Die 307-Milliarden-Lücke entlarvt Europas großen Mehrwertsteuerbetrug

“… Beim Austausch von Waren und Dienstleistungen untereinander sollen die EU-Staaten einen Überschuss von 307 Milliarden Euro erzielt haben. Das ist eigentlich unmöglich. Dahinter steckt ein milliardenschwerer Steuerbetrug. “Welt”, hier

6 comments

  1. Selbstdenker

    Die entscheidenden Sätze stehen hier:

    “Die Wirtschaftsforscher sehen einen weiteren Grund für die fragwürdige Statistik in der höchst unterschiedlichen Bilanzqualität der einzelnen Staaten. Die beste Datenqualität lieferten die Niederlande. Deutschland liege im vorderen Mittelfeld. Zypern, Irland, Luxemburg und Schweden weisen demnach die größten Abweichungen auf.”

    “Am stärksten ins Gewicht fallen laut Studie die statistischen Abweichungen in der Bilanz des UK. Dies sei allerdings auch darauf zurückzuführen, dass dort Handelsdaten nur stichprobenmäßig erfasst würden. Betrachtet man nur die Eurozone, sinkt der Überschuss im Jahr 2018 von 307 auf 126 Milliarden Euro.”

    Mit dem Brexit ist über ein Drittel dieses Problems gelöst.

    Mein Vorschlag: das Reverse Charge Verfahren für die Länder mit den grössten Abweichungen (Zypern, Irland, Luxemburg und Schweden) aussetzten, statt KMUs aus Ländern, in denen die Meldungen passen, noch weiter zu schickanieren.

    Die Sache erinnert mich ein wenig an die Thematik “Agrarsubventionen” bei denen man auch hierzulande Bauern mit einen Jahreseinkommen von EUR 30.000 als grosse Subventionsbetrüger dargestellt und über eine via Internet aufrufbare Liste namentlich an den Pranger gestellt hat.

    Was was passiert: Subentionen an grosse Industrieunternehmen, Stiftungen, öffentliche Betriebe und Vereine, die wenig bis gar nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, wurden als “Agrarsubventionen” ausgewiesen. Dazu kam dann auch noch ein völlig untaugliches System zur Erhebung von Förderflächen.

    Bevor hier wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, sollte man sich fragen, wie die Daten genau entstehen und wo die grössten Abweichungen aus welchen Gründen auftreten.

    Bereits der Artikel in der Welt wiederlegt sich ein Stück weit selbst, da nicht jede Abweichung in einer Statistik automatisch ein Betrug ist. Soll heissen: von aggregierten Daten pauschale Rückschlüsse auf individuelles Verhalten zu ziehen, erscheint mir sehr anfällig für (mutwillige) Fehlinterpretationen zu sein (siehe den “Gender Pay Gap” Hoax).

  2. gscheithaufen

    Nun ja, nachdem es keinen einheitlichen EU USt Satz gibt und in einzelnen Ländern unterschiedliche Waren- und Dienstleistungsgruppen mit unterschiedlichen USt Sätzen belegt sind, kann das schon sein, dass ein zB in Ösiland mit 20% USt belegtes Gut nach sagen wir Italien exportiert wird, wo auch Grund unterschiedlicher Klassifikation halt dann nur 7% USt eingehoben werden….Was ausßerdem aus dem Artikel nicht (oder nur sehr versteckt) hevorgeht, ist das zu Grunde liegende Handelsvolumen. Auch ist nicht klar dargestellt, ob tatsächlich periodenrein abgegrenzt wurde. Sohin ist anzunehmen, dass durch die marktschreierische Schlagzeile der Weg zu mehr Kontrolle, Überwachung und Gängelung geebnet werden soll.

  3. Mourawetz

    In den MMM wird schon fleißig getitelt: Europa der Kontinent der Steuerbetrüger.
    Etwas mehr Zurückhaltung und Sachlichkeit wäre schön. Frommer Wunsch.

  4. Thomas F.

    Richtig wäre es, die Umsatzsteuer komplett abzuschaffen und wenn schon, dann auf eine Sales Tax wie in den USA umzusteigen. Grasser hat das als Finanzminister einst in Europa vorzuschlagen versucht. Aber automatisch war alles, was der sagt, jenseitig.
    Der Vorsteuer-Abzug ist ein riesiger administrativer Aufwand, der eigentlich vermieden werden könnte. Und es ist allgemein bekannt, dass Betrug in enormem Ausmaß damit stattfindet.

  5. Johannes

    Bei solchen kolportierten Summen muss man immer vorsichtig sein. Statistik ist ein weites Feld und hat viele Wahrheiten. Als misstrauisch gewordener Europäer vermute ich hinter solchen Meldungen sogleich den Versuch statistische “Wahrheiten“ zum Vorwand zu nehmen um neue Systeme zur noch besseren Überwachung einzuführen.

    Es braucht für tiefgreifende Einschnitte in die persönliche Freiheit immer Argumente welche diese scheinbar rechtfertigen.

    Ein Gegenbeispiel : wenn die EU illegale Migration hinnimmt und deren Kosten in Milliardenhöhe in Kauf nimmt warum sollten dann EU Bürger nicht auch auf die Idee kommen das Illegales durchaus legal sein kann wenn es einem guten Zweck (Familieneinkommen) dient.

    Wenn Frau Rackete geehrt wird wenn sie entgegen Einreisebestimmungen ganze Tausendschaften illegal nach Europa bringt, wie soll man dann ein Unrechtsbewusstsein bei Steuerfragen durchsetzen?

    Wenn Recht in bestimmten Fragen keine Gültigkeit mehr hat, dann bröckelt es auch an vielen anderen Stellen.

    Wenn die Geldpolitik der EZB sich nicht mehr an die eigenen Beschlüsse hält, wenn auf Sparguthaben mit Negativzinsen zugegriffen wird, dann will man vom Bürger erwarten das er sich das alles gefallen lässt?

    Würde die EU in Sachen Glaubwürdigkeit vorangehen wäre vieles leichter zu argumentieren.

    Ich glaube mittlerweile, nicht einmal mehr den oben genannten Zahlen bezüglich Mehrwertsteuerentgang.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .