Deutschland? Schade drum….

Von | 25. September 2017

(ANDREAS TÖGEL) Wer, angesichts der dräuenden Regierungsoptionen, nach dieser Wahl von einem „Rechtsruck“ faselt, sollte dringend seine Medikation überprüfen. OK, die Regierung hat immerhin 14 Prozentpunkte an Zustimmung eingebüßt. Das ist schon was. Schön, die einzige ernstzunehmende Oppositionspartei, hat aus dem Stand 13% geschafft – auch nicht schlecht. Aber die Grünen und die Linke haben nicht nur nichts verloren, sondern sogar dazugewonnen! Und das ist alarmierend.

Nachdem der glücklose Schulz-Wahlverein sich in die Opposition zu trollen gedenkt und damit das einzig Richtige tut, bleiben für die Kanzlerin nur Regierungsoptionen übrig, die eines gemeinsam haben: sie treiben verantwortungsbewussten und über den Tellerrand hinausblickenden Bürgern, die schon länger hier leben, die Haare zu Berge.

Mit dem „Pack“, der „Mischpoke“ und Nazi-Schmuddelkindern von der AfD (die ihrerseits ja keinen Gedanken daran verschwenden, der unseligen Frau den Steigbügel zu halten), will die in der Sowjetzone sozialisierte Kanzlerin ja bekanntlich nichts zu tun haben, denn das wäre (zumindest für sie selbst) „nicht hilfreich“.

Bleibt also zunächst die von allen Kommentatoren noch am Tag der Wahl unisono als grandiose Regierungsvariante beschworene „Jamaika“-Koalition: Merkel in einem gemeinsamen Regime mit den windelweichen „Liberalen“ und den zu allem entschlossenen, grünen Selbsthassern? Womöglich mit Grünen als Innen- und Justizministern? Toll. Reichskanzler Bethman-Hollweg sprach 1917 bekanntlich vom „Finis Germaniae“. Damals sollte es aber doch noch nicht sein. Jetzt, exakt 100 Jahre danach, könnte die Zweitauflage des Dramas folgen – diesmal mit garantiertem Ergebnis.

Wie dem auch sei: da die völlig moralbefreite Kanzlerin vermutlich nicht einmal davor zurückschrecken würde, nötigenfalls mit den Taliban, den Resten des IS oder dem Antichrist himself eine Regierung zu bilden, nur um ihr politisches Zerstörungswerk vollenden zu können, wird ihr der auf sie zukommende Aufenthalt im Koalitionsbasar keine schlaflosen Nächte bereiten. Ist eh schon alles wurscht, ihre Fingernägel sind sowieso schon bis aufs physiologisch mögliche Maß abgekaut und die angestoßene Talfahrt der einst bedeutenden, stolzen und mächtigen deutschen Nation, des Landes der Dichter und Denker, mittlerweile so gut wie unumkehrbar. Demnächst werden daran auch 30 oder 40% für die AfD nichts mehr ändern können. Irgendwie schade drum.

16 Gedanken zu „Deutschland? Schade drum….

  1. Thomas Holzer

    Aus dem Beitrag: “…………mittlerweile so gut wie unumkehrbar”

    Ich darf mich wiederholen: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

  2. Falke

    Andreas Tögel hat völlig recht: Das Ergebnis der deutschen Wahl stellt keineswegs einen Rechtsruck dar, wie das die vor die Fernsehkameras geschickten, mit ideologischen Scheuklappen und eher schlichtem Gemüt ausgestattenen Vertreter der anderen Parteien voller Panik und Empörungsmaske dem erstaunten Zuschauer zugebrüllt haben. Wie vom Autor bereits erwänt, haben ja die extrem Linken und Grünen zugelegt, die FDP steht ja auch keineswegs rechts, und die Ursache der Aufregung – die AfD – ist auch keine Rechtspartei: man muss nur ihr Partei- und Wahlprogramm lesen, dort stehen auf wirtschafts- und sozialpolitischem Gebiet eher linke Ideen. Nein, es wurde schlicht und einfach die CDU/SPD-Regierung für ihre Migrationspolitik abgestraft (die CDU hat übrigens prozentmäßig und absolut noch mehr verloren als die SPD). Und die AfD war die einzige Partei, die diese Politik konsequent und aggressiv kritisiert hat. Das war ja auch die Ursache für die besonders hohen Verluste der CSU: Großmaul Seehofer hat ständig betont, ohne Obergrenze von 200.000 werde die CSU Merkel nicht unterstützen, und dann hat er schön brav alles mitgemacht, und von Obergrenze war keine Rede mehr. Da sind seine potenziellen Wähler halt zur AfD übergelaufen.

  3. mariuslupus

    Kleine Korrektur, AfD 12.6%, und dass soll ein Rechtsruck sein ? Aber ein willkommener Anlass um mehr Überwachung der rechten rassistischen Nazis zu fordern. Die merkelschen und schulzenschenschen Antidemokraten labern über die Verteidigung der Demokratie. Die Totengräber der Demokratie als body guards der freien Gesellschaft. Von Merkelistan zum Absurdistan. Orwel könnte noch sehr, sehr viel lernen.
    Die FDP hat sich bereits mit Aussicht auf volle Tröge, bereits unter Mekels Fittiche begeben

  4. Falke

    @mariuslupus
    Ja, die Ankündigung der SPD, in die Opposition zu gehen, war für die FDP wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Da hat sie es auch (in Person des Herrn Kubicki) sofort abgelehnt, zusammen mit der AfD einen Untersuchungsauschuss zur den Gestzesbrüchen der Merkel-Regierung einzusetzen, den sie ja im Wahlkampf vehement verlangt hat. So schnell vergisst man seine Grundsätze, wenn die fetten Fleischtöpfe winken.

