8 Gedanken zu „Deutschland und die Münchhausen-Nummer

  1. GeorgK

    Ursprünglich hat man uns die EU als einen notwendigen Zusammenschluss verkauft, damit Europa in einer globalisierten Welt mit verschobenen Machtzentren noch wettbewerbsfähig bleiben kann.
    Geworden ist es eine geschützte Werkstätte für PIGS + F.
    Ohne den deutschen Überschuss würde der Euro massiv einbrechen – was den Budgetpfuschern in den ehemaligen “Weichwährungsländern” ja nur recht wäre…

  2. PeterT

    Ich rücke normalerweise nicht aus, um den ‘Club Med’ zu verteidigen, ABER eine Sache ist schon ein Thema:
    Die Deutschen haben sich in den letzten Jahren einen riesigen Niedrig(st)lohnsektor geschaffen (ursprünglich mit der guten Idee, die Leute aus der Arbeitslosigkeit zu holen).
    Jetzt ist es aber so, daß diese Jobs vielfach in Branchen sind, die überhaupt nicht im Export-Wettbewerb sind (Handel, Reinigung, Gastronomie,….) und damit die Wettbewerbsfähigkeit nicht (oder nur in geringem Maß mittelbar) beeinflussen.
    Die billigsten Jobs müssen dann auch noch staatlich subventioniert werden, damit die Leute überhaupt aufs Existenzminimum kommen.
    In den großen Industriebetrieben werden ganz andere Löhne gezahlt…
    Wenn die Menschen in diesem Niedrig(st)lohnsektor etwas mehr verdienen würden, würde Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit überhaupt nicht leiden (höchstens im Promille-Bereich), aber der Konsum würde profitieren, und den Leuten ginge es auch besser

  3. gms

    @PeterT

    Ihr Darstellung ist falsch. Die sog. Lohnstückkosten, wie der Name mit “Stück” darin schon aussagt, beziehen sich nicht auf die von Ihnen genannten Dienstleisungen. Daß man weiters in großen Industriebetrieben hohe Löhne zahlt, ist ebenfalls von untergeordneter Bedeutung, sind doch in D Produzenten, etwa anders als in Frankreich, in der überwiegenden Mehrzahl Mittelständler.

  4. PeterT

    @gms
    Das versuche ich ja zu sagen. Der produzierende / exportierende Sektor in Deutschland zahlt durchwegs gute Löhne (ob Mittelstand oder Groß-Industrie), da ist von Lohn-Dumping keine Rede.
    Deutschland hat ein anderes Problem mit diesem Niedriglohn Sektor, es ist doch wirklich irrwitzig wenn Menschen nur 6-7 Euro BRUTTO für die Arbeitsstunde bekommen, das maccht wirklich Menschen nur arm, drückt dden Konsum, und hilft der Wettbewerbsfähigkeit gar nix.
    Das passt jetzt vielleicht nicht ins typische liberal vs. links Schema, ist aber ein reales Problem.
    Die Frage ist wie man es mit liberalen Grundsätzen lösen kann.

  5. KClemens

    GeorgK :
    Ursprünglich hat man uns die EU als einen notwendigen Zusammenschluss verkauft, damit Europa in einer globalisierten Welt mit verschobenen Machtzentren noch wettbewerbsfähig bleiben kann.
    Geworden ist es eine geschützte Werkstätte für PIGS + F.
    Ohne den deutschen Überschuss würde der Euro massiv einbrechen – was den Budgetpfuschern in den ehemaligen “Weichwährungsländern” ja nur recht wäre…

    Nein es ist ein geschütztes Biotop für die Finanzwirtschaft geworden, die teilweise auch mit illegalen Mitteln (Libor/Euribor Manipulationen, Gegenwetten auf mit Geschäftspartnern getätigte Geschäfte, uvm.) die Politik und Realwirtschaft wie einen Tanzbären am Nasenring nach ihren Bedingungen tanzen lässt.

    Seit der Euroeinführung dreht die Finanzwirtschaft dann endgültig das ganz große Rad. Das hört erst auf, wenn man denen Stöckchen zwischen die Speichen wirft.

  6. KClemens

    PeterT :
    @gms
    Das versuche ich ja zu sagen. Der produzierende / exportierende Sektor in Deutschland zahlt durchwegs gute Löhne (ob Mittelstand oder Groß-Industrie), da ist von Lohn-Dumping keine Rede.
    Deutschland hat ein anderes Problem mit diesem Niedriglohn Sektor, es ist doch wirklich irrwitzig wenn Menschen nur 6-7 Euro BRUTTO für die Arbeitsstunde bekommen, das maccht wirklich Menschen nur arm, drückt dden Konsum, und hilft der Wettbewerbsfähigkeit gar nix.
    Das passt jetzt vielleicht nicht ins typische liberal vs. links Schema, ist aber ein reales Problem.
    Die Frage ist wie man es mit liberalen Grundsätzen lösen kann.

    Aber nur solange das Personal nicht über eine Zeitarbeitsfirma ausgegliedert wurde. Das ist aber auch zunehmend zu beobachten.

    Es soll schon Unternehmen geben, die haben gar nicht mehr genug Personal das entweder entlassen oder in die Zeitarbeit abgeschoben werden kann, um irgendwelche phantastischen Gewinnerwartungen überhaupt noch erfüllen zu können.

  7. Lodur

    @PeterT
    “Deutschland hat ein anderes Problem mit diesem Niedriglohn Sektor, es ist doch wirklich irrwitzig wenn Menschen nur 6-7 Euro BRUTTO für die Arbeitsstunde bekommen, das maccht wirklich Menschen nur arm, drückt dden Konsum, und hilft der Wettbewerbsfähigkeit gar nix.”

    Und wie das der Wettbewerbsfähigkeit hilft. Denn durch diese Niedriglöhne können Arbeitgeber Dienstleistungen/Waren möglichst billig anbieten. Erhöhen also ihre Wettbewerbsfähigkeit. Willkommen in der kapitalistischen Realität.

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