem falschen Gewand. Man denke nur an die FDP, die viel vom Markt sprach, aber wenig von Bürgerrechten. Der Liberalismus hat seine revolutionäre Stossrichtung zur Gänze eingebüsst. Der Libertarismus, im Gegensatz dazu, ist eine Idee und hat keine politische Geschichte. Er ist in einem Volk geboren, namentlich der Amerikaner, die mehr als jedes andere den Vorzug freien Bodens genossen. Sie halten als Normalfall, was in Wahrheit ein Ausnahmefall war: Dass jedem ein Stückchen Erde zusteht. Diese Vorraussetzung war in Europa nie gegeben, und daher ist der Libertarismus hierzulande nur als billige Kopie und Importprodukt der USA erhältlich. Politische Relevanz hat er keine, weder hier noch dort, und man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass das auch so bleibt. Es bleibt aber natürlich jedem einzelnen überlassen: sich das Gegenteil zu wünschen.

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