Die Abgesänge auf Großbritannien sind arg verfrüht

Von | 19. August 2016

“Was macht eigentlich der Brexit? Die Propheten des Niedergangs haben Konjunktur. Aber England konnte in seiner Geschichte immer wieder das Steuer herumwerfen. Noch ist nichts verloren…” (hier)

7 Gedanken zu „Die Abgesänge auf Großbritannien sind arg verfrüht

  1. Thomas Holzer

    Dafür behauptet der EU-Minister der Türkei in einem Interview mit der “Die Welt”, daß die Türkei spätestens zum 100. Gründungstag -ergo in 6 Jahren- Vollmitglied der EU sein werde 😉

  2. Fragolin

    Hysterisches Gegacker erregt in den Medien eben mehr Aufsehen als nüchterne Analysen. Hinterher ist wieder alles anders – wenn ich daran denke, wie 2007 die aufgeregten Medienhühner voller Euphorie krähten, uns stehe eine Dekade ungehemmten Wachstums und ungeahnten Wohlstands bevor, und was haben wir jetzt, am Ende dieser Dekade?
    Abwarten, Tee trinken und am Besten dabei das TV-Gerät ausstecken.

  3. Rado

    @Thomas Holzer
    Wenn es nach Othmar Karas geht, passiert das sogar noch schneller.
    Höre übrigends seit 25 Jahren Abgesänge auf die Schweiz. Die letzte Welle ist gar nicht solange her, nämlich als die Bindung des Franken an den Euro gelöst wurde. Was ist passiert? Die Schweizer waren wieder einmal die Klügeren.

  4. mariuslupus

    Eigentlich sollte es heissen, der Abgesang an die EU ist jetzt fällig. Die Bevölkerung von England wird noch über den Ausgang des Referendums glücklich sein. Die Schweiz, das Volk, hat den Beitritt zum EWR abgelehnt. Die Entscheidung war absolut richtig.
    Das ganze hysterische Geschrei in Brüssel ist die Reaktion der ertappten Betrüger, weil ihnen durch den Ausgang des Referendums klar geworden ist, dass es doch Leute gibt , die nicht mehr bereit sind, bei der inszenierten Augenwischerei mitzumachen.

  5. gms

    Fragolin,

    > Hysterisches Gegacker erregt in den Medien eben mehr Aufsehen als nüchterne Analysen.

    Für die Betreiber des schlammigen Medienstroms ist die aktuelle Lage eine veritable Gelegenheit zum Beweis von Differenzierungsfähigkeit. Während sie die Panikmache ihrer politischen Verbündeten eins zu eins durchreichen, siehe als exemplarischen Höhepunkt etwa [1], dienen Botschaften aus dem anderen Lager als Aufhänger, das ‘Schüren von Ängsten’ durch sogenannte Populisten ganz im Sinne verantwortungsvoller Volksaufklärung schlagzeilenhaft anzuprangern.

    Apropos UK: Nachdem man den Briten vorwirft, sie wollten sich in Rosinenpickerei üben, was insbesondere betreffend verwehrter Personenfreizügigkeit nicht mit dem vereinbar ist, was neusprechhaft unter ‘europäischen Werten’ läuft, sucht man vergleichbare Bestimmungen in TTIP und Ceta zur Niederlassung der Bürger im jeweils anderen Gebiet vergeblich.

    Zu nüchtern ist der Befund einer Verzicktheit der verschmähten Geliebten in Brüssel als nichttarifliches Handelshemmnis mit Großbritannien, alsdaß er einer medialen Thematisierung wert wäre. Fast fragt man sich, was schlimmer ist: Das kollektive Verschaukeln der Bürger durch Politik und Medien, oder der Umstand, wonach es dermaßen plumb erfolgt.

    Sei’s drum, wollte man Prognosen wagen, geht den Verantwortlichen aktuell der Arsch dermaßen auf Grundeis, wonach man in den kommenden Wochen wieder vermehrt Druck aus dem Kessel läßt. Noch ist die tatsächlich echte öffentliche Meinung relevant; je offensichtlicher die Frontstellung zwischen Untertanen und Dressureliten inklusive deren Sprachrohre, desto größer sind die Aussichten, wenigstens eine Hängepartie zu erreichen bis zu den Wahlen 2017 in Frankreich und Deutschland. Bis dahin werden wir mit getürkten Umfragen überschüttetet, wie sehr die Bürger die EU lieben und wie sehr sie bereit sind, sich an Dialogen und Foren über die kommende Ausrichtung der Union zu beteiligen.

    Das aufzubauenede Narrativ: /Diese/ EU will niemand, also müssen wir sie gemeinsam verändern, hin zu total demokratischen vereinigten Staaten Europas, selbst wenn dies anfänglich nur mit einer kleinen Schar williger Nationen möglich ist.

    [1] welt.de/wirtschaft/article157183762/Starinvestor-Soros-sieht-Europa-in-Lebensgefahr.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.