Die 15 Methoden der verdeckten Besteuerung

“…Die Theorie der verdeckten Besteuerung hat in einer weiteren großen klassischen Publikation vor 110 Jahren der italienische Ökonom Amilcare Puviani in seiner Teoria della illusione finanziaria entwickelt, auf Deutsch erstmals 1960 unter dem Titel Die Illusionen in der öffentlichen Finanzwirtschaft erschienen. Puviani beschreibt darin die verschiedenen Techniken, mit denen Regierungen versuchen, das Ausmaß der Besteuerung, des Rupfens zu verschleiern, um die goldene Gans bei Laune zu halten. Puviani hat elf Techniken hervorgehoben, auf die ich näher eingehen werde – und dann noch vier weitere anführen, die seither hinzugekommen sind; denn Puviani schrieb zu einer Zeit, in der sich Regierungen noch nicht all die Sachen trauten, die sie sich heute trauen….” (mehr hier)

2 comments

  1. Reinhard

    Wenn man es genau betrachtet, nimmt der Staat, der das Geld emittiert, dieses auch zu 100% wieder ein – am Ende landet jeder Cent wieder bei ihm! Die angeführte Mineralölgesellschaft z.B. zahlt auch wieder Steuern auf Gewinne, ausbezahlte Löhne etc., investiert bei Lieferanten, die auf dieses Geld auch wieder Steuern zahlen usw. bis ins Unendliche.
    Pervers wird es erst, wenn der Staat versucht, mehr Geld wieder einzunehmen als er emittiert. Oder sich in seinem Windschatten Privatbanken mit gleichem Begehr aufreihen. Die wundersame Geldvermehrung, der feuchte Traum linker Phantasten und brachialkapitalistischer Gierschlünde, gibt es nicht. Nur die wundersame Vermehrung der Abgabenquote.
    Ich erinnere mich an den Geschichtsunterricht, wo wir lernten, die brutal die Feudalherren und der Klerus das Volk auspressten – jeder wollte 10% des Gewinnes einstreichen! Heute wäre ein Land mit 20% Flat Tax das Paradies auf Erden…

  2. Wettbewerber

    @Reinhard
    Sehr schön, mir gefällt der Grundtenor Ihres Beitrags enorm. Lassen Sie mich dennoch ein paar Dinge – imho – näher erläutern:
    1.) Stimmt, der Staat betreibt quasi eine “Steuerfarm”: Er lässt das Vieh relativ frei grasen (“Arbeiten”) und kann im Prinzip soviel von den erarbeiteten Früchten einsacken, wie er will. Die Demokratie hat das sowohl ermöglicht (“Stimmenkauf” direkt und indirekt) als auch begrenzt (Rücksicht auf die “öffentliche Meinung”).
    2.) Der Staat gehorcht in seinem “Funktionieren” nicht wirklich dem Modell des “Unternehmens”, weshalb es ihm gar nicht darauf ankommt, mehr Geld einzunehmen, als auszugeben. Im Gegenteil, nachdem NIEMAND persönlich für irgendwas haftet, wird die Tendenz immer eindeutig fürs “Mehr ausgeben” sein. Und irgendwann heißt das eben z.B. “Steuererhöhung” oder (neusprech) “Umverteilung”.
    3.) Die “wundersame Geldvermehrung”, der alte Traun der Alchimisten, ist kein Traum mehr, sondern Realität. Per Mausklick lassen sich heute Milliarden erzeugen, rund um die Uhr, ohne irgendeinen Aufwand. Nur 3 % des Umlaufgeldes sind Banknoten – alles andere spielt sich ausschließlich auf Computern ab.
    4.) OK, ganz so einfach geht es nun doch nicht. Unser Geldsystem verlangt einen Schuldner für jeden neu geschaffenen Euro. Dann nimmt halt der Staat neue Schulden auf, bekommt das Geld umgehend – und die (Haupt-)Zeche zahlen nicht die Steuerzahler von heute, sondern jene von morgen und übernorgen. Die können sich bekanntlich nicht wirklich dagegen wehren. Und die Wähler von heute freuen sich auf das nächste Wahlzuckerl, solange es (für sie) wirklich gratis ist. So finanziert sich der Staat also sogar ohne Steuererhöhung – cool, nicht wahr?
    5.) Die “Feudalherren” hießen sie im Mittelalter. Heute heißen sie Politiker und Beamte. Und sie haben weit mehr direkte, abhängige Gefolgschaft als damals (“teile und herrsche”), die auf alle, die das Spiel zu hinterfragen beginnen, (vorläufig nur verbal) wild eindreschen. Diese nennen sich heute z.B. dailymirror oder Lodur.
    6.) Zum Thema “Paradies auf Erden”: Ich kann Popper durchaus etwas abgewinnen, wenn er sagt, wir leben immer in der aktuell besten aller Welten. Manchnmal muss es auch gehörig abwärts gehen, damit es wieder bergauf gehen kann (Bestes Beispiel dafür war wohl die Zwischenkriegszeit). Immerhin scheint es heutzutage nicht mehr so leicht zu sein, einen großen Krieg vom Zaum zu brechen. Nicht, solange es das Internet gibt.

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