Deutschland im Herbst

Von | 22. Oktober 2015

(Andreas TÖGEL)  Thema Nummer eins in Deutschland und dem Rest Europas bildet gegenwärtig die „Flüchtlingskrise“. Ein anderes schwerwiegendes Problem droht darüber völlig übersehen zu werden: Wenn die wichtigste Wirtschaftslokomotive der Alten Welt, Deutschland, dramatisch an Fahrt verliert, bleibt das für den Rest Europas nicht ohne Folgen. Die aktuelle Prognose des Global Economic Forecast Institute mit Sitz in Zürich, verheißt nichts Gutes. Am 13. Oktober schreibt das Institut:

„Wirtschaftsführungskräfte in aller Welt sind nach wie vor pessimistisch hinsichtlich des Geschäftsklimas in ihren Heimatländern.“

Die Fachleute sehen derzeit – weltweit – keine Anzeichen für einen Wirtschaftsaufschwung. Konkret auf Deutschland bezogen heißt es: „Sowohl die Bewertung der aktuellen Situation als auch der Blick auf die zukünftige Entwicklung machen dem Business Monitor zu schaffen. Die Einschätzung der Lage bewegt sich zum siebten Mal in Folge nach unten. Seit Februar hat dieser Index 5,5 Punkte verloren und liegt nun bei 88,4 – das ist der niedrigste Wert seit Dezember 2013.“

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem ganzen Bündel widriger Umstände konfrontiert. Allen voran: Die leidige „Energiewende“, die energieintensiven Industrien hohe Kosten aufhalst. Der haarsträubende Fehler, auf einen am anderen Ende der Welt erlebten Tsunami mit dem Umstieg auf eine kostspielige, umweltzerstörende und unzuverlässige Energiegewinnungstechnologie zu setzen, wird Deutschland noch lange in Atem halten. Sämtliche Wettbewerber in Übersee, aber auch die in anderen Ländern Europas, können elektrischen Strom zu wesentlich besseren Konditionen einkaufen, als deutsche Betriebe. Käme es durch die zunehmende, ungleichmäßige Einspeisung von Windkraft und die dadurch bedingte Netzinstabilität zu „Blackouts“ (wovor Fachleute bereits seit Jahren warnen), würde das dem Standort zusätzlich schaden. Die Umsetzung radikaler Forderungen grüner Weltverbesserer durch die Regierung der von den falschen Ratgebern umzingelten Kanzlerin, hat eben ihren Preis.

Alles andere als hilfreich ist auch der – offensichtlich massiv aufgebauschte – durch manipulierte Abgasmesswerte verursachte „VW-Skandal“. Gegenwärtig sind die dadurch auf das Unternehmen zukommenden Kosten durch Nachbesserungsarbeiten und Schadenersatzforderungen, noch gar nicht abzusehen. Es wird sich um viele Milliarden Euro handeln, die auch ein prosperierender Riesenbetrieb nicht einfach aus der Portokasse bezahlt. Da sich VW – teilweise – noch immer im Staatsbesitz befindet, ist jedenfalls damit zu rechnen, dass der deutsche Steuerzahler von dem Debakel nicht unbehelligt bleiben wird. Das wird insbesondere die Kunden anderer Automarken freuen. Zudem wird, soviel ist sicher, der bislang hell strahlenden Marke „Made in Germany“, dadurch geschadet – gleich um welche Branche es geht.

Mit Automobilen hat auch das nächste Problem der deutschen Exportwirtschaft zu tun: Es handelt sich um den offenbar zu Ende gehenden Boom in China. Der Höhenflug der Wirtschaft dieses wichtigen Abnehmers war und ist, wie sich eben herausstellt, Großteils durch eine gewaltige Kreditexpansion, nicht aber durch zuvor gebildete Rücklagen (auf Konsumverzicht beruhende Ersparnisse) angeschoben. Eine derart künstlich erzeugte Konjunktur ist niemals nahhaltig und endet regelmäßig und lehrbuchhaft mit einer Rezession. In China könnte es jetzt soweit sein, was die Nachfrage nach deutscher Technik (aber nicht nur danach) natürlich kräftig abschwächen dürfte.

Schließlich bedeutet auch die fälschlich als „Flüchtlingswelle“ bezeichnete Völkerwanderung nichts Gutes für das Land. Allein die durch die Versorgung der für den Arbeitsmarkt Großteils unbrauchbaren Immigranten entstehenden Kosten, sind gewaltig. Es geht hier schlicht um Geld, das anderswo fehlt. Schlimmer aber noch, wird die sich abzeichnende Rechtsunsicherheit das Land treffen. Lautes Nachdenken über die Beschlagnahme privaten Eigentums, wie in links regierten Bundesländern da und dort bereits geschehen, ist pures Gift für einen Wirtschaftsstandort. Wer die Unantastbarkeit des Privateigentums zur Disposition stellt, macht sich daran, endgültig die Basis des europäischen Erfolgsmodells zu zerstören…

16 Gedanken zu „Deutschland im Herbst

  1. Thomas Holzer

    Sie sehen das alles viel zu negativ, Herr Tögel!
    Die “Flüchtlinge” sind die! Zukunftschance für D und A, werden umgehend ein kräftiges Wirtschaftswachstum erzeugen, und die deutsche und die Reste der österreichischen Industrie wieder an die Weltspitze bringen.
    Außerdem: ein (angeblich) Syrer, welcher derzeit im Libanon lebt, sagte in einem Phoenix-Interview, daß 90% der Syrer im Libanon nach Deutschland aufbrechen wollen.

  2. elfenzauberin

    Was als nächstes passieren wird: die Ratingagenturen werden die Aussichten für etliche westeuropäische Staaten auf negativ setzen, ein Downrating ist dann nur eine Frage der Zeit. Zu dem Fiasko gesellen sich dann noch höhere Kreditzinsen.

    Die Gutmenschen werden dann wieder die pöhsen Ratingagenturen verteufeln, was denen aber ziemlich egal sein wird. Diese Institute haben nur die Kreditwürdigkeit zu bewerten. Durch die Blume werden wir das schwer zu entkräftende Argument hören – “wenn ihr euch so viele Flüchtlinge nicht leisten könnt, warum nehmt ihr dann soviele?”

  3. Selbstdenker

    @Andreas Tögel:
    Ich halte mich aus geschäftlichen Gründen viel in Deutschland auf und kann Ihren Befund auf ganzer Linie bestätigen. Deutschland hat sich ohne Not – und vielfach sogar ohne jeglichen Sinn – in einer wirtschaftlich guten Phase massenhaft dauerhafte Lasten aufgebürdet, die der letzten verbliebenen Wirtschaftslok Europas in schlechteren Zeiten das Genick brechen wird.

    Sich im aktuellen Umfeld von emotionalen Impulsen leiten zu lassen, gleicht einer Wegbeschreibung ins Verderben zu folgen. Eine erhebliche Mitschuld an dieser Fehlentwicklung tragen der Hofstaat – insbesondere die NGOs -, der Merkel umgibt sowie die vielen Simulaten im Medienbereich.

    Ergänzend möchte ich noch anführen, dass es in Deutschland die Gesellschaft von der Mitte her zerreisst. Dieser Aspekt ist am schwierigsten in einer Statistik zu erfassen, jedoch in seiter Tragweite mit Abstand am gefährlichsten.

  4. Thomas Holzer

    Und in Spielfeld stürmen sie schon wieder…………..diesmal aus den Sammelstellen………frage mich nur, wohin?

  5. Der Realist

    Da bin ich ganz beim Mitposter Herrn Holzer, die Wirtschaft muss ja demnächst wieder voll anspringen, geben doch laut “Experten” die Asylanten die Sozialhilfegelder auch wieder aus, diese fließen somit in den Konsum, auch die Caritas &Co profitieren enorm von dem Flüchtlingsansturm. Da die Caritas, entgegen der Volksmeinung, ein florierendes Wirtschaftsunternehmen ist, werden da auch vermehrt Steuerleistungen anfallen. Die Kleinigkeit, dass da Steuergeld aller Erwerbstätigen fließt, kann da schon großzügig ignoriert werden.
    Zum Geldausgeben brauche ich allerdings keine fremde Hilfe.
    Die Bürger spüren ohnehin bereits instinktiv, dass der große Kracher unvermeidlich ist, nur unsere Volkszertreter üben sich noch in grenzdebilen Beschwichtigungsphrasen.