  5. sokrates9

    Ich bin nicht so pessimistisch Mehr als 80 AfD Abgeordnete wird man nicht ignorieren können! Und auch leise Stimmen der Vernunft – leider nicht von allen zu erwarten – zeigt Wirkung!

  6. KTMTreiber

    “Rechtsruck” – so ein Blödsinn, – wenn ich heute laut sage was ich mir denke und es sich auch um unwiderlegbare Tatsachen handelt, bin ich doch schon “rechts”. Ich kann das “Geseiere” von “rechts”, “Rechtsruck”, oder “Nazipartei” nicht mehr hören.

    Die AfD mag zum Teil gute Ansätze (Parteiprogramm) haben, doch mangelt es Ihnen, meiner persönlichen Meinung nach, an kompetenten und vertrauenswürdigen Personen, die diese Programm auch nach Außen kommunizieren und transportieren. Aussagen eines “Spitzenkandidaten” (Alexander Gauland) wie “…wir werden Merkel jagen”, halte ich für mehr als entbehrlich. Derartige Aussagen verstören die Masse und sind ziemlich kontraproduktiv.

  7. Christian Peter

    Selbstverständlich wird es eine große Koalition geben, wer meint, die SPD würde freiwillig auf eine Regierungsbeteiligung verzichtet, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

  8. Der Realist

    Es gibt garantiert keine Koalition mit den Sozialisten, vielleicht macht Schulz den Hausmeister im Bundestag, wäre der richtige Job für diesen Wurschtel, denn als Wahlkampflokomotive werden ihn unsere Genossen nach dem gestrigen Superergebnis wohl eher nicht einspannen. Die Bundestagswahl hat gezeigt, dass die Wähler genug haben von leeren Versprechen, hohen Phrasen usw.
    Ich jedenfalls, freue mich auf den 15. Oktober, für die Siegesfeier ist alles vorbereitet.

  9. Falke

    @Der Realist
    Für mich war es ein Tag gemischter Gefühle: Freude über die ordentliche “Watschen” für Merkel und Schulz, ebenso Freude über das gute Ergebnis für die AfD (obwohl ich eigentlich mehr erwartet hätte), Ärger und Unverständnis für die – tatsächlich völlig unerwarteten – Zuwächse für die Grünen und die Linke. Ich bin auch nicht so sicher, ob es am 15. Oktober ausreichend Grund für eine “Siegesfeier” geben wird.

  10. Mona Rieboldt

    Wie ich schon mal sagte, die SPD wird Mitte Oktober die Wahlen in Niedersachsen abwarten und hoffen, sie gewinnt da. Danach wird sich entscheiden, ob sie Schulz entsorgt, ob sie doch wieder in eine große Koalition geht. Merkel will mit der SPD reden und macht ihr vielleicht ein Angebot, das die SPD nicht ablehnen kann 😉
    FDP-Lindner ist eine männliche Merkel. Die Grünen haben nochmal Glück gehabt, sonst müssten ihre Leute Hartz IV beantragen.

  11. mariuslupus

    @Christian Peter
    Absolut realistisch, die Sozis pokern. Merkel hat wieder einmal keine Alternative. Die Sozis lassen sich doch, so schöne Titel, Luxuslimousinen, Leibwächter, Dinners mit den Grossen dieser Welt, Juncker und co., nicht entgehen. Schulze könnte seine Karriere als Saaldiener im Parlament fortsetzen. Ist hoch qualifiziert, bringt schon Berufserfahrung als Saaldiener aus Brüssel mit.

  12. Mona Rieboldt

    Falke
    Die AfD ist eine junge Partei im Gegensatz zur FPÖ und erst 3-4 Jahre alt. Die mediale Hetze und die Stasi-Methoden gegen Weidel haben ja Wirkung, viele denken tatsächlich da ziehen jetzt Nazis ins Parlament. Es war auch unnötig von Gauland, eine Art Reinwaschung der Wehrmacht zu machen. Solche Sachen sind nicht gut, die AfD sollte sich auf hier und jetzt konzentrieren, keine alten Kamellen aufwärmen.

  13. MM

    @KMTreiber: Nichts für ungut, aber was ist das Problem mit “jagen”? Es ist doch die Aufgabe der Opposition die Regierung zu jagen und zu stellen, und dann evtl. bei der nächsten Wahl ablösen, wenn das erfolgreich ist.

    @Mona Rieboldt: Bei der Wehrmacht hab ich mich auch gefragt, warum er das jetzt überhaupt anspricht. Unnötig wie ein Kropf vor der Wahl. Manchmal wird das aber durch geschicktes Fragen auch provoziert. Interessant in diesem Zusammenhang diese Interview mit der Bild: http://www.bild.de/politik/inland/bundestagswahl2017/gauland-gefaehrliche-saetze-ueber-existenzrecht-israels-53325864.bild.html
    Der Titel klingt nach irgendwelchen antisemitischen Bemerkungen, im Text sagt er dann auf Nachfrage, dass das Existenzrecht Israels auch seiner Meinung nach zur deutschen Staatsräson gehört und dass aber auch klar gemacht werden muss (Merkel macht das nicht klar), dass das nicht nur bei Sonnenschein gilt, sondern im Ernstfall auch deutsche Soldaten an der Seite Israels kämpfen und sterben müssen.

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