  6. Thomas Holzer

    @Der Realist
    Nicht zu vergessen all die zusätzlichen Psychologen, Lehrer, Soziologen, Beamte, Vertragsbedienstete, Kindergartenpädagogen, Integrationsbeauftragte, Flüchtlingsbeauftragte, (die Aufzählung ist natürlich unvollständig) da wird wahrlich ein neues Wirtschaftswachstum aus sich selbst heraus kreiert 😉

  7. Der Realist

    @Thomas Holzer
    war mir nur zu mühsam, das alles aufzuzählen.
    wie heißt es stets so schön: da muss man mehr Geld in die Hand nehmen (unser Geld natürlich).

  8. Mona Rieboldt

    NRW hat neue Fahnder eingestellt, die das Netz nach “Hetzkommentaren” durchsuchen sollen. Die Regierung ist nervös und verstärkt die Verfolgung ihrer Kritiker mit allen Mitteln, Diffamierung, die in Berufsverbot ausartet, die Partei die AfD soll beobachtet werden. Die AfD wäre gefährlich verfassungstreu, da müssten Gesetze, Verordnungen geändert werden, mit politischem Willen wäre das möglich. Dann könne die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden.
    Auf gefährlich verfassungstreu muss man erst mal kommen.

    Eine Partei wie die FPÖ wäre in Deutschland schon verboten. Also bei sehr kritischen Kommentaren zur Invasion von Asylanten ist die Gefahr, seinen Job zu verlieren, durchaus gegeben. Wenn eine Regierung sich bedrängt fühlt, Angst bekommt, von den Fleischtöpfen weg zu kommen, schlägt es um sich. Zur Zeit ist Deutschland eine DDR 2.

  9. Thomas Holzer

    @Enpi
    Da kommt viel Arbeit auf Gerichte und Anwälte zu; und die Gefängnisse werden auch wieder ein bisserl voller 😉
    Auch eine “Möglichkeit”, einen Wirtschaftsaufschwung zu kreieren……….
    Aber nachdem ja fast alle Syrer Anwälte und Ärzte sind, habe ich keine Sorge, daß dieser zusätzliche Aufwand nicht bewältigt werden könnte.

  10. Reini

    Mona Rieboldt
    ich fürchte mich mehr um die Zukunft als um den Job!!! …

  11. Reini

    Thomas Holzer
    unter den Flüchtlingen müssen doch die gewünschten 2000 Polizisten zur Grenzsicherung zu finden sein!! 😉

  12. Thomas Holzer

    @Reini
    Die habe ich doch glatt vergessen; sind ja fast alle im besten Mannesalter

  13. Rennziege

    22. Oktober 2015 – 13:00 Enpi
    Vielen Dank für den Link.
    In der Annahme allerdings, dass die meisten hier Anwesenden jungfräuliche Speisekarten* haben, sehe ich dieses schwäbische Gerichtsurteil mit milden Augen, da zahlreiche Vorstrafen in die strafrechtliche Gewichtung einflossen.
    *Für nicht so ganz Kundige in Sachen Austriazismen: “Speiskoatn”, hier phonetisch notiert, ist das österreichische Kurzwort für Vorstrafenregister.

  14. Mario Wolf

    Welcher Herbst wird hier gemeint ? Ein wirtschaftlicher, oder ein Gesellschaftlicher ? Ein wirtschaftlicher ist uninteressant weil die vom vom links-linken-Umverteilungsgang nur soviel von Wirtschaft verstehen, dass es Steuern gibt, für die man die Wähler kauft. Ein Gesellschaftlicher Herbst kann von den Obertanen nicht beobachtet werden weil sie von Gesellschaft nur verstehen dass sie, die Nomenklatura, die Gesellschaft sind und wer nicht ihre gleichgeschaltete Meinung vertritt, soll am besten auswandern, oder kommt in das Politischkorrektes- Marxistischesumerziehungslager. Also wo bleibt der Herbst ? Blauer Himmel, viel Sonnenschein in Merkels, demnächst islamischer, Heimat.

  15. Thomas Holzer

    “Mit “Allahu akbar” über die Weinberge in die EU”

    Schlagzeile auf der website des Substandard………..Beste Voraussetzungen für die Integration, kann ich nur noch tippen 😉

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